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Zwischenbilanz Regierung Gutiérrez in Ecuador

.Nach 8 Monaten wird es Zeit eine kleine Zwischenbilanz der Regierung
Gutierrez zu ziehen.
Mit grossen Erwartungen von Seiten der Bevölkerung startete Präsident
Gutiérrez im Januar in seine 4 jährige Amtszeit. Der Überraschungssieger der
Wahl wollte alles besser machen als seine Vorgänger. Vor allem der
Korruption und der Armut wollte er den Kampf ansagen.

Mit Hilfe der Partei der Indígenas, Pachakutik, an die Macht gekommen,
integrierte er auch einige Indígenas in die Regierung. Herausragend sind
hierbei sicherlich die neue Außenministerin Nina Pacari oder im
Landwirtschaftsministerium Luis Macas. Die Euphorie, besonders unter den
Ärmsten der Armen war groß, da sich alle endlich eine gerechtere Verteilung
der Ressourcen erhofften.

Doch statt einer neuen Sozialpolitik, machte sich die Regierung daran in
vorauseilendem Gehorsam alle voraussichtlichen Bedingungen des
Internationalen Währungsfonds (IWF) zu erfüllen. Wer sich etwas mit der
Schuldenproblematik beschäftigt hat weiß, dass die Maßnahmen des IWF
normalerweise keine Rücksicht auf Sozial- oder Bildungspolitik nimmt. So
denn auch im Falle Ecuadors. Die erste grosse Enttäuschung war perfekt.

Als die Posten in der Regierung denn endlich alle besetzt waren, stellte
sich heraus, dass eine beträchtliche Anzahl aus der Familie des Präsidenten
stammte und Ämter bekleidete, die eigentlich nach Qualifikation und nicht
nach Abstammung vergeben werden sollten. Maßnahmen wie die Erhöhung des
Benzinpreises, was wiederum eine Preiserhöhung aller Güter nach sich zog,
machten ihn auch nicht wirklich populärer.Die mit dem IWF vereinbarte
Erhöhung des Gaspreises konnte er nicht gegen die Indígena-Organisationen
durchsetzen, ließ aber seine Popularität rapide sinken.

Auch sein Bekenntniss bei einem Besuch in den USA, „bester Freund und
Allierter der USA im Kampf gegen Drogenhandel, Terrorismus und zur Förderung
des Friedens und der Demokratie“ werden zu wollen, löste in Ecuador nicht
nur Jubel aus. So nah an Kolumbien, wo die USA seit einigen Jahren
vergeblich versuchen die Guerrillas bzw. den Drogenanbau zu bekämpfen, ohne
dass nennenswerte Fortschritte erzielt werden, liess dieses Bekenntniss
manche schon an eine Ausweitung des Krieges nach Ecuador denken. Ein
Albtraum!!

Weiter ging es und diesmal war die Führungsriege des Militärs dran. Als
ehemaliges Mitglied der Streitkräfte, hat der Präsident einige Freunde bei
den Streitkräften. Um diese in die gehobenen Positionen zu befördern,
mussten zunächst einige andere Generäle zurücktreten. So gab es denn in
rascher Abfolge einige Veränderungen in der militärischen Führungsriege.

Nachdem im August die Politik der Regierung vom Koalitionspartner Pachakutik
immer härter kritisiert wurde, entschloss sich Gutiérrez dazu die Allianz
aufzukündigen. Die Minister von Pachakutik traten geschlossen zurück und der
so fortschrittliche Präsident war fortan auf der Suche nach neuen
Mehrheiten.

Wie es weitergehen wird ist noch ungewiss. Im Kongress ist der Präsident auf
wechselnde Mehrheiten angewiesen und hier sind in letzter Zeit auch öfter
mal die Mitglieder der konservativen Partei der PSC einer Meinung mit der
Partei des Präsidenten. Ob dieser allerdings eine Opposition der Indígenas
politisch überleben wird ist fraglich.

Tom Jungh – Quito, Ecuador

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Eine Antwort auf “Zwischenbilanz Regierung Gutiérrez in Ecuador”

  1. Schade, wäre eine Chance für Equador gewesen, die aussagen im Wahlkampf hatten sich so gut angehört!!!
    NaWahlkampf eben!

Wir freuen uns auf Ihre Kommentare

Zwischenbilanz Regierung Gutiérrez in Ecuador

01. Okt 2003Allgemein 1 Kommentar

.Nach 8 Monaten wird es Zeit eine kleine Zwischenbilanz der Regierung
Gutierrez zu ziehen.
Mit grossen Erwartungen von Seiten der Bevölkerung startete Präsident
Gutiérrez im Januar in seine 4 jährige Amtszeit. Der Überraschungssieger der
Wahl wollte alles besser machen als seine Vorgänger. Vor allem der
Korruption und der Armut wollte er den Kampf ansagen.

Mit Hilfe der Partei der Indígenas, Pachakutik, an die Macht gekommen,
integrierte er auch einige Indígenas in die Regierung. Herausragend sind
hierbei sicherlich die neue Außenministerin Nina Pacari oder im
Landwirtschaftsministerium Luis Macas. Die Euphorie, besonders unter den
Ärmsten der Armen war groß, da sich alle endlich eine gerechtere Verteilung
der Ressourcen erhofften.

Doch statt einer neuen Sozialpolitik, machte sich die Regierung daran in
vorauseilendem Gehorsam alle voraussichtlichen Bedingungen des
Internationalen Währungsfonds (IWF) zu erfüllen. Wer sich etwas mit der
Schuldenproblematik beschäftigt hat weiß, dass die Maßnahmen des IWF
normalerweise keine Rücksicht auf Sozial- oder Bildungspolitik nimmt. So
denn auch im Falle Ecuadors. Die erste grosse Enttäuschung war perfekt.

Als die Posten in der Regierung denn endlich alle besetzt waren, stellte
sich heraus, dass eine beträchtliche Anzahl aus der Familie des Präsidenten
stammte und Ämter bekleidete, die eigentlich nach Qualifikation und nicht
nach Abstammung vergeben werden sollten. Maßnahmen wie die Erhöhung des
Benzinpreises, was wiederum eine Preiserhöhung aller Güter nach sich zog,
machten ihn auch nicht wirklich populärer.Die mit dem IWF vereinbarte
Erhöhung des Gaspreises konnte er nicht gegen die Indígena-Organisationen
durchsetzen, ließ aber seine Popularität rapide sinken.

Auch sein Bekenntniss bei einem Besuch in den USA, „bester Freund und
Allierter der USA im Kampf gegen Drogenhandel, Terrorismus und zur Förderung
des Friedens und der Demokratie“ werden zu wollen, löste in Ecuador nicht
nur Jubel aus. So nah an Kolumbien, wo die USA seit einigen Jahren
vergeblich versuchen die Guerrillas bzw. den Drogenanbau zu bekämpfen, ohne
dass nennenswerte Fortschritte erzielt werden, liess dieses Bekenntniss
manche schon an eine Ausweitung des Krieges nach Ecuador denken. Ein
Albtraum!!

Weiter ging es und diesmal war die Führungsriege des Militärs dran. Als
ehemaliges Mitglied der Streitkräfte, hat der Präsident einige Freunde bei
den Streitkräften. Um diese in die gehobenen Positionen zu befördern,
mussten zunächst einige andere Generäle zurücktreten. So gab es denn in
rascher Abfolge einige Veränderungen in der militärischen Führungsriege.

Nachdem im August die Politik der Regierung vom Koalitionspartner Pachakutik
immer härter kritisiert wurde, entschloss sich Gutiérrez dazu die Allianz
aufzukündigen. Die Minister von Pachakutik traten geschlossen zurück und der
so fortschrittliche Präsident war fortan auf der Suche nach neuen
Mehrheiten.

Wie es weitergehen wird ist noch ungewiss. Im Kongress ist der Präsident auf
wechselnde Mehrheiten angewiesen und hier sind in letzter Zeit auch öfter
mal die Mitglieder der konservativen Partei der PSC einer Meinung mit der
Partei des Präsidenten. Ob dieser allerdings eine Opposition der Indígenas
politisch überleben wird ist fraglich.

Tom Jungh – Quito, Ecuador

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  1. Schade, wäre eine Chance für Equador gewesen, die aussagen im Wahlkampf hatten sich so gut angehört!!!
    NaWahlkampf eben!

Wir freuen uns auf Ihre Kommentare

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