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Europäer sind Ferkel – oder?

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„Los Europeos son cochinos!“ – Europäer sind Ferkel – erfuhr ich eines schönen Tages ganz unverblümt von meiner kolumbianische Freundin Clara. Hm, sicherlich geht es euch jetzt genau wie mir. Ihr schaut an euch herunter und seid ehrlichgesagt ein bisschen gekränkt.

Wir Europäer haben doch quasi die Hygiene erfunden! Warum würde ich denn sonst mein Wasser aus Plastikflaschen trinken? Leitungswasser macht Würmer! Salat lasse ich im Restaurant lieber stehen, da könnten ja Bakterien dran sein. Früchte: nur geschält! Das alles empfiehlt mir mein Reiseführer unter der Rubrik „Gesundheit und Hygiene“.

Und um richtig sicher zu gehen: Immer einen Hochprozentigen nach dem Essen. Ein unfehlbares Hausmittelchen, da schwöre ich drauf 🙂

Hier geht’s weiter:

Ich frage Clara wie sie zu ihrer unmöglichen Meinung kommt. Ihre ganz und gar überzeugte Antwort: „Europäer duschen nicht jeden Tag – statt dessen benutzen sie Parfum!“

„Das ist doch ein übles Vorurteil!“, denke ich. Schließlich bin ich das lebende Gegenbeispiel. Natürlich dusche ich jeden Tag – sogar zwei Mal, wenn’s richtig heiß ist! Aber halt! Ja doch, ich hatte mal eine Mitbewohnerin, die 2-3 Mal in der Woche badete. Und ein Freund von mir greift des Öfteren, wenn er abends ausgeht zur „chemischen Dusche“, wie er sein Parfum bezeichnet, anstatt sich dem Schweiß des Tages mit Wasser zu entledigen. Aber das sind doch Ausnahmen, die gibt’s hier bestimmt auch!

Jetzt mischt sich ein anderer Freund von mir in die Diskussion ein: „Was ich total eklig in Deutschland fand“, sagt er mit seinem niedlichen Akzent: „war, dass die Männer pinkelsitzen – fürchterlich! Die Bakterien!“

„Das sagst du nur, weil du die Klobrille nicht selber putzen musst!“, verteidige ich alle Pinkelsitzenbildchen meiner früheren WGs.

Ich gebe aber zu, ich mache auch ‚was total Ekliges: Ich setze mich auf angewärmte Sitze im Bus. Das ist nicht so schlimm, sagt ihr? Da seid ihr aber ziemlich allein auf der Welt!

Wenn ich morgens zur Arbeit fahre, nehme ich den Bus. Meistens ist er rappelvoll. Drum nennen wir den Bus auch Transmilleno (lleno=voll) statt Transmilenio, wie er eigentlich heißt. Egal – jedenfalls bin ich saufroh, wenn endlich – nach der 22. Station – mal jemand aufsteht, um dessen Platz ich mich dann mit 95 anderen Personen streiten kann. Während alle um mich herum die Plätze ihrer Vorgänger erst einmal eine halbe Minute abkühlen lassen, schlüpfe ich gleich in die Plastiksitzschale und strecke die Beine aus. Es gibt für einen Kolumbianer wohl nicht Vieles, was ekliger ist, als sich in die warme Sitzkuhle ihres Vorgängers zu setzen. Die Bakterien!

Na ja vielleicht doch: Wenn ich aus dem Suppentopf leckeres „Ajiaco“ probiere und anschließend den gerade von mir abgelutschten Löffel freudig weiter reiche: „Probier‘ du doch mal…“. Ui, da verzieht aber jemand das Gesicht! Die Bakterien!

Im Supermarkt desinfiziert die Kassiererin nach jedem Kunden das Laufband. Wer legt schon gerne seine Brötchen auf den Kondensfleck vom Tiefkühlfisch des Vorgängers? Hm, bei Aldi, Penny, Edeka & Co. würde ich wohl mein Sonnenblumenkernbrot mit Fischaroma dünsten…

Ich erinnere mich an meine Mittagspausen früher: Mal eben an die Currywurstbude nebenan, in der ich im Übrigen selber schon gearbeitet habe. Meine Kollegen bereiten mir mit viel Liebe meine „Mantaplatte“ zu. Wenn ich mit einem Schein bezahle, bekomme ich mein Wechselgeld mit schönen Curry- und Paprikafingerabdrücken zurück, schließlich hat die gleiche Hand gerade noch für den nächsten Kunden die Currywurst aus der Plasteverpackung gepult und klein geschnitten! Für meine kolumbianischen Freunde ist das unvorstellbar. Die Baktierien!

Vielleicht dauert auch dehalb hier so Manches etwas länger. Wenn ich in der Mittagspause Oblea (Oblaten mit Caramelcreme) esse, zieht sich die freundliche Dame am Verkaufsstand erst einmal in aller Ruhe ihre Einmal-Handschuhe an, bevor sie mit ebensoviel Ruhe die Oblaten bestreicht. Nachdem sie mir meinen Snack in die Hand gegeben hat zieht sie – ganz bedächtig – die Handschuhe aus und nimmt mein Geld.

Dazu kaufe ich mir eine Dose Cola. Der Deckel ist immer überzogen mit einer Alufolie und wenn nicht, dann hält die nette Verkäuferin den Dosendeckel unter den Wasserhahn. Macht ihr das etwa nicht? Ihr schleckt also einen Dosenrand ab, der wer weiß von wem schon angefasst wurde und wer weiß wo rumstand? Die Bakterien! Na ja, vielleicht hilft ja auch dagegen ein Hochprozentiger.

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Der Autor:

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