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Der Forrest Gump Kolumbiens

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Als ich das erste Mal in der Zeitung von Gustavo Moncayo lese, muss ich an den Film Forest Gump denken. Eine bewegende Geschichte über einen Mann der läuft und läuft und läuft.

Am 17. Juni verließ Gustavo seinen Heimatort Sandoná im Südwesten Kolumbiens, um zu Fuß in das 800 Kilometer weit entfernte Bogotá zu wandern.

Grund für die abenteuerliche Reise ist sein Sohn, der seit 10 Jahren von den „Fuerzas Armadas Revolucionarias de Colombia“ (Farc) gefangen gehalten wird. Im Dezember 1997 überfällt die Farc eine Kommunikationsstation des Militärs. Zehn Soldaten sterben, vier werden verletzt und achtzehn junge Männer entführt. Darunter auch Pablo Moncayo. 2001 werden 16 Geiseln dieser Gruppe im Austausch gegen 14 inhaftierte kranke Guerilleros der Farc freigelassen. Pablo ist nicht dabei. Er ist somit einer der am längsten gefangen gehaltenen Farc-Geiseln.

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Ende Mai diesen Jahres begannen dann Spekulationen um einen erneuten Gefangenenaustausch. Die Farc fordert die Freilassung von 500 inhaftierten Guerilleros. Im Gegenzug sollen angeblich 56 Geiseln zurück nach Hause können – darunter die ehemalige Präsidentschaftskandidatin Ingrid Betancourt, ihre Assistentin Clara Rojas, 3 Amerikaner und Pablo.

Für die Freilassung von bisher über 100 Guerilleros musste Präsident Uribe einiges an Kritik einstecken. Zum einen, weil im Gegenzug noch keine Geiseln freigelassen wurden zum anderen, weil am 18. Juni eine Gruppe gefangener Abgeordneter erschossen wurde.

„Wir sind müde von so viel Betrug – es sind jetzt fast 10 Jahre vergangen, um die Freiheit der Entführten wieder zu gewinnen.“ sagt Pablos Vater.

Der „caminante de la paz“ (Friedensläufer) ist längst zum nationalen Symbol für eine humane Lösung des Konfliktes geworden. Sein Ziel ist es, Regierung und Farc durch öffentlichen Druck zu einem möglichst baldigen Gefangenenaustausch zu bewegen. Auf seinem langen Fußmarsch sammelt Moncayo Unterschriften für eine gewaltfreie Lösung des Konflikts. Diese will er dem Präsidenten Alvaro Uribe persönlich übergeben und mit ihm über die Situation seines Sohnes und die Schicksale vieler anderer Entführter sprechen.

Seit Gustavo sein zu Hause verlassen hat, ist viel passiert. Zunächst die Nachricht des Todes der 11 Abgeordneten, die ihn in Angst und Schrecken versetzte, aber ihn sicherlich in seiner Mission bestärkte. Kurz darauf bekam die Familie Moncayo dann eine erlösende Nachricht. Die Farc hatte dem arabischen Sender Al-Dschasira Videos von 7 Geiseln, darunter Pablo, zugespielt. Endlich, nach 6 Jahren, erhielt die Familie ein Lebenszeichen von ihrem Sohn.

Mit dieser großen Hoffnung im Rücken und der Unterstützung des ganzen Landes läuft Gustavo und läuft und läuft.

Eine solche Solidarität, wie die zu Gustavo und seiner Familie habe ich bisher noch nicht erlebt. Egal, wo er läuft, in welchem Dorf oder in welcher Stadt er ankommt, wird er gefeiert wie ein Volksheld.

Die Menschen stehen an der Straße, um ihm zuzujubeln, ihm aufmunternde Worte zuzusprechen, ihn zu umarmen und ihm für seinen Einsatz zu danken, denn er tut dies auch für alle anderen Geiseln. Jeden Tag ist ein Bericht über den Friedensläufer in der Zeitung.

Hausfrauen stehen an der Straße bereit mit Speisen und Getränken, die Autos hupen, wenn sie ihn sehen und überall schwenken die Kolumbianer weiße Flaggen.

Ob seine Füße nicht schmerzen, fragt ein Reporter Gustavo. „Ja“ antwortet er „aber der leere Platz am Esstisch schmerzt viel mehr.“ Ärzte rieten ihm nach bereits 8 Tagen ab, weiter zu gehen, aber die Gedanken an seinen Sohn treiben ihn immer weiter und so läuft Gustavo und läuft und läuft.

Und er läuft längst nicht mehr allein, denn schon kurz nach Beginn seiner Reise schlossen sich immer mehr Menschen an. Manche gehen Teilstrecken, manche begleiten ihn bis Bogotá. Darunter sind Familienangehörige von noch Entführten aber auch ehemalige Gefangene aus der Gruppe von Pablo.

Mittlerweile hat Gustavo drei Viertel des Weges hinter sich und nähert sich immer mehr der Haputstadt. Präsident Uribe bestätigte in einem Fernsehinterview, dass er sich mit Gustavo treffen werde, sobald er in Bogota angekommen ist und so läuft Gustavo und läuft und läuft.

Ich denke, Gustavo hat seinen Marsch genau zum richtigen Zeitpunkt angetreten – inmitten der Ereignisse der letzten Wochen ist er zu einer wichtigen Symbolfigur für das Land geworden. Die Solidarität, die die Kolumbianer vor zwei Wochen bei Demonstrationen im ganzen Land und einer Gedenkfeier am Plaza Bolivar zeigten, galt sicherlich auch dem Friedensläufer.

Mittwoch oder Donnerstag wird Gustavo Moncayo in Bogota erwartet. Er kündigte heute an, solange am Plaza Bolivar zu bleiben, bis eine humanitäre Lösung gefunden sei.

Wie es weitergeht kannst du in den news auf der viventura Homepage und unter www.kolumbienblog.com erfahren.

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