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„Mensch, hab ich einen Durst, ich gehe mal eben zur Zapfsäule.“

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Jedes Mal, wenn ich hier durch die Straßen laufe, da warte ich ganz gespannt darauf, dass ich endlich die für mich logischste Aussage überhaupt hören werde:“Mensch, hab ich einen Durst, ich gehe mal eben zur Zapfsäule.“ Logisch, oder? Nicht? Stimmt, für die meisten Menschen auf der Welt ist diese Aussage wohl totaler Quatsch. In Venezuela allerdings würde sie Sinn machen. Der Grund liegt auf der Hand: Wieso soll ich mir einen Liter Wasser für 2800 Bolívares kaufen, wenn doch der Liter Benzin nur 95 Bolivares kostet? Mir geht das nicht in den Kopf, wo in der Welt ist Wasser fast 30 Mal so teuer wie Benzin? Das gibt es doch gar nicht! Doch, gibt es…

Perdon, habe ich etwa vergessen, die Relation in Euro anzugeben? Vielleicht sollte ich es besser lassen, denn nun wird allen Autofahrern in Deutschland das Wasser in die Augen schießen (macht ja nix, in Deutschland kann man auch schon mal ein wenig Wasser verweinen, da ist es ja nicht so teuer). Nun gut, Wasser ist hier eigentlich auch gar nicht so teuer, 2800 Bolívares sind 0,95 Euro. Da fragt sich der aufmerksame Leser doch sicherlich sofort:“Bitte?!?! Was kostet denn dann ein Liter Benzin????“. Nach Adam Riese kostet der Liter Sprit ca. die oben erwähnten 30 Mal weniger. Das machen dann geschlagene 3 Cent pro Liter. Ok, ok, ein klein wenig mehr, aber wir wollen hier nicht oberkorrekt werden. Als ich mir nach den ersten Tagen hier mal bewusst ein Tankstellenschild angesehen habe, da fing ich also direkt an zu rechnen. Würde ich vom viventura Büro in Berlin nach München fahren, mit einem Auto, das im Schnitt acht Liter verbraucht, dann kostete mich das nach venezolanischer Rechnung ca. 1,40 Euro. 580 Kilometer für ca. 1,40 Euro – nicht schlecht Herr Specht. Dafür bekomme ich in Deutschland ein Eis mit genau zwei Kugeln – Erdbeer und Vanille, bitte.

Nun erschließt sich aber auch für mich das venezolanische Straßenbild. Man muss einfach nur Ursachenforschung betreiben, dann gibt es für alles eine sinnvolle Erklärung. Ich erinnere mich an eine Vorlesung in der Uni, in der es darum ging, dass US-amerikanische Autobauer schwere Verluste Anfang der 90er einfuhren, weil sie einfach nicht gemerkt hatten, dass die Nachfrage nach spritsparenden Autos gestiegen war und sie immer noch die dicken Ami-Bomber bauten. Die Ami-Bomber, genau, diese Miami Vice und Kojak-Karren, breit, lang und im Spritverbrauch ein fünfmägiger Dinosaurier. Die fahren nämlich nun nicht mehr in den Staaten rum, sondern hier. Je dicker und breiter, desto besser. Es ist doch echt völlig egal, ob ich für 100 Kilometer jetzt 60 Cent bezahle oder nicht. Billig bleibt billig und deswegen ist in Venezuela Ami-Schlitten-Party angesagt.

Super, denkt man jetzt, das fände ich bei uns auch klasse. Doch, wie immer, hat jede Medaille zwei Seiten. Zwar ist der Benzinpreis günstig und viele Leute können es sich so erlauben, vom Haus zum Briefkasten zu fahren, doch dementsprechend sehen die Straßen aus. Da hat man fast den Eindruck, es gibt so viele Autos vor einer roten Ampel wie Studenten bei IKEA an der Kasse beim Midsommerverkauf. Zu den Stoßzeiten am Morgen und am Abend braucht man für eine normaler Weise 20-minütige Strecke eineinhalb Stunden. Das durfte ich letzte Woche am eigenen Leibe erfahren. Die Straßen sind voll bis obenhin. Derartige Automassen fördern natürlich auch ganz besonders die frische Luft… Beim Joggen zwischen den Automassen hat man das Gefühl, man hätte eine Zementfabrik gefrühstückt. Rad Fahren ist auch eher ein Spiel zwischen Leben und Krankenhaus, kein Wunder, wenn es so viele Autos gibt.

Kein Wunder ebenso, dass eben keiner läuft oder Rad fährt – die Bequemlichkeit und der nachgeworfene Treibstoff siegen. An der Tanke kann man sich dann auch gleich den horrend teuren Liter Wasser kaufen. So stimmt die Überschrift ja doch:“Mensch, hab ich einen Durst, ich fahre mal eben zur Zapfsäule.“

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