Südamerika Reisen mit viventura
030 6167558-0

wochentags 9-22 Uhr
Sprechen Sie mit einem Spezialisten

Fällt uns der Himmel auf den Kopf? – Asterix und die bolivianische Politik

0 Flares 0 Flares ×

Am Dienstag den 22.08 starteten unsere bolivianischen Herren und Damen Abgeordneten mitten in einer Sitzung eine handfeste, filmreife Prügelei. Wahrscheinlich wurden diese Bilder international von jeder größeren Fernsehstation übertragen und helfen die Welt uns Bolivianer weiterhin für ein aufmüpfiges, kleines, streitsüchtiges Volk zu halten … nun ja, mich erinnerte der parlamentarische Boxkampf letzte Woche fatal an eine der berühmten Rangeleien im Dorf von Asterix und Obelix am Beginn von jedem ihrer Abenteuer.

Daran könnte was sein…Je länger ich mir unsere Tagespolitik anschaue entdecke ich (selbst großer Asterix Fan) Übereinstimmungen zwischen dem Verhalten unserer gewählten Volksvertreter und dem der Bewohner des kleinen gallischen Dorfes.

Gut, in Bolivien sind wir nicht umzingelt von Römerlager wie Aquarium oder Kleinbonum und haben auch keinen weisen Druiden der uns einen Zaubertrank braut mit dessen Hilfe wir unsere Schwierigkeiten lösen können (schön wär’s) aber es fällt schon auf dass wir, wie auch die Comic-Gallier, scheinbar zu permanentem internen Streit neigen und darüber vergessen dass wir nicht alleine auf dem Kontinent sind.

Hier geht der Artikel weiter

Andererseits ist die aktuelle politische Situation in Bolivien wirklich spannend bis zum zerreißen: Die ungerechte Verteilung der Einkommen in der Bevölkerung, die Nutzung der natürlichen Ressourcen, die Verteilung und Nutzung der Agrarflächen und die Teilnahme der verarmten indigenen Mehrheit an politischen Entscheidungen sollen bis Dezember 2008 in eine neue Verfassung Eingang finden. Die Zeit ist knapp bemessen und die Parteien die dieses Thema in der in Sucre tagenden verfassungsgebenden Versammlung verhandeln finden nur schwer den Weg zu einem Konsens der eine gesunde, gut ausgehandelte Verfassung garantiert.

So sind gerade Hoch- gegen Tiefland im Konflikt, die städtische Mittelklasse gegen indigene Gemeinschaften, Präfekturen gegen Zentralregierung…
Hinter diesen Gegensätzen stehen sich zwei Ansätze gegenüber: Einer verfolgt eine gerechtere Verteilung des Reichtums und der Macht, auch wenn dies wirtschaftlich und institutionell einen hohen Preis bedeuten könnte. Der andere verteidigt jene Gesetze und Politiken die eine Reichtumsakkumulation erlauben und die garantierten dass dieser Reichtum nicht leicht verteilt wird. Dies ist der eigentliche Kampf, der einen Konsens verhindert. Dabei sind sich alle bewusst dass nur im Verhandeln eine befriedigende Lösung existiert, denn keine der beiden Parteien ist in der Lage ihren Gegner vollständig zu besiegen.

Fast in jedem Asterix – Heft gibt es die Szene in welcher der Fischhändler dem Schmied ein Fisch klatschend um die Ohren schlägt und so eine Massenkeilerei auslöst… Nun, fast bei jedem Thema der gerade in der verfassungsgebenden Versammlung oder im Parlament verhandelt wird kochen bei uns die Leidenschaften hoch und bei mehr als einer Gelegenheit war man kurz davor sich – bildlich – den Fisch um die Ohren zu hauen. Dass es am Dienstag nun geschah ist schade, beschämend und bedauerlich. Aber vor nicht mal 5 Jahren gab es wegen ebendiesen Themen fast einen Bürgerkrieg und der “boliviano de a pie“ der Bürger auf der Strasse sieht es lieber wenn die Schlachten im Parlament toben – wo sie auch hin gehören – als in seinem Dorf oder Stadtviertel.

Evo Morales, unser Präsident, ähnelt nun langsam Troubadix: Seine radikalen Aussagen überlagern viel zu oft die Tonlage die ein Staatsmann beibehalten sollte und wie der unverstandene Barde, sonst ein netter Zeitgenosse, bringt er mit seiner schrillen Musik die Leute übermäßig gegen sich auf.

Das Volk selber ähnelt die beiden Gallier Asterix und Obelix, ähnlich gutmütig, dem Essen und Trinken zugeneigt, aber stolz und leicht reizbar. Die bolivianische Gesellschaft ist schon immer sehr organisiert und politisch aktiv gewesen und hat auch ein gutes Gespür für Ungerechtigkeiten entwickelt. Die Wirren der Jahre 2000 – 2003, viel explosiver als die Situation heutzutage, wurden im Frieden und im Einklang mit den Gesetzen gelöst. Aus dieser Erfahrung lebt die Hoffnung dass wir die jetzige politische Diskussion trotz aller Schwierigkeiten auch zu einen friedlichen Ende bringen werden.

Auch das sollte, letztendlich, die gallische Dorfgemeinschaft mit den Bewohnern dieses schönen, aufregenden Landes gemeinsam haben. Das glückliche Fest aller Dorfbewohner an der gemeinsamen Tafel am Ende eines jeden Abenteuers.

Share Button

Wir freuen uns auf Ihre Kommentare

Der Autor:

Viventura Reisen

viventura
viventura ist dein Spezialist für Rundreisen in Südamerika und bietet innovative Abenteuerreisen zu einem top Preis-Leistungs-Verhältnis. Dank einem Direktvertrieb und den exklusiven Büros vor ... weiterlesen

Folgen Sie uns!

Suche

Unsere bestbewertete Reise:

Peru Bolivien

Tweets von @viventura_de

viExplorer

Peru Bolivien Chile

24 Tage, inkl. Flüge
3 Länder, Machu Picchu & Salzwüste
  • 3 Metropolen: Lima, La Paz, Santiago
  • Auf Inkapfaden nach Machu Picchu
  • Übernachtung bei Bauern am Titicacasee
  • Uyuni: Die größte Salzwüste der Erde

ab 4099 EUR