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Bolivien: Großmutter auf Zeit

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Am Ende meines Beruflebens als Bibliothekarin, als die Rente schon absehbar war, suchte ich nach etwas Neuem, das gleichzeitig für andere nützlich sein könnte.

Im Internet, auf den viSozial-Seiten von viventura fand ich die Berichte von Freiwilligen in Südamerika – allerdings waren sie alle von Menschen bis ca. 30 Jahre geschrieben. Deshalb fragte ich erst ‚mal bescheiden an, ob ich auch als 63jährige Rentnerin mitarbeiten könnte. Die Antwort war positiv und im Projekt Luz de Esperanza in El Alto fehlte eine Großmutter – eine Abuela.

So machte ich mich im Dezember 2006 auf nach Bolivien, nach La Paz, nach El Alto. Hier, in 4100m Höhe, lebt auf 5 Hektar Land meine neue Familie: Ehemalige Straßenkinder im Alter von 10 bis 25 Jahren haben an diesem Ort ihr Zuhause gefunden, das vor 7 Jahren auf Anregung und mit Hilfe von Hermana Doris, einer Ordensfrau, gegründet wurde. Das beeindruckende an dem Projekt ist, dass die Chicos, welche oft aus zerrütteten Familienverhältnissen kommen, mit Obdachlosigkeit, Armut, Gewalt, Alkoholismus und Drogenkonsum zu kämpfen hatten, ihr Leben weitgehend selbst organisieren. Sie haben Häuser gebaut, es gibt eine Werkstatt, eine Schneiderei, natürlich auch eine große Essküche und Toiletten. Sie gehen einkaufen, kochen, reinigen ihre Zimmer, waschen ihre Wäsche selbst. Sie gehen zur Schule, einige besuchen sogar die Universität!

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Ich wohne im Projekt in einer kleinen Kammer und kann immer präsent sein, wenn die Jungen mich brauchen, beim Essen zubereiten, beim Spielen, beim Zuhören, beim Trösten, bei der Hilfe bei den Hausaufgaben. Eben wie eine richtige Großmutter, die sie in der Regel ebenso wenig kennen lernen konnten wie normale, intakte Familienbeziehungen.
Das Leben hier oben in der Kälte war schon etwas hart und gewöhnungsbedürftig für mich, aber ich habe sehr viel von der Liebe, die ich geben konnte, von den Jungen zurückbekommen. Das hat mir den Abschied nach 5 Monaten – ich war fast die ganze Zeit erkältet und hatte auch Probleme mit der Höhe – schwer gemacht. Ich brauchte eine Auszeit und war dann 5 Monate in Deutschland, bis ich im Oktober noch einmal hierher gefahren bin.

In Deutschland hatte ich die Möglichkeit, viel von meiner Zeit im Projekt zu erzählen und auch, wie ich Land und Leute erlebt habe. Nicht aus der Perspektive einer Touristin, sondern ein bisschen wie eine, die hier lebte (natürlich immer mit der Option, wieder nach Deutschland zurückkehren zu können). Viele Menschen aus meinem Umkreis, Verwandte, Freunde, ehemalige KollegInnen, Nachbarn waren sehr interessiert daran, von den Schicksalen und dem Leben „meiner“ Jungen zu erfahren und sehr bereit, das Projekt direkt mit Spenden zu unterstützen. So war es eine große Freude für mich, das Geld selbst hierher bringen zu können und unmittelbar in das umzusetzen, was gebraucht wurde: Turnschuhe, Unterwäsche, Lebensmittel, Kühlschrank, Tische, ein Keyboard (die Jungen sind sehr musikinteressiert), Geld für Computerkurse, einen Laptop, Geld für Arztbesuche und vieles, vieles mehr. Auch gehörten solche für sie sonst unmöglichen – weil zu teuren – Besuche im Schwimmbad oder im Restaurant dazu.

Im Dezember werde ich wieder nach Deutschland zurückkehren, mit etwas schwerem Herzen, aber eine Großmutter ist normalerweise auch nicht immer bei ihrer Familie. Ich hoffe, dass ich nicht das letzte Mal hier gewesen bin und kann den vielen rüstigen Reiserentnern, die ich zum Teil hier erlebt habe, nur Mut machen, ihre Kraft, Zeit und Geld vielleicht auch einmal in ein ähnliches Altersabenteuer zu investieren.

Monika Machnik – zur Zeit in Bolivien als freiwillige Helferin

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