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Chile: Patagonien, Staudämme und Naturschutz

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Vor ein Paar Wochen hat sich Chiles Innenminister Edmundo Perez Yoma in einen Interview auf die Seite von ENDESA und COLBUN gestellt und die Wasserkraftprojekte dieser Konzerne in Patagonien als beschlossene Sache erklärt.

Es sind an den wasserreichsten Flüssen im Norden Patagoniens fünf große Talsperren geplant, mit einer Überflutungsfläche von mehreren tausend Hektar. Dies in einer Gegend, in welcher Großteile des noch erhaltenen chilenischen Urwalds liegen. Das Gebiet um die Flüsse Baker, Simpson und Neef gehört zu den unberührtesten Landschaften weltweit.

Sofort kam Kritik auf, nicht nur aus den Reihen der Umweltschützer, die die Aussagen des Ministers als höchst brisant und am Rande der Illegalität bezeichneten, da die Projekte noch keine Umweltprüfung von Seiten der Nationalen Umweltbehörde CONAMA bestanden haben, sondern auch von der Opposition, die so eine Aussage von einem Regierungsvertreter als inakzeptabel bezeichnetet.

Damit ist zum ersten Mal öffentlich gesagt worden, was man leicht ahnen kann. Die Energiekrise in Chile (das Land kann nicht mit eigenen Energiequellen den ständig steigenden Energiebedarf decken) zwingt die Regierung Lösungen zu präsentieren, oder die Lösungen, welche die Energiekonzerne vorschlagen, anzunehmen. Da die großen Energiekonzerne seit Ende der 80er Jahre Rechte an den Wasserreichsten Flüsse des Landes besitzen und bereits durchgerechnete Wasserkraft-Großprojekte vorzeigen können, scheint es für die unter Druck geratene Regierung der leichteste Weg Fortschritte in der Energiepolitik vorzeigen zu können.

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Die Gegner der Wasserkraft Projekte aber, haben zusammen mit Bürgerinitiativen der betroffenen Gebiete Patagoniens die Organisation „Consejo de Defensa de la Patagonia“ gegründet. Bekannteste Mitglieder sind der Milliardär Douglas Tompkins und die Senatorin Sara Larrain, eine der ersten Politiker die sich offen für den Umweltschutz in Chile einsetzt. Die Organisation nutzt aufwendige Marketing Strategien, um die Öffentlichkeit auf die Situation in Nordpatagonien aufmerksam zu machen. Auf dem Weg zum Internationalen Flughafen in Santiago kann man heute neben Reklame für Autos, Parfüm oder Sofort-Kredite seit einen halben Jahr auch riesige Fotomontagen der bekanntesten Postkarten Motive Patagoniens – durch Hochspannungsleitungen durchkreuzt- sehen. Darunter der Slogan der Bewegung: „Patagonia sin Represas“ (Patagonien ohne Staudämme).

Es ist abzuwarten welche Gegen-Taktik jetzt die Stromkonzerne verfolgen werden. Mitte Februar war Julia Roberts für ein Paar Tage Gast von Douglas Tompkins im Pumalin Park in Nordpatagonien, sie soll aktiv die Umweltbewegung unterstützen. Es ist klar, wenn die Umweltschützer in den Medien an Terrain gewinnen wird es für die Regierung immer schwieriger sein, die Wasserkraftwerke als Teil einer nachhaltigen Energiepolitik zu verkaufen. Auch im Angesicht des riesigen Potentials an erneuerbaren Energien die das Land besitzt. Die Atacama-Wüste ist eine der Regionen mit der höchsten Sonneneinstrahlung des Planeten. Die andere Möglichkeit in absehbarer Zeit den Energiebedarf im Land decken zu können wäre eine Einigung mit Bolivien und Argentinien, um die Erdgaslieferungen aus Bolivien zu ermöglichen. Bolivien, zweitgrößter Erdgasproduzent des Kontinents, ist aber nicht bereit den Rohstoff an Chile zu liefern, bevor Chile Bolivien nicht einen Zugang zum Pazifik ermöglicht. Da die Beziehungen zwischen beiden Ländern aber gerade sehr gut sind, wäre eine Einwilligung Boliviens zum Erdgasexport nach Chile auch ohne Pazifik Zugang denkbar. Dies würde viel politische Arbeit bedeuten, und die Regierungsperiode ist schon über die Hälfte aufgebraucht.

In den letzten Tagen gab es Engpässe in der Stromversorgung Santiago de Chiles. Und schon jetzt ist es sicher dass Argentinien den kommenden Winter über nicht die vereinbarten Erdgas-Mengen an Chile liefern werden kann. Diese Fakten machen Bevölkerung und Industrie sehr nervös und könnten letztendlich dazu führen, dass die Öffentlichkeit sich auf der Seite der Wasserkraftnutzung in Patagonien stellt. Das Argument, die Projekte seien unbedingt erforderlich um die aktuelle Energiekrise zu überwinden ist aber nicht real, wenn man in Betracht zieht, dass die ersten Talsperren frühestens 2015 fertig gebaut sein würden.

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