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Peru: Vom Land in die Stadt – ein Bericht vom Titicacasee

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In Puno am Titicacasee treffe ich mich mit Ana Maria Pacompia Givera. Sie erzählt mir von dem drastischen Lebenswandel, den sie in ihren jungen Jahren erlebt hat. Ana ist die Tochter von Emiliano, dem Bürgermeister der Gemeinde Chifron auf der Halbinsel Capachica. Seit einigen Jahren besuchen die viventura-Gruppen auf den Peru-Reisen diese Gemeinde, um einen Einblick in das harte Leben am Titicacasee zu bekommen. Chifron ist eine Gemeinde mit ungefähr 50 Familien, die hauptsächlich vom Fischfang und der Landwirtschaft leben.

Ana, liebevoll Anita genannt, ist 17 Jahre alt und sehr schüchtern. Sie hat ihr ganzes Leben auf dem Land in Chifron verbracht und musste schon von Kind an ihre Familie bei der schweren Feldarbeit unterstützen. Strom und fließend Wasser gibt es erst seit kurzem in der Gemeinde. Dennoch kann sich Anita zu den glücklichen Mädchen von Capachica zählen, denn sie hatte die Möglichkeit, die Grund- und weiterführende Schule zu besuchen. Sie war immer eine fleißige Schülerin und bekam daher auch nur gute Noten.

Durch den Kontakt mit den viventura-Gruppen in Chifron animiert, begann Ana in der 9. Klasse von einer Ausbildung zum Tourismus-Guide für die Region Titicacasee zu träumen. Doch wie sollte das finanziell möglich sein? Wer sollte die Studiengebühren, das Lehrmaterial oder die Unterkunft bezahlen? Denn dazu musste sie ihr Dorf und ihre Familie verlassen und in die nahe gelegene Stadt Puno ziehen.

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Ihr Vater hatte ihr schon als kleines Mädchen klar gemacht, dass er nur bis zum Ende der Schule für sie finanziell aufkommen würde und dass sie in Capachica bleiben solle. Daher behielt Anita ihrem Traum vom Tourismus-Studium für sich und sprach nicht einmal mit ihrer Schwester Luz Maria darüber. Luz Maria ist bereits von zu Hause ausgezogen und lebt in Puno – ungefähr drei Stunden von Chifron entfernt – falls der öffentliche Bus fährt. Als die Schwester Anita eines Tages fragt, was sie in Zukunft machen wolle, bleibt Anita aus Angst vor Vorwürfen schweigsam. Was wird ihre Schwester wohl sagen, wenn sie von ihrem „Traum“ erfährt? Daher war die Überraschung umso größer, als Luz Maria bei einem Besuch erzählte, dass sie Anita am Institut für Tourismus eingeschrieben hatte.

Anita konnte bei Miguel und Mary, den Besitzern einer Partneragentur in Puno von viventura, kostenlos wohnen. Im Gegenzug hilft Anita im Haushalt mit.

Ihre typische Tracht tauschte sie gegen Jeans und Pulli ein, das ruhige Landleben gegen das stressige Stadtleben, die eigene Familie gegen eine Ersatzfamilie. Es war eine große Umstellung für die 17jährige, viele Dinge musste sie ganz neu lernen, z.B. hatte sie bisher noch nie an einem Computer gearbeitet, aber dafür kann sie nun auch z.B. den Luxus einer heißen Dusche genießen. Ihr Leben hat eine drastische Wende genommen. Ana ist sehr dankbar für diese Änderung und die Möglichkeit, etwas aus ihrem Leben machen zu können.
In ihrer Freizeit spielt Anita gerne mit Freunden Volleyball. Außerdem lernt sie nun Englisch, Französisch und Deutsch. Da sie bereits zwei Sprachen (Spanisch und Quechua) spricht, fällt ihr das Lernen neuer Sprachen leicht. Zudem hat sie die Chance bekommen, nachmittags ein Praktikum in der Partneragentur von viventura zu machen. Das gefällt ihr sehr gut, da sie hier die gelernten Tourismus-Kenntnisse gleich anwenden und auch vertiefen kann. So oft es geht, liest Anita Texte über den Tourismus, um sich weiterzubilden. Sie möchte die Gegend um Puno noch besser kennen lernen, möchte die Geschichte, Bräuche und Traditionen der einzelnen Regionen entdecken.

Als ich sie frage, ob sie wieder nach Chifron zurück möchte, bekommt sie einen ernsten Gesichtsausdruck. Sie sagt, dass sie ihre Eltern, Geschwister, das ruhige Leben, den Strand des Titicacasees und auch die Tiere vermisst. Sie sei stolz auf ihre Herkunft, stolz darauf eine Capachiqueña (ein Mädchen aus Capachica) zu sein. Daher möchte sie eines Tages auf die Halbinsel zurückkehren. Als erstes möchte sie sich dann für den Umweltschutz in ihrem Dorf einsetzen. Sie möchte den Bewohnern erklären, wie wichtig unsere Umwelt ist und wie man sie bewahren kann. Außerdem möchte sie versuchen, die ärmeren Kinder des Dorfes bei der Schulbildung zu unterstützen, denn jeder hat ein Recht auf Bildung. Anita hat noch viel vor.

Für ihre Zukunft hat sich Anita vorgenommen, ein Aufbaustudium im Fach Wirtschaft zu machen. Sie möchte ihre Familie finanziell unterstützen, damit sich irgendwann auch deren Wünsche erfüllen.

Während unseres Gespräches drückt Anita immer wieder ihre Dankbarkeit aus. Der Dank gilt ihrer Schwester, ohne die sie vielleicht nie den ersten Schritt in ein neues Leben gewagt hätte, Miguel und Mary, die sie so liebevoll aufgenommen haben und an die Agentur, in der sie momentan ein Praktikum macht.

Sonia Ramos – Arequipa, Peru und Sarah Rommel – Arequipa, Peru

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