Eine neue Epoche?

Von viventura s 19.08.03 12:00

Präsident Néstor Kirchner, vorhergehender Gouverneur der südlichen ölreichen Provinz Santa Cruz in Patagonien, war der überraschende Gewinner in den letzten argentinischen Präsidentenwahlen letzten Mai. Er ist Rechtsanwalt von Beruf und Teil einer neuen Generation der nationalistischen Peronisten. Wegen seines offenen Regierungsstil hat er sich sein Amt schnell eingerichtet. In drei Monaten hat Kirchner vieles bereist: in seinem Land (wo die Arbeitslosigkeit bei 24% steht) hat er mit seiner populistischen Rhetorik Streikleiter angesprochen; dem Ausland brachte er Beruhigung über Argentiniens Auslandverschuldung. Die größten Herausforderungen für ihn sind aber immer noch die gebeutelte Wirtschaft und die steigende Kriminalitätsraten in den großen Städten

Auf der finanziellen Seite muss Herr Kirchner die Wirtschaftsflaute, die endemische Steuervermeidung und die Korruption innerhalb regionaler und nationaler Regierung bekämpfen. Herr Kirchner hat es zu seiner Verpflichtung gemacht, Argentiniens tiefste Verletzungen zu heilen. Er versprach umfassende Untersuchungen der ungelösten Verbrechen während der militärischen Diktaturen und den antisemitischen Bombenangriffen in den 90er Jahren. Bis jetzt wurde noch niemand dafür verurteilt.

Die kommenden Wochen werden kritisch für Kirchner. Er muss sich einen guten Ruf bei der Bevölkerung machen und beweisen, dass er Argentinien zurück zu den Tagen des nationalen Stolzes führen kann.

Tags: Patagonien

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