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Santiago – eine Stadt deckt sich im Winter zu

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Jedes Jahr das Gleiche in den Medien: Bilder von weinenden Kindern mit Gasmasken, in Straßeninterviews empörte Passanten und betroffene Politiker, die Besserung versprechen. Wenn man in den chilenischen Wintermonaten, also von Mai bis August, sich bspw. nach einer langen Transatlantiküberquerung im Landeanflug auf Santiago befindet, kennt man den Grund: Die Stadt ist dann unter einer dicken Smog-Schicht zumeist kaum auszumachen.

Zwar schießt Santiago im Vergleich zu anderen südamerikanischen Großstädten nicht mehr Schadstoffe in die Luft, doch der entscheidende Unterschied ist die geographische Lage: Die Stadt ist eingeschlossen von der Küstengebirge und den mächtigen Anden, die einen Ring um die Stadt bilden. Während der winterlichen Tiefdruck-Monate sammelt sich der Smog so über der Stadt und kann sich nicht wie anderswo bis zum Horizont unbemerkt zerstreuen.
Sogar die ersten Spanier, die sich in dem schönen Tal des Río Mapocho niederließen, schimpften bereits über den Staub und Dreck in der Luft, der ihnen das tägliche Leben erschwerte.

Heute sind dafür zusätzlich die Abgase der Industrie und der Fahrzeuge verantwortlich. An den schlimmsten Tagen wird dann an den Schulen der Sportunterricht verboten und schwangere sowie ältere Frauen werden angehalten, das Haus nicht zu verlassen. Über das Fernsehen werden täglich Nummern bekannt gegeben – die Endzahlen von Nummernschildern. Entsprechend dürfen dann neben den generell zugelassenen Wagen mit Katalysator nur bestimmte Autos auf die Straße.

Die Industrie wird von Beschränkungen weitestgehend verschont. Allein Fabriken mit den größten Gasausstößen und der schlechtesten Lobby werden zeitweise still gelegt und Unternehmen, die mit natürlichem Gas produzieren, subventioniert.

Doch mit Recht meinen Viele, dass somit das Problem nicht gelöst wird, und fordern radikalere Maßnahmen. Neben Vorschlägen wie den Handel mit Emissionsrechten einzuführen kursieren auch abenteuerliche Ideen, die natürlich bei keiner Stammtischdiskussion fehlen. Immer wieder wird dann der Bau eines riesigen Ventilators zu Sprache gebracht, der die Abgase einfach aus dem Kessel pusten soll. Für einen Abzug könnte nach den Plänen eines japanischen Ingenieurs auch die Sprengung eines Andengipfels sorgen.

Bis es zu einschneidenden Maßnahmen kommt, sollten noch leichter umsetzbare Ansätze auf dem Tagesplan der öffentlichen Hand stehen: Auch heute fahren noch täglich 16.000 Verkehrsbusse gleichzeitig auf den Straßen der Metropole. Selbst ein Kurzbesucher der Stadt wundert sich über den nicht enden wollenden Aufmarsch der markant gelben Busse am Plaza de Italia, Hauptverkehrskontenpunkt der Stadt. Wenn noch nicht einmal solch offensichtliche, verkehrslogistische Probleme durch die Stadt entscheidend geregelt werden, können Fernsehsender und Zeitungen auch in kommenden Jahren die gleichen Bilder von weinenden Kindern, empörten Passanten und betroffenen Politikern zeigen.

Hendrik Moorahrend – Arequipa, Peru

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