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100 Jahre Friedensvertrag Chile – Bolivien

02. Nov 2004Allgemein 0 Kommentare

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Der Krieg von 1879 zwischen Chile, Bolivien und Peru hat bis heute negative Folgen für die Integration der Region. Die Gründe für den Konflikt, bei dem Bolivien seinen Zugang zum Pazifik und Peru die Provinz Tarapacá an Chile verloren, sind immer noch Anlass zu diplomatischen Spannungen zwischen den drei Ländern.

Man sagt, dass an dem sogenannten „Salpeter-Krieg“ (in der Region gibt es Salpeter, aus dem Nitrat gewonnen wurde, was für die Herstellung von Schiesspulver wichtig war) eigentlich Seevögel schuld sind. Denn es ging auch um Guano, und um die Rechte und Konditionen bei der Förderung des als Düngemittel eingesetzten Rohstoffes. Gegen Ende des 19. Jahrhunderts galt Guano als sehr wertvoller Rohstoff, welcher eigentlich nichts weiter als Seevogel-Kot ist, der über Jahrtausende an der Pazifischen Küste „natürlich“ angelagert wurde.

Vom fossilen Kot aus Südamerika hing ein Großteil der Landwirtschaft in Europa ab, und so waren große wirtschaftliche Interessen im Spiel. Englisch-chilenische Firmen bauten auf bolivianischem Territorium Guano in großen Mengen ab, unter Einsatz von tausenden, meist chinesischen Arbeitern, und verschifften die Produktion nach Europa. Damals waren so viele Guano-Frachter im Einsatz, dass in den Buchten von Tocopilla und Mejillones (heute fast verlassen) die Schiffe kaum noch Platz fanden.

Als Bolivien 1879 Steuern auf den Abbau erheben wollte, besetzte Chile die Territorien, angeblich um die Interessen der chilenischen Firmen zu schützen. Peru, das ein geheimes Schutzabkommen mit Bolivien hatte, kam den Bolivianern zur Hilfe und erklärte Chile den Krieg. Der Guano-Krieg in der Atacama Wüste war für die beteiligten Armeen eine surreale Angelegenheit. Chilenische Soldaten aus dem dicht bewaldeten Süden des Landes fanden sich plözlich in der Atacama Wüste und irrten oft monatelang herum, auf der Suche nach dem Feind, den sie oft nie zu Gesicht bekamen. Die winzigen Flotten Perus und Chiles suchten sich in den Weiten des Pazifiks und aus den kurzen Seeschlachten, deren Ausgang mehr vom Seegang als von den Seeleuten beeinflusst wurde, wurden Heldensagen, die bis heute die Geschichtsbücher Perus und Chiles füllen.

Nach 5 Jahren Krieg hatte Bolivien die gesamte Provinz Litoral verloren und die chilenische Armee war bis Lima gekommen. 1883 war der Krieg mit dem Vertrag von Ancón zu Ende, aber erst 1904 wurde der sogenannte „Friedens- und Freundschaftsvertrag“ unterschrieben. Heute trägt Bolivien auf allen internationalen Bühnen seine Argumente vor, um von Chile einen Zugang zur Küste zu bekommen. Chile blockt mit Hinweis auf den Friedensvertrag von 1904 ab, und Peru verlangt die endgültige Klärung maritimer Grenzen mit Chile.

Mathias Sivila – Santiago, Chile

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