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Bolivien: Kollas gegen Cambas

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Bolivien ist ein großes Land, vier Mal so groß wie Deutschland, mit nur knapp über acht Mio Einwohnern. Es ist ein schönes, landschaftlich vielfältiges und sehr reizvolles Land, in dem es schneebedeckte Berge gibt, heiße subtropische Zonen, den riesigen Titicacasee und die weißen, ewig weiten Flächen der größten Salzwüste der Welt. Doch ist Bolivien nicht nur in Sachen Natur sehr unterschiedlich, sondern auch in seiner nicht ganz homogenen Bevölkerung.

Schon seit den 80er Jahren gibt es einen großen Konflikt zwischen zwei Bevölkerungsgruppen, den „Kollas“ und „Cambas“. Die zwei Gruppen unterscheiden sich nicht nur in der Herkunft. Die „Kollas“ leben auf der Hochebene, dem Altiplano, rund um La Paz, und die „Cambas“ im tropisch heißen Tiefland rund um Santa Cruz. Sie unterscheiden sich vor allem in ihrer Lebensweise und den Lebensverhältnissen. Die „Kollas“ leben noch sehr traditionsbewusst, arbeiten hart und folgen ihren konservativen Regeln und Bräuchen. Sie kommen aus einfachen Verhältnissen. Dagegen gelten die „Cambas“ als modernes, sorgloses und lebensfrohes Volk. Bei 1000 Höhenmetern verläuft ungefähr die Armutsgrenze. Was darüber liegt ist reich an Menschen und bettelarm, das Gebiet der „Kollas“ also. Das Tiefland hingegen, Heimat der „Cambas“, ist dünnbesiedelt, jedoch reich an Ressourcen wie Öl und Korn. Für die „Kollas“ und „Cambas“ sind diese Unterschiede ein Grund sich gegenseitig zu diskriminieren. Dieser Regionalismus reicht von Witzen (à la Ostfriesenwitze in Deutschland) bis hin zu politisch ernsthaften Konflikten, die vor allem aus finanziellen Gründen herrühren.

So spitzten sich auch die Konflikte zwischen beiden Bevölkerungsgruppen aus La Paz und Santa Cruz in den letzten Wochen wieder zu. Santa Cruz, das reichste Bundesland Boliviens, Land der „Cambas“, reich an Bodenschätzen, mit einer florierenden Wirtschaft, die circa ein Drittel des BIP erwirtschaftet, erachtet es als ungerecht, dass die meisten Steuergelder an das arme Hochland um die Gegend von La Paz, Regierungssitz und Heimat der „Kollas“ fließen. Die „Cambas“ verlangen mehr Autorität und Mitbestimmung. So verlieh die südöstliche Provinz Santa Cruz ihrer Forderung nach Autonomie weiterhin Nachdruck. Vertreter der größten und reichsten bolivianischen Provinz leiteten in einer Bürgerversammlung Ende Januar in Santa Cruz den Weg zur Autonomie ein. Anführer der Autonomiebewegung ist der Unternehmer Ruben Costas. Dieser wird von den Einwohnern Santa Cruz in seiner Forderung, dem Zentralismus des Andenstaates ein Ende zu setzen, stark unterstützt. Der Autonomiedrang der „Camba“-Provinzen (Santa Cruz und Tarija) ist gesetzeswidrig; Präsident Carlos Mesa will das Thema erst in der zweiten Jahreshälfte in einer verfassungsgebenden Versammlung diskutieren und möchte natürlich das Auseinanderbrechen Boliviens verhindern.

Iris Wied, Rebecca Widdess – Arequipa, Peru

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