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Der neue Papst: Stimmen aus Südamerika

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Hier in Peru im Rahmen der Sozialprojekte arbeiten wir in Arequipa unter anderem mit Luz Dary zusammen und in Bolivien mit Pater Lutz. Beide habe ich zum neuen Papst befragt und sie haben mir eine kurze Stellungnahme dazu gegeben.

Luz Dary kommt ursprünglich aus Kolumbien. Seit 11 Jahren lebt und wirkt sie in Peru und 8 Jahre davon in Arequipa. Sie hat ihr Leben den Armen und vor allem armen Kindern gewidmet und arbeitet schon seit ihrer Jugend in der Organisation MVC (Movimiento de Vida Cristiana), einem katholischen Verein, der inzwischen schon in vielen Ländern versucht, den besonders armen Menschen unter die Arme zu greifen, vor allem mit Hilfe aus Europa. Jedes Jahr fährt sie aber nach Hause nach Kolumbien, um ihre Familie zu besuchen und ist sehr glücklich, diese Art von Leben gewählt zu haben. Zusammen mit Luz Dary und dem MVC unterstützen wir zum Beispiel die Schule Juan Apostol in Villa Cerrillos, Arequipa, Kindergärten, Altenheim, Großküche, Krankenstation usw.

Hier ein Ausschnitt aus meinem Interview mit Luz Dary:

Dani: „Was sagst Du zu dem neuen Papst?“

Luz: „Ich bin sehr froh, dass er der neue Papst ist. Ich habe schon früher viel von ihm gelesen und er spricht mir sozusagen aus der Seele. So wie er den Glauben beschreibt, so fühle ich auch und mit seinen Büchern hat er mich in meinem Glauben bestärkt.

Dani: „Dann findest Du ihn sympathisch und hast Vertrauen zu ihm, dass er es gut machen wird?“

Luz: „Er ist ein ruhiger, schüchterner Mensch, aber ein Mann Gottes. Er strahlt diese Ruhe und auch Intelligenz aus, die einem Sicherheit gibt. Es scheint mir, dass er ein großes und offenes Herz hat und zudem Verstand und Intelligenz. Das ist sehr wichtig, um die katholische Kirche und die Menschen zu führen.“

Dani: „Was denkst Du wird er anders machen als Papst Johannes Paul II?“

Luz: „Ich glaube er kann uns Hoffnung geben und wird viele Überraschungen für uns bereit halten. Er hat ja schon viele Jahre als enger Vertrauter des Papstes gewirkt und hat viel für die Kirche getan. Den Glauben weiter zu verteidigen wird nicht leicht sein, aber das wird es sich zum Ziel setzen. Ganz nach Tolstois Aussage: „Wenn Gott nicht existiert, ist alles erlaubt“ wird er dafür sorgen, dass die Menschen wieder glauben, hoffen und auf Gott vertrauen.

Dani: „Hattest Du einen anderen Favoriten? Hättest Du gedacht, dass es ein Deutscher werden wird?“

Luz: „Die Wahl trifft Gott. Und alle wußten es als sie den Raum betraten. Plötzlich war allen klar: Er ist es. Er selbst hat gebetet, dass er nicht der Ausgewählte ist, da er doch schon gebrechlich und älter ist als seine Kollegen. Aber Gott hat ihn mit einem bestimmten Grund ausgewählt. Zum einen war der Freund von Johannes Paul II und zum anderen versteht er die Probleme der Kirche und der Welt, nachdem er schon lange für die Kirche arbeitet.

Dani: „Du hast ja vor nach Deutschland, nach Köln zu reisen, um am Weltjugendtag teilzunehmen. Wirst Du auch nach Rom fahren?“

Luz: „Natürlich! Wenn ich schon über den großen Ozean reise, dann möchte ich so viel wie möglich von Europa mitnehmen. Mein Hauptziel ist natürlich der Weltjugendtag in Köln. Das war schon immer ein großer Traum von mir. Dann möchte ich auch nach Rom, um das Grab von Johannes Paul II zu besichtigen. Und vielleicht kann ich auch in Köln Benedikt XVI kennenlernen. Ich glaube, das er ein gutes Herz hat und viel Gutes für uns, für die Kirche und für die Welt tun kann.“

Dani: „Vielen Dank für Deine Zeit und Deine Meinung zu unserem neuen Papst Benedikt XVI.“

Luz: „Sehr gerne!!

Lutz Hübner, der 1955 in Königs Wusterhausen/Brandenburg geboren ist und in St. Georgen aufgewachsen ist, arbeitet seit September 2000 in Bolivien und hat im Auftrag des Bischofs die Betreuung der Straßenkinder in El Alto (bei La Paz) übernommen und dazu das Projekt „Movida Bolivia“ aufgebaut. Er betreut mit seinen Helfern z. B. täglich auf den Straßen Schuhputzerkids und auch drogensüchtige Jugendliche und hat für sie die Casa Mama Margareta gebaut.

Leider ist es immer sehr schwer Pater Lutz zu erreichen, da er viel auf der Straße unterwegs ist und allerhand zu tun hat mit seinen Jungs. Seine Meinung zum neuen Papst
habe ich vor kurzem per Email von ihm bekommen und möchte dieses mit seiner Erlaubnis in Ausschnitten zitieren:

„Das große Interesse weltweit am Tod von Johannes Paul II. und der Wahl von Benedikt dem XI. ist erstaunlich.

Vielleicht brauchen wir in der neu strukturierten Welt, wo alles am Markt geregelt ist eine Instanz, die noch oder wieder von anderen Werten redet… Wenn das Vertrauen der Anfang aller Dinge wäre … Du kämst weit … sehr weit… Das ist mein Leitspruch. Was ist Vertrauen? Nichts anderes als der Glauben, dass es eine feste geistige Basis gibt, auf die du bauen und dich einsetzen kannst, ohne Angst zu haben verloren zu gehen…

Deswegen glaube ich, findet die uralte Idee immer noch Gehör: Es muss eine endgültige Instanz geben, welche der Menschheit aufgrund von Vertauen in allem einem Sinn geben kann und das ist die Idee eines Vicario Christ, eines obersten Hirten, der Diener aller Diener sein soll.

Ich glaube, dass diese Idee im letzten Jahrhundert von vielen Unreinheiten und Machtgelüsten gereinigt wurde und jetzt wirklich der Menschheit dienen will. Konservativ oder pogressiv oder in der Mitte… Das sind Kriterien, die wir uns selber anheften, um Distanz zu schaffen. Das brauche ich nicht. Für meine Arbeit brauche ich eine Basis, ein Menschenbild, eine Vision von Gerechtigkeit und Solidarität, vielleicht auch so etwas wie eine Heimat für die Seele, die Rückzug und Geborgenheit schenkt. Nicht weil ich dafür bezahle, sondern weil ich in einem tieferen Sinn von Gott gewollt bin oder sagen wir weil ich geliebt bin. Ohne diese Liebe könnte ich nicht die ganzen Widerwärtigkeiten des Lebens aushalten und überwinden.

Also als ich jung war hat der Ratzinger einmal mit protestierenden Studenten gestritten. Die wollten alles abschaffen und eine neue bessere Gesellschaft schaffen (Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit). Das mit der Freiheit haben wir einigermaßen hingekriegt durch die Menschenrechte und vieles mehr, das mit der Gleichheit steht noch aus. Gleichheit gibt es auf dieser Welt immer noch nur auf der Basis von Geld. Diejenigen, die Geld haben werden auch gleich behandelt. Und die Brüderlichkeit steht auch noch aus. Bischof Ratzinger hat damals ein kleines Buch geschrieben :“Die Brüderlichkeit und das Christentum“ und ich hoffe, dass er sich daran erinnert und sich dafür auch einsetzen wird.

Heute würde man nicht Brüderlichkeit sagen, sondern „Geschwisterlichkeit“ weil man ja durch das Wort Bruder die Hälfte der Menschheit ausklammert.

Im letzten Jahr hat die UNO-Statistik 5 Millionen verhungerte Kinder auf der Welt registriert. 5 Millionen in einem Jahr. Der Nationalsoziolismus hat in 12 Jahren rund 6 Millionen Juden vernichtet. In welchem Krieg leben wir? Wissen wir, dass Globalisierung und Neoliberalismus Millionen von Menschen kostet? Ich glaube, dass die Kirche mit ihren Werten, die der Papst vertritt seinen Beitrag leistet, aber wir müssen noch mehr zusammenhalten, damit der Mensch nicht mehr Opfer des Menschen ist. Da wünsche ich mir vom neuen wie vom alten Papst klare Aussagen, die uns helfen zu vertrauen, zu glauben und entschieden zu handeln.“

Das waren zwei Stimmen aus Südamerika zum neuen Papst.

Daniela Huhn – Arequipa, Peru

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