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Live-Bericht: Inti-Raymi

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24.06.05 – 8.30 Uhr am Q´orikancha Tempel in Cuzco: Touristen und Einheimische strömen in Massen zu dem alten Tempel der Inkas, um den Beginn des jährlichen Sonnenfestes „Inti Raymi“ zu erleben!

Nachdem sich die Zuschauer die möglichst besten Plätze gesichert haben, beginnt das Sonnenfest, das den Beginn des neuen Sonnenjahres und eine Kulthandlung für den Sonnengott (Inti = Sonne) darstellt, um 10 Uhr morgens. Die Sonne zeigt sich im Nordosten der Stadt Cuzco und vor der Kulisse des terrassenförmig angelegten Q´orikancha-Tempels im Zentrum der Stadt laufen nun die mit farbenfrohen Kostümen ausgestatteten Schauspieler ein. Trommler, Flötenspieler und andere typische Musikanten mit alten andinen Instrumenten eröffnen die Zeremonie mit typischer Musik der Inkas. Sie spielen und platzieren sich auf der linken oberen Seite des Tempels, um von dort die Zeremonie zu begleiten. Dann tritt mit einem erhabenen Gang der „Sinchi“ ein, begleitet von seinen Wächtern. Er spielt während der Aufführung die Rolle des Zeremonienmeisters.

Nun wechselt der Rhythmus der Musik und die „Aqlla“ (Jungfrauen der Sonne) und „Nustas“ (Töchter des Inkas) treten ein. Sie stellen sich auf die terrassenförmig angelegten Dämme unter der Anlage auf und in der großen Stille die nun folgt, erscheinen im oberen Teil des Tempels der Inka und die Qoya, seine Frau. Mit den Worten „Sol Mio, Padre Mio“ beginnt der Inka seinen Gruß an die Sonne. Die ersten Verse des Liedes „Al Dios Sol“ ertönen… zuerst angestimmt für den Inka, später für alle.

Um 11 Uhr, wenn die Sonne den Zenit erreicht, wird die Zeremonie auf dem Plaza de Armas, dem ehemals heiligen Platz der Inkas fortgeführt. Nachdem die Zuschauer von Q´orikancha zum Hauptplatz geströmt sind, kommt zuerst der heutige Bürgermeister von Cuzco mit seinen Kollegen und nimmt auf den Ehrenplätzen der Tribüne Platz.

Nachdem der „Sinchi“ sich davon überzeugt hat, dass alles in Ordnung ist, tritt die Armee des Reiches ein und stellt sich rund um den Brunnen in der Mitte des Plaza de Armas auf. Die „Qoya“ wird vor den „Nustas“ und „Aqllas“ auf den Plaza getragen und schließlich nähern sich… das königliche Gefolge und der Adel. Als der Inka auf seiner majestätischen Bahre eingetragen wird, verneigt sich das Volk vor ihm und er betritt das Podest in der Mitte des Plazas, wo sich auch die Sonnenscheibe befindet. Es entsteht eine tiefe und respektvolle Stille, als das Lied „Ponderoso Sol“ ertönt.

Nun bedanken sich die einzelnen Völker, die an der Zeremonie teilnehmen mit Geschenken bei dem Inka. Das Dschungelvolk führt zum Beispiel einen Tanz auf und überreicht Früchte als Dankeschön für das vergangene Jahr. Nach den Dankesdarbietungen der einzelnen Völker schreitet der Inka zum Bürgermeister und übergibt ihm den „Quipo“, ein Band in alter Inka-Knotenschrift geschrieben. In ihm sind die drei Mächte, die für die Inka das Leben ihres Volkes darstellten, niedergeschrieben: Wollen, Wissen, Arbeiten. Mit der Übergabe des Bandes wird gleichzeitig die alte an die neue Zeit übergeben. Der Bürgermeister verspricht dem Inka, diese drei Mächte nicht zu vergessen und die Geschichte der Inkas bei der Arbeit zu achten.

Die Besucher und die Darsteller der Zeremonie machen sich nun auf den Weg nach Saqsayhuaman, der eindrucksvollen Felsenfestung ca. 2 km von Cuzco entfernt. Es gibt nur einen Weg zu der Ruine, da alle anderen Straßen zur Vermeidung eines Verkehrschaos gesperrt wurden. So tuckern also Taxis, Touristenbusse und Kombis langsam den Berg hinauf und versuchen, den besten und schnellsten Weg durch die Automasse zu finden…

An der Felsenfestung angekommen, zeigt sich erst das wahre Ausmaß dieser Veranstaltung: Auf dem Rodero, dem Hügel gegenüber Saqsayhuman haben sich Jung und Alt versammelt um zum einen das Fest anzuschauen, aber vor allem um ein alljährliches Familientreffen zu veranstalten. Als Picknick werden Forellen, Chicharrones und Meerschweinchen gegrillt, Kartoffeln in Erdöfen gegart, die berühmte Chicha (Maisbier) zubereitet und nebenbei vertreiben sich Kinder bei Fußballkicker oder Münzwerfspielen die Zeit. Der Berg lebt und riecht nach den merkwürdigsten Gewürzen, Lagerfeuern und Grillgerichten!

Diejenigen, die keine festen Sitzplätze mit Eintrittskarte haben, müssen nun versuchen, auf diesem Hügel einen möglichst guten Stehplatz zu bekommen, um noch den letzten Teil der Veranstaltung live zu erleben. Die zahlenden Gäste haben ihre Plätze auf der freien Fläche der Felsenfestung sicher und können den letzten Teil der Zeremonie in Ruhe genießen.

Um 15 Uhr ist es dann endlich soweit – hinter dem Hügel der Felsenfestung tauchen die ersten Darsteller auf. Nachdem das königliche Gefolge, die „Aqllas“ und die „Nustas“ sich um das mittlere Podest gestellt haben, wird der Inka eingetragen und betritt die Bühne in der Mitte der freien Fläche. Nun folgt das größte Ritual der Zeremonie: die Opferbringung eines Lamas. Als Dank für die Güte und das Herz des Sonnengottes führt der Tarpuntay, der Priester der Inkas, die Opferbringung aus: mit einem Speer sticht er die linke Seite des Tieres auf, entreißt ihm das Herz, die Lunge und die Luftröhre. Die Eingeweide werden mit großer Freude betrachtet und dem Volk gezeigt. Nun folgt noch die letzte Prüfung: Die Eingeweide werden ins heilige Feuer geworfen!

Mit diesem Opfer wird dem Sonnengott ausgiebig gedankt und das neue Jahr begrüßt. Mit den Worten „Lasst uns unseren Gott, die Sonne feiern!“ beschließt der Inka das alljährliche Sonnenfest Inti Raymi!

Britta Schulze – Arequipa, Peru

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