Südamerika Reisen mit viventura
030 6167558-0

wochentags 9-22 Uhr
Sprechen Sie mit einem Spezialisten

Contra-Chavez: Die Argumente eines Venezolaners

0 Flares 0 Flares ×

Chavez ist ein direkter Anfechter von Bush, der USA und deren wirtschaftlichem und politischem System. Er ist absolut gegen den Imperialismus der Amerikaner und ich glaube, dass er damit vor allem die Aufmerksamkeit Europas auf sich zieht. Des weiteren weckt er Sympathien, weil er das teilweise egoistische, rücksichtslose Vorgehen der USA beim Verwirklichen eigener Interessen kritisiert. Auch Frankreich und Deutschland haben sich bezüglich des immer noch andauernden Irak Kriegs stark gegen die USA gestellt.
Zu denken, dass Chavez nur wegen seiner Sensibilität für das Armutsthema einen so hohen Bekanntheitsgrad erreicht hat, wäre sehr naiv. Ich denke, er ist vor allem wegen seiner Haltung der USA gegenüber so bekannt. Viele europäische Länder würden eine nicht so auf die USA konzentrierte Verteilung der globalen Macht begrüßen.
Chavez besitzt sehr viel Erdöl und er benutzt dies als Waffe, um der USA Macht abzugewinnen. Er versucht, die südamerikanischen Länder zusammen zu bringen, um dann gemeinsam die Macht der USA zu untergraben. Er hat vor allem versucht seine Ideen an Brasilien, Argentinien und Uruguay weiter zu geben. Peru, Kolumbien und Chile sind Washington zugetan.
Meiner Meinung nach ist es das, was ihn so beliebt in Europa macht. Ich denke nicht, dass es nur sein Interesse für die Armen ist. Ich wiederhole dies, damit es klar bleibt.

Chavez setzt dem „wilden“ Liberalismus der USA einen Sozialismus „light“ entgegen. Hier wird er von dem Diktator des kommunistischen Kubas, Fidel Castro, beraten. Ich denke, dass dieser „leichte“ Sozialismus Chavez ebenfalls Popularität in Europa verleiht.
Auch wird die politische Situation in Venezuela wie eine Laborsituation gesehen: Die ganze Welt schaut gespannt zu, wie ein Land sich mit einer Waffe – die aus Erdöl besteht – gegen die größte Macht der Welt auflehnt.

Sicher stimmt es, dass der Präsident Chavez eine soziale Sensibilität besitzt und das soll auch anerkannt werden. Er konnte einige Erfolge in diesem Bereich erzielen. Störend ist, dass die europäischen Medien den Schwerpunkt ihrer Berichterstattung hauptsächlich darauf legen. Seien wir doch bitte nicht naiv, das ist nur eine Seite der Medaille!

Den europäischen Politikern gefällt es lediglich jemanden zu sehen, der gegen die USA ist und der zudem die wirtschaftliche Macht – basierend auf Erdöl – besitzt, um dies auch durch zu führen. Es kommt ihnen gelegen und deswegen gefällt ihnen Chavez und sie verbreiten ein positives Bild von ihm. Sie stellen ihn als großen Wohltäter mit einem großen Herz für die Armen dar.

Obwohl Chavez eine sichtbare soziale Empfänglichkeit besitzt und einige positive Erfolge in diesem Gebiet erzielen konnte, gefällt mir sein Vorgehen nicht. Seine Erfolge sind nur „das Brot für heute und der Hunger von morgen“, wie wir hier in Venezuela zu sagen pflegen. Es kann sein, dass er die Armen nur ausnutzt um an der Macht zu bleiben. Sie sind leider die Mehrheit, die er braucht um an der Macht zu bleiben. Deswegen hat er viele soziale Programme ins Leben gerufen, die zwar nicht schlecht sind, aber die meiner Meinung nach nur das Ziel haben, den Menschen den „leichten“ Sozialismus aufzuzwingen, der in unserer Gesellschaft sicher keine Zukunft hat.

Venezuela gleicht jeden Tag mehr einem sozialen Dampfkochtopf. Die Wirtschaft ist nur dank des Erdöls und dank der gestiegenen öffentlichen Ausgaben der Regierung angetrieben worden. Chavez braucht hohe Ölpreise, um sein Bürokratie-System ohne bedeutende ausländische Investitionen aufrecht zu erhalten. Von daher denke ich, dass sein Scheitern in zwei Weisen vorprogrammiert ist:

1. Wirtschaftlich:
Die Erölindustrie ist die größte Einnahmequelle von Venezuela. Es gibt kaum einen privaten Wirtschaftssektor. Wenn die Ölpreise fallen, wird Chavez seine sozialen Programme nicht mehr finanzieren können und es wird zu einer Explosion des sozialen Unmuts kommen.

2. Politisch-militärisch:
Es hat bereits den ersten regionalen Fehlschlag Chavez gegeben. Die Länder der Andengemeinschaft (Kolumbien, Ecuador, Peru und Bolivien) haben verkündet, dass sie sich weder gegen die USA noch gegen ihre Politik oder Wirtschaft stellen werden. Außerdem haben sie gesagt, dass sie kein Interesse an dem Sozialismus haben, den Chavez vertritt. Und dies alles zu einem Zeitpunkt, an dem Chavez Präsident dieser Gemeinschaft ist.
Der Bekanntheitsgrad von Chavez in Südamerika basiert auf Erdöl. Als er die Ölgesellschaften Petrosur und Petrocaribe gegründet hat, hat er versprochen die Energie hiermit zugänglicher für die lateinamerikanischen Länder und die Karibik zu machen. Eigentlich wollte er mit seinem Vorgehen aber nur bekannt werden und versuchen, dass weniger Öl an die USA verkauft wird.
Natürlich steht Fidel Castro voll hinter dieser Strategie von Chavez. Eine Person wie Fidel Castro, der den Kubaner die Freiheit genommen hat, kann einem freien Venezolaner wie mir nicht gefallen.
Militärisch gesehen hat Venezuela Waffen in Russland gekauft, natürlich eine unnötige Ausgabe, und natürlich gefällt dies den USA nicht. Sicher nicht unbegründet, denn Chavez redet bereits von einer Auseinandersetzung mit den USA und bereitet sich darauf vor. Ich glaube nicht, dass die USA ruhig bleiben werden, wenn hinter ihrem Rücken versucht wird, sich gegen sie zu verschwören.
Jetzt bleibt nur noch zu sehen, ob die USA Chavez auf diplomatischem Weg entwaffnen kann oder ob es einen Militärputsch geben wird. Aber einen solchen würde die Mehrheit der Venezolaner nicht unterstützen, denke ich. Chavez würde allerdings sicherlich gescheitert daraus hervor gehen.

„Uh, ah, Chavez si se va!“

Das ist der hoffnungsvolle Ruf der Opposition:

„Uh, ah, Chavez wird doch gehen!“.

Cesar Badell, Caracas – Venezuela

Share Button

Wir freuen uns auf Ihre Kommentare

Der Autor:

Viventura Reisen

viventura
viventura ist dein Spezialist für Rundreisen in Südamerika und bietet innovative Abenteuerreisen zu einem top Preis-Leistungs-Verhältnis. Dank einem Direktvertrieb und den exklusiven Büros vor ... weiterlesen

Folgen Sie uns!

Suche

Unsere bestbewertete Reise:

Venezuela

Tweets von @viventura_de

viExplorer

Venezuela

22 Tage,
Mehrtägige Bootstour zum Salto Angel
  • Inklusive: Rundflug über Salto Angel
  • Tierwelt Llanos: Kaimane & Anacondas
  • Orinoco Delta & Karibikstrände
  • Mehrtägige Einbaumtour

ab 1899 EUR