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Aktuelles aus viSozial: Bericht vom Titicacasee

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Auf einmal hat man eine ganz andere Landschaft vor sich. Das Wasser vom Titicacasee ist außerhalb des Hafens von einem strahlenden Blau. Die Kombination von Bergen, weiten Ebenen und diesem See, der der Region auch auf knapp 4000 m Höhe noch eine üppige Vegetation ermöglicht, ist einfach nur wunderschön.

Zusammen mit einer netten Begleitung, die man mir für den ersten Besuch zur Seite gestellt hat, besuchte ich dann die Projekte. Natürlich ist man von der Armut schockiert. Das Schlimmste war für mich, einem kleinen Kind die Hand zu geben und das Gefühl zu haben, die Hand einer alten Frau zu halten, da die Haut unvorstellbar trocken und spröde war. Aber man ist auch froh zu sehen, dass genau dort geholfen wird.

Unsere Besuche der Projekte funktionierten alle einwandfrei! „Na, das schaff ich ja wohl auch alleine, hab ich mir gedacht“, aber schnell habe ich gelernt, dass man in Peru viele Sachen nicht wirklich gut im Voraus planen kann.

Eine Sache, die man schnell mitbekommt: Auf dieser Halbinsel gibt es Feiertage, die sonst niemand kennt. Ja, so passiert es dann ab und zu, dass man unschöne Fußmärsche zurücklegt, um dann leider vor verschlossenen Türen zu stehen. Von meinem „schönsten“ Pleiten-Pech-und-Pannen-Tag möchte ich Ihnen nun berichten:

Morgens früh bin ich alleine von Puno nach Capachica gefahren und zwar in einem Mini-Bus mit normalerweise 12 Sitzplätzen, aber etwa 19 Peruanern. Wie gemütlich! 2,5 Stunden Fahrt, da die überall durchgekurvt sind. Von Capachica aus bin ich dann mit den ganzen Sachspenden, Nahrungsmitteln und Päckchen für die Patenkinder nach Hilata zur Schule gelaufen. Dieser Fußweg auf fast 4000 m dauerte 30 Minuten. Und welch Wunder! Die Schule war verschlossen. Es war nämlich Dia del maestro, „Tag der Lehrer“! Ich hatte im Büro zwar auf den Feiertagskalender geschaut, aber dieser Tag stand da natürlich nicht drauf.

Naja, also von da wieder ein Mal ein Fußweg (man gewöhnt sich an alles). Diesmal ging es in etwa 40 Minuten nach Chifrón, eine Gemeinde, in der wir auch Patenschaften betreuen. Da keiner wusste, wie viel Uhr ich ankommen würde, stand ich dann da mit meinen drei Taschen vor dem doch ein wenig steilen 15-minütigen Aufstieg zum Haus meines Gastgebers Emiliano. Ich hab dann einfach mal laut gerufen, dass mir doch bitte irgendwer helfen kommen soll. Faszinierender Weise funktionierte das sogar. Sofort kam ein Junge angelaufen und half mir meine Sachen zum Adobe-Haus von Emiliano zu bringen.

Für Chifrón hatte ich zwar nur ein Päckchen für die Patenkinder dabei, aber das konnte ich dann wenigstens ausliefern.

Nachmittags bin ich dann zur Abwechslung mal wieder 40 Minuten (das scheint hier die ultimative Zeiteinheit zu sein) nach Capachica gelaufen. Auf meinem Weg konnte ich noch mit Steinen nach vier wild gewordenen Hunden werfen, was mir als absoluter Tierfreund total gegen den Strich geht, aber nachdem sich der erste schon in meiner Hose verbissen hatte, war mir das echt ein wenig unangenehm und ich wusste mir nicht anders zu helfen.

In Capachica habe ich dann 1,5 Stunden auf den nächsten Mini-Bus nach Llachón (eine weitere Gemeinde, wo wir eine Schule unterstützen) gewartet. Als er dann kam, habe ich festgestellt, dass sogar 25 Leute, 5 Küken und ein Schaf in einen Mini-Bus passen. Besonders witzig wird es dann, wenn der Mann, der den Karton mit den Küken hält, nicht wirklich gut aufpasst und die Piepmätze entwischen. Dann heißt es nämlich erst mal für alle aussteigen und Küken einfangen.

Nach 40 Minuten in Llachón angekommen, hab ich mich dann auf den Weg nach Santa Maria gemacht. Bis dorthin sind es übrigens – welche Überraschung – 40 Minuten Fußweg! In der Gemeinde Santa Maria konnte ich dann erst mal bei meinem Gastgeber Tomas übernachten. Erst am nächsten Morgen ging es dann weiter zur Schule in Llachón. Und – oh Freude – es war sogar Unterricht und ich bin nicht mal wieder erfolglos den ganzen Weg gelaufen.

Danach ging es wieder nach Santa Maria, um den dortigen Kindergarten zu besuchen. Diesen Kindergarten werden wir als neues Projekt aufnehmen. Die Kindergärtnerin hatte extra alle Kinder heraus geputzt und die Kleinen waren echt zu süß. Sie sangen ein Lied nach dem anderen und waren einfach nur putzig. Die Kindergärtnerin hat sich überschwänglich für die mitgebrachten Spenden bedankt und mich und die Gruppe Touristen, die mich bei diesem Besuch begleitet hat, nachher noch mit den typischen Blumenketten beschenkt.

Zurück nach Puno ging es dann im Boot und ich habe die zwei Stunden Fahrt an Deck tief und fest geschlafen.

Bilanz des Ausflugs (insgesamt 34 Stunden):
– gut 3 Stunden Combifahrt
– 4:45 Stunden Fußmarsch
– 2 Stunden Bootsfahrt
– Kalorienverlust etwa 2500 😉 (hauptsächlich Angstschweiß)
– 1 zerissene Hose
– mit nach Hause geschleppter Staub etwa 1,15 kg
– Anzahl Kinderlächeln, die für alles entschädigen: unzählbar!!!!

Ja, was soll ich sagen? – Man kämpft hier oft mit den gegebenen Umständen, aber alles in allem ist es ein tolles Gefühl, ein bisschen dazu beitragen zu können, dass es den Kindern hier etwas besser geht!

Ach ja, übrigens gab es letzte Woche zur Abwechslung mal eine ganze Woche Feiertage auf Capachica.

Uta Pirug, Puno – Peru

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