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Das „Schnapsauto“ auf Brasiliens Straßen

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Das „Schnapsauto“ hat in Brasilien eine lange Tradition. Bereits seit Jahrzehnten haben die Brasilianer Ethanol im Tank. Alles begann 1975 unter der Militärdiktatur, dem Jahr, in dem das ‚Proalcool-Programm‘ als Reaktion auf die Ölkrise und als neue Einnahmequelle für die mächtigen Großgrundbesitzer ins Leben gerufen wurde. Der gesamte KFZ-Verkehr sollte mithilfe von Subventionen und Steueranreizen vom Benzin- und Dieselverbrauch auf Ethanol umgestellt werden. Mit dem Resultat, dass Mitte der achtziger Jahre 90% bis 95% aller PKWs mit Ethanol betrieben wurden.

Und die sogenannten „Schnapsautos“ sind bis heute noch weitverbreitet und beliebt. Für den führenden Zuckerproduzenten Brasilien kein Problem – der Riese Südamerikas stellt ca. 1/3 der Weltmarktproduktion. Auf den riesigen Zuckerrohrplantagen des Landes wurden in 2004 ca. 18 Mio. Tonnen Ethanol produziert.

Was nach Umweltschutz aussieht, hatte aber auch andere Gründe. Als das „Proalcool-Programm“ eingeführt wurde, suchten die einflussreichen Großgrundbesitzer insbesondere nach neuen Gewinnmöglichkeiten. Die beiden wichtigsten Zuckermärkte USA und Europa waren ihnen bis dato verschlossen geblieben, und der aus Zuckerrohr gewonnene Schnaps „Cachaça“ (oder auch Pinga genannt) war nicht mehr als ein einheimisches und für den Export wenig lukratives Produkt. Bis heute hat Cachaça seinen Ruf allerdings deutlich verbessert und wird weltweit als Grundlage für den berühmten Cocktail Caipirinha verwendet. Die Produktion von Ethanol für den Fahrzeugbetrieb brachte also neuen Aufschwung in die Agrarwirtschaft. So wurde Brasilien zum einzigen Land, in dem Ethanol (Alkohol) billiger war als Methanol, eines der Großprodukte der petrochemischen Industrie.

Kürzlich hat die brasilianische Regierung ein neues „Proalcool-Programm“ aufgelegt, womit die Verbreitung der „alkoholisierten Autos“ wieder angekurbelt werden soll. Denn nach der Streichung der Subventionen sank die Nachfrage drastisch. Besonders zukunftsträchtig sind die „Flex-Fuel-Motoren“ (von Bosch entwickelt), die sowohl mit Benzin als auch mit Ethanol betankt werden können. Angesichts der Tatsache, dass der Literpreis für Alkohol deutlich unter dem Benzinpreis liegt, sieht die Zukunft rosig aus. Beweis: bereits 2/3 der Neuzulassungen verfügen über einen Flex-Motor, 40% des verbrauchten Sprits stammt von Zuckerrohrplantagen. Und selbst dem Benzin wird heute in Brasilien 25% Alkohol zugesetzt. Das Benzin-Auto fährt also in Brasilien 3:1 mit Alkohol.

Auch die umweltfreundlichen Deutschen wagen nun den zaghaften Einstieg in das alkoholbetriebene Auto. In Modellversuchen soll die Eignung von Ethanol auf Pflanzenbasis im Benzin getestet werden. Bosch entwickelte den Flex-Fuel-Motor, Brasilien hat die Erfahrung! Deutsche Umweltbehörden sind sich allerdings noch nicht ganz sicher darüber, ob der Alkohol nur reine Vorteile bringe. Zur Herstellung von Ethanol auf Kartoffel- und Zuckerrübenbasis wird eine große Menge an Energie benötigt. Zudem könnte die Verbreitung von Alkohol-Autos in der Landwirtschaft zu umweltbedenklichen Monokulturen führen.

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