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Ecuador: Gemeindebasierter Ökotourismus im Amazonas

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Von Quito aus über einen 4000 m hohen Pass und vorbei an den heißen Thermalquellen von Papallacta geht es mehr oder weniger stetig hinab ins feucht-tropische Tiefland des Amazonasbeckens. Nach so mancher Kurve erwartet den Reisenden ein phänomenaler Ausblick und auch das eine oder andere Lama macht es sich auf der Straße bequem und zaubert ein kleines Lächeln ins Gesicht.

Nach ca. fünf Busstunden erreicht man Tena, die schwüle Hauptstadt der Provinz Napo – einst einer der bedeutendsten kolonialen Missionars- und Handelsposten des Amazonas. Um Tena herum findet man leider nicht mehr den „unberührten“ Dschungel mit all seinem aufregenden Wildleben vor. Statt dessen aber bieten sich hier ungeheuer interessante Möglichkeiten, in die Welt indianischer Gemeinden einzutauchen. In der Nachbarschaft Tenas leben sehr viele Quichua-Indios. Trotz der immer näher rückenden „modernen Welt“ haben viele dieser Gemeinden ihre einzigartige Ethnizität, ihre Mythologien, Gebräuche und Traditionen bewahrt.

Zehn dieser indigenen Quichua-Gemeinden haben sich 1993 zu einem Netzwerk namens RICANCIE (Red Indìgena de Comunidades del Alto Napo para la Convivencia Intercultural y Ecoturismo) zusammengeschlossen. Gemeinschaftlich versuchen sie durch Ökotourismus eine alternative Einkommensquelle zur Verbesserung ihres Lebensstandards zu generieren und gleichzeitig sowohl die Natur als auch ihre Kultur zu schützen. Unter Ökotourismus versteht man verantwortungsvolles Reisen in naturnahe Gebiete, das zur Bewahrung der Natur und zum Wohlergehen lokaler Gemeinden beiträgt. Im Netzwerk RICANCIE profitieren ca. 200 Familien bzw. 2000 Quichua davon.

Gemäß der Philosophie der Quichua-Bevölkerung nehmen alle an allem teil – es ist dieser Gemeinschaftsgedanke, der RICANCIE zu seinem Erfolg verhalf. Die Mitglieder der Gemeinden errichteten gemeinsam und unentgeltlich die touristische Infrastruktur. Sämtliche Entscheidungen werden von allen Beteiligten der Gemeinden getragen. Die Koordinierungsstelle in Tena besteht aus einem „Board of Directors“, das sich aus Gemeindemitgliedern mehrerer Gemeinden zusammensetzt und in einer Generalversammlung (bestehend aus zwei Mitgliedern pro Dorf) für jeweils drei Jahre gewählt wird. Die Koordinierungsstelle kümmert sich um Koordination, Verkauf, Vermarktung und soziale Angelegenheiten, wie z.B. den Schutz vor weiter eindringenden Holz-, Minen- und Erdölgesellschaften.

Nachdem alle anfallenden Kosten gedeckt sind, bleiben noch ca. 30% der touristischen Einnahmen – diese werden für Sozial-, Gesundheits-, Bildungs-, und Kulturprojekte verwendet. RICANCIE ist ein hervorragendes und sehr gut funktionierendes Beispiel dafür, wie gemeindebasierter Ökotourismus zur Bewahrung von Natur und Kultur beitragen kann. Das Projekt bietet eine Alternative zur intensiven landwirtschaftlichen Nutzung des Landes, das mit weiterer Abholzung des Regenwaldes verbunden ist. Das Selbstbewusstsein der involvierten Gemeinden wird dadurch gesteigert und das kulturelle Brauchtum wiederbelebt.

Besucher werden von den Gemeinden sehr warm willkommen geheißen. Es gibt viel zu sehen, zu staunen und zu lernen. Auf engen Pfaden geht es durch den tropischen Regenwald zu einzigartigen Wasserfällen, Riesenbäumen und schönen Aussichtspunkten. Mit etwas Glück kreuzt auch das ein oder andere Äffchen den Weg. Im Einbaum über den Fluss gleiten, ein Kanu oder Floß nur mit einem langen Stab selbst steuern, traditionell fischen oder Gold waschen, Familien bei der Zubereitung traditioneller Getränke zuschauen, Erzählungen und Legenden lauschen, traditionelle Musik und Tänze erleben – all dies und noch weitere unvergessliche Erfahrungen halten die Gemeinden für ihre Besucher bereit. Eigene festgefahrene Lebensvorstellungen werden dabei schon mal auf den Kopf gestellt.

In Ecuador arbeiten wir gerade an der Entwicklung einer Ökotourismus-Tour. Ein sehr spannender Besuch bei RICANCIE wird Teil dieser neuen Tour sein.

Weitere Informationen über das Projekt findet ihr auf den Internetseiten von RICANCIE: www.ricancie.nativeweb.org

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