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Spuckendes Lama: Wasabi – bolivianisch gelassen!

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Ich war gerade erst in La Paz angekommen, da stand schon ein Konzert mit wilder bolivianischer Musik auf dem Programm. Die Gruppe „Wasabi“, wie die japanische Meerrettichpaste, sollte auftreten – ihr erstes Konzert seit sechs Monaten, übertragen vom bolivianischen Fernsehen. Valeria, eine bolivianische Freundin und gleichzeitig die Sängerin der Band, hatte mich eingeladen. Doch wie so oft in Bolivien kam alles anders als geplant.

Die Flyer für den Auftritt waren bereits gedruckt, da erfuhr Valeria vom Sänger einer befreundeten Band, dass nicht nur Wasabi, sondern auch dessen Gruppe am 27. September im Club „Equinoccio“ auftreten sollte. Der Besitzer des Clubs hatte „sicherheitshalber“ zwei Bands gebucht, Wasabi musste zurücktreten.

Ich war außer mir vor Wut! Wie konnte dieser Kneipenbesitzer so etwas nur machen? Ich verstand die Welt nicht mehr, und schon gar nicht die Reaktion meiner Freundin und ihrer Bandkollegen. Denn die nahmen diese Unverschämtheit erstaunlich gelassen.

Die Dinge hier, wurde mir klar, laufen anders ab: Ein neuer Konzerttermin wurde vereinbart und ohne lange Diskussion beschlossen wir, das Datum auf den Flyern mit dem neuen Termin zu überkleben. In aufwändiger Kleinarbeit änderten wir in einigen langen Nächten Hunderte von Flyern. Zum Glück war bisher niemand auf die Idee gekommen, die Flyer zu verteilen.

Zwei Wochen später lagen die Flyer in den Bars und Kneipen der Stadt, das bolivianische Fernsehen war bestellt und die letzte Probe bewältigt. Mittags, am Tag des Konzertes, bekomme ich einen Anruf: Das „Equinoccio“ wurde gerade für drei Tage dicht gemacht – von der bolivianischen Steuerbehörde. Ein getarnter Steuerkontrolleur hatte sein Bier bezahlt und dafür keinen Beleg bekommen. Das genügte.

Ich war verzweifelt: Dass das Konzert wieder abgesagt wurde, ging mir nicht in den Kopf! Wie viel Geld und Zeit die Band in die Proben, die Flyer und die Vorbereitung gesteckt hatte. Ganz zu schweigen vom elendig langweiligen Überkleben der Flyer! Und jetzt stehen sie da und können noch einmal von vorne anfangen, nur weil jemand keinen Beleg für sein Bier bekommen hatte!?

Meine Freunde aber, statt zu verzweifeln, organisierten einfach ein privates Konzert in Valerias Wohnung, servierten traditionelle bolivianische Getränke und quetschten sich in ihr Wohnzimmer. Okay… was soll ich sagen, die Bolivianer sind da einfach gelassener! Der dritte Anlauf wurde für den 29. Oktober geplant. Die Druckpresse wurde wieder angeschmissen, neue Flyer gedruckt und die Flyer nachts in den Bars von La Paz verteilt. Obwohl ich bis zum Konzertbeginn misstrauisch mit dem Schlimmsten rechnete, wurde es ein genialer Abend.

Mittlerweile, da bin ich mir sicher, habe ich mich von der Gelassenheit meiner bolivianischen Freunde anstecken lassen. Zumindest bis zur nächsten „Katastrophe“.

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