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Spuckendes Lama: Ein Tag in Peru auf der Post

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16 Uhr in Arequipa, Peru und die Post kommt. Juhu! Vielleicht ist auch ein Paket von meinem Onkel zu meinem Geburtstag dabei. Der Postbote übergibt uns erst einmal ein paar Briefe und kleinere Umschläge aus Deutschland und dann noch einen Zollbescheid, dass ein Päckchen abzuholen sei beim Zoll.

Bei Ankunft in Peru werden die Pakete erst einmal gescannt und wenn etwas Verdächtiges (teures, Metall oder Kleidung) als Inhalt zu erkennen ist, kommt der Postbote mit einem Bescheid vorbei und bittet das Paket im Zoll aufzumachen um es vielleicht zu versteuern.

Ausgestattet mit meinem Pass gehe ich zur Post im Zentrum von Arequipa. Dort befindet sich angeblich auch die Zollbehörde und mein Päckchen. Schon zwei Leute stehen vor mir in der Schlange. Der Raum sieht aus, wie wenn die Zeit vor ca. 50 Jahren stehen geblieben wäre. Alte verrostete Stühle, dunkel, es riecht nach altem Papier und von nebenan hört man wie Pakete gestapelt werden.

Die Empfangsdame nimmt meinen Zettel entgegen und ermahnt doch gleich noch eine Kopie meines Passes machen zu lassen, da sie eine solche Kopie benötigt. Ich verlasse wieder die Post, gehe über die Straße und lasse in einem Buchladen eine Kopie machen. Sofort werde ich in ein kleines Gespräch mit anderen Kunden über das Wetter und aktuelle Ereignisse verwickelt. Das ist das schöne in Peru. Egal wo man wartet wird es einem nicht langweilig, da sich immer ein Gesprächspartner findet.

Die Kopie ist fertig und ich gehe wieder zurück. Nachdem mir die Empfangsdame vor Verlassen des Zollraums noch hinterher rief, dass ich mir Zeit lassen könne, da noch zwei Leute vor mir seien und somit ca. eine Stunde Wartezeit wäre, habe ich mich gleich in eine andere Schlange in der Post angestellt um unsere viventura-Weihnachtspost für Geschäftspartner aufzugeben.

Wir haben schöne Buchkalender mit Weihnachtskarten in Plastik eingeschweißt und Adressetiketten daraufgeklebt. Ich will schon die 20 Umschläge abgeben, da sagt mir die nette Dame am Schalter, dass das nicht ginge. Ich verstehe zuerst nicht warum das nicht geht. Dann erklärt sie mir, dass man in Peru nicht zwei verschiedene Dinge (Kalender und Karte) verschicken darf. Wenn ich das aber in einen undurchsichtigen Umschlag geben würde, dann würde man das ja nicht sehen und dann ginge das schon.

Meine durchsichtigen Umschläge per Taxi zurück zum Büro geschickt, setze ich mich dann brav in die Schlange der wartenden Menschen.

Die Empfangsdame ist schon fertig mit dem Suchen meines Paketes und verwickelt mich gleich in ein Gespräch über meine Herkunft, da sie mir ja gleich angesehen hat, dass ich wohl nicht aus Peru komme. Sie erzählt mir, dass sie auch nicht aus Arequipa sei, sondern aus dem Norden Perus und somit auch eine Fremde hier. Deswegen verstehe sie mich so gut. Nach weiteren zwanzig Minuten Smalltalk bietet sie mir an sie doch Gloria zu nennen, damit es ein bisschen persönlicher wäre und ich ja sicher öfter mal Post bekommen werde. Auch wenn ich sonst Probleme hätte, könne ich mich gerne an sie wenden. Ja, so sind die Menschen hier in Peru. Immer sehr hilfsbereit und aufgeschlossen.

Eine Stunde später werde ich endlich aufgerufen. Gloria hat schon mein Paket bereitgestellt und der Zollbeamte mustert mich neugierig. Nachdem ich erst einige Fragen zu meiner Herkunft und Zweck meines Aufenthalts beantwortet habe, legt er mir einige Formulare vor, welche ich ausfüllen soll. Eine Vorlage liegt auch schon bereit und somit ist das kein Problem und in fünf Minuten komplett ausgefüllt.

Jetzt macht sich der Zollbeamte daran die fehlenden Felder auszufüllen und rechnet ganz angestrengt am Taschenrechner. Endlich darf ich mein Paket aufmachen. Ist tatsächlich von meinem Onkel. Gut, dass ich schon von anderen Mitarbeitern gehört habe, dass so ein Paket den Wert von 100 Dollar nicht übersteigen darf, sonst muss ich den Inhalt mit 30 % versteuern. Das bedeutet dann mit einem Bescheid zur Bank zu gehen, sich in eine Schlange von ca. 50 Menschen einzureihen, einzahlen und wieder zurück zur Post.

Ich packe nun alles aus und erkläre dem Beamten was das alles sei und was der Wert ist. Wir landen dann bei 30 Dollar und er rechnet wieder wie wild mit seinem Taschenrechner und schreibt den Inhalt ganz genau auf. Er wundert sich noch warum ich mir Zeitschriften und CDs schicken lasse und freut sich riesig als ich ihm ein Hanuta schenke (in der Hoffnung es würde jetzt schneller gehen).

Nachdem der peruanische Zoll aber seit ca. 8 Monaten auch Computer hat, wird nun noch mal alles was wir zu Papier getragen haben, in den Computer im 2-Fingersuchsystem eingegeben. Ich darf auch auf einem neuen Zettel nun noch mal angeben was alles im Paket war und welchen Wert es hatte. Nach ca. 30 Minuten scheint der Zollbeamte endlich alles eingegeben zu haben und gibt mir einen rosa Zettel und einen blauen. Den blauen soll ich bei der Empfangsdame abgeben. Dort unterschreibe ich dann noch ein Dokument und sie gibt mir ein Papier mit Stempel, damit ich das Postgebäude mit Paket verlassen darf.

Am Ausgang der Post werde ich dann von einem weiteren Angestellten gefragt woher das Paket käme, er schreibt sich Deutschland auf seine Liste und ich darf gehen. Endlich! Nach über zwei Stunden habe ich mein Paket. Das wie ich auf dem Posteingangstempel sehe, schon 7 Tage hier in Peru war.

Der Weg zurück ins Büro ist auch wieder unterhaltsam. Der Taxifahrer klärt mich über die aktuellen Fußballergebnisse des Wochenendes auf und ist ganz stolz, dass Pizarro in Deutschland spielt.

Zwei Tage später kommt der Postbote wieder und mein Gedanke ist: „bitte kein Zollhinweis!“.

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