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Dem Inscheniör ist nix zu schwör! – Frank optimiert Patagonien

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„Wie sollen acht Leute von dieser Reis-mit-Frühlingsgemüse Maggi-Packung satt werden?“ war angesichts der Größe der Reispackung eine verständliche Frage. Mit „Warum quillt Reis bei Wasserzugabe?“ wurde die Angelegenheit schon wissenschaftlicher und „Wie geht das ohne Zugabe von Luft?“ sprengte den Rahmen unserer Trekkingtour. Die Fragen blieben ohne Antworten, aber wir wurden am Ende doch tatsächlich alle von der Tüte satt.

Ich kann mir nichts Interessanteres vorstellen als mit einem fragenden und interessierten Menschen in einer landschaftlich so schönen und wilden Gegend Chiles unterwegs zu sein und eine ganz andere Sicht der Dinge zu hören. Denn Blickwinkel gibt es viele.

Mein Versuch, ihm die poetische Sichtweise der Tehuelche-Indianer näherzubringen, welche die riesigen Felsberge in Patagonien als „Schreie aus Stein“ bezeichneten, konterte er mit Fragen zur Geologie und Entstehung dieser Brocken und zum Verlauf der Lawine, die im selben Moment über uns abging. Nach kurzem Filmen und angesichts der sich in unsere Richtung nähernden Schneestaubwolke kam uns die Frage in den Sinn, ob wir nicht lieber in den Wald rennen sollten… Minuten später unterhielten wir uns (im Wald) über Granit und Schiefer.

Dass Frank ein ausgesprochener Experte in Wettersachen ist, wusste ich. Aber ich war trotzdem erstaunt, als er sich ranmachte, das fast mythologische patagonische Wetter zu verstehen. Nach mehrtägiger Beobachtung konnten wir drei wichtige Erkenntnisse festhalten:

a) Das Massiv der Torres del Paine und andere wilde Berge der Region funktionieren im Bezug auf das Wettergeschehen genau wie ein Kondensationswäschetrockner: Nasse (warme) Luft rein, Niederschlag (leider genau auf unserem Zeltplatz), trockene (kältere) Luft raus. Da kalte Luft schwerer ist, „fällt sie einfach vom Berg“ (Fallwind) und erwärmt sich dabei. Die Luft fiel natürlich genau auf unsere Zelte…

b) Folgend sind die Winde in Patagonien ein Föhn-Effekt, nur etwas monströser als in den Alpen.

c) Und folglich, wenn du einen Hauch warmer Luft spürst (Föhn), kommt der Hammer gleich… Und er kam: Rückwärts torkelnd erlebten wir eine in der Region nicht untypische Windböe, die uns trotz beherzter aerodynamischer Haltung zu Boden drückte. Willkommen in Patagonien!

Franks Beobachtungen gingen öfters in Richtung Bauweise. Es ist interessant, die Unterschiede zwischen chilenischem und argentinischem Hausbau von einem Fachmann kommentiert zu betrachten. Diese möchte ich euch ebenfalls nicht vorenthalten:

Hauptproblem angesichts des Wetters (siehe oben) sind natürlich Isolierung der Wände (in Chile nicht vorhanden, Argentinien siehe unten) und Festigkeit der Baumaterialien.

Zum ersten Punkt fiel Frank ein, die überall liegende Asche der zahlreichen Ausbrüche der vielen Vulkane des Südens Chiles als Isoliermaterial zwischen den dünnen Holzwänden zu benutzen. Eine interessante Idee, da die leichte Asche hervorragende Isolierwerte aufweist. Diese wird auch schon im Straßenbau verbaut, weil sie bei Zugabe von Wasser sehr gut verdichtbar ist. Eine feine Sache so eine Asche.

Zum zweiten Punkt (Baumaterialien): In Argentinien sahen wir Häuser aus Stein und Beton. Irgendjemand hat den Chilenen die falschen Baumaterialien angedreht. Aber angesichts der kargen Pampa in Argentinien und der waldreichen Fjorde in Chile auch verständlich…

Beim Kaffee bei Mary, unsere Gastgeberin an der Austral-Straße in Nordpatagonien, trug Frank seine Ideen so überzeugend vor, dass Mary entschlossen ist, den Erweiterungsbau ihres Hostals mit Schafswolle zu isolieren. Mir dämmerte schon, dass so was kommen würde, als ich Frank beobachtete, wie er mehrmals abwechselnd die Schafsherden und Marys Holzhaus betrachtete… Ich möchte alle potentiellen Chile-Reisenden an dieser Stelle darüber informieren, dass unsere Tourteilnehmer die direkten Betroffenen dieser informellen Entwicklungshilfe sein werden!
Die Idee mit der Vulkanasche hat bestimmt mehr Potential und sollte zu Ende gedacht werden, Geschäftsvorschläge diesbezüglich bitte an: [email protected]

Ich freue mich auf die nächste Reise mit Frank! Ich glaube er wollte mit mir in eine chilenische Einkaufsmall gehen – oh Gott!

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Der Autor:

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