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„Dallas“ – eine Nacht im Amazonas-Regenwald

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Fremdartig klingende indianische Gesänge, fast schon hypnotisierend, dringen an unser Ohr – begleitet von den leisen, piepsenden Tönen der kleinen Bambusflöten. Die Melodie erinnert ein wenig an die amerikanische Fernsehserie „Dallas“. Aber nein, wir sitzen nicht vor dem Fernseher sondern mitten im brasilianischen Amazonas-Regenwald, fernab der Zivilisation und die Ähnlichkeit ist sicher nur Zufall.

Wir sitzen auf einer harten, selbst gefertigten Bank in einer einfachen Holzhütte. Schon nach fünf Minuten tut uns der Hintern weh. Dennoch schauen wir gebannt auf das kleine musikalische Spektakel, das sich vor unseren Augen abspielt. Mit jedem Augenblick tauchen wir tiefer ein in diese völlig fremde, fast unheimliche Welt. Kaum fünf Meter vor uns tanzen acht bunt bemalte Amazonas-Indianer im Kreis. Sie singen und spielen dazu auf ihren einfachen Blasinstrumenten. Eifrig stampfen sie mit ihren nackten, braunen Füßen auf den harten Waldboden. Fuß vor, Fuß zurück – schön gleichmäßig im Takt, immer und immer wieder. Statt Lendenschurz tragen die Tänzer bunte Unterhosen unter ihren Baströckchen, erste Vorboten der Zivilisation. Bis auf wenige Kerzen ist es unheimlich finster und nur die unbekannten Geräusche des Regenwaldes umgeben uns.

Diese Nacht werden wir hier bei den Indianern verbringen. Wir schlafen wie sie in einfachen Hängematten und essen mit ihnen gemeinsam – „indianerlike“ mit den Fingern. Auf einem Bananenblatt bekommen wir Reis mit frisch gegrilltem Amazonas-Fisch serviert. Es schmeckt lecker, ganz natürlich, ohne Gewürze oder sonstige geschmacksverstärkende Zutaten.

Sechs Familien mit 42 Personen verschiedener Amazonas-Stämme (Sateré-Maué, Tucanos, Apurinas, Dessanos) leben hier in der indigenen Gemeinschaft „Beija Flor“ (auf deutsch: „Blumenküsser“, der brasilianische Name für „Kolibri“) zusammen. Hier – mitten im Regenwald – versuchen sie Tourismus zu betreiben. Wir sind sozusagen die Versuchskaninchen. Während wir zusammen aus einem alten Blechtopf selbstgemachte Caipirinha trinken, erzählt uns der Indianerhäuptling von ihren Plänen. Innerhalb der nächsten fünf Jahre soll hier ein alternatives Tourismus-Projekt – eine Art Dschungellodge – entstehen. Einfache Hütten für die Touristen mit Duschen und echten Toiletten sind geplant. Auch eine Erste-Hilfe-Notfallstation soll eingerichtet werden, denn der nächste Arzt befindet sich zweieinhalb Stunden mit dem Boot entfernt. Die Touristen sollen teilhaben an der indianischen Kultur, sie verstehen lernen. Und auch die Geheimnisse des Regenwalds sollen gemeinsam erkundet werden, z.B. wie man im Regenwald überleben kann. Auch Ausflüge mit dem Kanu und Wanderungen durch die Tiefen des Regenwalds sind geplant.
Leider fehlen vor allem noch die notwendigen finanziellen Mittel, um das bereits bis ins Detail geplante Projekt realisieren zu können. Mit Hilfe einer französischen Nichtregierungsorganisation (Francesa Mama Nature) konnte das Vorhaben schon gestartet werden. Nun warten sie auf weitere interessierte Investoren.

Leben und überleben wollen sie zukünftig also hauptsächlich vom Tourismus. Wie viele andere Bewohner dieser Gegend bauen sie für die eigene Grundversorgung Gemüse und Obst an, hauptsächlich Maniok, Açai (eine typische Palmenfrucht aus dem Amazonas), Bananen und Ananas. Gut leben können sie davon jedoch nicht. Zusätzlich verkaufen sie in der Stadt selbst hergestelltes Kunsthandwerk wie Schmuck. Die Materialien dafür liefert ihnen der Wald.

Nach der doch recht gewöhnungsbedürftigen Nacht mitten im Regenwald verabschieden wir uns schließlich von unseren Gastgebern. Zum Abschied drückt uns der Indianerhäuptling einen kleinen, fliederfarbenen Stein in die Hand – ein Amethyst. Er soll Glück bringen – und wir sollen wiederkommen.

Bei unserer nächsten Amazonas-Nordosten-Tour im Juli besuchen wir wieder die Indianerkommune „Beija Flor“. Weitere Informationen gibt es auf unserer Webseite:
www.viventura.de/touren/brasilien/viactive_amazonas/

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