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Samba = Hüftgewackel + Trommelbumbum?

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Schauplatz Rio de Janeiro, Karneval 2006: perfekt gestylte Tänzer in grellbunten Kostümen, durchdringende, ohrenbetäubende Sambarhythmen, eine jubelnde und kreischende Menschenmasse – fertig ist das Spektakel auf dem Sambódromo, Rios berühmter Karnevalsmeile.
Wie kleine, aufgezogene Marionetten wackeln sie gekonnt mit ihren Hüften, trommeln ein bisschen auf ihren Schlaginstrumenten herum und grinsen dabei mit einem breiten Lächeln in die Kameras. Samba. Das Feuer Brasiliens. Die Leichtigkeit des Seins.
Und doch steckt mehr dahinter: harte Aufnahmeprüfungen für die Sambaschulen, monatelange Proben – oft dreimal wöchentlich bis in die frühen Morgenstunden hinein. Nur die Besten dürfen dabei sein. Die deutsche Nana Zeh ist eine von ihnen. Samba ist ihr Leben, ihre Musik. Während wir gemütlich in der glühend heißen Mittagshitze eine Kokosnuss an der Copacabana schlürfen, erzählt sie mir, wie Samba ihr Leben verändert hat.

„Es ist deutlich mehr als nur so ein bisschen rumtrommeln. Wer sich da mal hinstellt und das probiert, der kriegt das mit. Der Samba ist keine Touristenattraktion und mir ist ganz wichtig, dass das einfach mit Respekt behandelt wird.“

Und sie weiß, wovon sie spricht. Schließlich spielt sie bereits das neunte Jahr als Percussionistin bei den ganz großen Sambaschulen in Rio de Janeiro mit. Ob Salgueiro, São Clemente oder Imperatriz Leopoldinense – sie kennt sie alle. Und alle kennen sie, zumindest jeder Tamburinspieler in Rio, wie sie selbst sagt. Sie ist die einzige blonde „Gringa“. Ihren Respekt musste sie sich jedoch hart erkämpfen.

„Natürlich bin ich ein Exot. Es sind ja auch eigentlich alle Brasilianer. Ich hab aber gleich im ersten Jahr Anfang der Saison angefangen und war dann auch gleich beim Karneval dabei. Es war dann schnell so, dass die anderen gesagt haben: „Du bist eine von uns, auch wenn du eine Gringa bist“. Eben weil ich auch wie sie die ganze Saison durchgearbeitet habe. Und das haben die Leute dann auch recht schnell so respektiert, auch mit einer gewissen Hochachtung. Diese Gringa zieht das durch. Und ich hab da keine Extrawurst gewollt. Ich habe genau wie die geackert und wurde dann gut akzeptiert.“

Angefangen hat alles Anfang der 90er Jahre. Kurz nach einem Aufenthalt in Afrika wuchs ihr Interesse für den Samba – diese einzigartige, musikalische Verbindung aus afrikanischen und europäischen Elementen.

„Ich fand die afrikanische Musik interessant. Aber sie hat mich nicht wirklich so gefangen. Mich hat die Leichtigkeit des Samba sehr fasziniert. Sie bringt einen irgendwie nach oben, diese Musik. Sie ist sehr lebendig und ich finde, sie fördert die Lebendigkeit. Man sieht es den Leuten auch an. Egal, was für ein Wetter ist oder wie die Leute drauf sind. Es kommt immer Fröhlichkeit auf, wenn Samba läuft. Und sie vermittelt eine Leichtigkeit, die wir bei der deutschen Musik eigentlich nicht so kennen. Das hat mich an Samba, an der brasilianischen Musik überhaupt, sehr gereizt.“

In Deutschland absolvierte sie zunächst eine spezielle Percussion-Ausbildung und schließlich zog es sie ins Ursprungsland des Samba – nach Brasilien. Eigentlich war nur ein Jahr geplant, mittlerweile sind daraus schon neun geworden. Zwischendurch ging es für einige kurze Aufenthalte wieder nach Deutschland, hauptsächlich jedoch aus beruflichen Gründen. Seit einigen Jahren bringt sie brasilianische Künstler nach Europa und veranstaltet dort Samba-Workshops.
Und wie sieht ihre Zukunft aus: Einmal Karneval – immer Karneval?

„Karneval war eine Zeit lang eines der wichtigsten Dinge hier für mich, aber inzwischen kann ich mir auch vorstellen, einfach mal an Karneval in den Urlaub zu fahren, vielleicht für das zehnte Jahr dann? Ich musste in den Sambaschulen mitspielen, damit ich auch Kontakte knüpfe und Routine bekomme und mittlerweile habe ich Routine. Das heißt, ich habe eigentlich das erreicht, was ich wollte.“

Seit knapp einem Dreivierteljahr hält Nana Seminare in Musikethnologie an der Musikhochschule in Rio. Die Arbeit an der Uni macht ihr soviel Spaß, dass sie vor allem in diesen Bereich zukünftig mehr Energie investieren möchte. Sie könnte sich auch vorstellen, eines Tages wieder nach Deutschland zurück zu gehen.

„Ich kann jetzt nicht sagen „für immer Brasilien“. Es gibt Leute, die sagen „für immer“. Ich mag Deutschland sehr gerne. Aber im Moment ist es für mich beruflich attraktiver hier. Viele Leute sagen, ich bin Carioca, aber ich bin Europäerin und das bin ich hier ohne Probleme. Ich bin das gerne.“

Nebenbei gibt sie Deutsch- und Portugiesischunterricht und auch Percussionkurse.
Seit knapp einem Jahr arbeitet Nana mit viventura zusammen. Für unsere Gruppen gibt sie zusammen mit ihren Percussion-Kollegen Schnupperkurse im Samba spielen und tanzen. Für viele ist es eine einmalige Erfahrung auf diese Art und Weise mit Samba in Berührung zu kommen. Jeder hat die Möglichkeit einmal selbst eines der zahlreichen Schlaginstrumente auszuprobieren und die Grundschritte des Samba zu erlernen, bevor es oft abends gemeinsam in eine Sambabar geht – für viele Tourteilnehmer einer der Höhepunkte der Reise.

Weitere Informationen zum Samba-Workshop in Rio de Janeiro, der im Rahmen unserer Brasilien-Touren statt findet, gibt es im Tourablauf auf folgender Seite:
www.vilinks.net/2e88

Wer mehr über Samba und Nana Zeh erfahren möchte, kann gerne ihre persönliche Webseite besuchen:
www.rio-production.de

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Der Autor:

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