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Präsidentenwahlen in Kolumbien – alles beim Alten?

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„Am 28. Mai werde ich nicht für Uribe wählen“, versichert Aureliano Bermudez. „Aber auch nicht für die Gegenkandidaten. Präsident Uribe macht für uns kleine Leute nichts. Aber er hat uns Sicherheit gebracht und daher wird er diese Wahlen gewinnen, sicher!“

So wie der Nichtwähler Aureliano, der sich seit 13 Jahren als Taxifahrer in Kolumbiens Hauptstadt seinen Lebensunterhalt verdient, denken sehr viele Kolumbianer: „Uribe ist nicht meine erste Wahl, aber es gibt keine Alternative.“

Viele Europäer verstehen diese Haltung als südamerikanisches Phlegma, dem Sich-Fügen in das Unabwendbare. Doch diese Interpretation geht an der Realität in Kolumbien vorbei. Warum meinen viele Kolumbianer, dass die Lage schlecht ist, es ihnen aber besser geht?

Die Lage ist schlecht, es geht vorwärts

Es fällt schwer zu verstehen, was in Kolumbien passiert und die meisten Kolumbianer sind es ehrlich gesagt satt, in langatmigen Erläuterungen erklären zu müssen, woran Kolumbien denn wirklich krankt.

Für Teresa Cuz, die einen kleinen Gemüseladen im Südosten Bogotas betreibt und von dessen Erträgen sie als allein stehende Mutter ihre vier Kinder hochzieht, sind diese Erklärungen nur Gerede. „Es ist sehr schwer für mich, mit dem bisschen, was der Laden abwirft, meinen Kindern eine Schulbildung zu geben. Und wenn einer krank wird oder Schulbücher besorgt werden müssen, dann muss mir meine Familie helfen oder wir müssen irgendwo anders die benötigten Mittel einsparen. Da brauche ich keine Märchen, dass es Kolumbien besser geht! Uribe hat unser Gesundheitswesen und die Erziehung vernachlässigt.“

Aber anders als vor 4 Jahren finden ihre Kunden heute in ihrem Laden alles, was zu einem kolumbianischen Eintopf dazu gehört. Frisch und zu günstigen Preisen. „Ja, das ist wirklich viel besser geworden. Heute klappt der Waren-Nachschub aus dem Land viel besser. Keine Straßenblockaden (durch die Guerilla – d. Red.), bei denen die Waren in der Sonne verwelken oder wegen derer die Transporteure, aus Angst vor Gefechten zwischen Guerilla und Militär, nicht fahren.“ Und sie fügt hinzu, dass sie ihr Geschäft erweitern wird und außer Gemüse nun auch Konserven anbieten wird. „Investitionen machen sich jetzt bezahlt.“ Da ist sie sich sicher: „Die Menschen fragen einfach mehr nach!“

Realität vs. Lebensfreude

Mit dieser Eigenerfahrung gibt Teresa wieder, was viele Analysten feststellen: Die relativ friedliche Amtszeit Uribes hat der kolumbianischen Wirtschaft und den Menschen eine Verschnaufpause von den Sorgen um ihre persönliche Sicherheit gegeben. Kolumbien, das heißt neuerdings wieder: Wochenendausflüge in das Hinterland der Städte, Urlaubspläne im Inland zu schmieden, gut essen zu gehen und zu feiern; alles Leidenschaften, die die Kolumbianer vor Uribes Zeit aus Angst vor der allgegenwärtigen Guerilla nicht ausleben konnten.

Wer es sich leisten konnte, bereiste das Ausland und suchte dort seine persönliche und berufliche Erfüllung. Heute ist Urlaub in Kolumbien wieder in. Das mit den Jobs und der gerechten Bezahlung lässt immer noch auf sich warten, trotzdem glauben immer mehr Kolumbianer, dass sie ihre private und berufliche Erfüllung in ihrem eigenen Land finden. Und die Kämpfe mit den Guerillas sind für die Städter sehr weit weg.

Mit Uribe steht zum ersten Mal ein amtierender Präsident zur Wiederwahl. Das Gesetz, das eine Wiederwahl ermöglicht, hat er selber durchgebracht. Es gilt als das historische Ereignis, das das Verhältnis zur Demokratie und den Urnengängen in Kolumbien entscheidend verändern wird. Nun wird man gute Präsidenten wiederwählen und schlechte abstrafen dürfen. Endlich entscheiden Leistung und das Einhalten von Wahlversprechen über den Wahlerfolg.

Uribe hat in den vergangenen vier Jahren wenig im sozialen Bereich gemacht. Aber seine Politik der harten Hand gegenüber der Guerilla scheint den Kolumbianern Raum für ihr Lebensgefühl und ihre gewinnende Lebensfreude wiedergegeben zu haben.

Und so lässt es sich auch gut damit leben, dass andere den Präsidenten wählen, der in seiner ersten Amtszeit die sozialen Missstände nicht aufgegriffen hat.

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