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Reportage: Blütenpracht vom Äquator

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Jeden Tag erstrahlt der Blumenladen an der Ecke mit Blumen in unzähligen Farben. Aber woher kommen sie? Man munkelt, dass sie aus den Niederlanden geliefert werden – aber viele Rosen haben eine weitere Reise hinter sich. Die Rosen Ecuadors sind weltweit unter Blumenfreunden und –züchtern als die schönsten Rosen der Welt bekannt. Denn sie werden von der Äquatorsonne verwöhnt, entwickeln so ungeahnte Größen und können sich 2 Wochen in der Vase halten.

Speziell der Kanton Cayambe ist in Ecuador der ideale Ort für die Rosenzucht. Cayambe befindet sich 1,5 Stunden nördlich von Quito und liegt auf einer Höhe von ca. 3000 Meter über dem Meeresspiegel. Dort wo in Europa eisige Gletscher blitzen, breiten sich in Ecuador grüne Täler aus. Ich habe mich einer unserer Reisegruppen an einem sonnigen Freitag angeschlossen und so machten wir uns gemeinsam auf die Spuren des Geheimnisses der wundervollen Rosen. (Der Besuch einer Rosenfarm ist in unserer viComfort Ecuador-Galapagos Tour inklusive. Infos unter
www.ecuador-erlebnisreisen.de/vicomfort2)

1993 öffnete die Rosenplantage „Rosadex“ im Kanton Cayambe in Ecuador ihre Tore. Die Gründer begannen die Rosenzucht mit 5 Mitarbeitern und einem Hektar Land – heute sind 250 Mitarbeiter auf einer Fläche von 16 Hektar beschäftigt. Es gibt Verpflegung, einen Kindergarten und einen Arzt, sowie einen Fußballplatz für die Angestellten der Plantage. Denn diese Rosenfarm hat den so genannten „sello verde“, den grünen Stempel des „Flower Label Programme“ (FLP) erworben. Dieses Zertifikat wird von europäischen Importeuren verlangt um Umweltverträglichkeit, faire Behandlung der Mitarbeiter und Qualität zu garantieren. „Dafür werden auch unangekündigte Inspektionen in den Anpflanzungen absoliviert“, erklärt uns Francisco Vallejo gleich zu Beginn unseres Besuches. Er führt uns heute durch die Gebäude und Gewächshäuser, denn als Teilhaber der Plantage kennt er sich bestens aus.

Hier geht es weiter:
Eine Zypressenallee säumt die Wege der Gewächshäuser um diese empfindlichen Bauten vor Wind zu schützen, der in den Anden heftig wehen kann. Entlang der Zypressen führt ein System aus Rohren. Es handelt sich um eine Art handkraftbetriebene Seilbahn, wie sie in Ecuador auch auf Bananenplantagen verwendet wird und mit der die Rosen über das Gelände transportiert werden. In den Gewächshäusern verpacken Arbeiterinnen die Rosen in weiße Plastikschachteln und lassen sie über das Transportsystem bis zur Verpackungshalle gondeln. Für das Düngen und spritzen von Chemikalien sind hingegen die wenigen männlichen Mitarbeiter der Plantage zuständig. In dicken gelben Plastikoveralls laufen sie an uns vorüber und stellen an den Tafeln der Gewächshäuser genau ein, wann gespritzt wurde und wann die Anpflanzungen wieder betreten werden dürfen.

Im ersten Gewächshaus schimmert uns eine riesige Farbenvielfalt entgegen. Das ist der sogenannte „Show Room“. Jede Rose ist mit einem fantastischen Namen versehen, der zum Träumen anregt. Nur Pflanzen, die im „Show Room“ gute Ergebnisse erzielt haben, werden danach in den vielen Gewächshäusern der Rosenfarm angepflanzt.

Hier duftet es nach frischer Erde – aber nur wer direkt an den Rosenblüten schnuppert kann einen Hauch vom bekannten Rosenduft erhaschen. Warum duften diese Rosen nicht? Auch das kann uns Francisco erklären: „Die Gewächshäuser sind so gut mit Plastik abgeschlossen, dass Vögel oder Bienen nicht an die Rosenstöcke herankommen. Und Rosen, die nicht bestäubt werden, duften nicht.“

Auf den Plantagen werden die Rosenstöcke etwa alle 2 Jahre aussortiert und gegen neue Farben und Formen ausgetauscht – denn auch hier regiert die Mode. Die Pflanze selbst könnte mehrere Jahrzente schöne Blüten hervorbringen. Die Rosenstöcke oder Rosensamen werden von Händlern – meist Niederländern – gekauft, die ihre Vertreter auf den Fincas in Ecuador haben. Unter den 60 verschiedenen Farbtönen der Rosenblüten, die auf dieser Plantage angepflanzt werden, sind gleich acht Rottöne. Denn Rot ist noch immer der absolute Favorit vieler Käufer auf der ganzen Welt.

Übrigens sind 60% der Angestellten von Rosadex „Blumenfrauen“. Der Rosenanbau ist ein wichtiger Faktor in der Emanzipation der ecuadorianischen Frauen. Früher war ihnen auf dem Land lediglich die Hausarbeit zugedacht. Auf dieser Rosenfarm bekommen sie Gehalt, soziale Leistungen und Chancen auf Bonus. Während es in anderen Landesteilen viele Auswanderer gibt, die sich ein besseres Leben im Ausland erhoffen, zieht niemand aus Cayambe weg. Im Gegenteil: Es gibt viele Ecudorianer, die nach Cayambe kommen um in den Blumenfarmen Arbeit zu suchen.

Nun betreten wir die Verpackungsabteilung von Rosadex. Unzählige Frauen stehen an Laufbändern und speziell angefertigten Gestellen in welchen die Rosen der Stiellänge nach geordnet werden. Radiomusik füllt die Halle während wir die Fingerfertigkeit der vielen Frauen beobachten. Alle Exportrosen müssen exakten Größen und Normen entsprechen. Eine Rose in Ecuador herzustellen kostet circa 0,15 – 0,20 Cent pro Stengel – in den USA werden dafür bis zu 6 USD bezahlt. Eine enorme Wertsteigerung an der jede Hand, durch welche die Rosen gehen, gewinnt.

Auf der linken Seite der Verpackungshalle stapeln sich riesige graue Plastikboxen. Sie quellen mit farbenfrohen Bouquets in bunten Plastikfolien über. Alles ist bereits verkaufsfertig – so, wie wir sie später in Blumenläden auf der ganzen Welt erwerben können. Einige Männer tragen die Boxen in den Kühlraum. Hier werden sie bis zum frühen Abend lagern. Dann fahren die Plastikboxen in großen Lastwagen zum Flughafen Mariscal Sucre in Quito und am nächsten Morgen stehen sie bereits in den großen Blumenbörsen der Niederlande zur Versteigerung bereit.

Nahezu jeder Linienflug, der Quito verlässt, hat neben dem Passiergepäck Rosen an Bord. Pro Tag verlassen 1,5 Millionen Rosen die Plantage von Rosadex – davon werden 30% nach Europa geschickt. So finden die prächtigen Rosen ihren Weg bis in den kleinen Blumenladen an der Ecke. Damit auch ihr lange Freude am Rosenbouquet habt, solltet ihr das Wasser der Vase alle 2 Tage wechseln und die Blumen jeden Tag schräg anschneiden.

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