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Die Kinder vom Ampelzirkus

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Ein Junge beginnt seinen Spaziergang durch eine leblose, graue Stadt. Währenddessen wird er mit Gefahren und Schwierigkeiten konfrontiert, die er zu meistern hat. Hilfe erhält er von den verzauberten Bewohnern, die ihm helfen, seine eigenen Stärken zu erkennen. Jede Begegnung lehrt ihn etwas anderes. Der Junge stellt dadurch fest, dass er die Kraft hat, die Stadt zu verändern und in einen schönen Lebensraum zu verwandeln.

Der Junge auf der Reise wird von Jorge Ferigra, Marco Córdova, Diego Arroyo und Nicolás Ormazabal dargestellt, kleine Jungen im Alter zwischen 10 und 12 Jahren, die auf der Bühne wie Große stehen. Marco Córdova hat vor einem halben Jahr noch mit Kunststücken an den Straßenampeln Geld für die Familie verdient, die in einer armen Gegend Quitos im Süden wohnt. Zur Schule ging er dann, wenn er Zeit hatte – in die Schule der kirchlichen Organisation der Salesianer. Die Salesianer geben den Kindern, die auf der Straße arbeiten etwas zu essen und schulische Betreuung, achten darauf, dass die Kinder etwas lernen. Heute ist Marco eines der 20 Kinder, die vom 26.-30. Juli ihr Können im Teatro Sucre präsentierten. Mit dem Ampelzirkus.

Hier geht’s weiter:
Im Ampelzirkus lernten die Kinder neben den Kunststücken vor allem eines: Disziplin. Sie hatten vorgeschriebene Übungszeiten, mussten zuhören und konzentriert arbeiten. Das ist ganz schön anstrengend, denn es gibt kein Pardon. Wer hier nicht mithalten kann oder will, der konnte gehen. Es wird niemand gezwungen. So haben sich auch in den ersten Wochen vier der anfangs 24 Kinder entschieden, das Projekt zu verlassen. Wenn man einmal auf der Straße arbeitet, vielleicht sogar lebt, dann ist es schwer sich Regeln unterzuordnen und es mangelt neben Essen vor allem an Selbstbewusstsein. Sie trauten sich einfach nicht zu, so etwas zu schaffen.

Viele der Kinder sahen hier allerdings ihre Chance, sie haben die einmalige Gelegenheit in einem vielleicht einmaligen Projekt (wobei man hoffen sollte, dass hierauf noch viele folgen, nicht nur in Ecuador) etwas zu lernen und über sich hinaus zu wachsen. Sie verdienten kein Geld, bekamen jedoch regelmäßige Mahlzeiten und Kleidung, neben all dem Unbezahlbaren, was sie gelernt haben.

Die große Idee zu dem Projekt entstand bei Sebastian Cardemil im Oktober letzten Jahres. Er wandte sich an den Fernsehsender Teleamazonas, der bereits Anfang Januar die Rechte kaufte. Denn zur Finanzierung des Projekts war eine Reality-Show im Stile von „Deutschland sucht den Superstar“ geplant. Die Kinder wurden aus dem Projekt der Salesianer zusammengetrommelt und schon ging es los im März. Seitdem trainierten die Kids und ihre Trainer jeden Tag. Montags abends sitzt dann halb Ecuador vor dem Fernseher und verfolgt die Geschehnisse. Estiven singt gerne RAP, Maria spricht nicht viel, Angelito jongliert bei jeder Gelegenheit mit jedem Gegenstand, Victor lernt auf Stelzen zu laufen, Julio bricht sich das Bein, trainiert aber trotzdem weiter, so gut es geht. Und wir am Fernseher hautnah dabei.

Nach zweieinhalb Monaten Training auf dem Gelände des Fernsehsenders Teleamazonas, ist das Team dann ins Teatro Sucre gezogen, ein Theater mit ebenso gebeuteltem Leben wie dem der Kinder. Nach einem Feuer brannte das Traditionstheater (errichtet 1879-1887) im Jahre 1996 fast total aus und wurde 2003 endlich wiedereröffnet. Hier im Theater begann nun die letzte heiße Vorbereitungsphase auf den krönenden Höhepunkt für alle. Am Ende des Monats fanden 5 Vorstellungen statt, eine davon nur für Angehörige und geladene Gäste.

Die Eltern des 10-jährigen José Aldaz sind, wie alle Eltern, total aufgeregt, nie zuvor hatten sie die Möglichkeit das Theater im Zentrum der Haupstadt von innen zu betrachten. Und dann wird sogar ihr Sohn einer der Artisten sein. Er wird als Clown, Perkussionist und Feuerspeier auftreten.

Die anderen Kinder haben folgende Rollen:

Rafael: Clown, Perkussion
Andres: Trapez, Büroangestellter, Jongleur
David: Marktschreier, Bestie
Bryan: Blinder
Victor: Einrad, Bestie
Mayra: Blinde
Estiven: Radfahrer, Rapper
Franklin: Einrad, Ratte, Perkussion
Freddy: Büroangestellter, Ratte, Trapez
Victoria: Mutter, Feuerketten
Yessica: Ring, Feuerketten, Oma
Jorge: Kind, Ratte, Stoffduell
Cristian: Maurer
Hector: Polizist
Marco A.: Kind, Ratte, Jongleur, Perkussion
Marco C: Pulsador, Niño, Ratte, Perkussion
Diego: Teufel, Bestie, Jongleur
Julio: Rapper, Jongleur
Pablo: Teufel
Marco M.: Jongleur, Büroangestellter, Perkussion

Der Vorhang öffenete sich, die Ampel schaltete sich auf grün und los ging es. 110 Minuten ließen wir uns verzaubern, lachten mit den Clowns und hielten den Atem an, als Jorge an einem langen wallenden Stoff in den Armen des Engels von der Decke geseilt wurde. Die Kinder jonglierten mit Feuer, sausten mit dem Einrad über die Bühne und führten auf dem Trampolin einen Salto nach dem anderen vor. Glänzende Augen der Entzückung wie zu Kindestagen beim Zirkusbesuch. Am Ende gab es kein Halten auf den Sitzen mehr, stehende Ovationen für die Kinder und ihre Trainer. Unglaublich was man in drei Monaten auf die Bühne zaubern kann.

Bevor der Vorhang fiel, konnten wir in strahlende, stolze Kindergesichter blicken. Mittels der Kunst, die sie perfektioniert haben, der Disziplin, die sie dahin brachte und dem gegenseitigen Respekt, haben sie den größten Triumph erreicht: Die Festigung des eigenen Selbstbewusstseins, denn sie wissen nun, dass sie viel erreichen können wenn sie sich den Aufgaben und Problemen stellen.

…und was folgt danach?

Die Trainer werden eine Akademie eröffnen, an der die Kinder des Circo del Semaforo gratis teilnehmen können.

…und:

Ende August wird es drei weitere Vorstellungen geben, für die, die den Zirkus noch nicht gesehen haben und die, die ihn nocheinmal erleben wollen.

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