Der argentinische Gaucho im Jahre 2003

Von viventura s 02.06.03 12:00

Gaucho - mit diesem Namen wird schon jahrelang nicht nur der mutige Reiter der südlichen Pampas genannt, sondern auch eine ganze Kultur, die diese lebendige Figur - auch heutzutage- zur wichtigsten der argentinischen Tradition macht.

Frucht des Blutes der regionalen Ureinwohner und der spanischen Einwanderer. Die ersten Gauchos hinterließen ihre Spuren in der Pampa. Beim Treiben der Rinderherden lernten sie ihren ewigen Partner kennen: der Pferd. Auf seinem Rücken war der Gaucho während Friedenszeiten Hirt und in den Kämpfen um die Unabhängigkeit Argentiniens Soldat. Die Pampa formte sein einsames und einfaches Leben, so wurde das Wort Gaucho zu Synonym von rechtem Charakter und liebevollem Herz.

Heute sind die Gauchos auf die Estancias ganz Argentiniens angestellt. Unvergleichbar sind ihre Fähigkeiten beim Umgang mit den Herden und ihr Talent in der Lederbearbeitung. Auch in der Kunst haben sie viele Talente; die Besucher Argentiniens werden überraschend viel davon mitkriegen. In Folklore-Festivals und -Märkten kann man wunderschöne Leder- und Silberwaren im Gaucho-Stil finden.

Aber nicht nur auf dem Land oder in Festivals kann man ihn finden. Der Gaucho wohnt 2003 in jedem argentinischen Haus, wo es ein "Mate" gibt. Die Musik des Inlands gehört, genauso wie der Tango in Buenos Aires, zur echten Landfolklore, so wie zum argentinischen Wortschatz, in dem so viele Begriffe des Alltags des Gauchos durch ihre Gedichte und Lieder gemischt wurden. In der Stadt wie auf dem Land, Frauen und Männer jeden Alters und jeder Schicht tragen auch die typische Hosen und Mützen der Gauchos. Und diese sind nur sichtbare Beweise, dass der Gaucho ein wertvoller Teil der argentinischen Identität bildet, heutzutage und für immer.

Ana Julia Rosales - Buenos Aires, Argentinien

Tags: TV, Buenos Aires, News, Musiktipps, Argentinien, Kultur

Share
Weitere Artikel

Abonnieren