Südamerika Reisen mit viventura
030 6167558-0

wochentags 9-22 Uhr
Sprechen Sie mit einem Spezialisten

Wahlwerbung in Peru: Möge der Lauteste gewinnen!

0 Flares 0 Flares ×

Was versteht ihr lieben Leser eigentlich unter Wahlkampf? Reden im Fernsehen? Jamaika-, Ampel- und sonstwie-farbene Sonnenschirmkoalitionen in der Fußgängerzone? Seriös und Vertrauen erweckend grinsende Konterfeis, angeklebt auf Plakatwänden oder an Laternenmasten geschraubt? Vielleicht noch der ein oder andere abgestaubte rote, blaue, grüne, graue, braune oder schwarze Kugelschreiber für zu Hause?

In Deutschland, Österreich oder der Schweiz dürfte damit das (legale) Repertoire der Wahlkampf-Marketingmaschine bereits weitgehend erschöpft sein. Ganz anders sieht das in Peru aus. Da ziehen die Kandidaten noch viel mehr, sehr kreative Register ihrer Wahlkampfmaschine.

Hier geht’s weiter:

In Peru wird man nicht beschenkt, sondern beschallt – und das aber ordentlich! Während der deutsche, österreichische oder schweizer Wähler, sofern er kein Fan von Werbekullis ist, problemlos einen Bogen um die Sonnenschirmchen machen kann, ist es hier unmöglich, dem Wahlkampf aus dem Weg zu gehen oder ihn zu ignorieren. Denn dutzende von Menschen ziehen Tag für Tag laut brüllend und Fahnen schwenkend durch die Straßen und legen damit den kompletten Verkehr in den Innenstädten lahm. Trommeln, Trompeten und andere Krach machende Gegenstände setzen noch eins drauf.

Taxis werden mit überdimensionalen Lautsprechern auf den Dächern ausgestattet, aus denen der Carnaval Arequipeño oder Chartbreaker wie Shakira dröhnen – unterbrochen von Wahlkampf-Parolen. Muss man sich ja nur mal vorstellen: Wäre es nicht passend, wenn Frau Merkel gemäß dem Motto „mehr Freiheit wagen“ auch einmal von einem deutschen Taxidach herunterrappen würde oder im Takt von Robbie Williams eine Wahlkampf-Schnulze trällern?

Natürlich gibt es nicht nur eine Partei… Jeder halbwegs ehrgeizige Wahlkandidat (und davon gibt es einige) betreibt seine eigene Armada von Parteisoldaten und Lautsprecher-Taxis, die ihre Treue nur allzu gerne lautstark zum Ausdruck bringen. Und natürlich bevölkern sie alle gleichzeitig die Straßen. Parolen und Musik aus allen Ecken mischen sich zu einem lustigen Wahlkampflärmchaos.

Doch peruanischer Wahlkampf ist nicht nur laut, sondern auch flächendeckend! Zusätzlich zu Laternenpfahl und Plakatwand kommen noch Privatautos, Taxis, Häuserdächer und Geschäfte als Werbefläche zum Einsatz. Kurz gesagt, man findet Wahlplakate an jedem Ort, an dem sich ein Wahlplakat anbringen lässt.

Manch Mauerbesitzer steht daher schon vor der Wahl als Sieger da. Denn politisch motivierte Malerkolonnen sind durchaus bereit, einen ordentlichen Obulus zu entrichten, dafür, dass sie die private Garten-, Haus- und Garagenumgrenzung als erste mit dem Namen und der Listennummer ihres Chefs bepinseln dürfen: „Wer zuerst kommt malt zuerst.“ Nie zuvor war mir die eigentliche Bedeutung dieses Sprichworts so klar geworden! Übrigens gibt es gestaffelte Preise, je nach Quadratmeter und Lage. Wer allerdings nach der Wahl seine Wand gerne wieder weiß getüncht haben möchte muss dafür einen gewissen Abschlag in Kauf nehmen.

Sogar Felsen an so entlegenden Orten wie dem Colca Canyon bleiben von der Malwut nicht verschont. Irgendjemand wird es schon lesen!

Schade, dass bald Wahl ist. Denn dann kehrt wieder Ruhe in die peruanischen Innenstädte… wie langweilig!

Share Button

Wir freuen uns auf Ihre Kommentare

Der Autor:

Viventura Reisen

viventura
viventura ist dein Spezialist für Rundreisen in Südamerika und bietet innovative Abenteuerreisen zu einem top Preis-Leistungs-Verhältnis. Dank einem Direktvertrieb und den exklusiven Büros vor ... weiterlesen

Folgen Sie uns!

Suche

Unsere bestbewertete Reise:

Peru Ecuador Galapagos

Tweets von @viventura_de

viExplorer

Peru Bolivien Chile

24 Tage, inkl. Flüge
3 Länder, Machu Picchu & Salzwüste
  • 3 Metropolen: Lima, La Paz, Santiago
  • Auf Inkapfaden nach Machu Picchu
  • Übernachtung bei Bauern am Titicacasee
  • Uyuni: Die größte Salzwüste der Erde

ab 4099 EUR