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Amtsschimmel a la Colombiana: Ampelverkäufer

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Quelle: Ratgeberrecht.eu

Sie gehören zum Straßenbild dazu: Die Verkäufer und Bettler an den großen Ampelkreuzungen in Bogota. Es gibt kaum etwas, was man während einer roten Ampelphase nicht kaufen könnte; Autofahrer werden daran erinnert, dass Kolumbien ein Land mit einer riesigen Zahl an „Inlandsflüchtlingen“ ist. Während auf Grün gewartet wird, spielt sich ein wahres Panoptikum ab: Junge Artisten bilden menschliche Pyramiden und jonglieren mit Fackeln; eine Mutter trägt ihr Kind zwischen den Autos auf dem Rücken und dem Karton vor ihrer Brust entnimmt der Leser, dass sie und ihre Familie vor dem Bürgerkrieg in die Stadt geflohen sind. „Maní, Maní“, – „Erdnüsse, Erdnüsse“ preisen Verkäufer ihre Ware an, gehen von Auto zu Auto, halten Plastik-Schmetterlinge, Schnürsenkel, Raubkopien der neuesten Hollywood-Werke, Englisch-Sprachkurse, Kalender und vieles mehr an die Autoscheiben.

An einer Ampel zu warten ist in Bogota selten langweilig, für den Beobachter spielt sich ein großer Teil der kolumbianischen Gegenwart hier ab.

Und immer wiederholt sich das gleiche Spiel: Wie von einer Uhr gesteuert beenden alle fast gleichzeitig ihre Aktivitäten und ziehen sich auf die Verkehrsinseln zurück. Für die wartenden Autofahrer das untrügliche Zeichen, dass die Ampeln gleich auf Grün schalten werden. Kaum jemand in Bogota kann sagen, dass er bei Straßenverkäufern schlechte Ware erhalten hat. Aber niemand in Bogota würde jemals behaupten, Straßenverkäufer würden den Verkehr aufhalten.

Letzteres scheinen nun irgendwelche Bürokraten suggerieren zu wollen. Eine Änderung der Straßenverkehrsordnung will diejenigen bestrafen, die im Umkreis von 200m (!) einer Ampel Bettlern Almosen geben oder von Straßenverkäufern kaufen. Das Bußgeld wird einem Mindestlohn entsprechen, zur Zeit 461.000 Pesos (ca. 170 EUR)!

„Was soll das?“ fragen sich nicht nur die Menschen, die an den Kreuzungen ihren Lebensunterhalt verdienen. Bogota leidet unbestritten unter seinem Verkehr, den vielen Staus. Aber diese werden nicht von den Verkäufern oder Bettlern verursacht. Sie zu beseitigen ist nicht die Lösung des Problems. Bogotas Staus sind eine Folge der unterentwickelten Transportsysteme, der rudimentären Verkehrsplanung, der mangelnden Verkehrsdisziplin vieler Bus- und Autofahrer, des ungenügenden Straßennetzes. Bogotas Verkehrsproblematik über die Straßenverkehrsordnung und auf dem Rücken der Straßenverkäufer und Bettler lösen zu wollen ist unglaubwürdig und beschämend.

Ob Straßenverkäufer und Bettler überhaupt ein Problem sind, sei dahin gestellt. Sie verdienen auf alle Fälle jede Unterstützung des Staates um ihr schweres Schicksal zu erleichtern. Dafür sollte es Sozialgesetze geben. Solange es diese aber nicht gibt und der Staat so gut wie gar nichts unternimmt um diesen Menschen ihren Lebensunterhalt zu sichern, darf keine Straßenverkehrsordnung ihren Arbeitsplatz bedrohen.

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