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Kolumbien: Ay hombe …

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Kolumbien gedenkt Rafael Escalonas. Es mag noch Kolumbianer geben, die nicht wissen, wie ihr Präsident heisst oder das „el Pibe“ Valderrama ein ehemaliger Fußballspieler ist. Aber es dürfte keinen Kolumbianer geben, der nicht weiss, wer „El Maestro Escalona“ oder „Rafa“ ist.

Escalona hat den Vallenato über die kolumbianische Karibik hinaus bekannt gemacht. Durch ihn wissen auch die „Cachacos“, die Kolumbianer im Inland, dass es an der Küste „hombe“ und nicht „hombre“ heisst und dass eine Stimme, ein Akkordeon, ein Bongo, eine Gabel und eine Blechreibe genügen um karibische Stimmung  zu machen, die nach Rum und Palmen schmeckt. „Un canto a la vida … dem Leben ein Lied“, das ist der Vallenato. Durch Escalona gilt der Vallenato international als der Sound Kolumbiens, noch vor der traditionellen „Cumbia“.

Escalona, der sein Abitur nicht abschloß, weil ihm das Leben in der Großstadt langweilte und er lieber zurück auf das Land ging, war ein enger Freund Garcia Marquez, den er „mi Primo – meinen Cousin“ nannte. Garcia Marquez ließ sich von Escalona beeinflußen, beide entwickelten und machten den ihnen eigenen Erzählstil vollkommen, der eine in seinen Liedern, der andere in seiner Prosa. Garcia Marquez dankte seinem „Primo“ für dessen inspirierende Texte und Melodien, in dem er sagte, dass sein Nobelpreis gekröntes Buch „100 Jahre Einsamkeit“ ein „350 Seiten langer Vallenato“ sei. In diesem Roman lässt Marquez Escalona als den „Neffen des Bischofs und Bewahrer der Geheimnisse des Fransisco el Hombre“ (Fransisco el Hombre – ewiger Minnesänger (Juglar) des Vallenatos) durch magische und zeitlose Welten wandeln, wie sie auch Escalona in seinen Lieder besingt.

Als Kind hörte „Rafa“ begeistert zu, wenn ihm sein Vater aus der Zeitung vorlas und ihm somit die Welt in seine Provinz gebracht wurde. „Erzählen, berichten, das kann ich auch!“, waren seine frühen Gedanken. Früh kam er auch darauf, dass seine Berichte gesungen werden sollten. So erzählen seine Texte über den Alltag oder Ereignisse seiner Heimat. Wie „un enamorado de la vida – jemand der in das Leben verliebt ist“ berichtet er über Freundschaften, Romanzen, die Landschaft und die oftmals überraschende Politik seiner Heimat mit Leidenschaft und Humor, Wesensarten die Garcia Marquez inspirierten, und in denen sich Kolumbianer wiederkennen.

Mit zwinkerndem Humor erklärt „el maestro“ auch warum er nie das Akkordeon spielen lernte, das Instrument, das so typisch für den Vallenato ist, wie die E-Gitarre für den Rock. „Akkordeonspieler galten in meiner Jugend als „Tu-nichts-gut“. Sie waren Sinnbild für Trunkenbolde. Daher habe ich so große Ohren. Meine Mutter zog mich an ihnen, wenn ich den Akkordeonspielern zuhörte und schimpfte, ich solle mit den Clownereien aufhören!“ Damit wissen wir auch, wie es zu den markanten Ohren des Maestros kam. 🙂  So kam es, dass er seine Lieder damals auf Gitarre vortrug und keinen Erfolg erhalte. Erst als einige andere seine Lieder auf dem Akkordeon vorspielten, kam der Durchbruch.

Heute kommt der moderne Vallenato ohne Gitarre nicht mehr aus, wie es Escalonas „musikalische Enkel“ Carlos Vives und Fonseca erfolgreich vormachen.

[youtube]http://www.youtube.com/watch?v=3rji_ZL5_Vs&feature=related[/youtube]

Escalona starb gestern im Alter von 81 Jahren, Folge der Komplikationen verschiedener gesundheitlicher Leiden. Kolumbien und der Vallento sagen Dank in dem sie sich, ganz im Sinne des „Maestros“ auf später verabreden: „Ay hombe Rafa, guardanos unos rones que la fiesta sigue … Mensch Rafa, heb uns noch etwas Rum auf, denn die Feier geht weiter!“

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Eine Antwort auf “Kolumbien: Ay hombe …”

  1. Hallo Miguel,

    es ist immer schön, Deine Geschichten aus der Heimat zu lesen, ich muss zugeben, dass ich ein ziemlicher Kolumbien-Dilettant bin, aber auf diesem Wege einen kleinen Eindruck erhalte, welchen „encanto“ Dein Land versprüht. Ich hoffe, dass wir uns eines Tages dort sehen werden, um uns über Altes und Neues auszutauschen.
    Viele Grüße
    Wolfgang Galenski

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