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Bens Glücksbringersuche

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AchBen_001_rQuad Klein BuntHallo Kolumbien-Interessierte und Glückssuchende,

mein Name ist Ben, ich bin 26 Jahre jung 😉 und bereise von 10. Mai bis 16. Juni nun bereits zum vierten Mal dieses atemberaubende Land! Falls Sie noch nicht in Kolumbien gewesen sein sollten, es ist definitiv eine (oder auch mehrere) Reisen wert. Wie schon die 5 anderen Gewinner des von Viventura und Lufthansa ausgerichteten Wettbewerbs Kolumbiens Glücksbringer, habe auch ich die Freude, meine Idee für die Glücksbringersuche Wirklichkeit werden zu lassen.

So werde ich Kolumbien nun ein weiteres Mal bereisen und in diesem Blog veranschaulichen, was es zu einem der wahrscheinlich schönsten und sicherlich fröhlichsten Reiseländer der Welt macht. Dabei werde ich neben diversen Geheimtipps zu Reisezielen (den ersten finden Sie am Ende dieses Eintrags) sowie kulinarischen und anderen Genüssen natürlich auch zeigen, was meine Suche nach Kolumbiens Glücksbringern hervorbringt.

Da ich nun schon einige Male in Kolumbien gewesen bin und auch längere Zeit hier gewohnt habe, maße ich mir an, die kolumbianische Kultur gut genug kennengelernt zu haben um sie mit der deutschen vergleichen zu können.

Anstatt einem Reisetagebuch, in dem ich Tag für Tag meinen Aufenthalt in Kolumbien beschreiben würde, werde ich versuchen, Ihnen die kolumbianische Lebensart anhand meiner Erlebnisse der vergangenen Jahre ein Stück näher zu bringen. Ich denke, dass ich mit diesem Ansatz weitaus besser behilflich sein kann.

Dabei werde ich natürlich auch schöne Dinge und Orte zeigen und so einige Tipps geben, die Sie auf einer Reise nach Kolumbien gut gebrauchen könnten. Ich werde meine persönlichen Highlights, die ich in den vergangenen 3 Jahren auf meinen Reisen in Kolumbien erleben durfte, mit Ihnen teilen.

Meinen Blog zum ersten Teil des Wettbewerbs finden Sie hier. Um in Kurzform zu sehen, was mein Plan für die Suche nach Kolumbiens Glücksbringern ist, können Sie auch einfach dieses Video ansehen:

Video link 2

Was nützt es uns jedoch zu wissen, was andere Menschen (in diesem Fall die Kolumbianer) glücklich macht, wenn wir selbst nicht ausprobieren (können), ob das Gleiche auch UNS glücklich macht?! Aus diesem Grund möchte ich in diesem Blog zu jedem gefundenen Glücksbringer der Kolumbianer eine möglichst leicht anwendbare Methode vorschlagen, die es Ihnen, den Lesern dieses Blogs, ermöglicht, den gefundenen Grund in IHR eigenes Leben zu integrieren – sodass Sie am eigenen Leibe erfahren können, ob das Glück der Kolumbianer auch auf Sie übertragbar ist.

Bestimmt wird das nicht bei allen Glücksbringern, die ich finde (seien diese zum Beispiel kilometerlange, weiße Sandstrände 🙂), so einfach möglich sein – ich werde jedoch mein Bestes geben, mir den ein oder anderen Kniff auszudenken, möglichst viele meiner Erkenntnisse in umsetzbare Handlungsoptionen zu verpacken 😀

Tayrona

GEHEIMTIPP NR. 1 im Parque Nacional Tayrona an der Nordküste Kolumbiens: der am wenigsten besuchte Strandabschnitt im Park befindet sich ganz am Ende der unzähligen wunderschönen Strände noch hinter dem Campingplatz Cabo San Juan. Wer Ruhe und Entspannung sucht ist hier (vor allem unter der Woche) genau richtig. Tatsächlich hatte ich am Tag des Fotos den Strand ganz für mich alleine! Der perfekte Ort um die Seele baumeln und die ganze Welt hinter sich zu lassen!

 

DAS KLIMA IM SCHLARAFFENLAND

Obwohl meine Glücksbringersuche erst gestern begonnen hat, möchte ich heute schon mal meine Erkenntnisse zum Besten geben, die ich bereits im Januar, bei meiner letzten Kolumbienreise sammeln konnte. Dabei unterhielt ich mich mit meinen Sitznachbarn im Flugzeug und gerade angekommenen Leuten am Flughafen in Bogota. Ich stellte ihnen jeweils die gleichen Fragen und klärte sie danach über meine Suche nach Kolumbiens Glücksbringern auf. Auf der Rückreise nach Deutschland unterhielt ich mich mit einem Kolumbianer, der bereits seit einigen Jahren in Deutschland wohnt und die beiden Kulturen deshalb sehr gut vergleichen kann. Ein sehr interessantes Gespräch – aber dazu später mehr. Zunächst einmal meine Fragen an die nach Hause kommenden Kolumbianer und die ersten Ergebnisse:

„Was hast Du dort wo Du gerade herkommst (in diesem Fall war es Deutschland) am meißten vermisst?“

„Was ist es, worauf Du dich jetzt, wo Du wieder nach Hause kommst, am meißten freust?“

Bogota Eldorado Airport

Wohlbemerkt – es war Januar! Meine Gesprächspartner kamen also gerade aus dem deutschen Winter in den immerwährenden kolumbianischen Frühling zurück. Kein Wunder, dass sich die meißten einig waren: „Sonne!“ und das kolumbianische Klima war an erster Stelle unter den Dingen, auf welche sich nicht nur die heimkehrenden Kolumbianer sehr freuten – sondern auch ich 😀

Die Auswirkung der Sonne auf das Gemüt ist nicht nur jedem bekannt sondern tatsächlich auch wissenschaftlich belegbar. Das Licht der Sonne braucht nicht einmal die Haut sondern nur die Retina des Auges treffen um die Vitamin-D-Produktion anzuregen, Körper und Geist wach zu machen und letztlich die Laune allumfassend zu steigern. Doof ist dann nur, wenn die Sonne wie bei uns im Winter lange Zeit nicht scheint. Doch zum Glück haben schlaue Menschen die Tageslichtlampe erfunden. Ich habe im vergangenenWinter zum ersten Mal diese wundersame Erfindung getestet und bin begeistert! Tageslichtlampen finden Sie zum Beispiel hier. Oder auf Amazon. Zugegeben, jetzt wird sich wohl kaum einer eine Tageslichtlampe zulegen. Falls doch, es lohnt sich eine sehr helle zu kaufen, da man diese am Besten ohnehin noch mit einem weißen, semitransparenten Lampenschirm (wie es sie bei Ikea gibt) umhüllt. Tageslichtlampen sind sehr sehr hell und direkt hinein schauen ist nicht so richtig angenehm 😉

 

STRESSFREI DEN MOMENT GENIESSEN

Eine weitere Antwort, in der sich alle meine Gesprächspartner einig waren, war das Leben im Moment! Weder in der Vergangenheit noch in der Zukunft – sondern jetzt. Kolumbianer sind im Gegenteil zu uns Deutschen nicht süchtig danach, alles im Voraus bis ins kleinste Detail durchzuplanen. Ab und zu machen auch sie Pläne, aber das heißt noch lange nicht, dass sich daran gehalten wird. Diese Eigenschaft, die im ersten Moment vielleicht nicht gerade praktisch klingen mag, ist womöglich einer der wichtigsten Schlüssel zu ihrem Glück.

Das Thema wird auch im Blogartikel „How to piss a off a Colombian“ bei Punkt „3. Be in a rush“ aufgegriffen 😉 Auch wenn sich der Titel – gelinde gesagt – etwas merkwürdig anhört, ist der Artikel sehr nützlich um die kolumbianische Kultur besser verstehen zu lernen – ganz im positiven Sinne!

Wie kommt es nun aber, dass die Kolumbianer in der Lage sind, so gegenwärtig zu leben und jeden Moment voll auszukosten? Meine Theorie ist, dass die Jahreszeiten, die wir in unseren Breitengraden erleben uns die letzen paar Jahrtausende, wenn nicht Jahr Millionen dazu konditioniert haben, voraus zu denken – während für die Kolumbianer so etwas wie Jahreszeiten nicht existiert und sie es deshalb zum Überleben nicht nötig hatten, weiter voraus zu schauen als vielleicht bis zum nächsten Tag. Wir in Mitteleuropa verbrachten bis noch vor einigen Jahrhunderten unsere Sommer damit, Nahrung für den Winter anzuhäufen. Dieses Denkmuster und wenn man so will diese notwendige „Lebenseinstellung“ hatten Menschen in Ländern wie Kolumbien, wo das ganze Jahr über die Sonne scheint, es regelmäßig regnet und die Bäume voller Früchte hängen einfach nicht nötig – und deshalb haben sie ein derartiges Denkmuster womöglich garnicht erst entwickelt. Zum Glück!

Früchte

Wilkommen im Schlaraffenland! Frische Früchte und Gemüse soweit das Auge reicht – mit einem Geschmack so intensiv, dass sie mit den Früchten aus einem deutschen Supermarkt unmöglich verlgeichbar sind.

Im Grunde existiert für viele Kolumbianer keine „Zeit“ wie wir sie wahrnehmen. Ein entscheidender Vorteil wenn es darum geht ein erfülltes und glückliches Leben zu führen. Letztlich ist es ja das, was den Europäern die Haare zu Berge stehen lässt. Die vermeintlich fehlende Zeit – etwas, das wir selbst erfunden haben! Letztlich ist Zeit ja nur eine konzeptionelle Konstruktion unseres Verstandes. In der wirklichen Wirklichkeit existiert Zeit ja überhaupt nicht. Es ist eine Illusion, die wir uns vor Augen halten, um schneller, effizienter und produktiver zu sein. Welch eine Tragödie 😀

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GEHEIMTIPP NR. 2: Die sogenannten Termales eignen sich wunderbar dazu, die Vergangenheit hinter sich und die Zukunft vor sich zu lassen. Vor allem an kalten Regentagen! Das Foto zeigt die Termales Tierra Viva bei Manizales, einer Stadt auf 2200 m mitten in der Kaffeeregion. Die Termales Tierra Viva sind meiner Meinung nach die schönsten der vielen sich in der Gegend befindlichen Termalbäder. Die Termales beziehen ihr heilendes Wasser direkt aus dem Vulkan Nevado del Ruiz. Es gibt ein gutes Restaurant und neuerdings besteht sogar die Möglichkeit, bei den Termales Tierra Viva zu übernachten. Die wenigen Zimmer sind wunderschön schlicht eingerichtet und man kann die Termalbäder uneingeschränkt nutzen. Nach Manizales kommt man mit dem Taxi in etwa 10 Minuten.

 

DIE HEKTIK DES ALLTAGS HINTER SICH LASSEN

Ich möchte folgendes Experiment vorschlagen, um dem Teufelskreis der fehlenden Zeit zu entfliehen. Nehmen Sie eine der Uhren auf die Sie oft schauen (wahrscheinlich sind es ja mehrere), und verstellen Sie diese auf eine absolut falsche Uhrzeit. Es sollte eine Uhr sein, die nach Möglichkeit kein anderer auch gebraucht 😉 (Auto, Handy,…) Jedes Mal wenn Sie nun auf diese Uhr schauen, werden Sie bemerken, dass sie die falsche Zeit anzeigt. Und jedes Mal wenn Sie das bemerken, können Sie sich fragen ob die Gewissheit über die gegenwärtige Uhrzeit wirklich so wichtig ist – bzw. ob sie tatsächlich den Lauf Ihres Lebens verändern wird. Und wenn ja, wohin diese Gewissheit Sie führen wird. Hat sie positive oder negative Auswirkungen? Oder überhaupt welche?

Ich habe dieses Experiment mit der Uhr in meinem Auto gemacht. Sie einfach total willkürlich um mehrere Stunden und Minuten verstellt, sodass ich definitiv, auch bei einem schnellen Blick auf die Uhr bemerke, dass sie kompletten Irrsinn anzeigt. Fast jedes Mal wenn ich darauf schaue, wird mir bewusst, dass es eigentlich keinerlei Auswirkungen hat, in diesem Moment zu wissen, wie viel Uhr es tatsächlich ist. Zumindest keine positiven. Vielleicht würde ich schneller fahren, wenn ich bemerken würde, dass mir die Zeit (die eigentlich nicht existiert) davon läuft, folglich eventuell 2 Minuten oder auch 5 oder 10 Minuten früher an meinem Ziel ankommen – und mich dafür den kompletten Weg abgehetzt haben. Wieso sollte ich das tun? Wenn nicht aus purem Wahnsinn?

Das Schöne an diesem Experiment ist, dass sich der Mechanismus nach einiger Zeit und erfolgreicher Selbstkonditionierung auch auf alle anderen Uhren auswirken wird. Der Gedanke „Ist es wirklich gerade nötig zu wissen wie viel Uhr es ist? Macht das mein Leben eher besser oder doch schlechter?“ verknüpft sich (wenn man ihn oft genug bei der einen Uhr gedacht hat) mit dem Prozess des „auf die Uhr Schauens“ – und schwupps, sind Sie den Wahnsinn und das Gerenne los! 😀

Natürlich ist es in manchen Fällen auch nützlich zu wissen, wieviel Uhr es gerade ist, in sehr vielen anderen jedoch ist es schlichtweg ein Mittel um sich das Leben unnötig zu erschweren – für diese Situationen ist meine Idee gemacht! In welchen Fällen es wirklich notwendig ist, zu wissen wieviel Uhr es ist, und in welchen anderen nicht, das werden Sie erst dann herausfinden, wenn sie dieses Experiment am eigenen Leibe ausprobieren.

Noch ein Beispiel, das mir gerade unter der Dusche eingefallen ist – und dort hat man ja bekanntlich seine besten Ideen. 😉 Angenommen, Sie tragen eine Armbanduhr, haben jedoch gleichzeitig so gut wie immer ein Telefon in der Tasche, das ebenfalls in der Lage ist, die aktuelle Uhrzeit anzuzeigen. In diesem Fall würde ich die Uhr zum Verstellen auswählen, auf die ich in der Regel schaue. Wenn ich dann bemerke, dass es gerade wichtig ist, die Uhrzeit wirklich zu wissen, kann ich immernoch auf meine „Backup-Uhr“ schauen. In vielen Fällen wird dies jedoch höchstwahrscheinlich nicht nötig sein! Das Gleiche geht natürlich mit Armbanduhr/Wanduhr, Handy/Wanduhr, etc. Wenn es gut läuft, wird aus der Hektik des Alltags bald ein entspanntes Dahingleiten 😀

 

NICHTS GEHT ÜBER DIE FAMILIE

Ebenfalls auf der Liste der 3 am meisten vermissten Dinge während des Auslandsaufenthalts der befragten Kolumbianer steht die Familie. Es liegt auf der Hand, hätte ich meine Umfrage in Frankfurt am Flughafen mit deutschen Heimkehrern gemacht, so hätten sicherlich auch einige geantwortet, dass sie sich am meißten freuen, nun ihre Familie wieder zu sehen. Der Zusammenhalt deutscher Familien ist mit der Fürsorge und dem Zusammenhalt kolumbianischer Familien allerdings schlicht nicht vergleichbar.

In Kolumbien hat die Familie oberste Priorität, vor allem anderen. Wer eine kolumbianische Frau heiratet, der heiratet gleichzeitig auch ihre Familie. Kolumbianer verbringen ihre Wochenenden und ihre Freizeit in der Regel mit ihrer Familie. Die Mutter meiner kolumbianischen Freundin ist, nachdem sie in Rente gegangen ist, von Manizales aus in die Hauptstadt Bogota gezogen um nah bei ihren Kindern zu sein. Sie wohnt dort jetzt mit einer ihrer Töchter zusammen in einem Haus gleich neben dem Haus der anderen Tochter.

Am vergangenen Sonntag war auch in Kolumbien der „dia de la madre“ (Muttertag). Mir scheint es, als habe dieser Tag in Kolumbien eine ähnlich große Bedeutung wie in Deutschland Weihnachten. Nicht nur der Muttertag selbst sondern auch der Abend davor und der Tag danach wird zusammen mit der Familie verbracht. Alle anwesenden Mütter bekommen Geschenke, es wird zusammen gegessen und gefeiert.

Zum Muttertag gibt es auf der Straße noch mehr Blumen zu kaufen als sonst.

Straßenverkauf Blumen

Wie kommt es nun, dass wir in Deutschland nicht so viel Zeit mit Familie und Freunden verbringen, wo sie doch eine echte Quelle des Glücks zu sein scheinen? Ganz einfach: weil wir uns dafür entscheiden, es nicht zu tun. Es soll Menschen geben, die wesentlich mehr Zeit in ihre Karriere, ihr Studium oder die Arbeit investieren als in ihre zwischenmenschlichen Beziehungen. So viel Zeit, dass diese Beziehungen darunter leiden. (Ich war lange Zeit einer von diesen Menschen;)) Wie man diesem Teufelskreis entflieht?!
Da ich, wie Sie vielleicht bereits bemerkt haben ;), ein großer Freund von Plänen und Regelmäßigkeiten bin schlage ich folgende Variante vor: einen Plan machen, der automatisch dazu führt, dass man regelmäßig mit Freunden und Familie etwas unternimmt.

Wie? Genau wie alles andere im Leben ist auch das nicht schwer – wenn man eine Entscheidung trifft!! In diesem Fall ist es die Entscheidung, regelmäßig mit der Familie und/oder Freunden etwas zu unternehmen. Ich würde wahrscheinlich wirklich einen zeitlichen Rahmen und eine Anzahl von Treffen festsetzen, zum Beispiel wöchtentlich zweimal, um sicher zu gehen, dass ich den Plan auch umsetze.

Ist die Entscheidung erstmal getroffen, regelt sich der Rest von selbst. Falls das Privatleben bereits dermaßen lange vernachlässigt wurde, dass sich von selbst kein Mensch mehr bei einem meldet, so ist es natürlich ratsam, selbst die Initiative zu ergreifen. Am besten jetzt gleich!

Falls es soweit noch nicht gekommen ist, wartet man einfach auf das nächste Mal, wenn sich der Bruder, die Mutter oder ein Freund meldet. Dann wird das kleine Männchen im Hinterkopf bereits auf der Lauer liegen und plötzlich könnte wie aus der Pistole geschossen kommen:

„Ja klar, super, machen wir, bis dann!“ 😉 Ein neues Privatleben ist geboren 😀

 

EWIGER FRÜHLING IN DER „CIUDAD DE LA ETERNA PRIMAVERA“: MEDELLIN

Nicht umsonst wird Medellin auch die Stadt des ewigen Frühlings genannt. Das ganze Jahr über blüht die ganze Stadt und es ist angenehm warm (im Durchschnitt etwa 24°), es ist selten sehr heiß und nie zu kalt.

Falls Sie mit dem Gedanken einer Reise nach Kolumbien spielen, sollte Medellin definitiv auf die Liste der Orte kommen, die Sie auf keinen Fall verpassen sollten.

Medellin

Ein besonders schönes Ausflugsziel von Medellin aus ist der „Penol“ bei Guatape. Der „Penol“ (auch „la piedra“ genannt) ist ein riesiger, bizarr anmutender Felsen, von dem aus man eine wunderschöne Aussicht über die umliegende Seenlandschaft hat. Am Besten, man besteigt den Penol am Nachmittag und bleibt so lange oben bis die Sonne untergeht. Ein atemberaubendes Spektakel!

Blick vom Penol

GEHEIMTIPP NR. 3 befindet sich in Guatape: Köstliches hausgemachtes Straßenessen. Da es von Guatape leider keine hochauflösenden Satellitenbilder gibt, werde ich versuchen, den Weg zu Dona Carmen zu beschreiben. Diese ist eine ältere Dame, die  ab dem späten Nachmittag auf der Straße Patacones con pollo / carne (das sind plattgeschlagene frittierte Kochbananen mit Hühnchen oder Rindfleisch), Empanadas und Arepas con carne verkauft – natürlich alles selbstgemacht! Und genau so lecker schmeckt es auch. Am Besten probiert man einfach alles, es kostet fast nichts.

Am einfachsten zu erreichen ist ihr Ständchen, wenn man der Straße rechts neben der Kirche am Marktplatz (wenn man auf diese blickt) folgt, etwa nach 500 Metern befindet sich auf der rechten Seite eine offene Betonfläche, an deren Ecke Dona Carmen ihre Abende unter einem Sonnenschirm verbringt.

parque guatape

 

TRADITIONELLES KOLUMBIANISCHES ESSEN: AREPA

Als ich meiner kolumbianischen Freundin von meiner Idee erzählte, Kolumbianer direkt nach ihrer Heimkehr am Flughafen nach den Dingen zu fragen, auf die sie sich besonders freuen, war ihre erste spontane Antwort:“Arepa!”  Sie hat selbst bereits einige Monate in Deutschland verbracht und konnte sich in die Situation der Heimkehr nach Kolumbien deshalb sehr gut hineinversetzen. Arepa – das ist kolumbianisches Maisfladenbrot, welches – laut Wikipedia – “hauptsächlich in Kolumbien und Venezuela, aber auch in Panama traditionell zu fast allen Mahlzeiten gegessen wird”. Meiner Meinung nach könnte man das “fast” getrost weg lassen ;) Und wer hätte das gedacht, auch Panama und Venezuela fallen zufälligerweise unter die Top 10 beim Happy Planet Index.

Nicht, dass diese Erkenntnis jetzt ein repräsentatives Argument dafür wäre, dass wir unser deutsches Brot mit Arepa ersetzen sollten – ich liebe deutsches Brot :D – aber es mal mit Arepa auszuprobieren schadet sicherlich auch nichts. Deshalb hier ein Rezept für klassische kolumbianische Arepas. Und hier für die fortgeschrittenen Köche  noch ein Rezept für gefüllte Arepas.

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RIO CLARO – ZEIT FÜR ZUNEIGUNG

Einer der wohl schönsten Orte, an dem ich je in Kolumbien gewesen bin, ist einer, der überhaupt nicht weit oben auf der Liste der Hauptattraktionen Kolumbiens steht. Im Gegenteil: die meisten Reisenden lassen diesen Ort aus, obwohl er sowohl von Medellin als auch von Bogota aus (für kolumbianische Verhältnisse ;)) sehr schnell zu erreichen ist. Von Medellin braucht man etwa drei bis vier Stunden, von Bogota aus etwa sechs. Rio Claro ist ein Ort, an dem man es sich (vor allem wenn man als Paar unterwegs ist und es liebt in der Natur zu sein) besonders gut gehen lassen kann. Wie erwähnt ist der Ort, vor allem unter der Woche, kein Hauptreiseziel und deshalb kann man dort als Ausgleich zum Trubel der Städte absolute Ruhe genießen.

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Es gibt in Rio Claro nur ein Hotel. Es ist nicht ganz billig aber meiner Meinung nach seinen Preis wert. Ich habe niemals zuvor in einer derartigen Szenerie übernachtet. Sowohl das Haupthaus als auch das etwas weiter den Fluß hinauf gelegene, neuere Gebäude hat keine Fenster oder ähnliches. Das ist möglich, weil es hier aus einem mir unbekannten Grund so gut wie keine Stechmücken gibt. Man befindet sich also tatsächlich mitten im Wald. Morgens zum Aufstehen hört man die Geräusche des Waldes um sich herum und blickt sofort ins Grüne, sobald man die Augen öffnet. Für mich ist es ein einzigartiger Ort, an den ich immer wieder sehr gerne zurückkehren werde. Scheinbar komplett abgeschieden von der Außenwelt kann man sich hier Zeit für sich und seinen Partner nehmen.
Falls einem doch mal nach Aktion zu Mute sein sollte, gibt es dafür zwei Möglichkeiten. Während die Wildwasserfahrt (Rafting) eher langsam voran geht, ist die Tour durch die Höhle, die in einem Wasserfall endet ein absolutes Muss. Lassen Sie sich am Besten einfach überraschen, Sie werden es auf keinen Fall bereuen! Die Touren sind außerdem sehr günstig und nehmen jeweils nur einen halben Tag in Anspruch, entweder den Vormittag oder den Nachmittag.

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Das neuere Gebäude weiter den Fluss hinauf.

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Die Höhlentour. Schon mal nur mit einer Taschenlampe bewaffnet durch eine kilometerlange, stockfinstere Höhle geschwommen, um sich an ihrem Ende in einem Wasserfall abzuseilen? Nein? Dann aber schnell. Das sollte jeder in seinem Leben mal gemacht haben! 😀

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Wo kann man wohl so ein Foto schießen?

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Hier!

GEHEIMTIPP NR. 4: Das schönste Zimmer befindet sich im neueren Gebäude, welches abgelegen vom Hauptgebäude hoch oben an einem Hang liegt, es ist Nr. 91. Als ich dort gewesen bin, war dieses neuere Gebäude gerade im Bau und nur die obersten zwei Stockwerke waren bereits bezugsfertig. Da außer uns damals kein Mensch im neuen Gebäude übernachtete, konnten wir uns das Zimmer aussuchen. Zimmer Nr. 91 hat uns überzeugt. Es hat im Gegenteil zu allen anderen Zimmern nicht nur einen sondern zwei Balkone, weil es auf der Ecke des Gebäudes liegt. Man fühlt sich, als würde man mitten im Wald auf einem riesigen Balkon übernachten, der zum Teil (das Bad und dort, wo das Bett steht) überdacht ist. Ein wirklich magischer Ort!

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Blick vom Balkon hintunter auf den kristallkaren Fluss.

Nun aber zum Glücksbringer, den ich mit diesem Ort in Verbindung bringen möchte. Ich habe bereits angesprochen, dass dies der perfekte Ort ist, sich Zeit für Zärtlichkeit und für seinen Partner zu nehmen. Womit wir bei einem weiteren Kernpunkt angekommen wären, der die kolumbianische Kultur von der deutschen unterscheidet: körperliche Nähe. In Kolumbien fassen sich die Menschen ganz natürlich ständig gegenseitig an. Als ich das erste Mal kolumbianischen Boden betrat, wurde ich von meinen kolumbianischen Professoren (ich absolvierte damals ein Auslandssemester in Manizales) mit einer Umarmung begrüßt. „Wou, was ist denn jetzt los?“, dachte ich mir damals. Aber das ist in Kolumbien absolut normal. In Deutschland für mich unvorstellbar. Kurz darauf saß ich im Wohnzimmer meiner ersten Bleibe einem Päarchen gegenüber, das sich gegenseitig im Arm hielt. Noch am selben Tag wurde mir klar, dass die beiden gar kein Päarchen waren. Sie waren befreundet, mehr nicht. Körperliche Nähe ist in Kolumbien genauso wichtig wie in Deutschland (ist es wirklich so und muss es wirklich so sein?) körperliche Distanz. Wir Deutschen haben anscheinend eine Art unsichtbaren Schild um uns herum, eine Aura (in Fachkreisen auch Individual- oder Intimdistanz genannt), welche wir mit aller Gewalt vor dem Eindringen (vor allem fremder Personen) schützen wollen. Manche mehr, andere zum Glück weniger. Auch Kolumbianer haben sicherlich eine Art von Individualdistanz, nur scheint sie bei ihnen weit weniger ausgeprägt zu sein.

Dabei sind es Berührungen, die uns Menschen nicht nur glücklicher sondern sogar gesünder machen. Eine Forsa-Umfrage belegt, dass viel zu viele Deutsche, vor allem Ältere unter „chronischem Berührungsmangel“ leiden. Eine sehr schlechte Entwicklung, da Berührungen so ziemlich für alles gut sind. Sie stimulieren die Ausschüttung der Entspannungshormone Prolaktin und Oxytocin und sorgen durch die Herabsetzung der Produktion des Stresshormons Cortisol dafür, dass der Körper Stress abbaut und sich entspannt.
„Berührungen sollen Depressionen und chronische Schmerzen lindern, das Immunsystem kräftigen und den Blutdruck senken. Auch Beziehungen verlaufen glücklicher, wenn sich die Partner häufig berühren“, fand das Touch Research Institut der Universität Miami heraus, wie Sarah Wagner im Focus Online Artikel „Umarmung ersetzt Pillen“ schreibt.

Wer sich nicht vorstellen kann, dass Berührungen so lebens- oder auch glücksnotwendig sind, aber auch keine Lust hat auf Focus Online mehr darüber zu lesen, der kann sich anstattdessen gerne den folgenden, sehr interessanten Vortrag von Paul Zak über Oxytocin und Berührungen anschauen.

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Nun, letztlich weiß ja jeder selbst, wie gut Berührungen sich anfühlen und wie sie zum Wohlbefinden beitragen. Wieder mal hängt der Schritt hin zu mehr Berührungen von dem Bewusstsein über dessen Notwendigkeit sowie von der Entscheidung ab, mehr davon zu wollen. Möglichkeiten gibt es für jeden sicherlich genug. Tatsächlich, man glaubt es kaum, gibt es in jeder größeren, deutschen Stadt sogenannte Kuschelparties, bei welchen sich wildfremde Menschen einfach nur zum Kuscheln treffen 😉 So viel zum Thema Möglichkeiten 🙂 Meiner Meinung nach ein eindeutiger Beweis dafür, dass in Deutschland ein großes Bedürfnis nach mehr Berührung und Zärtlichkeit besteht. Kuschelparties in Kolumbien, nicht wirklich vorstellbar, wozu auch, wenn man sich auch ohne Kuschelparties mehr berühren und glücklich sein kann!

 

„EL CLIMA ES LOCO EN COLOMBIA!“

Das sagte mir einst ein kolumbianischer Bekannter auf der Autofahrt von Bogota nach Manizales, als ich das erste Mal hier gewesen bin. Und das ist es allerdings! Das Wetter hier ist mit Abstand das verrückteste Wetter, das ich jemals erlebt habe. Kolumbien hat keine Jahreszeiten? Das würde ich so nicht sagen. In Kolumbien sind die Jahreszeiten nur zeitlich etwas komprimierter 😉 Manchmal kann man innerhalb einer Stunde Frühling, Sommer und Herbst erleben.

Schönes Wetter in Bogota

So sah der Blick aus meinem Fenster hier gestern Vormittag aus.

Eine Stunde später

Und so nur wenige Stunden später!

Centro Bogota

Während das Zentrum der Stadt noch die letzten Sonnenstrahlen genießt, blickt der Norden (in welchem ich mich gerade befinde) bereits dem apokalyptischen Ende entgegen! Es ist gerade Regenzeit hier in Kolumbien 😉 Es folgen mehrere Stunden unerschütterlicher Regengüsse, mit Tropfen so dick, dass sie fast Blutergüsse hinterlassen, wenn sie auf die Haut aufschlagen 😀 Es kracht und blitzt! Auf Deutsch fällt mir leider kein ausreichend zutreffender Ausdruck ein: It´s raining cats and dogs!

Als ich damals von Bogota nach Manizales unterwegs war, fuhren wir (wie das in Kolumbien meistens der Fall ist) an einem Berghang entlang, der in Wolken gehüllt war. Nach einer Weile wurde es dermaßen nebelig, dass wir kaum 20 Meter weit sehen konnten. Und ich meine wirklich 20 Meter. Es war gruselig düster! Plötzlich sah ich fast senkrecht über uns im Nebel ein blaues Schimmern. Ich fragte mich, was das wohl gewesen sein mochte. Ungefähr 30 Sekunden später wußte ich es. Etwa wie wenn man nach einem langen Tauchgang im Meer erstmals wieder durch die Wasseroberfläche stößt und die Sonne erblickt, so stießen wir aus der superdichten Wolkenschicht hinaus ins Freie und befanden uns mit einem Mal wieder unter strahlend blauem Himmel. Ich war überwältigt. Es war absolut spektakulär.

Obwohl es sich auch lohnt, diese plötzlichen Wetterumschwünge mal erlebt zu haben, empfehle ich für eine Kolumbienreise definitiv, sich vorher über die Regenzeiten zu informieren. Die trockenere Jahreszeit ist von Mitte Dezember bis Mitte März und von Juni bis September. Je nachdem wie lang die Reise sein soll, würde ich den geplanten Zeitraum an den Rand dieser Trockenzeiten legen, da gerade in den für Reisende interessanten Gebieten dann viel weniger los ist. Auch Feiertage wie die Semana Santa (die Osterwoche) sollte man bei der Reiseplanung berücksichtigen. Während dieser kann es sehr voll und auch teurer werden. Also, auch wenn es mehr Spaß macht, den Moment zu genießen – ein bisschen Planung schadet nicht 😉

 

AMORES PERROS – DER BESTE FREUND DES MENSCHEN

Die letzten Tage fragte ich mich immer wieder, über welche weiteren kolumbianischen Glücksbringer ich noch schreiben könnte, da ich dachte, bereits alle wichtigen Themen abgedeckt zu haben. Falsch gedacht! Tatsächlich wiederholten sich aber die Antworten meiner Gesprächspartner in der letzten Zeit oder hielten sich zumindest allesamt in den bereits genannten Bereichen auf – bis ich mich heute Vormittag im Park vor meiner Bleibe hier in Bogota mit einem Kolumbianer unterhielt, der mir die Augen öffnete! Er wies mich auf etwas hin, das gerade hier in dieser Wohngegend eigentlich ganz offensichlich und allgegenwärtig ist – der beste Freund des Menschen: der Hund! 😀 Damit meine ich keine Straßenhunde (von denen es in Kolumbien auch ein paar Wenige gibt, allerdings eher im Stadtzentrum), sondern ganz normale Hunde, die wie auch in Deutschland als Haustiere gehalten werden.

Valen Tobias

Auf einer normalen Reise würde einem die große Anzahl an Hundebesitzern hier wahrscheinlich garnicht auffallen. Da ich jetzt jedoch schon häufiger in Kolumbien gewohnt habe und auch gerade in einer Wohnung in einem Wohngebiet wohne, ist es wirklich kaum zu übersehen, wie unglaublich viele Leute hier einen Hund haben. Mir kommt es fast vor, als gäbe es kaum jemanden, der keinen vierbeinigen Begleiter hat. Tatsächlich gibt es sogar einen lateinamerikanischen Film, der sich den geliebten Hunden (amores perros) widmet. Amores Perros ist wirklich sehenswert und wurde bei der Oscarverleihung 2001 sogar für den besten ausländischen Film nominiert.

Im Vergleich zum deutschen, oft eher einsamen Hundeleben leben die Hunde hier in Kolumbien jedoch in einer Art Hundeparrallelwelt 😉 in welcher sich große, kleine, süße, dicke, dünne, haarige und kahle Hunde tummeln. In den Innenhöfen der Wohnkomplexe hört man es ständig bellen, weil die Hunde untereinander Revierkämpfe austragen – während sich in den Parks zwischen den Wohnkomplexen tagtäglich die Hundebesitzer und ihre Hunde mit Gleichgesinnten treffen um sich gegenseitig zu beschnuppern und ihr Geschäft zu verrichten 😉 (die Hunde meine ich!)

Valen Tobias 3

Valen Tobias 2

Meine Freundin Valentina sagte mir mal, wenn sie ihren Dalmatiner Tobias heiraten könnte, dann würde sie das ohne Zögern tun. Sie glaubt, dass ihr ihr Hund (und Hunde generell ihren Besitzern) deshalb so gut tun, weil sie ihnen eine bedingungslose Liebe entgegen bringen. Sie sind nicht nachtragend, kuscheln gerne und beschützen ihr Herrchen (oder Frauchen) mit ihrem Leben. Was kann man (bzw. Frau!) sich mehr wünschen? Nicht umsonst tragen Hunde auch bei uns in Deutschland den Titel: der beste Freund des Menschen.

GEHEIMTIPP NR. 5: Ein Wochenende in einer Finca auf dem Land verbringen ist vor allem für die Kolumbianer, die in den größeren (und oft auch kühleren) Städten wohnen, wie das Salz in der Suppe oder die Sahne auf den Erdbeeren – es gehört einfach zum Leben dazu! Ich bin gestern Abend von einem Wochenendausflug nach San Sebastian de Mariquita zurück gekommen. Der Ort befindet sich etwa 4 Stunden von Bogota entfernt auf dem Weg nach Manizales.

Andere warme Orte, in denen die Kolumbianer traditionell ihre langen Wochenenden verbringen, sind zum Beispiel Melgar und Girardot (zwischen Bogota und Ibague) und Santagueda bei Manizales. Anbieter findet man am einfachsten wenn man googelt, z.B. Fincas Girardot.


Mariquita Pool
Finca Mariquita

Wir verbrachten in Mariquita zwei Nächte in einer privaten Finca mit einem sehr großen Pool und (wer hätte das gedacht) hauseigenem Hund 😉 Der gehörte sozusagen zum Inventar des Hauses. Die Kosten beliefen sich bei 8 Schlafplätzen auf 300.000 kolumbianische Pesos/Nacht, also 37.500 Pesos pro Person, was widerum (lange Rede, kurzer Sinn) ziemlich genau 15 € pro Person/Nacht entspricht. Nicht besonders viel für ein riesiges Haus mit eigenem Pool, Grillplatz, Küche, allem was man zum Kochen braucht und als Highlight einem großen Garten mit Mandarinen-, Avocado- und Mangostinobäumen, von denen wir uns nach Lust und Laune bedienen konnten. Willkommen im Paradies 😀

Mangostino

Wer Mangostinos nicht kennt: sie sind GEHEIMTIPP NR. 6! Meiner Meinung nach die leckerste Frucht der Welt. Ab und zu kann man sie auch in sehr gut sortierten Supermärkten in Deutschland bekommen, allerdings nur sehr kleine und dort sind sie unglaublich teuer. Auch in Kolumbien gehören sie wie Avocados den Früchten, die nicht ganz preiswert sind, gleichzeitig jedoch sind sie ihren Preis auf jeden Fall wert! In den kühleren Städten wie Bogota findet man sie auch nicht besonders leicht. In wärmeren Gegenden bekommt man sie überall am Straßenrand. Händler bieten sie an Stellen an, an denen durch Bodenschwellen zum langsamen Fahren gezwungen wird, sodass man sie direkt aus dem Auto heraus erwerben kann. Man bricht die äußere, dicke Schale vorsichtig auf und ergötzt sich an den weichen Kammern im Inneren – köstlich! Unbedingt probieren 😛

 

GLÜCKSQUELLE: SINGEN

Einen letzten Glücksbringer habe ich noch gefunden. Vielleicht auch eher ein Zeichen des Glücks als dessen Quelle. Möglicherweise beides. Vielleicht das Gegenteil eines Teufelskreises – wenn man so will: eine Glücksspirale 😀 Eine Angewohnheit, die aus dem Glück geboren wird und neues Glück hervorbringt. Mir scheint es als würden die Leute hier wesentlich häufiger und mehr singen als bei uns zu Lande. Vor allem die kolumbianischen Frauen singen und summen oft den lieben langen Tag vor sich hin.

Und auch hierzu hat Focus selbstverständlich einen Artikel parat. Wer hätte das gedacht 😉 Singen führt nicht nur (wie übrigens auch Kuscheln – siehe oben: Rio Claro – Zeit für Zuneigung) zur Ausschüttung des Glückshormons Oxytocin sondern auch zur Bildung von Immunglobolin und somit zur Stärkung der Abwehrkräfte. Ein glücklicheres und gesünderes Leben ist die Folge!

Also liebe Leser, beim kochen, unter der Dusche oder wo auch sonst immer: Singt mehr!

 

GEHEIMTIPP NR. 7: Bogota von oben. Ich glaube, ich kenne keine Stadt, die bei Nacht von oben noch beeindruckender ist als Bogota. Falls Sie in Bogota im Dunkeln ankommen (oder es im Dunkeln verlassen, was bei Lufthansa-Flügen in der Regel der Fall ist), kann ich nur sehr dazu raten, sich im Flugzeug einen Fensterplatz zu sichern. Die vollkommen orange beleuchtete und in Quadrate eingeteilte Stadt sieht in der Nacht aus wie ein glühendes Labyrinth. Ich werde den Anblick wohl nie vergessen, wie ich zum ersten Mal in Bogota landete. Alternativ zur Aussicht aus dem Flugzeug bietet sich natürlich der Berg Monserrate an, welcher seine Tore jedoch meist bereits um 18:00 Uhr am Abend schließt, sodass man von der Dunkelheit nicht mehr viel mitbekommt.

Bogota a noche

Blick vom Colpatria-Tower.

Anstattdessen können Sie jedoch auch das höchste Gebäude der Stadt, den Colpatria-Tower, besteigen. Er hat freitags von 18:00 – 21:00 Uhr und Samstag und Sonntag bis 20:00 Uhr geöffnet. Die Öffnungszeiten variieren jedoch, am Besten informieren Sie sich also vorort. Frühes Ankommen, am Besten vor 18:00 Uhr, ist sinnvoll, da sich später schnell eine Schlange vor dem Eingang bilden kann. Pass oder einen Ausweis nicht vergessen, dieser ist nötig um herein gelassen zu werden. Wer um 17:30 Uhr ankommt, ist rechtzeitig da um den Sonnenuntergang von oben zu genießen und danach zu beobachten wie die Stadt, die sich bis zum Horizont erstreckt, langsam zu lodern beginnt.

 

 

NEUE WELTEN ENTDECKEN

Wenn Sie die kolumbianische Kultur wirklich richtig gut kennen lernen wollen, kann ich neben einer Urlaubsreise nach Kolumbien auch sehr empfehlen dort gleich eine Weile zu arbeiten, ein Praktikum oder einen Austauschdienst zu machen oder (falls doch auf einer Urlaubsreise) anstatt des Übernachtens in Hotel und Hostel die im Übrigen auch günstigere Variante zu wählen, sich ein Zimmer in einer Wohngemeinschaft zusammen mit Einheimischen zu mieten. Auch von dort aus können Sie Tages- oder Wochenendausflüge machen. Und einige Wochen lang eine schöne Wohnung oder ein Zimmer zu mieten ist oft günstiger als wenige Tage in einem Hotel zu übernachten.

Ein paar Tipps für diese Art des Entdeckens:
Weltweite Projekte und Jobs finden Sie zum Beispiel auf projects-abroad oder craigslist. Wohnungen auf der ganzen Welt können Sie auf airbnb oder 9flats finden. Meist gibt es jedoch wesentlich günstigere Varianten von lokalen Anbietern wie in Bogota zum Beispiel auf compartoapto.

Generell finde ich, lernt man die Kultur eines Volkes erst richtig gut kennen wenn man mit den Einheimischen zusammen wohnt und/oder arbeitet, am Besten sogar beides. Hier in Kolumbien lohnt sich dieses Kennenlernen sehr. Die kolumbianische Kultur hautnah zu erleben, kann einem definitiv die Augen öffnen.

Wir haben nun ja schon einige Glücksbringer der Kolumbianer kennen gelernt, es gibt bestimmt noch viele mehr. Ich bin allerdings nach wie vor der Meinung, dass die bedeutendsten unter ihnen das Leben im Moment sowie die Zuneigung, die die Kolumbianer einander (vor allem innerhalb der Famlilien) entgegen bringen, sind. Zumindest für mich sind diese beiden Aspekte besonders offensichtlich und ausschlaggebend. Letztlich muss jeder für sich selbst herausfinden, welche Glücksbringer er in seinem Leben haben möchte.

Eine Reise (oder ein längerer Aufenthalt) in Kolumbien ist auf jeden Fall eine gute und sehr effektive Maßnahme, um herauszufinden, welche Glücksbringer für einen selbst funktionieren und wie man sein Leben folglich gestalten möchte. Sie kann jedoch nur der Anfang sein, die Reise geht nämlich nach der Rückkehr weiter, wenn einem im vertrauten Zuhause nach und nach all die Kleinigkeiten auffallen, die vorher ganz normal waren und jetzt plötzlich so anders erscheinen.

Ich wünsche Ihnen viel Spaß und Glück beim Entdecken neuer Welten und vor allem beim Finden ihrer persönlichen Glücksbringer! 😀

 

 

 

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29 Antworten auf “Bens Glücksbringersuche”

  1. Sophy sagt:

    Hey Ben,

    übermorgen geht es für dich los auf die Suche nach dem Glück Kolumbiens! Dabei mindestens genau so viel Spaß wie ich sie nun auf meinem Trip hatte.

    Lebe das Abenteuer, ich bin schon sehr auf deine Reiseroute und Erlebnisse gespannt.

    Ganz liebe Grüße,

    Sophy

  2. Betty Rollfeld sagt:

    Hallo Ben,

    wenn ich Deinen Blog so lese, moechte ich am liebsten sofort auch nach Kolumbien reisen!

    Es ist spannend, welche Gluecksbringer der Kolumbianer Du bei Deinen ersten Eindruecken und Erfahrungen schon entdeckt hast. Schoen ist, dass viele Gluecksbringer offenbar gar nicht so schwierig „nachzuleben“ sind. Ich freue mich auf Deine Berichte ueber weitere Gluecksbringer!

    Viele Gruesse und eine von Glueck erfuellte Reise
    Betty R.

  3. maytoh sagt:

    Hello Ben,

    Thanks for your write-up. This shows a very interesting country to visit and I am very impressed. Its a pity this is not also written in English!

    May

  4. Johanna B. sagt:

    Hey Ben,

    das hört sich echt alles voll gut an und die schönen Bilder erst…
    Kolumbien steht nun ganz oben auf meiner Reise-Liste 🙂

    LG und viel Spaß noch!!!

  5. Dennis sagt:

    hallo ben,

    eine tolle reise die du grad machst.ich war auch schon in kolumbien und kenne ein paar schöne ecken aber selbst für mich waren noch einige neue spannende vorschläge dabei.falls du in bogota vorbeikommst kann ich dir noch den monserate empfehlen da hat man eine wunderbare aussicht auf die stadt.ich wünsch dir noch viel spaß und freue mich auf neue berichte von dir.

    viele grüße
    dennis

  6. Florian Mack sagt:

    Hey Ben,

    echt cool, da bekomm ich richtig Lust auf Süd-Amerika.
    Lass es Dir gut gehen und viel Spaß!

    Viele Grüße
    Florian

    • Benjamin sagt:

      Musst Du unbedingt hin! Ein Bekannter aus Deutschland, den ich vor Jahren in Cartagena kennen gelernt habe, sagte einst (zu Recht): „Südamerika ist DER Shit, alter!“ 😀

  7. Micha sagt:

    He Ben,

    gestern war Berlin mal wieder so grau und verregnet. Jeder wartet sehnsüchtig auf den Sommer, der noch nicht so richtig kommen will. Ich habe einfach dein Blog gelesen und bin mit einem Lächeln durch den Regen mit meinem Fahrrad durch die Stadt gefahren. Also mach dich weiter auf die Suche nach dem Glück in Kolumbien und lass uns teilhaben :-).

    Liebe Grüße
    Micha

    • Benjamin sagt:

      Hey Micha,
      schön von Dir zu hören und mich freut es sehr, Dir ein Lächeln aufs Gesicht gezaubert haben zu können – uff, was ein komplizierter Satz, gibt es diese Form der Zeit überhaupt?! 😉
      Hier scheint die Sonne übrigens auch nicht Tag ein Tag aus. Vor allem jetzt gerade nicht, weil Regenzeit ist.
      Ich habe gerade deinen Kommentar betreffend etwas Neues gepostet > ganz am Ende des Blogs (El clima es loco en Colombia) Auch schlechtes Wetter kann schönes Wetter sein 😀

      Wenn ich zurück komme, bringe ich die Sonne mit, versprochen, dann lass uns mal grillen oder sowas. Mit den monatlichen, montäglichen Treffen hat das ja dann doch nicht so gut geklappt wa 😉

      Liebe Grüße,
      Ben

  8. Ingeborg Ballaire sagt:

    Hallo Ben.
    ein Toller Bericht und, wie ich dafurch erfahren habe, ein Paradies nicht nur was die Natur betrifft, sondern auch die Menschen und der Lebensstil. Solte man unbedingt hinreisen.
    Danke für diese Inspiration.
    Liebe Grüße
    I.B.

  9. Jenny sagt:

    Ben,

    ich bin absolut begeistert und habe deinen Blog gleich einer Freundin weiterempfohlen, die bald nach Kolumbien zieht und noch keine Ahnung von dem Land hat!

    Weiter so!!

  10. allumelefeu sagt:

    Hi Ben!

    der Trip durch die Höhle klingt ja extrem aufregend!
    Ich freue mich für dich, dass du so tolle Sachen erlebst.

    Ich habe zu 99% beschlossen, doch nicht nach Südamerika zu reisen im Winter.
    Ist ökologischer, geldsparender und dann bin ich auch nicht so weit weg von allem, was hier so los ist;)
    Und bekanntlich kann man ja überall glücklich sein.

    Ich wünsche dir noch eine wunderschöne Zeit!

    Lisa

  11. Winston Torr sagt:

    Super toller Blog Ben!!!!!!!!!!!!! 🙂

  12. Alex sagt:

    Einfach nur krass. Ich brauche langsam auch eine Auszeit und die Bilder sehen aus wie ein Traum!

  13. Graf sagt:

    luv it!!!

  14. John Aigner sagt:

    Kolumbien, ich komme!

  15. sir-flo sagt:

    Yo yo Benno,

    cooler Trip!!! Auch wenn ich bis jetzt erst einen kleinen Teil Deines Blogs gelesen habe.

    Werde Deine Reise auf jeden Fall weiter verfolgen und nun auch eigene Reisepläne nach Kolumbien schmieden.

    Is echt ein geiles Land! Vor allem die atemberaubende Natur und die sensationellen Früchte haben mich fasziniert.

    Wünsche Dir ne tolle Zeit, bis Bald

    PS: Das Baumhaus passt irgendwie zu Dir 😉

  16. Marlene sagt:

    Hi Ben,

    großes Kompliment an deinen Blog. Deine Suche nach dem Glück ließt sich wirklich sehr interessant und fast schon wissenschaftlich. Die vielen Insider-Tips machen Lust auf eine Kolumbienreise und ich glaube du hast dein Glück bereits gefunden. 😉

    Genieße die glückliche Auszeit!

    • Benjamin sagt:

      Hi, vielen Dank für das Kompliment! Die Wissenschaftlichkeit mag daran liegen, dass ich parrallel auch noch meine theoretische Diplomarbeit schreibe 😉

  17. Paule sagt:

    Ich bereise im Sommer Bogta auch zum vierten mal und immer wieder fühle ich mich dort zuhause.

  18. bearinux sagt:

    Everything looks awesome… why dont you stay 😀

  19. Svenson sagt:

    Sehr nice Ben.

    Wirklich tolle Bilder und spannend geschriebene Beiträge.
    Schade, dass es hier bald keine updates mehr gibt, vorerst! =D

    Schön wäre es noch gewesen, wenn du (als alter Taucher) auch etwas über die Unterwasserwelt hättest schreiben können – aber ich habe ja gelesen, dass du auch ohne zu tauchen wahnsinnig viele tolle Eindrücke sammeln konntest!

    Gruß und bis bald…

    • Benjamin sagt:

      Hallo Svenson,
      danke für dein Interesse. Da ich in Kolumbien bisher noch nicht Tauchen gewesen bin, konnte ich leider auch nichts darüber schreiben. Aber wer weiß, vielleicht bedeutet das Ende des Wettbewerbs nicht zwangsläufig auch das Ende des Blogs, sodass ich noch etwas über die Unterwasserwelt schreiben kann wenn ich hier doch endlich mal zum Tauchen komme.
      Beste Grüße aus Bogota, Ben

  20. maytoh sagt:

    Es ist ein sehr interessantes Blog über Kolumbien Ben und die schöne Bilder auch. Vielleicht kommt ich doch hin eines Tages. Vielen Dank.

  21. michelle sagt:

    Hallo Ben
    Als ob ich diesen wunderschönen Kontinenten und dieses wunderschöne Land nicht schon genug vermissen würde! Doch du musst einfach kommen und mir unter die Nase reiben wie herrlich Kolumbien ist. Ich verbrachte 4 Wochen in Südamerika und was mir am Anfang fremd war vermisse ich jetzt! Niemand verkauft auf der Strasse Früchte, auchi m Einkaufszentrum gibt es bei weitem nicht so eine grosse Auswahl an guten verschiedenen Früchten, der Bus fährt hier einfach pünktlich ab und hält nicht wenn jemand an der Strasse steht, und vom Preis des Busses wollen wir gar nicht anfangen, Stress ist in Kolumbien ein Fremdwort das kann man von Europa nicht behaupten! Ich vermisse das Leben auf den Strassen! Danke für diesen schönen Blog, er hat mich wieder von neuem motiviert zu sparen und Spanisch zu lernen, so dass ich wieder einmal eine Reise in den wunderschönen Kontinente antreten kann 🙂

    • Benjamin sagt:

      Liebe Michelle,
      es freut mich ja sehr, dass mein Blog Dich zu einer weiteren Reise nach Südamerika inspiriert hat! Vor allem nach so langer Zeit, ich habe den Blog vor über einem Jahr geschrieben und hatte total vergessen, dass er überhaupt noch existiert 😉 Vielleicht kannst Du ja aus der Reise einen längeren Aufenhalt machen, bei dem Du noch dazu was Sinnvolles machen kannst (also neben dem ohnehin schon sinnvollen Spaß, den Du haben wirst :-)). Ich habe bei meinem ersten Aufenhalt in Kolumbien ein Praktikum gemacht, das war sehr bereichernd für mich – und meiner Meinung nach lernst Du das Land bei einer solchen Tätigkeit am aller Besten kennen.
      Liebe Grüße aus dem herbstlichen Berlin.

Wir freuen uns auf Ihre Kommentare

Der Autor:

Benjamin Achenbach

Ben, 26 kommt aus Westhofen und lebt zurzeit in Berlin Reisezeit: 10.05. – 16.06.2013 Was hat dich dazu bewogen an unserem Wettbewerb teilzunehmen? Bereits seit langer Zeit bin ich auf der Suche ... weiterlesen

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