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Kolumbien: Eine Bibliothek sucht ihre Zukunft

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neues SchildAm 30.05.2010 fand in Kolumbien die Präsidentenwahlen statt. Das höchste Amt und damit die Regierung für die nächsten 4 Jahre werden in Kolumbien direkt gewählt. Wie angenommen, kommt es aber zu einer zweiten, einer Stichwahl im Juni, da keiner der Kandidaten die notwendige absolute Mehrheit erreicht hat. Der Wahlkampf wird damit noch ein paar Wochen weitergehen und die Argumente der Kandidaten werden sicher noch klarer herausgearbeitet werden. Bildung steht von Beginn an oberster Stelle und wird ganz sicher ein Feld sein, auf dem die verbliebenen Kandidaten Stimmen gewinnen wollen.

Gerade für die Menschen in den Armutsvierteln ist die Bildung ihrer Kinder DIE große Hoffnung auf eine besser Zukunft. Doch gerade diese Kinder erhalten bisher vom Staat am wenigsten Unterstützung, damit sie sich außerhalb der Schule weiterbilden, informieren oder recherchieren können.

Don Luis

Wir lernten vor einem guten Jahr Luis Angel Muñoz kennen. Er lebt in einem Viertel Medellins, das es gar nicht geben dürfte, denn die Stadtplaner hatten es nicht vorgesehen. Es war eine der Müllhalden der Stadt und die Menschen dort lebten auf Pappkartons, teilten sich „ihr Viertel“ mit Ratten und Geiern. Heute kennen viele dieses Viertel unter den Namen „Pablo Escobar“, weil der Drogenbaron zu Beginn der 80-er Jahre hier Grundstücke aufkaufte, und sie an die Menschen verschenkte. Nach seinem Tod halfen Familienangehörige Escobars den Menschen beim Hausbau. Auch Luis verdankt sein Haus der Mutter Escobars, die ihm das Haus schenkte.

Die Menschen in diesem Viertel haben die ganzen Gräuel der Drogenkriege miterlebt. Auch Luis. Seit seinem 10. Lebensjahr leidet er an Muskelschwund. Heute ist Luis ende 40, er kann sich ohne Hilfe nicht mehr versorgen. Trotzdem lernten wir Luis als einen lebensfrohen Menschen kennen, der sich für seine Gemeinde einsetzt. Daher nennen wir ihn Don Luis. Seit 1992 betreibt er in seinen Räumen eine Bibliothek, die den Kindern des Viertels die Möglichkeit bietet Hausaufgaben zu machen, zu lesen und zu lernen. Vor allem sind sie von der Straße weg und Don Luis weiß aus seiner eigenen Jugend, wie wichtig das ist. Ohne nennenswerte Unterstützung von Außen leistet er damit seit 18 Jahren seiner Gemeinde einen Dienst, den der Staat bisher nicht erbrachte und den nun Politiker als Wahlkampfthema entdecken.

Aprendiendo

Als uns Nicole von viSozial vor einem knappen Jahr Don Luis und seine Bibliothek vorstellte, waren wir alle sofort ihrer Meinung: Wir von viSozial wollen Don Luis´ Bibliothek unterstützen!

Wie sieht es heute, knapp ein Jahr später aus; was haben wir erreicht, wie soll es weitergehen? Für viSozial ist der Aspekt der Nachhaltigkeit ein entscheidendes Kriterium der Förderung. Im Falle der Bibliothek Don Luis bedeutet das, dass wir erreichen wollen, dass die Gemeinde sich für das Schicksal der Bibliothek verantwortlich sieht, erkennt, welche Bedeutung ihre Existenz für die Zukunft ihrer Kinder hat. Ganz klar wollen wir mehr als nur Bücher spenden und die Ausstattung der Bibliothek verbessern.

Leer y sonreír

Um zu prüfen, was uns fehlt zur Erreichung dieses Ziels fehlt, besuchte Nicole Ende April noch einmal die Bibliothek. Sie erkannte zwei grundlegende Tatsachen: Don Luis kann der Gemeinde seine Träume nicht kommunizieren und die Gemeinde nimmt wenig oder kaum Anteil an dem Schicksal Don Luis oder der Bibliothek.

Wenn man gezwungen wird, die Zukunft auf die Frage zu reduzieren, wovon die morgigen Mahlzeiten für Kinder oder für die Familie bezahlt werden sollen, ist die Frage, welche Rolle in 5 Jahren eine Bibliothek zu spielen hat, ganz bestimmt an den Haaren herbeigezogen. Die Menschen in Don Luis´Viertel werden von Fragen getrieben, auf die sie jetzt eine Antwort finden müssen. Auf ihrem Weg zu Arbeit laufen sie täglich an Don Luis´Haus vorbei ohne darüber zu denken, ob dieser heute aufgestanden ist und etwas zu essen bekommt. Für sie ist Don Luis einfach da und irgendwann vielleicht auch nicht mehr, así el la vida – so ist das Leben!

Auf der anderen Seite kann sich Don Luis auf Grund seiner Krankheit nicht mit seinen Nachbarn im Café oder dem Laden – „la Tienda“ neben an treffen und ihnen erzählen, was er sich für die Bibliothek wünscht, wie wichtig sie für die Kinder ist und welche Rolle sie auch in Zukunft spielen soll. Auch in einer Zukunft ohne ihn! Als Nicole Don Luis erzählte, dass die Bibliothek seinen Namen tragen und später von Menschen weitergeführt werden soll, die hier als Kinder ihre Aufgaben gemacht haben, kann dieser es nicht glauben, seinen Traum aus den Mund jemand anderes zu hören.

Wenn viSozial die Bibliothek als nachhaltiges Projekt unterstützen will, muss also dafür Sorge getragen werden, dass beide zueinander finden. Don Luis muss seinen Nachbarn mit seinen Träumen erreichen können und seine Nachbarn müssen Verantwortung für die Bibliothek annehmen. Dafür benötigen beide Hilfe von Außen. Jemand der die Kommunikation zwischen Don Luis und seiner Gemeinde vorantreiben kann. Eine Person, die das Vertrauen Don Luis gewinnt, damit dieser sich traut laut zu träumen und die die Gemeinde erkennen lässt, dass es auch Fragen gibt, die über heute hinausgehen.

Diese Funktion könnte durch die freiwilligen Arbeit eines Sozialarbeiters, oder einer Person, die an Sozialarbeit interessiert ist, ausgefüllt werden. So hat viSozial die Stelle eines Volontärs wie folgt ausgeschrieben:

Gesucht wird ein Volontär, der bereit ist, mindestens ein halbes Jahr in Medellin zu leben und uns in der Arbeit mit der Gemeinde zu unterstützen.

Weitere Anforderungen:

  • sehr gute Spansich-Kenntnisse
  • Aufgeschlossenheit und Verständnis gegenüber anderen Kulturen
  • mindestens 25 Jahre alt
  • Ausbildung im Bereich Ethnologie oder sozialen Berufen
  • selbständiges Arbeiten

Die Aufgaben des Volontärs werden sein:

  • „Einleben“ im Viertel (bedeutet nicht, dass derjenige dort leben muss), Vertrauen der Gemeinde gewinnen
  • Arbeit mit Luis in der Bibliothek
  • Sprechen mit der Gemeinde: „Klinkenputzen“ und Versammlungen organisieren
  • Organisation von Aktionen wie z.B. Renovieren der Bibliothek mit der Gemeinde (dann wäre das große Ziel erreicht)

Haben Sie Lust zu helfen! Dann bewerben Sie sich unter: info(at)mundo-visozial.org

Wenn Sie mehr über die Bibliothek „Don Luis“ wissen möchten, finden Sie Nicoles Berichte unter:

http://visozial.org/kolumbien/bibliothek-luis-angel

http://visozial.org/2010/05/bibliothek-volontaer

Ich wage keine Prognose, wer nach der wahrscheinlichen Stichwahl der nächste Präsident Kolumbiens sein wird, auch nicht darüber, wie wichtig nach der Wahl das Thema Bildung in seinem Regierungsprogramm sein wird. Meine Prognose ist aber, dass die Bibiothek „Don Luis“ eine Zukunft haben wird, denn sie ist wichtig und richtig für das Viertel.

Was meinen Sie, wird es uns gelingen, aus ihr ein nachhaltiges Projekt zu machen?

Aprender juntos

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2 Antworten auf “Kolumbien: Eine Bibliothek sucht ihre Zukunft”

  1. Kristina sagt:

    Ich werd den Artikel mal in meinem Bekanntenkreis weiterleiten. Ich selber kann mich leider kein halbes Jahr aus meinem Job ausklinken, so gern ich es täte …

  2. Linda sagt:

    Ich denke die Zukunft dieses Projektes steht und fällt mit der Persönlichkeit von Luis und der Qualität der Volunteers die ihr finden könnt. Es wird sicher nicht einfach werden aber ich drück euch sehr die Daumen ud werd die links mal hier und da verbreiten. Alles Gute!

Wir freuen uns auf Ihre Kommentare

Der Autor:

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