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Brasilianisches Temperament: Brasilien während der WM

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logo_brafus2014_800x800-150x150Liebe Freunde von Viventura,

so harmonisch es in unserem Team zugeht, seit wir vor bald vier Wochen in Brasilien während der WM gelandet sind: Beim Tanzen liegen wenn nicht Welten, dann aber doch Kontinente zwischen uns. Am vergangenen Wochenende hätten die Unterschiede kaum deutlicher zu Tage treten können.

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Wir waren eingeladen zu einem Festa Junina, die hier traditionell stattfinden. Isabel hatte uns mit zur Familie ihres Cousins genommen. Wir hatten sie erst wenige Tage vorher kennengelernt. Als sie hörte, mit welcher Mission wir hier in Brasilien während der WM unterwegs sind und dass wir noch auf der Suche waren nach einem Schlafplatz in Belo Horizonte, sagte sie: „Kommt doch zu mir.“ Wir konnten ja nicht ahnen, dass uns das in die Verlegenheit stürzen würde, Samba zu tanzen. Wobei: „Uns“ ist in diesem Fall eben nicht ganz richtig.

Unsere Samba-Erfahrungen teilen sich so auf: Birte hat insgesamt zwei Jahre in São Paulo gelebt. In dieser Zeit hat sie in der Águia de Ouro, einer der größten Samba-Schulen der Stadt, gelernt, wie man sich so zur Musik bewegt, dass sogar die Brasilianer anerkennend nicken. Kai hat in seinem Leben nur einmal Samba getanzt. Das war ziemlich zu Beginn unserer Reise in einem kleinen Club in São Paulo, in dem es so eng war, dass er dachte, es würde reichen, einfach nur ein bisschen mit dem Hintern zu wackeln. Birte sagte danach, sie werde erst dann wieder mit ihm Samba tanzen, wenn er das Grundprinzip verinnerlicht habe: Das Wackeln des Hintern muss aus den Beinen kommen. Und Christian schließlich tanzt grundsätzlich nicht. Bzw. wenn, dann nur, indem er mit Genuss und Gemütlichkeit etwas auf und ab wankt.

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Mit diesen Voraussetzungen landeten wir also im Garten der Familie. Unter zwischen den Bäumen hängenden Girlanden und mit Brasilianern, die uns so herzlich aufnahmen, als hätten sie das Fest nur unseretwegen ausgerichtet. Und irgendwann hieß es: Jetzt wird getanzt. Christian blieb auf seinem Stuhl sitzen mit der Ausrede, fotografieren zu müssen. Kai machte sich auf, die Ehre der Reisegruppe zu verteidigen (und die seines Hinterns). Birte stieß bald dazu. Unter dem Jubel der Mittanzenden gaben beide dann so gute Figuren ab, dass sie nach dem ersten Song nicht höflich von der Tanzfläche gebeten wurden, sondern aufgefordert weiterzutanzen. Das ist ja ein gutes Zeichen. Vielleicht war es aber auch nur das Ergebnis ihrer Gastfreundschaft – zumindest in Kais Fall.

Dass wir nach Belo Horizonte reisen wollten, lag wesentlich daran, dass wir uns vorgenommen hatten, uns eine Demonstration gegen die Weltmeisterschaft von innen anzusehen. Seit Anpfiff der WM hat man mitunter das Gefühl, dass der Protestwille der Brasilianer über Nacht versiegt sei. Dass das nicht stimmt, haben wir hautnah erlebt. Und wir haben gelernt: Der Protest ist nicht verschwunden. Er hat nur sein Gesicht verändert.

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Ein paar Stunden später wurden wir dann Zeuge, als eine ganze Nation nah am Herzinfarkt stand. Beim Elfmeterschießen gegen Chile (Endresultat 3:2 für Brasilien) konnten wir die Nervosität der Brasilianer beinahe riechen, als wir das Spiel mit ihnen auf der Straße vor einer Lanchonete verfolgten. Besonders ein Herr wird uns nachhaltig in Erinnerung bleiben. Er versteckte sich vor jedem Elfmeter in einem Hauseingang die Straße abwärts, kam aber nach jedem Schuss nach oben gerannt, um zu sehen, was geschehen war. Und was geschah, nachdem Brasilien den Einzug ins Viertelfinale geschafft hatte, sehen Sie sich am besten selbst auf unserem Blog an.

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Und weil wir uns heute in der Wohnung in Mariana, etwa hundert Kilometer südöstlich Belo Horizonte, schon zum Gespött gemacht haben, weil wir seit inzwischen zwölf Stunden beinahe unterbrochen vor dem Computer sitzen, die Sonne über den Himmel haben ziehen und den Mond aufgehen sehen, weil wir uns also wie typische Deutsche verhalten (und das, wo wir uns doch nun zumindest dem Schwung des Hinterns nach schon ein wenig brasilianisch fühlen), wollen wir diesen Brief für heute beenden. Nicht aber, ohne sie noch kurz auf die Frau hinzuweisen, von der wir Ihnen im letzten Brief erzählt haben: Silvana. Inzwischen ist der Beitrag über sie fertig. Schauen Sie ihn und hören sie, was sie zu erzählen hat. Wir sind sicher, Sie werden keine Minute davon bereuen!

Herzlichst, Ihre Birte Fuchs, Christian Frey und Kai Schächtele

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Der Autor:

Benno Schmidt

Benno
Als Marketeer bei viventura schreibe ich am liebsten über meine drei Lieblings-K aus Südameri-K: Kurioses, Kulturelles und Kulinarisches. Meine Liebe zu Lateinamerika habe ich auf einer ... weiterlesen

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