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Busfahren auf Kolumbianisch

29. Okt 2008Allgemein 3 Kommentare

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„Me gusta, me gusta, me gusta estar contigo….“  Laut ertönt kolumbianische „Volksmusik“ aus dem Lautsprecher, der sich natürlich direkt über meinem Sitz befindet… und von Vorne schallen mir noch lauter die Waffengeräusche des neusten Jean Claude Van Damme Films entgegen. AHHHHHHHHHHHH – wohin soll ich denn bloß hören. Könnt ihr euch vorstellen wo ich mich gerade befinde?

Jetzt lebe ich schon fast 2 Jahre in Kolumbien, aber beim Busfahren erlebe ich immer wieder Neues, was mich zum Grinsen oder auch zur Verzweiflung bringt.

Da möchte man doch einfach nur die schöne Landschaft genießen und ein bisschen vor sich hinträumen und wird von Hörreizen nur so überflutet…. aber auch die visuellen Reize kommen im Bus von „Rapido del Carmen“ (Busgesellschaft) nicht zu kurz. Gepolsterte rote Decken, grüne Gardinen mit Fransen vor den Fenstern – sowohl an der Seite, als auch vorne beim Fahrer – natürlich verziert mit Gold und die Schutzpatronin der Fahrer, die Jungfrau Carmen, in kitschigem baby-blau und rosa darf natürlich auch nicht fehlen. Sehr praktisch die Kleenexbox, die kopfüber an die Decke geklebt ist – so ist immer ein Taschentuch parat, wenn einem beim Horror- oder Actionstreifen mal die Tränen kommen sollten. 🙂

Was mich ganz persönlich am Busfahren erfreut –  ist, wenn es etwas zu essen gibt! Die Auswahl ist – je nach Länge der Strecke – gross. Leckere Chips, 100 verschiedene Arten Gebäck – von Arepas, über Empanadas, Pan de Bono, Pan de Yuca und und und -, Pudding, Eis, Schokolade. Alles was ds Herz bzw. mein Magen begehrt wird mit einem lauten „A la orden“ (zu diensten) angeboten. Die Verkäufer fahren einfach ein Stück mit und steigen, wenn sie einmal durch den Bus gegangen sind, in den nächsten. Bei Übernachtfahrten steigt morgens dann passen der Tinto-Mann ein, um die Fahrgäste mit frischem Kaffee zu beglücken.

Den habe ich auch nach jeder Überlandfahrt nötig, um wieder aufzutauen, denn die Klimaanlage ist anscheinend ein Luxusgut, mit dem gerne geprotzt wird. Keine Chance, dass sie mal nicht voll aufgedreht wird… uns so sind die Fahrgäste meist mit alll der Kleidung, die sie dabei haben wie Esquimos eingepackt, während es sich der ayudante (Helfer des Fahrers) mit einer dicken Wolldecke auf 2 Sitzen bequem macht.

Soweit zu den Überlandbussen, aber auch die Stadtbusse dürfen in Bezug auf ihr Entertainment nicht vernachlässigt werden. Ich freue mich immer besonders, wenn ich an der 15. Straße vorbeifahre – denn dort steigen immer Musiker ein. Meistens sind es junge Männer, die sich mit ihrer Gitarre und ein paar Songs ihr Geld verdienen…. und auch wenn ich zu Beginn dachte, diese Straßenmusiker singen wie ich unter der Dusche – Pustekuchen – da gibt es einige große Talenter unter den Bussängern!

… und dann gibt es noch ein Phänomen in unseren Transmilenio-Bussen in Bogota (S-Bahn ähnliches Bussystem), dem ich immer noch nicht ganz auf die Spur gekommen bin. Wird ein Sitzplatz, im meist prall-vollen Bus frei, so setzt sich der Nächste nicht sofort. Nein, er stellt sich vor den Sitz und wartet bis dieser abgekühlt ist. Nach 2 Jahren bin ich immer noch nicht dahinter gekommen, welche Bakterien da jetzt genau übertragen werden, wenn man sich auf den warem Sitz des Vorsitzers setzt.

Ach – Busfahren in Kolumbien macht einfach Spass – das solltet ihr einmal erlebt haben!

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3 Antworten auf “Busfahren auf Kolumbianisch”

  1. Andre sagt:

    Hi Nicole, wirklich ein Klasse Artikel. Kolumbien ist in Kolumbien wirklich ein Erlebnis. Wenn ihr es mal ausprobiert, solltet ihr bei Nachtbusfahrten unbedingt Winterklamotten dabei haben, warum hatte ich vor einiger Zeit hier erläutert.

  2. Birgit sagt:

    Hallo Nicole,
    danke für diesen kleinen Bericht, der sicherlich nur eine grobe Zusammenfassung dessen darstellt, was man wirklich alles erleben kann. Zumindest scheint es mir so, nachdem ich Ähnliches in Ecuador und Peru auf der Durchreise erlebt habe.

    Viele Grüße
    Birgit

  3. Nicole sagt:

    Hallo Birgit,

    danke für deinen Kommentar. Ja, in Kolumbien kannst du einiges erleben 🙂

    Liebe Grüße aus Bogota

    Nicole

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