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Musiktipp des Monats: Vadik Barrón – Ein Erlebnisbericht

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IMG_6490_smallIch warte auf Vadik Barrón am Plaza Triangular in La Paz. Sein natürliches und dennoch etwas extravagantes Auftreten ist mir gleich sympathisch. In dem Café Wistupickus genehmigen wir uns einen Mocochinchi (ein typisches Getränk aus getrockneten Pfirsichen) und Vadik beginnt zu erzählen. Mir fällt sofort auf, dass er ganz und gar in seiner Arbeit aufgeht. Seine Liebe für Poesie, die er in eigenen Gedichten ausdrückt, gepaart mit ein paar ersten Gitarrenkenntnissen, stellten die Grundlage seiner musikalischen Karriere dar.

„Meine Texte sind wie Fotografie! Es ist wie ein Bild, eine Erinnerung, welche ich in meinen Texten visualisiere.“, erzählt Vadik während unseres Interviews.

Seine musikalischen Tätigkeiten beginnen 1995 mit einer Drei-Mann-Band. Damals kannten die Leute nur andine Folkmusik und Vadik und seine Band wollten das genaue Gegenteil. Sie spielten Folkrock mit andinen Instrumenten – einer Queña, einer andinen Flöte und einer Bombo. Mit „Abisal“ machte er seine erste Banderfahrung und trat erstmalig in einigen Pubs und Clubs in Oruro und El Alto auf.

Nach zwei Jahren zog er nach La Paz und gründete mit ein paar Freunden die Band „Aisha“. Mit ihnen sind ca. 50 Lieder entstanden und auch ein erstes Album „Pueblo del Viento“. Vadik erzählt, diese Zeit war gut für ihn. Er hat viel über Musik gelernt und Texte geschrieben. Schließlich habe er niemals ein Musikstudium angefangen, sondern immer nur mit Freunden musiziert, mit denen er in dieser Zeit in einem großen Haus wohnte. Damals nahm er das Musikgeschäft zum ersten Mal etwas ernster. Die ersten Demotapes entstanden. „In Bolivien gibt es keine Plattenfirma. Um ein Album zu  produzieren, braucht man hier viel Geld.“, sagt Vadik. Das hatten sie damals aber nicht und so spielten sie auf zahlreichen Festivals und in Pubs.

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Historie von Vadik Barrón

2002/2003

Die Band  „Aisha“ trennte sich. Er gründete mit seinem langjährigen Freund Sergio Medina aus Oruro die Band „Camaleón“.  „Mit ‚Camaleón‘ versuchten wir die Monotonie der vorherrschenden Coverbands in Bolivien zu brechen“, sagt Vadik. Im gleichen Jahr wurde sein Gedichtbuch „Red Notebook“ veröffentlicht. Als ich frage, wie der Name des Titels entstand, lacht er und sagt: „Das ist eigentlich eine ganz lustige Geschichte. Die Druckerei, in der ich das Buch drucken ließ, dachte erst, es wäre ein politisches Buch. Damals hatte ich aber keinen Namen für den Gedichtband und da ich meine Gedichte immer in ein rotes Notizheft schrieb, fand sich der Name von selbst.“ Es entstand sein erstes Folkrock-Album „Camaleón“.

2005/2006

Das Album „Origami“ entstand, welches von britischen Rockelementen beeinflusst wurde. Damals spielten sie in ganz Bolivien, später reiste Vadik mit seinen Bandmitgliedern sogar bis nach Argentinien, Peru und einige Male sogar nach Brasilien. „Origami“ hatte das erste mal ein sehr konzeptionelles Thema, welches Vadik vor allem auf die Menschen bezieht. „Menschen sind aus Papier gemacht. Weißt du, du kannst einfach alles aus Papier basteln und so ähnlich ist das mit dem menschlichen Leben. Du hast so viele Möglichkeiten und alles ist in ständiger Bewegung.“ Auch die Umsetzung des Covers ist stimmig und so wurde für jedes Lied ein passendes Origami gebastelt und abfotografiert. 2006 trennte sich die Band Cameleón, da sich die Bandmitglieder in unterschiedliche Richtungen entwickeln wollten. Anschließend begannVadik sein erstes Soloprojekt.

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2007

Das  Album „Astronauta“ wurde veröffentlicht. Damals hatte er sich satt gespielt an Rockmusik und wollte ein anderes Konzept realisieren, in dem er die vielfältigen Einflüsse von Instrumenten, Klängen und Texturen vermischte. Es trafen sich Rock, Pop, Folk und RnB. Zusammen mit seinem Freund Jorgos Estrella schaffte er sich Freiraum für neue Ideen. Er spielte mit mehr als 15 bekannten Musikern aus Bolivien. Darunter zählen unter anderem: Oscar Garcia, Grillo Villegas, Zegadex, Manuel Monroy, Gonzalo Gómez und andere Persönlichkeiten.

Hören Sie jetzt in das Album „Astronauta“ herein!

WICHTIG: Der CD Download ist legal und wurde uns von Vadik Barrón zur Verfügung gestellt!

2008

Nun entstand sein, für mich, interessantestes Album „Minimalia“. Es ist von von der Feria de Alasitas inspiriert und enthält Lieder mit einer Länge von mindestens 30 Sekunden. Das Fest der Alasitas wird hier in La Paz im Januar gefeiert. Geehrt wird der Hausgötze der Aymara Ekeko. Er steht für Fruchtbarkeit, Freude und Wohlstand. Am 24. Januar entsteht in La Paz ein riesiger Jahrmarkt für Miniaturartikel. Dann wird Ekeko mit allen erdenklichen materiellen Wünschen behangen. Wünscht man sich ein Auto, kauft man sich ein Miniaturauto, wünscht man sich seinen Abschluss in der Uni, kauft man sich ein Miniaturexamen.

Viele der Songs aus dem Album „Minimalia“ sind nur von Gitarre und Gesang begleitet. 2008 wurde dieses Album zur Alasitas Saison aufgenommen. Passend  kann man das Album auch als Miniaturformat als CD-Rom erwerben.

Zum Album Minimalia„!

WICHTIG: Der CD Download ist legal und wurde uns von Vadik Barrón zur Verfügung gestellt!

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2009

Im Dezember veröffentlichte Vadik sein sehr persönliches Album „Los Diarios“.  Die Aufmachung ist gestaltet wie ein Tagebuch. „Die Texte habe ich innerhalb von ein bis zwei Monaten geschrieben anschließend wurde die CD in ca. drei Tagen aufgenommen. Ich wollte etwas echtes machen – etwas was aktuell ist.“, sagt Vadik Barrón und fügt hinzu: „Sogar Fehler haben wir absichtlich während der Produktion belassen, deswegen ist die Qualität auch nicht sehr gut!“.

Hören Sie selbst rein und bilden sich Ihre Meinung zu  „Los Diarios„!

WICHTIG: Der CD Download ist legal und wurde uns von Vadik Barrón zur Verfügung gestellt!

Zur Zeit arbeitet er im Kollektiv an „La Paz Guitarra en Mano“, ein Projekt mit Kindern und jungen Erwachsenen. Dabei gehen Vadik und Kollegen in einige Schulen und bieten eine Art Wettbewerb an, bei denen die Schüler ihre Songwriterkenntnisse unter Beweis stellen können. Begleitet wird das Programm mit Workshops und Konzerten in den Schulen. Mit diesem Projekt wollen sie den Kindern Raum schaffen, um sich zu entfalten. Etwas was sie nie hatten, um ihnen ein Gefühl von Sicherheit zu vermitteln und ihnen zu zeigen, dass sie wahrgenommen werden. Auch Vadik und seine Band spielen oft in den Schulen und den ärmeren Gegenden wie El Alto, um den Menschen dort, ihre Musik näher zu bringen. Er sagt: „Das ist eine Möglichkeit ein anderes Publikum zu erreichen“.

Als wir uns verabschieden, lädt er mich zu seinem Konzert ein. Diesmal spielt er in der Stadt La Paz im Target Urbano zusammen mit einer großen Band. Wir können schon gespannt auf sein neues Album sein. Es wird um die Beziehung zwischen gesprochenem und geschriebenem Wort gehen. Vadik wird sich damit beschäftigen, wie sich Wort und Papier beeinflussen. Musikalisch wird dies in einer einzigartigen Spielweise der Percussion widergespiegelt. Diese sollen in diesem Album durch das Schreibmaschinenklicken ersetzt werden.

Ich danke Vadik für dieses außergewöhnlich individuelle Interview.

Vadiks Alben können Sie unter den entsprechenden Links kostenlos herunterladen! Wie hat Ihnen seine Musik gefallen? Schreiben Sie uns Ihre Meinung zu diesem bolivianischen Künstler!

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Eine Antwort auf “Musiktipp des Monats: Vadik Barrón – Ein Erlebnisbericht”

  1. Tomas sagt:

    Vadik hat vor kurzem im Strassenkinderprojekt Luz de Esperanza in El Alto, Bolivien, mit einem Musikworkshop mit den Jungs angefangen.
    Hier ist ein Eindruck davon

    http://www.youtube.com/watch?v=vUJKdGl8ay0&feature=mfu_in_order&list=UL

Wir freuen uns auf Ihre Kommentare

Der Autor:

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