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Chile, ein Land der Gegensätze – auch im sozialen Bereich

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campo_pinos_047_small-1Wer nach Chile reist, wird feststellen, dass an der Erzählung zur Entstehung Chiles etwas Wahres dran ist:

Am Ende der Erschaffung der Welt habe der liebe Gott durch seine Engel alle Reste an Seen, Flüssen, Wäldern, Wüsten, Gletschern, Bergen, Vulkanen, Tälern, Städten und Dörfern einfach hinter das große Andengebirge schütten lassen.

In der Tat fasziniert Chile durch seine Wüsten im Norden und seine Gletscher im Süden, durch seine europäisch wirkende Metropole Santiago und seine verschlafenen Dörfer auf dem Lande, durch seine unendlich erscheinende Pazifikküste auf der einen und sein Andengebirge mit 6000ern auf der anderen Seite. Die landschaftlichen Gegensätze Chiles machen seinen Reiz aus. Chile ist aber leider nicht nur ein Land natürlicher Gegensätze. Die sozialen Unterschiede sind gewaltig.

In einem Land mit durchschnittlich 5% Wirtschaftswachstum und großen Vorkommen an Bodenschätzen wie Kupfer und Eisenerz leben Menschen in Wohnsiedlungen ohne fließendes Wasser und sind allenfalls illegal ans Stromnetz angeschlossen. Während im Zentrum und nördöstlichen Teilen Santiagos mächtige Glasbauten das Stadtbild prägen, wohnen Menschen entlang des Río Mapocho oder im Süden in einfachsten Holz- und Blechhütten. Chile hat es zwar vom Entwicklungsland zum Schwellenland geschafft, wodurch aber weitere Löcher im sozialen Netz entstanden sind. Der Zugang zu Bildung hängt in der Regel vom Geldbeutel der Eltern ab, der Gesundheitszustand oftmals von der Möglichkeit für Arztbesuch und Behandlung zahlen zu können. Armut, Arbeitslosigkeit und andere soziale Probleme sind zudem ein guter Nährboden für Drogenkonsum, Alkoholismus und intrafamiliäre Gewalt. Chile hat riesige soziale Probleme – da können auch gute Wirtschaftszahlen nicht darüber hinwegtäuschen.

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Der soziale Hintergrund der Kinder, die in das von viventura unterstützte Sozialprojekt Casa de los Pinos im Süden Santiagos kommen, sind oftmals geprägt von Missbrauch, Drogen- und/oder Alkoholabhängigkeit der Eltern oder dem Leben in einem Campamento (illegale Wohnsiedlung mit Holzhütten). Die 5jährige Fernanda und ihr 9jähriger Bruder Juan-Carlos kommen regelmäßig ins Projekt. Sie leben mit der Mutter und der Oma in einem sehr kleinen Haus auf einem Campamento. Aufgrund der Drogenabhängigkeit des Vaters haben sich die Eltern getrennt. Fernanda und Juan-Carlos haben zuhause keine normale Toilette und kein fließend Wasser. Strom beziehen sie über einen illegalen Anschluss. Fast jedes Kind im Casa de los Pinos hat eine ähnliche Geschichte wie Fernanda oder Juan-Carlos. Die meisten Eltern sind in der Regel den ganzen Tag nicht zu Hause, weil sie beispielsweise mit irgendwelchen Gelegenheitsjobs versuchen, Geld zu verdienen. Deshalb können die Kinder nach der Schule oder dem Kindergarten in das Zentrum kommen und werden hier pädagogisch und psycho-sozial betreut.

In Workshops wie derzeit Backen, Bibelarbeit, Zirkus, Tanz, Fußball, Basteln, Selbstverteidigung und Englisch sollen die Kinder in ihrer Kreativität, Konzentration und Sportlichkeit gefördert werden, wobei Spielen und Toben natürlich auch nicht zu kurz kommen dürfen. Ganz nebenbei erlernen die Kinder ein angemessenes Sozialverhalten, indem die Betreuer, wozu auch Volontäre zählen, dies vorleben und auf einen guten Umgang miteinander achten. Jahreszeitlich bedingte Feste wie im Jahr 2009 das Winterferienfest im Juli oder die Fiesta Patria im September sorgen für Abwechselung. Und mit Ausflügen wie beispielsweise ins Stadion des vielgeliebten Fußballclubs ColoColo werden auch die ein oder anderen Kinderträume wahr – ein Autogramm des Fußballstars.

Kinder von Los Pinos _small

Auch wenn Luis, Psychologe und Leiter der Einrichtung bereits Kurse zu Drogenprävention oder zur Stärkung des Selbstbewusstseins durchführt, würde er gerne noch viel mehr sozial-psychologische Betreuung anbieten und auch mehr Angebote für die Familien der Kinder machen. Aber es fehlt einfach die Zeit bzw. das Geld für mehr professionelles Personal. Eine Sozialarbeiterin oder ein Sozialarbeiter stehen ganz oben auf der Wunschliste. Seit im Oktober 2008 staatliche Fördergelder nicht weiterbewilligt wurden und daraufhin der ursprüngliche Träger FUNCASE die Einrichtung schließen wollte, übernahm die chilenische Fundación Visocial – Partnerorganisation von viSozial e.V. – die alleinige Trägerschaft und versuchte mit reduziertem Personal das Casa de los Pinos zu retten. Im Jahr 2009 arbeitete man intensiv an der Verbesserung von Konzeption und Finanzierung. Nach wie vor gelten die Tourengelder von viventura – an dieser Stelle herzlichen Dank an alle, die mit viventura reisen –  sowie Spendengelder an viSozial e.V. und die Gelder aus dem Patenschaftsprogramm von viSozial e.V. als die Haupteinnahmen. Daneben versuchen die Verantwortlichen der Fundación Visocial Chile weitere Finanzierungsquellen zu erschließen. Im September 2009 fand erstmals eine lateinamerikanische Party in Hannover statt, bei der der Veranstalter ZONA DURA einen Teil des Eintritts an das Casa de los Pinos spendete. Dafür bedankte sich das Los Pinos mit einer kleinen Videobotschaft. [youtube]http://www.youtube.com/watch?v=mye4l9SaAp4[/youtube] Die Partyreihe soll fortgesetzt werden und eine langfristige Zusammenarbeit ist geplant. Das Los Pinos hofft, weitere Sponsoren und Unterstützer zu finden, um die Betreuung durch beispielsweise mehr professionelles Personal zu verbessern und den Kindern in Chile – dem Land der sozialen Gegensätze – die Chance für eine bessere Zukunft zu geben. Vielleicht wird Chile irgendwann einmal nur noch landschaftliche Unterschiede haben. Dann hätte das Casa de los Pinos einen kleinen Beitrag dazu geleistet.

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4 Antworten auf “Chile, ein Land der Gegensätze – auch im sozialen Bereich”

  1. Frank Heibich sagt:

    Hallo,
    die unbeschreibliche Schönheit und Vielfalt von Chile kann ich bestätigen, da ich auf mehreren Reisen schon ganz Chile, von Arica im Norden bis Feuerland in Bus, Zug und Schiff durchquert habe. Einen besonderen Tip kann ich Euch geben um einen Eindruck des südchilenischen Landschaft zu bekommen. Es ist das kleine Fischerdörfchen Cochamo, ca. 2 Busstunden von Puerto Montt entfernt. Von dort kann man auch Touren mit Pferden durch einmalige Natur u.a. dem chilenischen Wald El Arco mit über 4000 Jahre alten Bäumen machen. Ich habe es dieses Jahr gemacht und ich kam mir vor wie im Märchenwald.
    Wenn Ihr Bilder braucht o. mehr Info’s, bitte ein kurze Nachricht an meine email-adresse. Auch mein chilenischer Kumpel Mauricio Mora steht Euch vor Ort zur Verfügung, email: [email protected] oder Telefon: +56-9-9233 49213 (bitten dann nur auf spanisch oder englisch)
    Viel Spass in Chile wünscht Euch Frank

  2. Johanna sagt:

    Sehr sehr interessant und lehrreich der Artikel – brauchte Information über die sozialen Gegebenheiten in Chile für die Schule und habe nicht nur wertvolles Wissen erlangt, sondern nehme nun auch Anteil an dem Schicksal der Kinder –
    weiter so Organisation „Los Pinos“, sobald ich 18 bin spende ich auch etwas 🙂

  3. Christine sagt:

    Ich finde es toll was Los Pinos da aufgestellt hat. Keiner hat so ein Schicksal verdient, wie die Kinder in Chile es haben. Ich wollte sowieso wenn ich 18 bin ein soziales Jahr im Ausland machen. Chile ist glaube ich ein geeignetes Land für so etwas. Den Menschen dort muss man einfach helfen.

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