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Der internationale Durchbruch von Michel Telo & Co.

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„Nossa! nossa! Assim voce me mata! Ai se eu te pego ai ai se eu te pego!“

Michel Telos internationaler Superhit „Ai se eu te pego“ schaffte es in mehr als 20 Ländern weltweit auf die Nummer eins und erreichte in mehr als zehn Ländern sogar Platin. Buchstäblich jeder kennt das Lied, jeder gibt vor den Text zu kennen (obwohl ihn nur Personen, die portugiesisch sprechen, wirklich verstehen) und jeder kennt die Choreographie, die zum Refrain getanzt wird.


Video: Michel Telo – Ai se eu te pego (youtube)

Es ist eigentlich schon eine ganze Weile her, wahrscheinlich seit dem Sommerhit 1995 „Macarena“ von Los del Rio, dass eine Tanzchoreographie so sehr die internationalen Dancefloors stürmte wie Michel Telos Song, der übrigens zum Genre Sertanejo Universitario gehört.  Man müsste sogar noch weiter zurückgehen, um einen Song in portugiesischer Sprache mit einem ähnlich großen Erfolg zu finden, wahrscheinlich ganz weit zurück bis 1988 zu Kaomas „Lambada“ („Chorandose se foi“).

Viele Menschen außerhalb Brasiliens haben bis vor ein paar Monaten noch nie etwas von Sertanejo Universitario gehört, und noch viel weniger von Michel Telo. Es ist keine neue Musikrichtung, im Gegenteil: Sertanejo, das als die Country-Musik des brasilianischen Hinterlandes bezeichnet werden könnte, ist der beliebteste Musikstil Brasiliens und entstand in den 1920-er Jahren. Typische Instrumente sind unter anderem Bratsche, Akustikgitarre und Akkordeon. Die Unterkategorie Sertanejo Universitario ist nun seit rund einem Jahrzehnt bekannt, sehr beliebt unter brasilianischen Jugendlichen und wird oft auf Universitäts-Partys gespielt – daher der Name.

Was ist aber im Jahr 2012 passiert? Warum eroberte Sertanejo Universitario, das so lange im Dornröschenschlaf lag, auf einmal die Welt? Es gibt nur eine Antwort auf diese Frage: Neymar da Silva Santos Junior, kurz Neymar, einer der talentiertesten Fußballspieler der Welt und von vielen als der Nachfolger von Lionel Messi gehalten. Neymar tanzte die Choreographie zu „Ai se eu te pego“ das erste Mal in den Umkleiden seines brasilianischen Heimatvereins Santos FC:


Video: Neymar tanzt zu Ai se eu te pego (youtube)

Als Neymar begann, seine vielen Tore ebenfalls mit diesem Tanz zu feiern, erschienen zahlreiche Videos auf Youtube, die ihn im Stadion tanzend zeigen und zu einer riesigen Popularität des Songs in Brasilien führten. Bald kopierte Real Madrids Marcelo, ein Teamkollege Neymars in der brasilianischen Nationalmannschaft, seine Bewegungen und zeigte sie Cristiano Ronaldo. Beide feierten ihr nächstes Tor, indem sie die Choreographie tanzten. So wurde der Song zunächst in Spanien, dann in ganz Europa bekannt.


Video: Fußballspieler auf der ganzen Welt tanzen die Choreographie (youtube)

Bald begannen auch andere Fußballspieler rund um den Globus den „Torschuss-Tanz“ zu imitieren, eingeschlossen Deutschlands Maro Reus, Rumäniens Adrian Mutu, Ghanas Kevin Prince Boateng, Argentiniens Fernando Cavenaghi oder Polens Adrian Mierzejewski. Atlethen anderer Sportarten folgten sogleich: die Denver Nuggets der NBA, der spanische Tennisspieler Rafael Nadal, die serbischen Wasserpolo-Spieler bei den Europameisterschaften oder der amerikanische Baseball-Spieler Elvis Andrus von den NY Rangers, um nur ein paar zu nennen.

In Brasilien bemerketen viele bekannte Sertanejo Universitario Künstler den internationalen Erfolg von Michel Telo und sprangen auf den „Neymar-Wagen“ auf. Zuallererst Gusttavo Lima, der Neymar erfolgreich für viele seiner Auftritte unter Vertrag nahm:


Gusttavo Lima & Neymar – Balada Boa (youtube)

Das Ergebnis? Sein Song „Balada Boa“ schaffte es auf Platz eins in Brasilien und kurz darauf auch in mehr als zehn Ländern weltweit, einschließlich Belgien, Frankreich, Italien und die Niederlande. Es wurde außerdem Europas Nummer-1-Sommerhit. Während Gusttavo Lima definitiv eine Choreographie fehlt, gingen Joao Lucas und Marcelo noch einen Schritt weiter und schrieben sogar ein Lied über das gesamte Thema mit dem Namen „Tchu tcha tcha“. Die ersten Verse beinhalten die folgenden (angepassten) Zeilen:

„O Neymar me chamou, e disse ‚faz um tchu tcha tcha‘, Perguntei o que é isso, ele disse ‚vou te ensinar‘.“

Laut den Lyrics und dem Autor des Liedes „rief Neymar mich an und fragte, ob ich einen ‚tchu tcha tcha machen‘ könnte. Als ich ihn fragte, was das sei, sagte er, er würde es mir zeigen.“ Und was kam dabei heraus? Nun tanzt Neymar den „tchu tcha tcha“ nachdem er ein Tor geschossen hat:


Neymar tanzt zu Joao Lucas & Marcelos Tchu-tcha-tcha (youtube)

Wird dieses Lied die Welt ebenfalls im Sturm erobern? Wird der internationale Hype des Sertanejo Universitario auf dem Fußballfeld und abseits davon, auf den Dancefloors und in den Charts anhalten? Das kann nur die Zeit sagen… Aber dank Neymar ist ein gesamte Musikrichtung aus Brasilien endlich auf der internationalen Bühne angekommen.

Originaltext Englisch: Michael Grubinger. Übersetzung: Reni Kulosa

Wie gefällt Ihnen diese Musikrichtung aus Brasilien? Welche Musik aus Südamerika sollte Ihrer Meinung nach noch bekannter in Europa werden? Schreiben Sie uns!

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Eine Antwort auf “Der internationale Durchbruch von Michel Telo & Co.”

  1. Jens Schollmann sagt:

    Finds n bissl Schade das Gusstavo Lima und Michel Telo nur auf ihre „One Hits“ begrenzt werden, wenn man sich ein wenig für das Genre interessiert, erfährt man auch, dass es eigenständige und lokal sehr erfolgreiche, etbalierte Künstler sind, vor allem für Michel Telo gilt das!

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Der Autor:

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