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Reisen durch Deutschland vs. reisen durch Chile

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Seit zwei Wochen bin ich mal wieder in deutschen Gefilden. Das letzte Mal, als ich meine Wahlheimat Chile verließ, um nach Deutschland zu reisen ist schon gut zwei Jahre her und was soll ich sagen – es hat sich eine Menge verändert, oder ist es nur meine Sicht auf die Dinge?

Vielleicht könnte man meine Eindrücke sogar Kulturschock nennen, denn es ist gar nicht mehr so einfach, mich in der deutschen Kultur zu Recht zu finden.

Mit der Offenheit meinen Mitmenschen gegenüber, die ich von den Chilenen übernommen habe, stieß ich in Deutschland gleich auf ungläubige, ja sogar misstrauische Blicke.

Eine zweistündige Autofahrt mit einer Mitfahrgelegenheit verbrachte ich schweigend, da keiner meiner 4 Mitfahrer Interesse an einer Unterhaltung hatte. „Das ist ganz normal“, versicherten mir Freunde, „und besser als wenn dir jemand die ganze Zeit ein Ohr abkaut oder du dir die gesammelten Werke von Wolfgang Petri anhören musst.“

In Chile schweigt man sich bei einer gemeinsamen Autofahrt ganz sicher nicht an, denn die Fahrt ist lang und man hat sich doch was zu erzählen, oder?

Apropos lange Fahrt, dass ist ein weiterer Unterschied, der mir auffiel.

Hier in Deutschland steigt man in den Zug und schwups ist man schon am nächsten Ziel. Mal abgesehen davon, dass man auf den deutschen Autobahnen mit 180kmh ganz sicher schneller ankommt. (man könnte sich manchmal fragen – Wo?)

Für mich ist das inzwischen eine ungewohnte Sache, denn die Distanzen in Chile sind gewaltig und mit maximal 120 kmh kommt es schon mal vor, dass man mindestens einen Tag einplanen muss, um von A nach B zu kommen. Mitleidsvoll musste ich da an unsere Reiseteilnehmer denken, die sich bei den langen Fahrten durch Chile richtig Sitzfleisch anlegen müssen.

Und dann sind da eben noch so Kleinigkeiten, wie z.B. die Türöffner in der U-Bahn. Da wartet man als Santiagina (aus Santiago) vergeblich, dass sich einem die Tür öffnet. Und wenn ich nicht im rechten Moment dieses runde Ding mit Lichtern drum als „Sesam öffne dich“ identifiziert hätte, wäre ich wer weiß wo gelandet.

Bei uns in der Metro gehen ja immer alle Türen automatisch auf, damit sich die Massen ungehindert rein und raus schieben können. Die Metro in Santiago ist gegenüber der Berliner U-Bahn die auch reinste Sardinenbüchse, ich glaube wir sind auf stolze 7 Personen pro Quadratmeter angekommen…

Und da wären wir schon beim nächsten Thema – Körperkontakt.

Jedes Mal, wenn ich jemanden begrüße oder verabschiede zieht mich dieser chilenische Magnet zu meinem Gegenüber hin und will ihr/ihm ein Küsschen auf die Wange drücken. Allerdings gelingt es mir nach einigen peinlichen Begebenheiten, rechtzeitig den Schalter umzulegen und nur meinen Arm auszustrecken um Hände zu schütteln.

Was mich in Deutschland überrascht hat, ist die Fülle an kulturellem und im Sommer vor allem Open Air – Programmen. Ausstellungen, Konzerte, gute DJ´s auf grüner Wiese mitten in der Stadt für alle und umsonst. Da können sich die Chilenen ruhig mal noch ´ne Scheibe abschneiden. Aber vielleicht liegt es an mir, die Dinge die ich bei meinem Besuch in Deutschland toll fand mit in die chilenische Heimat zu nehmen.

Beso,

Katharina

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6 Antworten auf “Reisen durch Deutschland vs. reisen durch Chile”

  1. Alois Fischer sagt:

    Hallo Katharina ! Nun mit dem Schweigen auf reisen hast du recht. Wenn man nicht einer Gruppe zugehört ist Nahverkehr einem Sarg sehr ähnlich. Allerdings wenn ich Tramper mit dem Auto mitnehme gibt es immer viel Unterhaltung da gab es noch nie Langeweile.Oft sind es ausländische Studenten.Was mir in Südamerika sehr gefiel war die Möglichkeit überall mit dem Bus hin zu kommen.Was mir absolut gar nicht gefiel war die Dauerbeschallung mit Musik und Video. 10 Stunden Sonja Morales und Co…. na ja,da liebe ich doch unseren Nahverkehr wieder

  2. Mara sagt:

    Hallo Katharina,

    was Du da schreibst hört sich wirklich nach richtigem Kulturschock an. Aber alles, was ich da so lese, macht mich sehr neugierig auf Südamerika. Mein Mann war vergangenen Sommer mit viventura 6 Wochen dort unterwegs und hat auch nur Positives berichtet.
    Mir geht es als „Einheimische“ hier allerdings fast genauso, wie Dir! Bin ein recht offener Typ und habe null Problem jemanden einfach anzusprechen oder sowas Profanes wie ein Lächeln…manchmal wird man dabei dann schon komisch angeschaut…Aber das ist nicht überall in Deutschland so, ich finde man sollte an dieser Stelle ganz klar unterscheiden, dass es auch noch richtig nette Ecken gibt, wie z.B. meine Wahlheimat: die Pfalz. Super nette Menschen, die bei Weinfesten auf der Strasse einfach mal an einem Tisch zusammenrücken und sich unterhalten, auch wenn man sich nicht kennt.

    Liebe Grüße

  3. Doris Gutheinz sagt:

    Hallo Katha!
    Schön mal von dir zu hören. Kann mir nur zu gut vorstellen, dass dir einige Dinge hier etwas fremd erscheinen, trotzdem denke ich, hattest du wohl eine gute Zeit in Good Old Germany, wirst vielleicht die Langsamkeit und Gelassenheit in Chile wieder umsomehr genießen. Deine Erfahrung mit Körperkontakt teile ich voll und ganz. War für drei Monate in Äthiopien und habe seit meiner Rückkehr auch einige Male die Notbremse gezogen. Wir hatte übrigens letztes Wochenende ein kleines Chile Revival mit Uschi,Heinz,Richi hier in Tirol. Wünsche dir eine gute Heimkehr in deine Wahlheimat und bleib so eine tolle Reiseleiterin.
    Liebe Grüße Doris

  4. Kaddi sagt:

    Liebe Katha,
    wie schön von dir zu hören, wenn wir es schon nicht schaffen, uns in der Heimat zu sehen…
    Dein Artikel erinnert mich an meine Rückkehr nach Deutschland und meine Versuche, die Bäckersfrau zu dutzen und die Kunden per Küsschen zu begrüßen – wie gut, dass wenigstens die Österreicher „busserln“ 😉
    Und da ja deiner Kreativität keine Grenzen gesetzt sind, wie wär´s mit Open Air Kino im heimischen Patio oder eine Frauenband mit Live-Auftritten im heimischen Wohnzimmer?
    Nos vemos en Santiago, Kaddi

  5. Hallo Katharina,

    es freut mich, etwas von dir zu hören. Vielleicht erinnerst du dich noch an deine Namensvetterin, die du im November 2006 zusammen mit einem Ehepaar aus Süddeutschland durch Santiago geführt hast? (den unerwartet langen Fußmarsch vom Hausberg von Santiago?)
    Was du von deiner Deutschlandreise berichtest, ist nicht auf ganz Deutschland übertragbar. In meiner jetzigen Wahlheimat (dem Ruhrpott) muss ich eher aufpassen, nicht in ein endloses Gespräch verwickelt zu werden, wenn ich es einmal eilig habe. In meinem Bekannten- und Freundeskreis ist es durchaus üblich, dass man sich mit Küsschen begrüßt und verabschiedet. Übrigens plane und freue ich mich schon auf meine nächste Südamerikareise.
    Liebe Grüße Uta

  6. Katharina sagt:

    Hallo,
    Mein Deutschlandaufenthalt liegt nun schon 2 Wochen zurück und ich bin wohlbehalten wieder in Chile angekommen. Insgesamt war ich 6 Wochen in Deutschland und zum Schluss habe ich mich doch wieder sehr dran gewöhnt, mal davon abgesehen, dass die Sachen die ich erlebt habe bestimmt nicht überall und jedem in Deutschland passieren. 😉 Sicher wäre das spuckende Lama auch nicht das geworden, was ihr am Ende gelesen habt, wenn ich ein wenig länger gewartet hätte. Am Anfang ist eben immer alles noch viel krasser.

    Ich danke euch herzlich für eure Komentare und freue mich, dass unter den Komentarschreiberlingen die ein oder andere Bekannte ist.

    Liebe Grüsse y nos vemos,
    Beso,
    Katharina

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