Südamerika aktuell: Die 9 guten Nachrichten im August

Von Kaya s 17.08.17 15:02

Du willst wissen, was in Südamerika aktuell passiert? In der Flut von Nachrichten gehen viele Neuigkeiten unter, die es unserer Meinung nach verdient haben, gehört zu werden. Seit Juni berichten wir deswegen monatlich von kleinen und großen Glücksbotschaften, von Alltagsfreuden und  schönen Überraschungen, die uns aus Südamerika erreichen.


Also: nimm dir ein paar Minuten Zeit und freue dich mit uns über jeden Schritt in die richtige Richtung, über gute Entscheidungen, inspirierende Menschen und Aktionen, die dich zum Schmunzeln bringen oder neue Hoffnung geben.

 

Südamerika aktuell: Argentinien

Ein Festival wie ein Tanz

 

Auf keinem Festival wird in Südamerika aktuell wohl mehr und atemberaubender getanzt als auf dem weltgrößten Tango-Festival! In Buenos Aires findet vom 10. bis zum 23. August 2017 das "Buenos Aires International Tango Festival and Championship 2017" statt.  Hunderte der besten Tangotänzer treten in ihrem größten Wettkampf gegeneinander an. Besucher können sich auf Milongas, Tanzkurse, Orchesterdarbietungen sowie beeindruckende Tanzshows freuen - und das Beste: aus Liebe zum Tanz ist das Festival in der Heimat des Tangos vollkommen umsonst!

 

Ein Tango-Paar vor dem berühmten Caminito del Tango (Weg des Tango) in Buenos Aires
Ein Tango-Paar vor dem berühmten Caminito del Tango (Weg des Tango) in Buenos Aires

 

Das versteckte Welterbe

 

Seit 2017 ist Argentinien um ein offizielles Welterbe reicher! Neben den bereits in den Achtziger Jahren eingetragenen Nationalparks Los Glaciares und Iguazú zählt nun auch der Nationalpark "Los Alerces" (zu Deutsch: Die Lärchen/Die Patagonische Zypresse) zu den UNESCO Weltkulturerbestätten Argentiniens. Große Teile des Parks, in welchem sich die letzten Bestände der Patagonischen Zypressen befinden, sind erst einmal nur für Forschungszwecke in Sachen Umwelt freigegeben und nicht für die Öffentlichkeit zugänglich.

 

 

Der Nationalpark "Los Alerces" in Argentinien
Der Nationalpark "Los Alerces" in Argentinien. Quelle:wikimedia

 

Südamerika aktuell: Kolumbien

 

Schrottrecycling

 

Bereits seit 2009 wird unter der Überwachung und mit der Unterstützung von der SECO (Secreteriat for Economic Affairs), Empa (Schweiz: Eidgenössische Materialprüfungs- und Forschungsanstalt) und dem Welt Ressourcen Forum (WRF) das Recycling- und Rückgabesystem von Elektroschrott in Kolumbien gefördert. Dem Land, das jährlich über 250.000 Tonnen Elektroschrott produziert, wurde durch sein nachhaltiges Recycling-Programm in Zusammenarbeit mit der Schweiz ermöglicht, zu einem Vorzeigeland in Sachen Müllverarbeitung in Südamerika zu werden.

 
 

Südamerika aktuell: Peru

Rosarote Delfinträume

 

Nach einer erstmaligen Zählung der gefährdeten Süßwasserdelfine von Peru kamen WWF Perú und Pro Delphinus zu einer positiven Bilanz: In den Regenwaldlagunen sowie Amazonas-Nebenflüssen existieren weit mehr rosa und graue Flussdelfine als bisher angenommen! Die dennoch stark bedrohten Arten sollen weiterhin unbedingt verstärkt geschützt werden. Bedroht werden sie bislang unter anderem durch den Ausbau von Wasserkraft-Projekten. WWF Perú unterstützt deswegen das Programm zum Schutz des Amazonasregenwalds ARPA. Wusstest du, dass einige Peruaner meist indigener Abstammung ihre rosafarbenen Delfine gar nicht so süß finden, wie alle ausländischen Besucher? Um die rosa Gattung der Flussdelfine ranken sich viele Legenden, die jedoch alle eine Aussage gemein haben: Die rosa Delfine, so sagen die Geschichten, seien eigentlich Menschen, die mit einem Fluch belegt wurden... und das nicht ohne Grund, weswegen besonders indigene Einwohner die grauen Tiere ein wenig bevorzugen.

 

 

Von den Amazonas-Flussdelfinen existieren noch mehr als bislang angenommen in Peru - hier ist ein rosafarbener Süßwasserdelfin zu sehen! Quelle: wikipedia
Von den Amazonas-Flussdelfinen existieren noch mehr als bislang angenommen in Peru - hier ist ein rosafarbener Süßwasserdelfin zu sehen! Quelle: wikipedia

 

Kampf der Urwald-Giganten

 

400.000 Dollar - soviel ist Peru momentan der Kampf gegen die Abholzung in seinem Tiefregenwaldgebiet wert. Die Summe scheint hoch, ist aber, in Relation zu dem Preis, um den es geht, gar nichtmal so gigantisch. Das betroffene Gebiet, das von der Summe profitieren soll, befindet sich unweit der brasilianischen Grenze in der Region Ucayali. Hier werden uralte Dschungelriesen einfach abgeholzt und zu Hunderten auf monströsen Schiffen abtransportiert. Eine wirkliche Kontrolle gibt es kaum, und so muss Peru, bevor an Wiederaufforstung auch nur zu denken ist, in Ucayali erst einmal in den Kampf gegen die Abholzung ziehen. Eine Schlacht der Riesen mit ungewissem Ausgang. Und doch: die Investition der 400.000 Dollar kommt keinen Augenblick zu spät.

 

 Aufräumen auf der Auffangstation

 

Ein regelmäßig stattfindender Sozialtag gehört für jedes viventura Team zum Arbeitsalltag. Das kann eine Malaktion im Kindergarten sein, ein Sommerfest mit Flüchtlingen, oder aber, wie für eines der Teams in Südamerika aktuell, auch einfach mal einen Tag Müll sammeln bedeuten. Anfang August ging es deswegen für das peruanische viventura Büro in Cuzco zum Santuario de Animales Ccochahuasi, wo alle Mitarbeiter fleißig den neuen Lebensraum der Tiere und den angrenzenden Fluss von Müll säuberten. In der Tierauffangstation werden verwaiste, misshandelte oder von Wilderern vergeblich geschmuggelte Tiere aufgenommen und aufgepäppelt.

 

Südamerika aktuell: Brasilien

 

Lauft, Jungs, lauft

 

Aus reinem Spaß hat sich in Caritiba ein beliebter Wettkampf unter Kellnern entwickelt: der sogenannte corrida do garçom, der "Lauf der Jungen". Über 350 brasilianische Kellner rannten in der 15. Ausgabe des Events in unterschiedlichen Altersgruppen mit vollen Getränketabletts über eine hürdenreiche Strecke von 200-300 Metern, wobei sie kräftig vom Publikum angefeuert wurden. Auch Kellnerinnen nahmen in einer Extraklasse an dem mittlerweile Tradition gewordenen Lauf teil, sodass eine bunte Mischung aus Zuschauern, Alten, Jungen, Frauen und Männern mit vielen Tabletts und noch mehr Essen die Straßen Caritibas füllte - toll! Geniale Bilder und Videos findet man auf der Seite von Campos do Jorda und auf Youtube.

 

 

Gegen das Vergessen

 

Das zu Beginn des 19. Jahrhunderts errichtete Dock Cais do Volongo ist Teil des Hafens von Río de Janeiro und nun auf der UNESCO Welterbe-Liste zu finden. Seit seiner Errichtung war das Dock der erste Berührungspunkt vieler Afrikaner mit Brasilien. Sie wurden über das Meer nach Südamerika verschleppt und dort bei ihrer Ankunft als Sklaven verkauft. Die gesamte Zone um den Hafen von Río de Janeiro wurde ab Mitte des 19. Jahrhunderts sogar als "Klein Afrika" bezeichnet. Von knapp 5 Millionen Sklaven kamen über 500.000 über das Cais do Volongo an. Ebenfalls Mitte des 19.Jahrhunderts fand eine Renovierung des Docks statt, welches von Cais do Volongo zum  Cais da Imperatriz wurde. Noch 2011 entdeckte man um, unter und zwischen dem alten und dem neuen Dock, welches das alte lediglich überlagerte, eine beträchtliche Anzahl an Schmuck und Kriegsobjekten aus dem Kongo, Angola und Mosambik.
 

 

Das alte Cais do Volongo in Río de Janeiro. Quelle: wikipédia
Das alte Cais do Volongo in Río de Janeiro. Quelle: wikipédia

 

Südamerika aktuell: Ecuador

 

Wiederaufbau

 

Selten wurde eine ecuadorianische Provinz so stark von Erdbeben in Mitleidenschaft gezogen wie die beliebte Region Manabí im April 2016. Schon im Mai berichteten wir über viSozial in dem Artikel: Wir haben die Menschen in Canoa nicht vergessen, was das Erdbeben für die Menschen dort bedeutet und welche Auswirkungen dieses noch immer auf ihren Alltag hat. Umso schöner ist es zu erfahren, dass viele Menschen die Einwohner Manabís keineswegs vergessen haben und helfen, wo sie können. In Portoviejo, einem Ort, der 90 Kilometer von Canoa entfernt liegt, baut die Erzdiözese München und Freising die dortige Kathedrale auf - ein wichtiger und sehr großer Schritt für die stark gläubige Bevölkerung, der den Menschen dort Mut und Hoffnung schenkt. Die Erzdiözese München und Freising ist der ecuadorianischen Kirche durch eine Partnerschaft verbunden, auch Gelder für den Wiederaufbau von Krankenhäusern und Schulen wurden gesammelt - ein helles Licht für Ecuador, auch nachdem sich die größten Schatten der Katastrophe gelegt haben.

 

Ein Archivbild der ehemaligen Kathedrale von Portoviejo vor dem Beben. Quelle: wikipedia
Ein Archivbild der ehemaligen Kathedrale von Portoviejo vor dem Beben. Quelle: wikipedia

 

Was davor geschah:

 
 
 

 

Hast du Lust bekommen, selbst durch Südamerika zu streifen? Dann schau doch mal auf unseren Südamerika Reisen vorbei! Falls du etwas Schönes aus Südamerika aktuell zu erzählen hast, freuen wir uns über deine Neuigkeiten unter diesem Post!
 
 

Tags: Ecuador, Peru, News, Brasilien, Argentinien

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