Südamerika aktuell: Die 9 guten Nachrichten im Juli

Von Kaya s 16.07.17 17:30

Du willst wissen, was in Südamerika aktuell passiert? Beim täglichen Blick in die Nachrichten wirst du so mit Neuigkeiten überflutet, dass viele kleine Veränderungen oft in diesem Meer aus Informationen untergehen.

Wir sind der Meinung, dass es auch die unbekannteren Geschichten verdient haben, erzählt zu werden. Deswegen überbringen wir dir seit Juni jeden Monat gute Nachrichten aus Südamerika! Kleine oder große Glücksbotschaften, die von Fortschritten handeln, von Schritten in die richtige Richtung, von guten Entscheidungen, die inspirieren und Hoffnung schenken.

 

Südamerika aktuell: Peru

 

 

Am 13.05.2016 verhängte Venezuelas Regierung den Ausnahmezustand über das gesamte Land, ein Ende der Aufstände ist bislang nicht in Sicht. Quelle: Wikimedia Commons
Am 13.05.2016 verhängte Venezuelas Regierung den Ausnahmezustand über das gesamte Land, ein Ende der Aufstände ist bislang nicht in Sicht. Quelle: Wikimedia Commons

 

  • Freie Bildung für venezolanische Jugendliche!

Seit Beginn der Venezuelakrise gehen täglich neue Asylanträge venezolanischer Flüchtlinge in Brasilien, Peru und den USA ein. In Peru bekommen venezolanische Flüchtlinge in der Regel eine auf ein Jahr befristete Aufenthaltsgenehmigung, während ihr Antrag geprüft wird. Das Recht auf Bildung ist zwar ein Menschenrecht, ist aber in einem Land wie Peru, in dem 15-35% aller Jugendlichen (bezirksgebunden) nicht einmal die Sekundarschule abschließen können, noch immer nicht für alle zugänglich. 900 minderjährige Venezolaner haben nun in Peru zusätzlich zu der Aufenthaltsgenehmigung eine Berechtigung erhalten, während ihres Aufenthaltes Zugriff auf kostenlose Bildung und Gesundheit zu erhalten.


 

 

Der parque de los aguas in Lima ist eine umstrittene Attraktion in der Wüstenstadt.
Der parque de los aguas in Lima ist eine umstrittene Attraktion in der Wüstenstadt.

 

  • Wasser für alle!

Lima ist die trockenste Hauptstadt der Welt, nach Kairo sogar die größte Wüstenstadt überhaupt. Wenn man die vielen bewässerten Grünstreifen entlang der einzelnen Straßen entlangfährt oder durch den parque de los aguas mit seinen Wasserspielen und glitzernden Fontänen schlendert, scheint diese Tatsache aber ganz weit weg - bis man darüber nachdenkt. Ein riesiger Wasserpark mitten in einer Wüstenstadt, an deren Hängen Menschen ohne Trinkwasserversorgung leben? Ja! Wasser, das lernt man schnell, ist in der Millionenmetropole ungerecht verteilt. Nun soll in einem ersten Schritt in Richtung faire Wasserverteilung das unkontrollierte Abpumpen von Grundwasser durch Industriebetriebe gesetzlich reguliert werden. Die Grundwasserversorgung in Lima soll durch weitere Maßnahmen und Abmahnungen an die größten Wasserverbraucher seitens des Staates nach und nach kontrolliert werden.


 

 

Auf dem Inkatrail bleibt, besonders an den Campingstellen, gerne mal Müll liegen. Damit der Trek nicht bald durch Plastikberge, sondern auch weiterhin durch die wunderschöne Natur führt, müssen Maßnahmen ergriffen werden!
Auf dem Inkatrail bleibt, besonders an den Campingstellen, gerne mal Müll liegen. Damit der Trek nicht bald durch Plastikberge, sondern auch weiterhin durch die wunderschöne Natur führt, müssen Maßnahmen ergriffen werden.

 

  • Nachhaltig unterwegs auf dem Inkatrail!

Müllvermeidung ist seit jeher ein großes Thema bei Perus touristischen Höhepunkten. Schon öfters kam es zu Auseinandersetzungen zwischen der UNESCO und dem peruanischen Staat wegen zu viel Müll rund um Machu Picchu und auf dem Inkatrail. Wer sich für den Inkatrail mit viventura entscheidet, kann erleben, wie sehr uns die Erhaltung der Natur und kultureller Stätten am Herzen liegt. Unsere lokalen Partner nehmen bei Beschreitung des Treks stets Müllnetze mit und sammeln sämtliche Plastikflaschen oder Bierdosen ein, die von Wanderern aufgebraucht zurückgelassen werden. Danach wird der Müll gesammelt zu einer privaten Recyclingstelle (anstelle der üblichen Müllverbrennungsanlagen) nach Cuzco gebracht. Das Kulturministerium von Cuzco mahnt alle Anbieter des Inkatrail ab, die Müll zurücklassen. Wer zweimal Müll hinterlässt, darf fortan den Inkatrail nicht mehr als Anbieter fortführen - eine sehr effiziente Regelung!


 

 

 

 

 

An Festtagen kann man prächtige Tänze und Umzüge durch Perus Straßen, wie hier in Limas Altstadt, bewundern.
An Festtagen kann man prächtige Tänze und Umzüge durch Perus Straßen, wie hier in Limas Altstadt, bewundern.

 

  • ¡Somos libre, seámoslo siempre!

Wie jedes Jahr im Juli nähert sich in Peru die Zeit der bunten Straßenparaden, typischen Tänze und prächtigen Feiern voller leckerem Essen. Am 28. und 29.07 feiert Peru mit den "Fiestas patrias" (Nationalfeiertagen) die Unabhängigkeit von den spanischen Eroberern. Fast eine ganze Woche lang weht einem auf Perus Straßen die rotweiße Landesflagge entgegen, von allen Ecken erschallt die Nationalhymne und neben dem Militär ziehen auch Schulkinder und Staatsangestellte mit geschmückten Festwägen durch das Land.


 

Südamerika aktuell: Kolumbien

 

 

Über 50 Jahre wurde Kolumbien geprägt von dem Kampf der Guerillabewegung FARC (Fuerzas Armadas Revolucionarias de Colombia) mit den staatlichen Streitkräften.
Über 50 Jahre wurde Kolumbien geprägt von dem Kampf der Guerillabewegung FARC (Fuerzas Armadas Revolucionarias de Colombia) mit den staatlichen Streitkräften. Quelle: Wikimedia Commons

 

  • FARC & Frieden!

Nach mehr als einem halben Jahrhundert Guerilla-Krieg haben die FARC-Rebellen Ende Juni sämtliche registrierte Waffen (ca. 7100 Waffen, Zahl der verbliebenen unregistrierten Waffen bleibt unklar) an die UNO abgegeben. Die Abgabe der Waffen ist Teil des 2016 unterzeichneten Friedensabkommens zwischen der FARC und dem kolumbianischen Staat, wegen dessen Verhandlung der kolumbianische Präsident Juan Manuel Santos den Friedensnobelpreis verliehen bekam.


 

 

Der bedrohte Andenbär lebt im Hochregenwald und ist in freier Wildbahn vor allem in Kolumbien und Peru zu finden. Quelle: flickr
Der bedrohte Andenbär lebt im Hochregenwald und ist in freier Wildbahn vor allem in Kolumbien und Peru zu finden. Quelle: flickr

 

  • Schutz für den Andenbären!

Der Andenbär, oft auch als Brillenbär bezeichnet, lebt in den niedrigen Gebirgszügen von Kolumbien, Ecuador, Peru und Bolivien. Durch den wegen des Friedenabkommens ansteigendenden Tourismus in Kolumbien gerät er nun in eine bedrohliche Lage. Der natürliche Lebensraum des Bären, tropischer Hochregenwald, wird durch den Tourismus immer erschlossener für die Allgemeinheit. Kolumbianische Umweltschutzorganisationen nehmen das als Anspruch, ab sofort verstärkt auf den Schutz des Andenbären zu achten und seine Lebensräume weiterhin zu sichern.


 

 

Ehe für alle? In manchen Ländern existiert der Rechtsbeschluss schon deutlich länger als in Deutschland. Im Bild: Der Christopher Street Day in Deutschland 1997. Quelle: Wikimedia Commons
Ehe für alle? In manchen Ländern existiert der Rechtsbeschluss schon deutlich länger als in Deutschland. Im Bild: Der Christopher Street Day in Deutschland 1997. Quelle: Wikimedia Commons

 

  • Ehe im Dreierpack!

Während in Deutschland erst am 30. Juni diesen Jahres im Bundestag für die Ehe für alle gestimmt wurde, ist diese in Kolumbien bereits seit 2013 im Gesetz verankert. Seit 2015 dürfen homosexuelle Paare außerdem Kinder adoptieren, und nun dürfen Ehen sogar zwischen mehr als zwei Personen geschlossen werden. In Brasilien heirateten 2015 drei Frauen einander, nun wurde auch in Kolumbien eine sogenannte "trieja" (Dreierehe) zwischen Männern geschlossen. Verrückt? Vielleicht, vor allem aber: ein dreifacher Sieg für die Liebe.


 

Südamerika aktuell: Indigene Völker

 

 

In keinem anderen südamerikanischen Land ist der Anteil der indigenen Bevölkerung so hoch wie in Bolivien.
In keinem anderen südamerikanischen Land ist der Anteil der indigenen Bevölkerung so hoch wie in Bolivien.

 

  • Sport, Spiele und Kultur!

In Kanada fanden vom ersten bis neunten Juli die "Win Games World Indigenous  Nations" statt. Die Feierlichkeiten dienen dazu, die Stärke, Schönheit und Kulturen der unterschiedlichen indigenen Völker weltweit zu zelebrieren. Insgesamt werden über 300 Millionen Menschen zu indigenen Völkern gezählt. Allen Indigenen steht es bei dem Fest frei, ihre Nation zu repräsentieren oder an den WIN Games teilzunehmen. Gastgeber ist immer ein Land mit einem hohen Anteil an indigenen Völkern. Dieses Jahr kamen besonders viele Teilnehmer aus Argentinien, Brasilien, Chile, Uruguay, Bolivien, Kolumbien und Peru. Allein in Südamerika gibt es zwischen 40-50 Millionen Menschen indigener Abstammung, die je nach Land sogar den Großteil der Bevölkerung ausmachen!


 

Südamerika aktuell: Chile

 

 

Das Finale des Confed Cup 2017 zwischen Chile und Deutschland wurde in St. Petersburg ausgetragen. Quelle: Wikimedia Commons
Das Finale des Confed Cup 2017 zwischen Chile und Deutschland wurde in St. Petersburg ausgetragen. Quelle: Wikimedia Commons

 

  • Chi-chi-chi, le-le-le: ¡Viva Chile!
Chile, zweifacher Gewinner der Copa America in 2015 und 2016, hat im Confed Cup hinter Deutschland den zweiten Platz belegt! Beim Endspiel des FIFA-Konföderationen-Pokal gewann Deutschland mit 1:0. Der nächste Sieg der Chilenen lässt aber bestimmt nicht lange auf sich warten...

 

 

 

Hast du Lust bekommen, selbst durch Südamerika zu streifen? Dann schau doch mal auf unseren Südamerika Reisen vorbei! Falls du etwas Schönes aus Südamerika aktuell zu erzählen hast, freuen wir uns über deine Neuigkeiten unter diesem Post!

 

 

Tags: Peru, News, Chile, Kolumbien

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