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Chile – Mein Besuch im Erdbebengebiet

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P1050199_small Du möchtest wissen, wie du mit einer Spende helfen kannst, die Erdbebengebiete in Chile beim Wiederaufbau zu unterstützen? „Heute Nacht fährt Paulo, mein Schwager, nach Dichato. Möchtest du mitfahren?“, fragt mich Luis, der Leiter des Casa de los Pinos. „Na, klar!“, ich zögere keine Sekunde. Seit dem schweren Erdbeben in den frühen Morgenstunden des 27. Februar 2010 beschäftigt das Thema täglich meine Arbeit als Sozialkoordinator der „Fundación Visocial Chile“, dem chilenischen Partnerverein von viSozial e.V.

„Paulo und ein Freund werden Milch für Babys und andere Dinge nach Dichato bringen. Sie wollen über Nacht hinfahren und am Abend dann auch wieder zurück sein“, erklärt mir Luis weiter.

Was mich jedoch am nächsten Tag in „Tome“ genau erwarten würde, wusste ich nicht.

Ich habe wenig Zeit, mir darüber Gedanken zu machen. Ich muss meine Sachen packen: eine warme Jacke, eine Flasche Wasser, eine Cola, etwas Brot, meinen internationalen Führerschein, den Pass sowie ein Passfoto. Gegen 23:00 Uhr treffe ich bei Paulo ein, der mit Freunden gerade den geliehenen Kleinbus belädt. „Die Babymilch haben wir von Nestlé gespendet bekommen.“ Bis unters Dach mit Tüten und Kartons beladen starten wir Richtung Süden. Mein Kopf lehnt an einer Tüte mit Kleiderspenden. Ich nutze die Zeit, in der ich nicht fahren muss, um mich auszuruhen und etwas zu schlafen. Gegen 4:00 Uhr übernehme ich das Steuer. Die Autobahn ist mittlerweile deutlich schlechter geworden. Oft muss die Verkehrsführung einspurig auf eine Seite geleitet werden, um den Straßenschäden auszuweichen. Bei jeder Überfahrt einer Brücke merke ich eine leichte Anspannung.

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Gegen 9:00 Uhr treffen wir in Tomé, einer Ortschaft nördlich von Concepción, ein. Während des Frühstücks erfahren wir vom Pastor Luiciano viel über die Hilfsaktionen, die er und sein Team derzeit durchführen. In einigen Gegenden sollen zusammen mit den Bewohnern sanitäre Anlagen gebaut werden. „Wichtig ist, die betroffenen Menschen bei den Hilfsaktionen zu beteiligen.“ Im Ortsteil Dichato angekommen, konnten wir das Ausmaß des letzten Erdbebens mit eigenen Augen sehen. Vom Militär werden alle Ein- und Ausfahrten von Fahrzeugen kontrolliert. In einer Kapelle wurde eine Außenstelle der Stadtverwaltung eingerichtet, da die Menschen nicht bis nach Tomé gelangen können. Vor dem Gebäude werden Autos, die durch das Erdbeben bzw. den Tsunami beschädigt wurden, gelagert. Auch der öffentliche Transport mit Bussen ist hier größtenteils ausgefallen, weshalb viele Menschen von der Hilfe von außen wenig profitieren können.

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Bei einer kleinen Rundfahrt durch Dichato wird mir das Ausmaß der Zerstörung des Stadtteils deutlicher. Wir fahren am Strand entlang – viele Restaurants, in denen die Touristen zuvor noch chilenische Meeresfrüchte genossen haben, sind nun nicht mehr da. An der Bucht findet man Holzbalken und –bretter, Kleidungsstücke sowie weitere Alltagsgegenstände, die der Tsunami hier hinterließ.

Aus Fernsehen und Zeitung waren mir diese Bilder zwar bekannt, aber die Zerstörung direkt zu sehen ist noch einmal eine andere Dimension. Ein Fischer erzählt uns, dass er alles, was seine berufliche Existenz sichert, verloren habe. „Die ursprüngliche Tsunamiwarnung wurde wieder aufgehoben und dann gab es doch wieder eine Warnung. Wir hatten aber keine Zeit mehr“, äußert er sich wütend über das Durcheinander bei den staatlichen Stellen. Die Menschen von Dichato leben vom Tourismus und der Fischerei. Beides haben Erdbeben und Tsunami ihnen genommen.

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In einem Gesundheitszentrum, das die medizinischen Stationen in den Zeltlagern versorgt, können wir unsere Spenden abgeben. Die Mitarbeiter sind überglücklich, weil sie lange nichts mehr erhalten haben. Besonders über die Babymilch freuen sie sich. „Jetzt sind wir wieder ganz gut ausgestattet. Aber wir rechnen damit, das wir in zwei Monaten nichts mehr haben. Die Spendenbereitschaft wird dann schlagartig zurückgehen“, äußert sich eine Krankenschwester besorgt über die Zukunft.

Als wir am späten Abend die lange Heimfahrt nach Santiago antreten, ist uns klar, dass es viel zu tun gibt. In zwei Wochen möchten wir erneut einen Hilfstransport in die schwer betroffene Region durchführen. Aufgrund meiner gesammelten Erfahrungen vor Ort, können wir nun die Verwendung der bereits eingegangen Spenden koordinieren um gezielt helfen zu können. Wir sind jedoch weiterhin auf Spenden angewiesen, um mehr vor Ort erreichen zu können.

Hier könnt ihr euch informieren und auch spenden. Wir danken euch für eure Unterstützung und werden wieder berichten, wie die Gelder sinnvoll eingesetzt werden konnten.

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