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Freiwilligentourismus – ein neuer Trend?!

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Foto SozialreportagekleinKleine Fallstricke und andere Gemeinheiten bei deiner Suche nach einem passenden Volontärseinsatz möchte ich heute gerne ansprechen. Als ich vor fast einem Jahrzehnt auf der Suche nach einem Freiwilligendienst im Ausland war, liefen sämtliche Anfragen noch über den Postweg, was eine ziemlich mühsame Angelegenheit war. Überhaupt das Angebot an Volontärsmöglichkeiten, die keine hohe Vermittlungsgebühr erforderten, waren sehr beschränkt.

Zum Glück wurde damals gerade das Programm des Europäischen Freiwilligendienstes ins Leben gerufen, welches es mir ermöglichte, mein Soziales Jahr auch ohne Erspartes in Spanien zu verbringen. Der Deal war ein durchaus fairer: Arbeitskraft gegen Unterkunft, Verpflegung, Versicherung, Flug und Taschengeld. Seitdem hat sich die Situation auf dem Freiwilligenarbeitsmarkt erheblich verändert und es stellt sich mir nun die Frage, ob dieser daraus resultierende Freiwilligentourismus als neuer Trend unter jungen Reisenden anzusehen ist?!

Gehen wir der Sache doch mal auf den Grund! Zunächst sollte die Vermittlungssituation, heutzutage natürlich über Internet, kritisch begutachtet werden. Leider haben sich dank der hohen Nachfrage nach Volontärseinsätzen unter die wenigen kostenlos vermittelnden Anbieter, wie beispielsweise das BMZ mit seinem entwicklungspolitischen Weltwärts-Dienst oder natürlich wir von viSozial, auch viele schwarze Schafe gemogelt. Zunächst einmal ist es problematisch, dass man nur sehr schwer auf die Seiten der fair arbeitenden NGOs stößt und uns die Suchmaschine google stattdessen lieber diejenigen ausspuckt, die Tausende von Euro an Vermittlungsgebühr verlangen. Leider kommt es häufig jedoch noch schlimmer: Hat der junge angehende Freiwillige seine Eltern dann schließlich überzeugt, den Betrag für seinen bevorstehenden vorbildhaften Einsatz in Afrika, Lateinamerika oder Asien an die Halsabschneider zu zahlen, stellt sich vor Ort heraus, dass die Projekte seit langem nicht mehr funktionieren oder gar existieren. Seine Erwartungen werden enttäuscht und er fragt sich vermutlich spätestens dann, wofür die vermittelnde Organisation so viel Geld haben wollte.

Jedoch nicht alle NGOs arbeiten mit illegalen Machenschaften, es gibt natürlich auch noch viele andere, die sich so wie viSozial an bestimmte Vorgaben und Standards halten und vor allem von Herzen und aus Überzeugung handeln! Da Eigenlob aber bekanntlich stinkt, hab ich mir die Meinung unseres aktuellen Volontärs Björn, der im August volles Engagement in der Schule San Juan Apostol in Arequipa gezeigt hat, eingeholt.

Zunächst erklärt uns Björn, welche Erfahrungen er bezüglich der Suche nach Freiwilligenarbeit gemacht hat:

Auf viSozial bin ich über einen Freund gestoßen, der mal mit viventura einen Sprachkurs und eine Reise in Peru gemacht hat. Er erhält noch regelmäßig den Newsletter von viventura und war daher auch über die soziale Sparte informiert. Ich hatte ihm erzählt, dass ich ein Entwicklungshilfe-Projekt in Lateinamerika suche, wo ich eine Zeit lang arbeiten kann. Andere Organisationen, die ich über das Internet schnell finden konnte, baten Freiwilligenarbeit nur gegen eine Gebühr an. viSozial war die erste, die ich gefunden habe, die keine Gebühren verlangt. Da auch eine Studienkollegin von mir einmal bei viventura gearbeitet hat, hatte ich recht hohes Vertrauen in die Arbeit von viSozial. Daher habe ich meine Bewerbungen auf diese Organisation konzentriert.

Die Betreuung durch viSozial beschreibt er wie folgt:

Mit der Betreuung von ViSozial war ich sehr zufrieden. Vor allem vor meiner Reise nach Peru habe ich von der Ansprechperson in Arequipa immer sehr schnell Rückmeldung bekommen, so dass ich trotz recht kurzer Vorlaufzeit die Reise gut vorbereiten konnte. Auch in Arequipa war sie mir bei der Vermittlung alternativer Freiwilligenarbeit während der Zeit der Schweinegrippe, in der die Schulen geschlossen waren, behilflich. Von großem Wert war für mich auch die Vermittlung einer Gastfamilie, in der ich mich sehr wohl gefühlt habe.

Natürlich interessiert uns auch, was seine persönlichen Motivationsgründe für einen Freiwilligeneinsatz waren:

Ich war auf der Suche nach einem deutlichen Perspektivwechsel und nach einer kleinen Auszeit nach dem Abschluss meiner Doktorarbeit. Ein Urlaub als Tourist kann dies nicht erfüllen. Erst über eine Arbeit und natürlich auch eine Gastfamilie in einem unbekannten Land ist es für mich möglich, eine andere Kultur näher kennenzulernen und dadurch einen anderen Blick auf das eigene Leben und die Arbeit in meinem Mutterland Deutschland zu gewinnen. Die durch viSozial vermittelte Freiwilligenarbeit in einer Schule in Arequipa hat diese Erwartungen erfüllt.

Björn arbeitete in unserer Schule San Juan Apostol und unterstützte dort die Lehrerin bei ihrer Arbeit in der 2. Klasse der weiterführenden Schule, was unserer deutschen 8. Klasse entspricht. Folgende Eindrücke, aber auch Kritik teilt er uns diesbezüglich mit:

Ungeachtet dieser Einschränkungen hat mir die Arbeit in der Schule viel Spaß gemacht. Zu sehen, wie Schülergruppen nach einer kleinen Motivation oder Hilfe, eine Aufgabe mit Freude verfolgen, oder zu sehen wie ein verdientes Lob bei einem Schüler neue Freude an der Mathematik hervorbringt, ist reichlich Belohnung für die teilweise – natürlich auch aufgrund der Sprachbarriere – anstrengende Arbeit. […] Für mich war es zwar sehr interessant und spannend und das beste Erlebnis in meinem Freiwilligendienst gleich am zweiten Tag eine Klasse alleine zu betreuen. Aber ich bin eigentlich der Auffassung, dass organisatorische Dinge in der Unterrichtszeit nichts verloren haben. Diese sollten vor oder nach dem Unterricht erledigt werden, so dass nichts von der kostbaren Unterrichtszeit verloren geht. […] Die Entwicklungshilfe sollte nach meinen Erfahrungen weniger ausführend, wie ich es getan habe, als vielmehr konzeptionell und organisatorisch unterstützen. Kurz gesagt: Hilfe sollte den Einheimischen helfen, es besser zu machen, und nicht helfen, ihre Fehler abzufedern.

Wie man an unserem Freiwilligen Björn erkennen kann, ist es wie bereits angesprochen, schwierig, eine Organisation zu finden, die kostenlos vermittelt und die Freiwilligen noch zusätzlich ordentlich betreut. Hat man diese Hürde erst überwunden, steht dem Erlebnis als Freiwilligentourist nichts mehr im Wege. Björn hat uns durch seine Kommentare und Anregungen deutlich gemacht, welchen Mehrweit Freiwillige für unsere Projekte bringen und was es für sie im Gegenzug bedeutet, sich sozial in einem Entwicklungsland zu engagieren. Außerdem wird auch klar, dass man sich Freiwilligenarbeit nicht als erholsamen und aufregenden Urlaub in einem Drittweltland vorstellen darf, sondern dass man mit Sicherheit auch mit Konflikten konfrontiert wird und man dadurch aber die Chance bekommt, sein persönliches Weltbild, welches häufig ein rein westliches ist, zu überdenken: Freiwillige reisen als Idealisten ab und kommen als Realisten wieder!

Ich bin jedoch bei allen Problemen, die sich während der Vermittlungsphase und auch während des Einsatzes ergeben können, der Meinung, dass Freiwilligenarbeit bei der richtigen Vermittlung, Betreuung und Ausführung einen vielfach unterschätzten Mehrwert, sowohl für die Projekte als auch für die Volontäre selbst haben. In diesem Sinne: Bewerbt euch! Wir haben Freiwilligeneinsätze in nahezu allen Ländern Südamerikas anzubieten und das alles auch noch durch eine kostenlose Vermittlung: http://visozial.org/fwa/

Was denkt ihr über das Thema? Ist Freiwilligentourismus tatsächlich ein neuer Trend? Welche Erfahrungen habt ihr gemacht?

Björn

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2 Antworten auf “Freiwilligentourismus – ein neuer Trend?!”

  1. Kristina sagt:

    Ja, das kann ich leider nicht beurteilen. Ich weiß nur, dass ich es schade finde, dass ich die Chance nicht hatte, sowas zu machen. Ich war schon 1993 mit meinem Studium fertig. Na, viell. mache ich das dann, wenn ich in Rente bin, solche Projekte habt Ihr ja auch 🙂

  2. Paul sagt:

    Ich war mittlerweile 2x in Bolivien und habe dort bei einer bolivianischen NGO gearbeitet. Beide Male ohne irgendeinen Veranstalter oder so. Ich habe mich jedes Mal gefragt: wozu braucht man eigentlich diese Unternehmen, die von den Freiwilligen auch noch Geld verlangen?

Wir freuen uns auf Ihre Kommentare

Der Autor:

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