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Kolumbien: Olé, olé – Santa Fe!

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Es ist Sonntag Nachmittag in Bogota. Neben mir springt ein in rot-weiss gekleiderter Mann hibbelig auf und ab. Er erklärt mir, dass es dieses Mal nach über 30 Jahren Tristesse und Abstiegskampf endlich wieder klappen könnte mit der Meisterschaft. Ich bin im Fussballstadion von Bogota!

Fussball – das bedeutet für mich Leidenschaft, Emotionen und ein Stück Lebenskultur. Auch in Kolumbien ist Fussball der Nationalsport schlechthin und als eingefleischter Fan, der in Deutschland an den Wochenenden sehr oft seine Zeit in den Stadien verbrachte, musste ich etwas gegen den wöchentlichen Entzug tun. Deshalb fiebere ich dem Heimspiel des Haupstadtclubs „Independiente Santa Fe“ gegen „Atletico Junior“ aus der Küstenmetropole Barranquilla schon länger entgegen. Gerade weil es der letzte Spieltag der laufenden Meisterschaft vor den dann beginnenden Play-Off-Spielen ist.

Unser Ziel ist das Stadion „El Campin“, in welchem Santa Fe seine Heimspiele bestreitet. Ich bin sehr gespannt auf die Stimmung und die Atmosphäre im Stadion, schliesslich bin ich das erste mal live bei einem kolumbianischen Fussballspiel dabei.

Am Stadion angekommen stellen wir fest, dass es gar nicht so unkompliziert ist an Tickets zu gelangen. Wir haben die Möglichkeit, Eintrittskarten entweder auf dem vollkommen überteuerten Schwarzmarkt zu bekommen, oder uns an eine der 4!!! Kassen anzustellen. Da noch ausreichend Zeit bis zum Anpfiff vorhanden ist, entscheiden wir uns für die zweite Variante und schaffen es nach endlosem Warten gerade noch rechtzeitig zum Beginn des Spiels auf unsere Plätze.

Die Südkurve: laut und wild. Wir stehen inmitten von tanzenden schreienden, trommelnden und jubelnden Schlachtenbummlern. Das Stadion gehört an diesem Tag komplett den Rot-Weissen aus Sante Fe. Die Fans der Gäste von der Karibbikküste machen allerdings schlapp, denn nur wenige haben den weiten Weg für dieses wichtige Spiel auf sich genommen. Die Anhänger von Santa Fe sind hingegen zahlreich vertreten – ob Frauen und Kinder, Familien, Vater und Sohn ….. Eine spannende und interessante Mischung, die ich bisher so noch nicht kennengelernt habe.

Die Anhänger von Santa Fe nehmen uns sehr freundlich auf und sind sichtlich erfreut, dass sich ein paar „Gringos“ zu ihrem Heimspiel verirrt haben. Während der gesamten ersten Halbzeit kommen die Fans nicht zur Ruhe, was vor allem am begeisternden Spiel von Santa Fe liegt. Wie schaffen es die Rot-Weissen nur die gesamten 90 Minuten ohne Pause zu singen, zu springen und ihre Mannschaft anzufeuern? Dies habe ich vorher bestenfalls einmal auf der Dortmunder Südtribühne erlebt.

Die beiden Mannschaften zeigen einen technisch und spielerisch erstklassigen Fussball, der mit der Bundesliga auf jeden Fall mithalten kann.

Zu einem guten Fussballspiel sind wir es natürlich gewohnt, ein kühles Bier zu trinken. Aber wir müssen enttäuscht feststellen, dass es entgegen unserer Gewohnheiten im gesamten Stadion weder Bier noch leckere Bratwürste zu kaufen gibt. Das sonnige Wetter, das flotte Spiel, die tolle Atmosphäre und natürlich die etwas ungewöhnliche Performance der Cheerleader während der Halbzeitpause sollen uns hierfür aber mehr als entschädigen.

Spätestens nachdem Santa Fe in der zweiten Halbzeit den Gegentreffer zum 1:2 kassiert und die Anhänger ihre Mannschaft deswegen noch enthusiastischer anfeuern, nimmt mich der Verein endgültig gefangen und mich hat das Fussballvirus vollends gepackt. Voller Leibeskraft singen wir „Oleole Oleoleola, vamos Santa Fe, cada dia te quiero mas“ (…auf geht es Santa Fe, jeden Tag liebe ich Dich mehr), leiden wir zusammen mit den kolumbianischen Fans über die vielen vergebenen Chancen und sind einfach nur begeistert von den Emotionen der Anhänger und der tollen, friedlichen Atmosphäre im Stadion. Die Euphorie ist gigantisch!

Sie kocht kurz vor Schluss nocheinmal über, als bekannt gegeben wird, dass der Rekordmeister und Lokalrivale „CD Los Millionarios“ sein Spiel verloren hat und die Qualifikation für die kommenden Play-Off-Spiele nicht mehr schaffen wird. Nach der Partie wird die Mannschaft frenetisch gefeiert und verabschiedet – wir gehen zusammen mit den zahlreichen Anhängern trotz der Niederlage glücklich und zufrieden nach Hause.

Ich bin mir sicher, dass dies nicht mein letzter Stadionbesuch in Bogota gewesen ist und kann jedem Südamerikareisenden empfehlen – ob Fussballfan oder nicht –, einmal die besondere, fröhliche, friedliche und stimmungsvolle Atmosphäre bei einem Fussballspiel in Südamerika zu erleben. Ich werde auf jeden Fall wieder mit Begeisterung dabei sein, wenn Ende Juni „unsere“ Meisterschaftsfeier stattfindet und wenn sich kurze Zeit später die „Königlichen“ aus Madrid mit Raul, Robinho und Co. die Ehre geben, im „El Campin“ gegen Santa Fe anzutreten.

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