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Peru und die Handy-Manie

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Letzte Woche im Kino fiel mir mal wieder auf, wie kommunikationsfreudig die Peruaner sind. Kaum gehen die Lichter aus, gehen die Handys an. Überall klingelt es in verschiedenen Melodien und den Anrufenden wird in aller Lautstärke – um den beginnenden Film zu übertönen – mitgeteilt, dass man sich im Kino befindet. Unter bösen Blicken und „Pssst“-Geräuschen beenden die meisten ihre Gespräche relativ zügig. Andere hingegen sehen über die Beschwerden der weiteren Kinozuschauer hinweg und lesen ihren Gesprächspartnern den ganzen Film über den spanischen Untertitel vor.

Peruaner teilen sich eben gerne mit. Und besonders gerne tun sie dies per Handy. Da Übung bekanntlich den Meister macht, können die Peruaner in allen Lebenslagen telefonieren. Egal, ob einkaufend, essend, Moped fahrend,… Den Großteil der Peruaner seht ihr mit einem Handy am Ohr.

Die peruanischen Mobilfunkanbieter haben dieses Mitteilungsbedürfnis genutzt, um ein System zu entwickeln, bei dem sie noch mehr Handys verkaufen können: Das „Red“. Innerhalb dieser Netzwerke, bei denen mehrere Handychips – teilweise bis zu 40 oder mehr – integriert werden, können kostenlos Telefonate von einem Handy zum anderen des Reds geführt werden. Auch zwischen zwei Reds des gleichen Telefonanbieters sind die Telefonate gratis. So haben nicht nur große Firmen dieses System für sich entdeckt und statten alle ihre Mitarbeiter nun großzügig mit Handys aus, damit sie für jeden immer erreichbar sind. Nein, auch Freundesgruppen sind mittlerweile mit ihren Handys vernetzt. Und die Mobilfunkbetreiber freuen sich.

Da nun fast jeder mit jedem per Handy „vernetzt“ ist, ist auch eigentlich jeder für jeden immer erreichbar. Umso unverständlicher ist es für die Peruaner dann, wenn jemand nicht erreichbar sein sollte. In diesem Fall bleiben sie konsequent und rufen ununterbrochen auf dem Handy an. Irgendwann muss der Gesprächspartner ja mal abnehmen…

Da aufgrund der Reds die meisten Handygespräche, die in Peru geführt werden, kostenlos sind, haben nur die wenigsten Guthaben auf ihrem Handy. Sollte es doch einmal vorkommen, dass ein Gespräch außerhalb des Netzwerks geführt werden muss, gibt es zwei Alternativen. Bei der ersten klingelt man einfach nur auf dem Telefon an, so dass der andere merkt, dass jemand mit ihm sprechen möchte, und dann zurück ruft. Diese Alternative funktioniert nicht oft, da der Angeklingelte auch meist nicht über genügend Guthaben auf seinem Handy verfügt, um den Anruf zu erwidern. Daher greifen die meisten direkt zur zweiten Alternative: den Anruf-Verkäufern. Dies sind meist junge Leute in auffallend grellen Westen, die für die Mobilfunkanbieter arbeiten und einzelne Gespräche von ihren Handys verkaufen. Um es bildlicher auszudrücken könnte man sie auch als mobile, menschliche Telefonzellen bezeichnen.

Für jedes mögliche Handy-Problem scheint es in Peru eine Lösung zu geben, damit der Telefonier-Freude nichts im Wege stehen kann.

Oh, Moment, mein Handy klingelt…

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6 Antworten auf “Peru und die Handy-Manie”

  1. Nicole sagt:

    Hi Melli,

    in Kolumbien ist es genau das gleiche Spiel. Kein Ort, an dem nicht die Handys klingeln…. und das Faszinierenste für mich: Sobald das Flugzeug aufsetzt, gehen alle Handys sofort wieder an und nicht nur, dass die Kolumbianer dann auch sofort anfangen zu telefonieren – nein – das Telefon klingelt auch sofort 😉 unglaublich!

    LG
    Nicole

  2. Franz sagt:

    Servus, das hört sich ja schrecklich an, es gibt doch nichts schlimmeres als wenn egal wo man sich aufhält irgendwelche Leute ständig telefonieren, z.B im Restaurant oder einem besonders schönen PArk wo man vielleicht mal seine Ruhe haben will. Ich machte vor 2 Jahren eine Motorradtour durch die Türkei, dort hatte jeder selbst im hintersten Ostlichen Kuhort ein Telefon, jedoch sind sie dort mehr ein Prestigeobjekt und werden selten benutzt da die Verbindungspreise sehr hoch sind.
    Ich plane eigentlich für nächstes Jahr eine weiter Perureise, aber wenn ich dorten mich ständig von einer wild umhertelefonierenden Masse umgeben bin werde ich diesen Plan nocheinmal überdenken. Ist dies der Fall wäre nun meine Frage?

    Liebe Grüße, Franz.

  3. Melanie sagt:

    Vielen Dank für eure Kommentare zu meinem Artikel! Es ist tatsächlich so, lieber Franz, dass das Handy in Peru ein sehr viel gebrauchter Gegenstand ist. Doch die viele Telefoniererei mindert in keinster Weise die Schönheit des Landes!!! Peru ist ein tolles Reiseland mit atemberaubend schöner Landschaft, einzigartiger Kultur und sehr freundlichen Menschen! Zudem gibt es viele Gegenden, wie z. B. bei den Inseln im Titicacasee oder den Lagunen in der Cordillera Blanca, wo du sicherlich kein Handy klingeln hören wirst und die beeindruckende Atmosphäre ungestört genießen kannst 🙂

  4. Babs sagt:

    Na, wer war denn da im Kino mit untertitellesenden Menschen??!! 😉

  5. Kristina sagt:

    Hi
    Ja, ich finde das auch ganz furchtbar, ständig und immer erreichbar sein zu wollen …
    Ich bin Handy-Verweigererin. Ich hab zwar eins, schalte es aber oft aus und nehme es auch in den Urlaub gar nicht erst mit, denn da will ich einfach meine Ruhe haben!!
    :o)

  6. Ralf sagt:

    Diese Mitteilungsbedürftigkeit ist schon erstaunlich. 🙂
    Jetzt muß ich nur noch erforschen, ob die mit dem Handy am Ohr geboren werden, oder ob das später nachwächst. 🙂
    Übrigens: Dieses Phänomen habe ich in Thailand auch entdeckt…..die können auch mit zwei Handys gleichzeitig… 🙂

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Der Autor:

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