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Interview auf der Berlinale 2014 – O Homem das Multidões (The Man of the Crowd)

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Berlinale - viventura InterviewsDie Berlinale 2014 ist vorbei, die neuen Bärenbesitzer erholen sich vom Feiern und die Hauptstadt findet langsam wieder zu Ihrem Rhythmus zurück. Wie bereits über Facebook und Twitter angekündigt freuen ich mich sehr, euch eine Serie von 5 Interviews präsentieren zu können, die ich mit den Regisseuren von südamerikanischen Filmenen geführt habe, die sich dieses Jahr auf der Berlinale präsentiert haben.

Das Interview:

 

Juvenal ist Straßenbahnfahrer in Belo Horizonte, einer der größten Städte Brasiliens. Den Feierabend verbringt der stille Mann in seiner Wohnung. Wenn er Durst hat, trinkt er Wasser aus seinem einzigen Wasserglas. Seine Kollegin Margô bittet ihn, bei ihrer Hochzeit Trauzeuge zu sein. Doch dafür bedarf es einer freundschaftlichen Beziehung zwischen den beiden isolierten Menschen, doch die entwickelt sich nur langsam.

 

viventura: Cao, Marcelo, vielen Dank für eure Zeit! Könnt ihr uns zunächst in wenigen Sätzen erklären, worum es in dem Film geht, den ihr hier auf der Berlinale erstmalig einem internationalen Publikum präsentiert?

O homem das Multidoes - viventura interview Berlinale 2014Cao Guimarães: O Homem das Multidões, The Man of the Crowd,  ist ein Film über Einsamkeit. Einsamkeit ist ein universelles Thema, ganz speziell in Brasilien, wo ständig alle Welt glaubt „happy“ sein zu müssen. Typischerweise sind wir Brasilienaer natürlich offen und feiern gerne aber natürlich findet sich in Brasilien auch das genaue Gegenteil. Wir wollten einen Film machen, der eine Einsamkeit darstellt, die so viele Leute in großen Städten erfahren.

viventura: Gab es Inspirationen für die Idee zu diesem Projekt?

Marcelo Gomes: Ich habe bereits zwei ähnliche Filme mit solchen einsamen Charakteren geschossen: Hermite und Restless Walker. Für diesen Film jedoch haben uns von der gleichnamigen Novelle von Edgar Allan Poe aus dem 19. Jahrhundert inspririeren lassen. In London, einer der ersten wirklcihen Großsstädte sinser Zeit, war dieser vermeindliche Widerspruch von ständigen Umgebensein von Leuten und dem sich-trotzdem-Einsam-fühlen erstmals ein Thema, mit dem man sich auseinandergesetzt hat. Genau dies Idee wollten wir in’s 21. Jahrhundert in Brasilien transportieren.

O homem das Multidoes - viventura interview Berlinale 2014viventura: Bei Braslien denken wir hier in Deutschland unweigerlich an schöne Strände, schöne Frauen, Party und immer-gute Laune. Wie kamt ihr dazu, einen Film über Einsamkeit zu drehen?

Cao Guimarães: Tatsächlich handelt der Film von verschiedenen Typen von Einsmkeit in Großsständten. Wir behandeln hier zwei verschiendene Charaktere, einen männlichen und einen webiblichen. Der Mann repräsentiert die reale Einsamkeit, die physische. Er vermisst physischen Kontakt, verspürt den Drang, Leuten auf der Straße zu folgen und will eigentlich gar nicht einsam sein. Die Frau wiederrum erfährt eine eher kontemporäre Art der Einsamkeit: eine virtuelle Isolation. All Ihre Beziehungen pflegt sie über das Internet und tummelt sich in sämtlichen sozialen Netzwerken. Als sie dann Bedürfnisse an die reale Welt stellt merkt sie, dass sie in Wirklichkeit vereinsamt ist.

viventura: Vielen Dank für eure Zeit und viel Erfolg mit dem Film!

 

Mein Fazit: O Homem das Multidões ist das faszinierende Ergebnis des Zusammenwirkens eines Filmemachers und eines bildenden Künstlers: Das quadratische Format mit dem Appeal von Retro-Appeal quadratischer Polaroids, in dem der Künstler Cao Guimarães und Regisseur Marcelo Gomes ihren Mittellangfilm (so nennt sich das Genre zwischen Kurz- und Spielfilm) gedreht haben, macht aus der ruhigen Geschichte über die Einsamkeit eine Folge visueller Kunstwerke, die den  mit der Anmutung moderner digitaler Displays verbindet. Gleichzeitig, so mein Eindruck, wird auch das quadratische Format das beklemmende Gerfühl der urbanen Einsamkeit effektiv vermittelt.

 

O Homem das Multidões (The Man of the Crowd), 2013, 95 Minutes
Produktion
: Cinco Em Ponto, Rec Produtores Associados Paleotv
Schauspieler: Paulo Andre, Sílvia Lourenco, Jean-Claude Bernardet
Drebuch, Regie: Marcelo Gomes, Cao Guimaraes
Produzenten: Beto Magalhaes, Joao Vieira Jr.
Director of Photography: Ivo Lopes Araujo
Musik: O Grivo
Editor: Guimaraes,Gomes, Lucas Sander
Sales: FiGa film

 

Habt ihr den Film O Homem das Multidões (The Man of the Crowd) bereits gesehen? Was sind eure Erfahrungen mit Einsamkeit in dem Großstadtdschungel? Ich freue mich auf eure Kommentare!

 

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Der Autor:

Benno Schmidt

Benno
Als Marketeer bei viventura schreibe ich am liebsten über meine drei Lieblings-K aus Südameri-K: Kurioses, Kulturelles und Kulinarisches. Meine Liebe zu Lateinamerika habe ich auf einer ... weiterlesen

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