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Weltkulturerbe: Karneval in Barranquilla

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schneeWas verbinden Sie mit Maismehlschlachten, Schaumkanonen und viel nackter Haut? Richtig, Karneval in der Karibik! Das wollte ich mir nicht entgehen lassen. Also haben ein paar Freunde und ich unsere Sachen gepackt und uns aufgemacht Barranquilla bei einem der größten Volksfeste des Landes zu entdecken: Dem Karneval in Barranquilla. Seit zehn Jahren ist dieses Ereignis in der Liste der UNESCO, als Meisterwerk des mündlichen und immateriellen Erbes der Menschheit. Die Conquistadores brachten ihrer Zeit die Karnevals-Tradition aus Spanien mit, die hier seit dem gepflegt wird.

Im Jahre 1888 erschien das erste Mal der Rey Momo – der König des Karnevals, der in fast allen lateinamerikanischen Ländern durch die Karnevalszeit führt. Anders als z.B. in Rio de Janeiro ist der Rey Momo in Barranquilla keine Witzfigur, sondern das Gegenstück der bildhübschen Reina del Carnaval, der Königin des Karnevals, und läutetet mit seinem Erscheinen den Beginn der närrischen Zeit ein.

Über sechs Wochen zieht sich das Precarnaval hin, in dem besonders an den Wochenenden Musikveranstaltungen stattfinden, dominiert von den typisch karibischen Klängen des Cumbia.

Reina y Rey Momo

Für uns beginnt das eigentliche Geschehen erst am Karnevalssamstag mit der Batalla de las Flores (Blumenschlacht) bei der, ähnlich wie in Deutschland, die einzelnen Karnevalsvereine und Unternehmen aus der Region auf ihren Wagen kostümiert durch die Straßen tanzen und sich vom Publikum bejubeln lassen. Die gute Stimmung auf den Tribünen und in der Parade wird zusätzlich angeheizt von etlichen Litern Aguardiente (einem typischen lokalen Anisschnaps), die auch die letzten Karnevalszweifler, wie mich, von ihren Plätzen reißen. Ohne Pause geht es für uns abends weiter zu einer der großen Veranstaltungen die über die Stadt verteilt sind. Ich folge meinen lokalen Freunden bis wir schließlich am Plaza de la Paz ankommen. Die Noche de Tambo ist bereits im vollen Gange und wir reihen uns in die Menge ein um mit ihnen um die Bühne zu kreisen, während uns die Bands mit rhythmischen Trommelsounds anfeuern.

carnaval2

Nach nur einigen Stunden Schlaf sind wir schon wieder auf der Via 40 um noch einen guten Platz auf den Tribünen zu ergattern. Einige aufwärmende Reggaetonsongs später beginnt die Gran Parada de Tradicion, die eigentliche Hauptveranstaltung des Wochenendes, wenn auch viele Karnevalisten sich an diesem Sonntagmorgen nicht mehr aufraffen können. Die Gigantonas (verkleidete Artisten auf Stelzen) und Armeen von Marimondas (Maskierte mit Rüsseln) sind die Highlights dieses Tages. Der Sonntag ist weitaus weniger kommerziell als der Samstag, der im Namen der leicht bekleideten Reinas und der großen Unternehmen stand. Abends steht für uns ein Gratismusikfestival am Kolonialbau der alten Zollstation an. Mein absoluter Höhepunkt des Tages ist der Auftritt der Band Bomba Estereo, die aus der Hauptstadt Bogota kommen und einen Mix aus Elektro- und Tropicalmusik erklingen lassen.

Wer am Montag noch Energie hat, den lädt der Lunes de fantasia ein, einen Karneval zu erleben, der eher untraditionell ist. Einflüsse aus aller Welt werden vermischt und es gibt für die Gruppen keine festen Regeln zu Kostümen und Tänzen. Zwischen Salsa, Samba und Elektro ist heute alles erlaubt. Ich entscheide mich dennoch für einen ruhigen Tag am Strand um Abends fit für die Carnavalada zu sein. Sie präsentiert uns eine andere Seite des Karnevals, die vom Tourismus noch eher unentdeckt ist. Einheimische Komödianten und weltbekannte Musiker zeigen hier ihre Qualitäten vor einem kleinen und fast ausschließlich lokalem Publikum.

Nach vier Tagen ausgelassener Rumba stirbt am Dienstag Joselito, der die Fröhlichkeit des Karnevals symbolisiert. Begleitet von seinen Witwen, die von als Frauen verkleideten Männern gespielt werden, stirbt er ein ums andere Mal, bis alle Schaulustigen ihm einmal beim Sterben zuschauen konnten. Am Abend bevölkern noch die letzten Gruppen die Straßen bis auch sie die Kraft verlässt und nach hause torkeln. Am nächsten Tag erhalten wir das Aschekreuz  und damit kehrt wieder Normalität in Barranquilla ein. Für mich wird es Zeit nach Hause zu fahren: 13 Stunden Nachtbus bis Medellin liegen noch vor mir.

Bis zum nächsten Jahr Joselito!

Möchten Sie im nächsten Jahr auch Rey Momo in Barranquilla begrüßen?

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