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Mein buntes Treiben in Oruro

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Frauen beim TanzNoch als ich in Deutschland war, habe ich von überall etwas über den Karneval in Oruro – eine Stadt im Hochland Boliviens, gehört. Man beschrieb es als DAS Fest der Anden, ein buntes Treiben, ausgelassene Stimmung und knallige Kostüme – rundum: das schönste Fest in Bolivien. Nach mehreren und ausdrücklichen „Das musst du sehen!“, entschied ich mich dann doch mit einer Gruppe Freunden hinzufahren. Skeptisch blickte ich dem Karneval entgegen. Ist er wirklich so toll wie alle behaupten?

Etwas Chaos und Alkohol gehören bei diesen Menschenmengen auf kleinsten Raum einfach dazu, aber nicht jedermann genießt das fröhliche Treiben, dennoch war Oruro für mich einen Besuch wert.

Die Indigene Bevölkerung ist in dieser Gegend sehr stark vertreten, was sich auch im Karneval widerspiegelt. So beginnt der Karneval am Gründonnerstag mit der Danksagung an Pachamama und den Achachila Gottheiten. Hauptsächlich indigene Tänzer, verkleidet in bunten traditionellen Kostümen, bedanken sich für die diesjährige Ernte und erbitten neue erfolgreiche Erträge.

Am Samstag beginnt dann der eigentliche Karneval mit der Ehrung der Jungfrau der Bergwerkstollen. Die ersten zwei Tage stellen ein spirituelles Ritual dar, bei dem Alkohol verboten ist. Erst am Sonntag darf gefeiert werden, denn hier tanzt man für den Gott des Spaßes.

Am Samstag um drei Uhr morgens bin ich zusammen mit meinen acht Freunden von La Paz in Richtung Oruro aufgebrochen. Nach fünf lustigen, aber schlaflosen Stunden im Bus sind wir angekommen. Ein schnelles Frühstück und dann standen wir schon mitten im Trubel. Eine kurye Weile haben wir uns vom Strom ziehen lassen bis wir uns ein paar Sitzplätze an einer Seitentribune ergatterten, von wo aus wir direkt den Umzug mit erleben konnten. Umsonst! Eigentlich bezahlt man für die Sitzplätze, aber der Sitzplatzkoordinator schien auch keine ausdauernde Autorität zu zeigen und so blieben wir für ein paar Stunden sitzen. Was sich uns darbot war folgendes: knapp bekleidete Mädchen mit viel Make-up und bunten Accessoires, Männer in schillernden Anzügen, die leidenschaftlich im Tanz versunken schienen. Verkleidet als Drachen, Bären, schwarze Sklaven, schräge Fratzen, Indianermädchen mit Häuptling, Teufel, büffelartige Gestalten und mitreißend schallende Musik, zu der sich die Tänzer bewegten. Im Publikum sah man überall Plastikmäntel auf denen sich weißer Schaum mit Wasser vermischte. Spuma heißt das Zauberspray, welches sich wie Shampoo in den Haaren festsetzt. Es ist alter Karnevalsbrauch, sich gegenseitig mit Schaum und Wasser zu besprühen und vor allem die jungen hübschen Mädchen bleiben dabei nicht verschont.

Tanzende Gruppe

Nachdem wir uns für das erste satt gesehen hatten, wollten wir Richtung Hauptplatz steuern, denn dort sollten wir unsere Freunde beim Tinku-Tanzen sehen. Ein archaisches Fest, welches auf Quechua-Sprache „Begegnung“ bedeutet.

Allerdings sind wir nicht annähernd nah gekommen und so sind wir in einem „Restaurant“ hängen geblieben.

Schlussendlich wollten wir wieder zurück, um die Parade zu sehen. Nachdem wir uns alle mehrmals aus den Augen verloren hatten, unsere Haare mit Spuma verfilzt wurden und die nächsten Biere gekippt waren, kletterten wir wieder das Tribünengerüst hoch und krochen über die Menschen zu ein paar freien Plätzen. Als es dunkel wurde, begann eine Feuershow und die Kostüme verwandelten sich in leuchtende und funkelnde Gestalten.

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Man spielte mit Feuerflammen und Feuerwerk. Die Stimmung schien ausgelassener.

Jedoch mussten wir jetzt gehen, da unser Bus fahren sollte, welchen wir dann aber doch verpasst hatten. Also verbrachten wir eine Stunde wartend mit Api und Pastel. Das sind große in Öl frittierte Empanadas süß oder herzhaft. Dazu bekommt man einen traditionell andinen Api – ein süßlich dickflüssiges Maisgetränk mit Zimtgeschmack.

Im kalten Dunkel verließen wir schließlich Oruro, während die schillernde Parade sich weiter in die Nacht bewegt.

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