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Koka in Bolivien: Fluch oder Segen?

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Die Sonne scheint auf die Bergspitzen, als ich morgens von La Paz in die Yungas aufbreche. Vorbeifahrende Autos wirbeln den Staub der Straße auf, Hunde liegen auf dem Boden vor den Häusern neben großen Tüchern, auf denen das Koka zum Trocknen ausgelegt ist. Grün-gelblich schimmert es in der grellen Sonne auf dem „cachi“ (Plattform zum Trocknen) zwischen Palmen und orangeroten Ziegelhäusern. 3 bis 5 cm lang, so klein sind die Blätter – und trotzdem sorgen sie für so viel Diskussion.

Isabel, ein Mädchen in meinem Alter, führt mich an diesem wunderschönen Nachmittag über die Kokaplantagen und erzählt mir einiges über die Tradition der Kokablätter, den Anbau und die Probleme, die diese Pflanze auslösen kann.

Obwohl der Weg von der Pflanze zur Droge Kokain weit ist und Koka als beliebtes Heilmittel gegen unzählige Krankheiten gilt, zählt die Pflanze laut Vereinten Nationen  zu den Rauschgiften. Selbst die Teebeutel, in denen sich gerade mal jeweils ein Gramm der Blätter befindet, fallen in Deutschland unter das Betäubungsmittelgesetz, womit die Einfuhr dieser streng verboten ist.

Und das, obwohl die Pflanze eine lange Tradition in den Andenländern hat.

Das Kauen der Blätter wird bis 3000 Jahre vor Christus zurück datiert und die Pflanze selbst ist in den Andenländern auch heute noch Nahrungsergänzungs- und Heilmittel. Ich würde sie als richtiges „Allroundtalent“ bezeichnen : die Blätter vertreiben Hunger, Müdigkeit und Kälte und wurden daher von den Minenarbeitern gekaut, um länger unter Tage arbeiten zu können. Aus diesem Grund war es auch gerade in der Kolonialzeit ein wichtiger Lohnbestandteil der Indios und Mestizen in den Anden. Doch das ist nicht der einzige Zweck dieser Pflanze. Das Kauen der Blätter gilt zudem als wirksames Mittel gegen die Höhenkrankheit „Sorojche“, weswegen der „mate de coca“(Kokatee) selbst in vielen Flügen in das Hochland serviert wird. Um die Wirkstoffe der Pflanze für andere Produkte wie beispielsweise Zahnpasta oder Shampoo nutzen zu können, strebt der Präsident von Bolivien, Evo Morales, die Legalisierung des Kokas an.

Denn die Pflanze selbst hat sehr wenig mit dem Endprodukt Kokain zu tun. Viele Kokabauern hier in der Gegend kämpfen für die Verbesserung des Images dieser Pflanze, und doch geht ein Großteil des Anbaus in die Verarbeitung zu Kokainbase. Isabel erklärt mir, dass die legale Anbaufläche in Bolivien begrenzt ist, sich  die Bauern davon aber kaum beeindrucken lassen. Da die Erträge des Kokaanbaus aufgrund der viermaligen Ernte pro Jahr so lukrativ sind, nutzen immer weniger Bauern ihr Land für den Anbau von Früchten. Das kann ich vor allem hier in den Yungas beobachten, wo sich auf den steilen Terrassen ein Kokafeld an das andere reiht. Da die Anbaufläche staatlich begrenzt ist, wird keine Rotation der Felder vorgenommen und die Monokultur entzieht dem Boden seine Nährstoffe. Somit ist die Anbaufläche für andere Pflanzen nicht mehr brauchbar. Mit der Legalisierung der Pflanze und des Anbaus könnte das vermieden werden.

Doch wie denken die Bolivianer selbst darüber? Isabel erklärt mir, dass die Menschen hier mit dem Kauen von Koka, dem Trinken von Kokatee und der Verarbeitung aufwachsen, es ist ihre Kultur. Die Droge Kokain wird von der westlichen Welt verteufelt und deshalb auch die Pflanze Koka bekämpft. Doch muss ich mich hier wirklich fragen, ob dieser Ansatz zur Lösung des Problems „Drogensucht“ sinnvoll ist.

Die Ursachen der Kokain-Abhängigkeit in Ländern der ersten Welt sind nicht auf den Koka-Plantagen zu finden, sondern gesellschaftlichen Ursprungs. Ich glaube daher nicht, dass sie mit dem Ausrotten der Pflanze bekämpft werden kann.

Und so wird sicherlich jeder,  der in den nächsten  Jahren in die Yungas fährt, immer noch die leuchtend grünen Felder passieren. Er wird die Bauern Koka kauend arbeiten sehen und den köstlichen „mate de coca“ (Kokatee) trinken können.

Wer die wunderschöne Landschaft der Yungas selbst erkunden und durch Koka-Plantagen wandern möchte um noch mehr über die mysteriösen Blätter zu erfahren, für den ist die viventura Bolivien Machu Picchu Tour genau das richtige: Auf der berühmten „Gefährlichsten Straße der Welt“ können Furchtlose eine Mountainbiketour nach Coroico machen, wo sie bei einer Wanderung das Leben der Kokabauern kennenlernen.

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Eine Antwort auf “Koka in Bolivien: Fluch oder Segen?”

  1. Kristina sagt:

    Ja, bin ganz deiner Meinung
    La Hoja de Coca no es Droga!!
    Ich war 1999 das erste Mal in Peru und hab mich da das erste Mal mit dieser Thematik auseinandergesetzt und bin bis heute dieser Meinung!!

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