Laras Glücksbringersuche

Von Lara 20.03.13 18:21

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Hallo liebe viventura-Fans, hallo liebe Freunde,

Ich heiße Lara, bin 23 Jahre alt und studiere derzeit in Bremen. In den folgenden Einträgen möchte ich euch von meiner spannenden Reise durch Kolumbien und die damit verbundene Suche nach dem Glücksbringer von Kolumbien berichten.

Als ein Freund von mir mich über das Gewinnspiel von viventura informierte, bei dem es um die Suche des Glücksbringers von Kolumbien geht, stand für mich fest, dass ich unbedingt daran teilnehmen muss. Vor eineinhalb Jahren lebte und studierte ich für ein halbes Jahr in Kolumbien – und zwar in Medellín - und hatte die Möglichkeit dieses wunderschöne Land kennen zu lernen. Seitdem schwärme ich sehr für Kolumbien, die Kultur, die Musik und auch für die freundlichen Menschen, die dieses Land zum großen Teil mit ausmachen. Ich habe die Kolumbianer als ein wirklich überaus fröhliches und hilfsbereites Volk kennengelernt. Auf meiner jetzigen Suche möchte ich dieser Fröhlichkeit und Zufriedenheit näher auf den Grund gehen und rausfinden, warum es die Kolumbianer auf Platz 3 des Happy Planet Indexes geschafft haben. Wer mehr über den Happy Planet Index lesen möchte, klickt auf den folgenden Link: http://www.happyplanetindex.org/

Für meine Suche bereise ich mehrere Städte Kolumbiens und führe zwei verschiedene Befragungen durch. Um ein größeres Bild von dem Glück der Kolumbianer zu bekommen, frage ich möglichst viele Leute nach 3 Wörtern, die ihre felicidad (Glück, Glückseligkeit, Zufriedenheit) ausmacht. Die genannten Wörter sammele ich und komme so am Ende meiner Reise zu 3 Begriffen, die am meisten genannt wurden und somit die Kernaspekte des kolumbianischen Glücks ausmachen.  Zudem führe ich ein intensiveres „Interview“ mit ausgewählten Personen durch, um nach Details des Glücks und der Glücksbringer fragen zu können.

Meine Route sieht wie folgt aus:

Karte

Außerdem möchte ich euch noch meinen Wegbegleiter und persönlichen Glücksbringer für diese Reise vorstellen:

Lucacito

lucacito

Wenn ihr Fragen, Kritik oder Anregungen habt, schreibt mir gerne einen Kommentar hier auf meinem Blog!! Ich freue mich über jeden, der Interesse an meiner Suche zeigt!! Und nun geht meine Reise und die Suche nach Kolumbiens Glück los...

1. - 2. Tag: Anreise - Es geht looooos...

Meine Reise nach Kolumbien beginnt am Frankfurter Flughafen. Mit Lufthansa geht es um 13.45 Uhr direkt nach Bogotá. Dort angekommen bin ich sehr froh, dass ich nicht so lange in der Schlage des Schalters stehen muss, um den Einreisestempel zu bekommen. Auch an der Gepäckausgabe warte ich nur ein paar Minuten, bis mein Koffer zu mir kommt. Euphorisch über den guten Ablauf, will ich schon ins Taxi steigen, verhandele den Fahrpreis zum Busbahnhof, als mir einfällt, dass ich noch gar keine kolumbianische pesos habe. Gut, dass mir das noch rechtzeitig aufgefallen ist, denn im Busbahnhof selbst kann man kein Geld wechseln. Also schnell nochmal in den alten Teil des Flughafens, Geld wechseln und wieder zurück zu den Taxiständen. Ein sehr netter Taxifahrer bringt mich dann zum terminal. Auf dem Weg zweifel ich noch einmal meinen Plan an, den ich von zu Hause aus gemacht habe: direkt vom langen Flug in den Bus setzen und 20 Stunden nach Cartagena düsen. Ich bin doch recht geschafft vom Flug und könnte mich jetzt auch fast lieber in ein Bett legen, statt weiter zu reisen. Aber dann bleibe ich bei meinem Plan und auf geht’s in die für mich schönste Karibikstadt. Insgesamt dauert die Reise dann doch sogar 22 Stunden. Zum Glück habe ich ein ausgeprägtes Schlafgen und vertreibe mir so gut die Hälfte der langen Busfahrt. Die restliche Zeit versüßt mir die schöne Landschaft, durch die wir fahren und natürlich meine geliebte Bachatamusik auf meinem MP3-Player.

Mein Glücksmoment des Tages: Im Bus von Salsa-Rhythmen geweckt zu werden und zu realisieren, wieder in Kolumbien zu sein.

Eines der vielen schönen Salsalieder: Antonio Cartagena - Ni siquiera dejaste

am Frankfurter FlughafenP1100069P1100070Lucacito

 

3. Tag: Cartagena - Die schönste Perle der Karibik

 

Heute erkunde ich das historische Zentrum von Cartagena, in dem auch mein Hostel liegt. Ich habe zwar einen Stadtplan bei mir, aber da ich die Hauptsehenswürdigkeiten schon kenne, gefällt es mir besser, einfach durch die Stadt zu schlendern, ohne ein bestimmtes Ziel zu haben. Das centro histórico ist geprägt von wunderschönen bunten kolonialen Häusern und netten grünen Parks. Die Balkone aus Holz sind mit vielen bunten Blumen geschmückt und jede Nebenstraße, durch die ich laufe, ich schöner als die vorherige. An den Straßenrändern stehen Leute, die frisches Obst verkaufen. Ich kaufe mir eine köstliche Mango und trinke zur Erfrischung das kühle Wasser aus einer Kokosnuss. Das Klima ist sehr tropisch und die Durchschnittstemperatur liegt bei 28°C. Mir kommt es aber deutlich wärmer vor. Seit 1984 gehört Cartagena zum UNESCO-Weltkulturerbe und das nicht ohne Grund. Ich finde die Stadt wirklich wunderschön. Cartagena ist touristisch schon sehr weit entwickelt, aber dadurch auch teurer als andere Städte in Kolumbien.

Cartagena

Cartagena

Cartagena

Gründer der Stadt Pedro de Heredia

Während ich durch die Straßen laufe, fällt mir auf, dass die Menschen hier besonders gelassen sind und ihren Alltag in einem Gang niedriger bewältigen. Ist vermute mal, dass dieses vor allem auch an der Hitze liegt. In den Parks sieht man viele Kolumbianer, die im Schatten sitzen, sich mit dem Nachbarn unterhalten und ihren geliebten tintico trinken. Das ist ein kleiner Becher schwarzer Kaffee, der in dem Straßen viel verkauft wird. Ich persönlich kann bei der Hitze gar keinen Kaffee trinken, aber für die Menschen hier gehört der Kaffee einfach dazu.

So macht es für mich den Eindruck, als wenn die Menschen in Cartagena vor allem durch die Sonne, also das schöne Wetter,  und den tinto so glücklich, gelassen und zufrieden erscheinen.

 

tinto tinto

 

Schach spielen mitten im Zentrum

Mein erstes intensiveres Interview führe ich mit zwei Mitarbeitern aus dem Hostel: Angel und Gabriel, beide sind aus Cartagena. Auf die Frage, ob ihnen die Kolumbianer sehr glücklich erscheinen, bekomme ich ein eindeutiges JA. Als ein Grund dafür nennt mir Angel, dass die Kolumbianer versuchen, ihre Probleme von ihrem Leben getrennt zu sehen. Also schieben sie die aufkommenden Probleme, egal welcher Art, bei Seite und leben trotz dieser so glücklich wie möglich.  Gabriel erwähnt noch, dass die Antwort aber auch darauf ankommt, wen man fragt und aus welcher Region der Befragte stammt. Als Beispiel nennt er, dass die Leute aus Bogotá definitiv viel gestresster sind, als die Leute an der Küste und somit weniger gelassener und auch weniger glücklich. Diese Theorie werde ich auf meiner weiteren Reise mal untersuchen. Beide Befragte waren bis jetzt noch nicht in einem anderen Land, aber haben aufgrund ihrer Arbeit im Hostel viel Kontakt mit Leuten aus aller Welt. Auf die Frage, ob die Kolumbianer ihnen glücklicher erscheinen, als Menschen anderer Nationalitäten, sagen sie Ja, neben den Brasilianer. Angel und Gabriel wissen kein Symbol, welches die Glücklichkeit der Kolumbianer repräsentiert, noch kennen sie einen typischen Glücksbringer der Kolumbianer. Auch haben sie beide keinen persönlichen Glücksbringer und sagen, dass die Kolumabiner glücklich sind, ohne dafür ein Symbol oder einen Gegenstand zu haben. Gabriel erwähnt aber, dass für einige Kolumbianer katholische Heilige als eine Art Glücksbringer gelten. In Cartagena ist es beispielsweise die Heilige Virgen de la Candelaria, welche die Schutzpatronin der Stadt darstellt. Angel nennt die Familie, die Arbeit und das Vergnügen als die drei Begriffe, die ihn glücklich machen. Bei genauer Nachfrage, ist es aber nicht die Arbeit an sich, die ihn glücklich macht, sondern die ökonomische Stabilität, die daraus resultiert. Der Hauptaspekt, von dem seine Glückseligkeit abhängt, ist die Zufriedenheit seiner Familie. Gabriel nennt dagegen die ökonomische Stabilität als auschlaggebendsten Aspekt.  Beide finden, dass die Glückseligkeit der Menschen auch von Sicherheit abhängt. Bei der Frage, ob die Zufriedenheit auch von Geld abhängt, sagt Gabriel ja, Angel jedoch, dass es nicht wirklich von Geld abhänge, da Geld einen nicht glücklich mache. Sie sind sich beide einig, dass sie in keinem anderen Land leben wollen, weil sie in Kolumbien sehr zufrieden sind. Bei der Frage, was sie machen, um sich glücklicher zu fühlen, nennen sie bailar y música, also Tanzen und Musik.

Mein Glücksmoment des Tages: eine komplette, frische und perfekt reife Mango zu essen – tropische Früchte machen (mich) glücklich!


4. Tag: Cartagena - Die Stadt macht glücklich

Cartagena

Den Vormittag von meinem vierten Tag nutze ich, um mit meiner kleinen Umfrage zu beginnen, bei der ich Kolumbianer nach den drei Begriffen frage, die ihr Glück ausmachen. Im Parque Bolívar komme ich mit einem Polizisten und einem Schmuckverkäufer, die ich nach ihren Glücksbegriffen frage, ins Gespräch. Der Polizist ist erst einmal ein bisschen zurückhaltend, aber erzählt mir dann ganz viel über die schönsten Orte in Kolumbien und was ich mir unbedingt noch anschauen muss. Er selbst ist nicht aus Cartagena, sondern aus Cúcuta, eine Grenzstadt zu Venezuela. Er sieht Sicherheit als einen wichtigen Aspekt im Leben an und hat dieses somit zu seinem Beruf gemacht. Auf die Frage, warum die Kolumbianer trotz der Probleme und Sicherheitsdefizite im Land so glücklich sind, hatte er aber leider keine Antwort. Dem Schmuckverkäufer fällt es schwer, sich auf 3 Begriffe festzulegen und ändert seine Entscheidung mehrfach im Laufe des Gesprächs. Am Ende sagt er mir, dass es ihm ganz wichtig für sein persönliches Glück ist, die Freiheit zu haben, das zu machen, was er möchte. Außerdem macht es ihn glücklich, wenn er umgeben von Natur lebt. Er kommt aus Medellín, ist also ein paisa. So werden die Leute aus Antioquia (eines der 32 departamentos, in die Kolumbien unterteilt ist) genannt.

Parque Bolívar

Cartagena

Balkon

Statue von Botero

Cartagena

Hier eine Liste mit den Wörter, die bis jetzt genannt wurden:

Amor - Liebe

Placer - Vergnügen

Dinero - Geld

Salud - Gesundheit

Paz - Frieden

Tranquilidad - Ruhe

Casa - zu Hause

Dios - Gott

Que mis hijos me quieren - Dass meine Kinder mich lieben

Libertad - Freiheit

Vivir en la naturaleza - In der Natur leben

Am Nachmittag unternehme ich eine geführte Tour zu der Festung San Felipe und zu dem Kloster La Popa (höchster Punkt Cartagenas). Diese Sehenswürdigkeiten habe ich mir bei meinem ersten Besuch in Cartagena nicht angeschaut. Hier lohnt sich eine geführte Tour, da man zu den historischen Gebäuden interessante Fakten erzählt bekommt. Das Castillo San Felipe de Barajas wurde zwar als Schloss benannt, ist aber eigentlich eine Festung. Der Bau begann bereits 1536 mit dem Ziel der Spanier, die Stadt Cartagena vor den vielen Seeräubern und später den Engländern zu schützen. Das Kloster La Popa ist der Schutzheiligen von Cartagena La Virgen de la Candelaria gewidmet, welche am 2. Februar in der Stadt groß gefeiert wird.

Mein Glücksmoment des Tages: Erneut zu merken, wie freundlich und gesprächig die Kolumbianer sind.

 

Castillo San Felipe

Lucacito en San Felipe

San Felipe

Castillo San Felipe

Viva Colombia - Es lebe Kolumbien

La Popa im Hintergrund

 

Dios es amor Dios es amor - Gott ist Liebe (Gott = Liebe = Glück ??)

 

La Popa

Am Kloster La Popa

Sicht auf Cartagena

La Popa

Virgen de la Candelaria

 

5. Tag: Cartagena  - Und der (fast) zauberhafte Strand

Playa Blanca

Der heutige Plan: Strand, Meer, Sonne und karibisches Flair! Ich mache einen Ausflug zu den Islas del Rosario, einsame Inseln, die zu dem gleichnamigen Nationalpark gehören und zu der Isla de Barú und dem bekannten Playa Blanca, ein wunderschöner weißer Sandstrand. Leider ist der Strand touristisch schon sehr weit erschlossen und zu überlaufen für meinen Geschmack. Das hatte ich anders in Erinnerung. Täglich fahren viele Schnellboote von Cartagena aus an den Strand und laden hunderte von Touristen ab. Somit ist der erste Teil des Strandes überlagert von Strandhütten, die Essen und Getränke verkaufen, und von Liegen und Sonnenschirmen, die gemietet werden können. Ich laufe lieber gute 10 Minuten am Strand entlang und lege mich in einen Strandabschnitt, den ich fast für mich alleine habe. Hier ist es ruhig und somit kann ich den Wellen des karibischen Meeres lauschen und den Ausblick auf den weißen Sand mit Palmen genießen. Etwas später gönne ich mir einen Piña Colada direkt aus einer Kokusnuss. Den kaufe ich am Stand von Dario, der schon 5 Jahre hier am Strand Playa Blanca, arbeitet und Cocktails an nationale sowie internationale Touristen verkauft. Er fühlt sich glücklich bei seiner Arbeit und merkt an, dass nicht viele Leute einen schöneren Arbeitsplatz als er haben. Doch natürlich ist es auch harte Arbeit, denn die Sonne brennt jeden Tag. Er sagt, dass er zufrieden ist, sobald seine Familie glücklich und zufrieden ist.

Der Rückweg in dem Schnellboot nach Cartagena ist etwas wild, denn ganz plötzlich bricht ein tropischer Sturm auf, der das Boot und die Passagiere (inklusive mich) ordentlich durchschüttelt. Als ich wieder aussteige bin ich von Kopf bis Fuß bis auf die Haut nass, aber wer hätte das gedacht: schon kommt die Sonne für die letzte Stunde noch einmal raus und trocknet mich.

Mein Glücksmoment des Tages: Endlich wieder in glasklarem Meereswasser zu baden.

Playa Blanca

Lucacito

Playa Blanca

Playa Blanca

Dario

Mein Lied des Tages: Daniel Santacruz – Adonde va el amor   Bachata ♥

 

6. Tag: Barranquilla - Markt, Markt und Markt

Barranquilla

Am Morgen muss ich Abschied von dieser schönen Stadt nehmen, denn den heutigen Tag verbringe ich in der Hafenstadt Barranquilla, der viertgrößten Stadt Kolumbiens. Das Highlight des Tages ist eigentlich die Taxifahrt vom Bus zum Hotel. Ich notierte mir in meinem Handy die Adresse eines Hostels, in dem ich die eine Nacht bleiben wollte. Diese Adresse nenne ich dem Taxifahrer und los geht die Fahrt. An der Adresse angekommen ist aber kein Hostel zu finden. Er fragt mich, ob ich denn keine Visitenkarte des Hostels habe oder wenigstens eine Telefonnummer. Aber ich hatte mir ja leider nur die Anschrift aufgeschrieben. Also fahren wir ein paar Mal um den Block und in der Gegend rum, aber kein Hostel weit und breit in Sicht. Dafür finden wir ein Hotel, was allerdings für meinen Geldbeutel zu teuer aussieht. Aber der Taxifahrer hupt ein paar Male, um den Portier zu holen und ihn nach einem günstigen Hostel in der Nähe zu fragen. Aber eigentlich wissen weder der Taxifahrer, noch der Portier wirklich, was ein Hostel ist und als ich ihnen erkläre, dass es dort dormitorios (= Schlafsäle) gibt, schauen sie mich nur komisch an. Der Portier notiert mir dann eine Adresse von einer kleinen Pension, welche nicht weit weg ist. Dort angekommen stellt sich aber raus, dass die Pension gehobener Klasse ist. Die Besitzerin ist aber sehr verständnisvoll, weiß nach was ich suche und erklärt dem Taxifahrer dann, dass „diese Europäer“ ein bisschen anders reisen. Auch sie schreibt mir eine Adresse auf. Diesmal von einem günstigen Hotel in der Innenstadt, wo sie anrufen würde und einen guten Preis für mich verhandele. Also wieder ab ins Taxi und in die Innenstadt. In dem Hotel bleibe ich dann und bin sehr zufrieden mit meiner Unterkunft. Für kleines Geld habe ich sogar ein Zimmer für mich mit eigenem Bad und Internet. Während der ganzen Rumfahrerei unterhalte ich mich mit dem netten Taxifahrer, der sich im Laufe des Gesprächs immer mehr über mich und meine Reisepläne amüsiert: Eine deutsches Mädchen, das alleine durch Kolumbien reist, ohne hier Verwandte zu haben, in Schlafsälen mit 10 fremden Leuten schläft, sich die Adressen einfach ohne Telefonnummer im Handy notiert, von Bogotá nach Cartagena , dann nach Barranquilla und dann nach Medellín fährt und das alles im Bus....

Wir reden auch ein bisschen über sein persönliches Glück und er sagt mir, dass seine Familie für ihn das Wichtigste sei. Also dass seine Frau und seine Kinder glücklich und zufrieden seien. Das ist also sozusagen sein Faktor des Glücks.

Nach diesem Abenteuer laufe ich durch die Innenstadt und bekomme einen ersten Eindruck von der großen Stadt. Irgendwie besteht die ganze Innenstadt aus einem riesen Markt. Alle Bürgersteige sind zugepflatert mit kleinen Ständen, die von Fernbedinungen, Kleidung, Schuhen, Sonnenbrillen, über Filme und Musik bis zu Früchten, Gemüse, Fleisch und Fisch wirklich alles verkaufen. Da die Orientierung nicht zu verlieren, fällt schwer. Nachdem ich nicht mehr weiß, welche Straße ich schon gesehen habe und welche noch nicht, steige ich in einen Bus und fahre zur Kathedrale von Barranquilla. Irgendwie gehört diese ja immer zur Hauptattraktion von einer Stadt. Bei Barranquilla ist das glaube ich nicht der Fall... Ein Neubau mit einem kahlen, großen Vorplatz. Am Rand des Platzes lerne ich ein Pärchen aus Cali kennen, das sehr gesprächig ist. Ich erzähle von meiner Glücksbringersuche hier in Kolumbien. Die Frau sagt mir, dass sie genau das zufrieden macht: an einem sonnigen Tag mit ihrem Mann draußen Zeit zu verbringen, mit Leuten zu reden und den Tag zu genießen. Das hört sich nach einer leichten Glücksformel an! Am Ende geben sie mir noch ihre Adresse und Telefonnummer: Wenn ich mal irgendwann in der Nähe von Cali bin, soll ich sie doch in ihrer Finca auf dem Land besuchen!

Markt

Früchte

Kathedrale

Résumé von Barranquilla: super nette und hilfsbereite Leute, aber die schöne Seite der Stadt ist mir verborgen geblieben. Das nächste Mal komme ich zum Karneval!

Mein Glücksmoment des Tages: Mit fremden Leuten nette und lustige Gespräche zu führen.

 

Christian

Christian, der aus Barranquilla kommt, aber schon seit 4 Jahren in Deutschland wohnt, schreibt mir welche Aspekte seiner Meinung nach die Leute in seiner Stadt zu glücklichen Menschen machen:

Hallo Lara, also ich komme von der karibischen Küste, genau genommen aus Barranquilla, und die Wahrheit ist, dass es viele Dinge gibt, die uns Leute aus Barranquilla glücklich machen! Wir kommen aus einer Stadt, wo die Temperatur jeden Tag 35 C° beträgt und wo die Sonne immer scheint. Dieses macht uns zu warmen, freundlichen und lieben Personen, die sich dort wohlfühlen, wo sie sind und mit wem sie sind. Meiner Meinung nach ist es die schönste Karnevalsstadt der Welt; voll von Kultur und einer Vielfalt von eindrucksvollen Rhythmen. Diese Rhythmen oder diese Musik bewirken, dass die Menschen extrovertierter, unkomplizierter und offener sind (mit deinen Worten einfach sehr glücklich). Es gibt noch viele weitere Dinge, die uns Leute aus Barranquilla, und generell die Kolumbianer, so glücklich machen. Aber glaub mir: Worte allein reichen einfach nicht, um dir alle diese zu beschreiben!

7. Tag: Fahrt nach Medellín - Ausflug in die Glücksforschung

Medellín

Nun ist meine Zeit an der Karibikküste schon zu Ende und ich mache mich auf den Weg in die zweitgrößte Stadt Kolumbien. Aber erstmal muss ich wieder eine lange Busfahrt von 15 Stunden überstehen. Die Zeit kann ich gut nutzen, um über die Glücksforschung zu lesen. Forscher einer privaten Universität in Bremen haben eine Formel entwickelt: die Glücksformel. Diese besteht aus einem „Dreieck des Wohlbefindens“ mit den Komponenten Haben, Lieben, Sein. Welche Komponenten am wichtigsten für die Person ist, hängt vom Individuum ab. Jedoch kann keine Komponente komplett durch eine andere ersetzt werden. Haben repräsentiert die materiellen Dinge im Leben und allen voran das Geld. Geld alleine macht nicht glücklich, aber das komplette Verzichten auf Geld auch nicht. Lieben steht für das Leben mit seinen Mitmenschen, die Familie und Freunde. Jeder Mensch braucht aber auch Anerkennung von anderen Menschen und muss einen Sinn im eigenen Leben sehen. Diese Aspekte beinhaltet die Komponente Sein. Jeder Mensch muss also seine eigene Balance in diesem Dreieck finden und rausfinden, in welchem Maß jede Komponente ausgeprägt sein muss, damit er glücklich ist. Hier kann man den kompletten Artikel lesen.

In anderen Artikeln zum Thema Glück finde ich noch weitere interessante Ergebnisse. Die US-Universität Princeton belegte in einer Studie, dass das Glückslimit bei einem Jahreseinkommen von umgerechnet 60.000 Euro lag. Wenn jemand mehr verdiente, fühlte er sich dadurch nicht glücklicher. Außerdem steht in einem anderen Artikel, dass die Mitmenschen einen erheblichen Einfluss auf das persönlich Glück haben. Ein fester Partner, enge Freunde und ein schönes Familienleben steigern das Glück also deutlich. Für mich persönlich gilt das definitv! Zudem lese ich, dass sich Forscher sicher sind, dass die gesellschaftlichen Umstände das Glücksbefinden auch beeinflussen und dieser Einfluss sei nicht zu unterschätzen. Meinungsfreiheit, politische Freiheiten, vertrauensvolle staatliche Institutionen ohne Korruption und ein allgemeines Gefühl von Sicherheit stärken die Zufriedenheit der Menschen. Das ist vielleicht der Aspekt, weshalb es die Kolumbianer nicht auf Platz 1 des Happy Planet Indexes geschafft haben. Eine andere Studie besagt, dass die Grundpfeiler der Zufriedenheit von den einzelnen Individuen Gesundheit, Partnerschaft und soziales Miteinander sind.

Mir fällt auf, dass der Aspekt des sozialen Miteinanders (Partnerschaft, Familie oder Freunde) bei allen Studien eine wichtige Rolle spielt. Daneben sind aber auch noch weitere Aspekte zu beachten. Wie ich Kolumbien bis jetzt kennengelernt habe, spielt die Familie hier eine ganz wichtige Rolle und hat, so wie es ich wahrgenommen habe, auch einen wichtigeren Stellenwert als beispielsweise in Deutschland. Ist das also der Schlüssel zu dem kolumbianischen Glück??

Mein Glücksmoment des Tages: Mal wieder bereitet mir meine Musik über die langeBusfahrt große Freude! Ein Beispiel zum Mitsingen: Tony Dize - El Doctorado.

 8. Tag: Medellín - Mein Medallo

Medellín

Ich freue mich sehr, wieder in dieser schönen Stadt zu sein. Hier habe ich 2011 ein halbes Jahr verbracht und somit habe viele schöne Erinnerungen, die ich mit der Stadt verbinde. Für mich machen die vielen Parks, das perfekte Sommerklima und die netten paisas den Charme dieser Stadt aus. Für eine lateinamerikanische Großstadt (4 Millionen Einwohner) ist Medellín ziemlich grün. Außerdem liegt es in einem Tal und somit hat man fast von jedem Punkt aus abends einen wunderschönen Ausblick auf die von Lichtern glitzernden Hänge, die die Stadt umrunden. Mein persönliches Highlight von Medellín ist eine Fahrt in der Metrocable. Dieses sind Gondeln, die an das Metrosystem angebunden sind. Es gibt zwei Routen: Die Linie B führt nach San Javier und die Linie K verbinden die normale Metrolinie mit der comuna Santo Domingo. Die Verlängerung ist eine Touristenstrecke, die in den Parque Arví führt. Für diesen Teil der Strecke zahlt man einen Aufpreis. Ansonsten kann man direkt von der Metro zur Metrocable wechseln, ohne ein weiteres Ticket kaufen zu müssen. Ein Ticket kostet ungefähr 0,50 € und somit ist der Ausflug mit der Metrocable sehr günstig. Meine bevorzugte Strecke führt nach Santo Domingo und die nehme ich auch heute. Man hat einen wunderbaren Ausblick auf die Stadt. Ich steige in Santo Domingo aus und besuche die Biblioteca España. Diese Bibliothek wurde 2007 fertig gestellt und ist architektonisch ein sehr interessantes Gebäude. Auf meinen Fotos sieht man, dass sie stark aus der Umgebung hervorragt. Die Bibliothek wurde mit dem Ziel gebaut, dass die Anwohner dieses Viertels bessere Chancen haben, sich sozial weiter zu entwickeln und einen direkten Zugang zu Bildung  haben. Santo Domingo ist das Viertel von Medellín, das in den achtziger Jahren am stärksten von der Gewalt der Drogenkartelle betroffen war. Heute ist es viel deutlich sicherer geworden. Trotzdem würde ich nicht empfehlen, spät abends alleine durch die steilen Straßen von Santo Domingo zu laufen. Wenn man aber in Begleitung abends an der Biblioteca España steht und auf Medellín runterschaut, ist es einfach überwältigend: ein Spektakel aus Glitzer liegt unter einem. Das genieße ich heute Abend.

Seht selbst, wie schön es ist!

Mein Glücksmoment des Tages: Wieder in Medellín zu sein.

 

Santo Domingo

Santo Domingo

Bibliothek

Bibliothek

Medellín

Medellín

 

Mauro

Ein weiteres Interview führe ich mit Mauricio. Er kommt aus Málaga (departamento Santander), hat in Bucaramanga studiert und ist jetzt seit einem Jahr in Bremen, um einen deutschen Bachelorabschluss zu erlangen. Auf die Frage, ob ihm die Kolumbianer sehr glücklich erscheinen, sagt er: Ja, die meisten Kolumbianer sieht man mit einem Lächeln auf dem Gesicht und einer positiven Haltung, denn trotz vieler Probleme, denen sie jeden Tag gegenüberstehen, haben sie gelernt glücklich zu leben. Mauricio, oder auch Mauro genannt, hat bereits mehrere Länder in Europa bereist und merkt an, dass ihm die Kolumbianer glücklicher erscheinen, als die Europäer beispielsweise, weil sie anders an das Leben herangehen. Bei der Frage ob es Symbole in Kolumbien gibt, die für das Glück oder die Fröhlichkeit der Kolumbianer stehen, sagt er, dass es einige esotherische Symbole für das Glück gebe. Die Fröhlichkeit der Kolumbianer werde durch das Lächeln im Gesicht der Kolumbianer wider gespiegelt. Die Glücksbringer der Kolumbianer seien dagegen meistens religiöser Art, zum Beispiel camandulas (Kreuzketten) oder escapularios (Schmuck mit religiösen Figuren). Er selber hat als Glücksbringer eine Medaille mit der Jungfrau Maria, die seine Mutter ihm geschenkt hat, damit diese ihn beschützt. Als die drei Begriffe, die für ihn Glücklichsein bedeutet nennt er carnaval, amigos y comida (Karneval, Freunde und Essen). Des Weiteren beeinflussen das Klima, Musik und die Leute, mit denen er zusammen ist seine Fröhlichkeit und Zufriedenheit. Zu der Frage, ob die Glückseligkeit von Geld abhängt, sagt er Nein, es hilft aber es bedeutet nicht Glückseligkeit. Danach frage ich ihn, ob er sich in Kolumbien glücklicher fühlt, als in Deutschland. Darauf antwortet er, dass es für ihn noch eine neue Erfahrung sei, so lange und so weit weg von seiner Heimat zu sein.  Daher fühle er sich immer sehr glücklich bei dem Gedanken, wieder nach Kolumbien zu kommen. Aber für ihn sei es auch eine wichtige Erfahrung, neue Kulturen kennen zu lernen und eine weitere Sprache zu erlernen. Was er macht, um sich glücklich zu fühlen: Escuchar salsa, bailar y hacer sonreir a alguien (Salsamusik hören, Tanzen und andere zum Lachen bringen).

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camandulas

9. Tag: Medellín - Und die dicken Figuren

Medellín

Heute mache ich eine Tour mit dem Turibus, der die wichtigsten Sehenswürdigkeiten von Medellín anfährt. So sehe ich nochmal die vielen schönen Orte: Parque de los pies descalzos (Barfuss-Park), Pueblito paisa (Aussichtspunkt),  Plaza Botero (Innenstadt) und Parque de los deseos (Park der Wünsche). Der Barfuss-Park liegt in einer Gegend mit vielen Bürogebäuden. Hier kann man also in seiner Mittagspause hingehen, etwas essen und mitten in der Stadt ein bisschen Natur erleben, indem man barfuss einen Weg entlangläuft: an Bambussträuchern vorbei über einen Kiesel- und danch Sandweg und dann die Beine in einem Wasserbecken abkühlen... herrlich. Danach geht es zum Pueblito paisa: ein nachgebautes kleines Dorf aus alten Zeiten auf dem Cerro Nutibara (so heißt der Hügel) mit einer Aussichtsplattform. Hier sieht man fast ganz Medellín. Sehr empfehlenswert sind die frischen Säfte, die auf dem kleinen Platz verkauft werden. In der Innenstadt besuche ich den Platz Plaza Botero, auf dem 23 Statuen von dem Künstler Botero, der aus Medellín kommt, verteilt sind. Hier schlägt das Herz der Medellíner Innenstadt. Umringt wird der Platz vom Museo de Antioquia, indem man weitere Werke von Botero und anderen Künstlern bestaunen kann, und dem wunderschönen Palacio de la Cultura. Die nächste Station ist der Park der Wünsche, der in der Nähe der Universität liegt. Dieser Park wurde so genannt, weil er schräge Liegeflächen hat, auf die man sich legen kann und abends die Sterne beobachten kann. Hat man das Glück und sieht eine Sternschnuppe, wünscht man sich was. Außerdem steht nebenan das Planetarium von Medellín. Hier bleibe ich und gehe im Anschluss an meine Tour noch in den botanischen Garten. Er ist in verschiedene Bereiche aufgeteilt: ein See, ein tropischer Wald, ein Palmengarten und ein Garten der Wüste. Zudem kann man ein Schmetterlingshaus und ein Orchideenhaus besichtigen. Das ist es, was Medellín mit für mich ausmacht: eine Großstadt mit vielen Grünflächen, sodass man der Natur nahe sein kann, während man in einer Metropole ist.

Ich bin aufs Neue beeindruckt, wie viel die Stadt zu bieten hat.

Parque de los Pies Descalzos

Parque de los Pies Descalzos

Pueblito Paisa

Pueblito Paisa

Medellín

El Poblado

Turibus

Palacio de la Cultura

Plaza Botero

Plaza Botero

Plaza Botero

Parque de los Deseos

Plaza de los Deseos

Botanischer Garten

Botanischer Garten

Botanischer Garten

Mein Glücksmoment des Tages: Einen schönen Tag mit Freunden im Parque Poblado bei einem Bier ausklingen zu lassen.

Mein Lied des Tages: Prince Royce - Incondicional

Ana Milena, eine Freundin von mir aus Medellín, sagt mir zu der Frage „Was bedeutet Glück für dich?“:  Ich bin glücklich, wenn ich mit meiner Familie Zeit verbringen kann und schöne Momente teile und zwar so oft, wie wir die Möglichkeit haben und alle Dinge genießen, ohne an die Probleme zu denken, die um uns herum existieren.

 

Familie von Ana Milena (sie selbst ganz links) Familie von Ana Milena (sie selbst ganz links)

 

10. Tag: Medellín - Erinnerungen leben auf

Parque Explora

In Medellín gibt es noch so viel mehr, was man unternehmen kann. Für heute nehme ich mir vor, den Parque Explora zu besuchen. Es ist ein großer, neuer Komplex neben dem botanischen Garten mit einer Art Kindermuseum (auch für Erwachsene interessant) und einem sehr großen Aquarium. Außerdem zeigt der Parque Explora immer Sonderausstellungen zu bestimmten Themen. Besonders beeindruckt mich das Aquarium mit seinen verschiedenen Becken mit Süß- und Salzwasser – alles ist so schön bunt. Am Nachmittag besuche ich die Universidad de Medellín, an der ich ein Semester studiert habe. Der Campus ist sehr schön angelegt mit vielen Grünflächen, Sitzecken, Bänken, kleinen Kiosks und Pavillons. Außerdem gehören zur Universität ein kleines Fitnessstudio, ein Schwimmbecken und Whirlpool, eine Sauna, eine Sporthalle, ein Fußballfeld und ein Theater. Damals habe ich besonders gerne das Schwimmbecken genutzt. Ich freue mich sehr, noch einmal hier über den Campus zu laufen und frühere Kommilitonen zu treffen. Auch sehe ich zwei Dozenten wieder, bei denen ich ein Semester Vorlesungen hatte. Wie in alten Zeiten gehen wir an einem Kiosk einen tinto trinken. Ich bevorzuge meinen Kaffee aber natürlich mit Milch.

Parque Explora

Seestern

Nemo-Fische

Aquarium

Universidad de Medellín

Theater der Universität im Hintergrund

Universidad de Medellín

Universidad de Medellín

Universidad de Medellín

Mein Glücksmoment des Tages: Noch einmal über den Campus der Universidad de Medellín zu schlendern.

Der eine Dozent half mir damals schon mit einer Information zu dem Glück der Kolumbianer. Diese möchte ich hier gerne noch einmal mit euch teilen.

"Hallo Lara.
Es gibt den Brauch, ein Bein von einem Hasen aufzubewahren, der als Glücksbringer dient. Das Auge des Buey (ein Samen von einem Baum) war ein bekannter Glücksbringer, als ich noch ein Kind war, aber jetzt habe ich es schon lange nicht mehr gesehen. Wichtig zu erwähnen ist, dass unsere Tradition sehr durch die katholische Religion geprägt ist. Unsere Glücksbringer werden in vielen Fällen von kleinen religiösen Figuren repräsentiert, die man in den Taschen und Geldbeuteln mit sich trägt. Auch in vielen Geschäften und Firmen sieht man diese Figuren in den Büros und in generell in ganz Kolumbien in den Häusern. Das Angesicht oder kleine Figuren der Jungfrau Maria, des heiligen Kindes und von Schutzengelchen werden von den Kolumbianern in den Taschen mitgetragen, um das Unglück fern zu halten."

Also auch in dieser Information ist der häufigste Glücksbringer der Kolumbianer religiöser Herkunft.

11. Tag: Guatapé - Bunt, bunter, Guatapé

Guatapé

Heute unternehme ich einen geführten Ausflug nach Guatapé. Dieser Ort liegt circa 50 km östlich von Medellín. Mit einem kleinen Bus und weiteren 9 Personen fahren wir erst einmal durch den Ort Marinilla, der auf dem Weg liegt. Wir nehmen in einem kleinen Restaurant ein kolumbianisches Frühstück zu uns (Arepa mit Quesito und Kakao). Danach fahren wir zum Ort El Peñol, wo wir die Kirche und ein kleines Museum besuchen und dann geht es zu dem Highlight der Tour: El Piedra del Peñol. Diese ist ein 200m hoher Fels, den man über 679 Stufen erklimmen kann. Der Aufstieg ist etwas anstregend, aber der Ausblick belohnt mich dann.... unglaublich schön ist die Landschaft, die den Peñol umgibt. Es ist ein angelegter Stausee mit an die 1000 Inselchen. Ich bin ganz beeindruckt und mache aus jedem Winkel Fotos. Nach dem Abstieg gibt es dann ein traditionelles Mittagessen: Trucha (Forelle) mit patacones (frittierte Kochbanane) und Salat. Bevor es wieder zurück nach Medellín geht, besuchen wir noch den schönen Ort Guatapé. Er ist bekannt für seine kleinen, bunten Häuser mit bemalten Sockeln. Es sieht fast aus, wie eine kleine Spielzeugstadt. Dieser Ausflug hat sich wirklich gelohnt, denn ich habe eine weitere wunderschöne Ecke Kolumbiens kennengelernt.

Marinilla

 

Neben den neuen Autos fahren hier auch öfters mal Kutschen an einem vorbei. Neben den neuen Autos fahren hier auch öfters mal Kutschen an einem vorbei.

 

Kirche von El Peñol

El Peñol

El Peñol

Aussicht

Aussicht

Guatapé

Guatapé

Guatapé

Guatapé

Guatapé

Über Nacht fahre ich in 10 Busstunden in die Hauptstadt Kolumbiens. Bogotá mit seinen knapp 8 Millionen Einwohnern ist eine ganz schön riesige Stadt. Das Klima ist meistens durchwachsen. Wenn die Sonne scheint kann es mitunter schön warm werden, da die Stadt auf 2600 m liegt. Aber eigentlich muss man sich immer im Zwiebelverfahren anziehen, denn so plötzlich wie die Sonne kommt, kann sie auch wieder gehen und dann regnet es teilweise wie aus Eimern. Dafür gibt es kaum komplette Tage, die verregnet sind, so wie in Deutschland. Hier regnet es dann 1-2 Stunden und dann kann auch wieder die Sonne scheinen. Aber abends kühlt es sehr ab. Also falls das Wetter wirklich ausschlaggebend für die Frölichkeit ist, müssten die rolos (so werden die Leute aus Bogotá genannt), definitv weniger fröhlich/ glücklich sein, als die Menschen an der Karibikküste oder in Medellín! Mal schauen, wie mein Eindruck über die Bogotaner sein wird...

Mein Glücksmoment des Tages: Der wunderschöne Ausblick, den mir der Peñol bietet!

Mein Lied des Tages: Miles Peña - Amor de chocolate

Juan Carlos

Ein weiteres Interview führe ich mit Juan Carlos. Er kommt ursprünglich aus Buenaventura (Hafenstadt an der Pazifikküste), wohnt aber schon seit 9 Jahren in Quito, Ecuador. Zu der ersten Frage, ob die Kolumabiner ihm sehr glücklich erscheinen, sagt er: Ja, trotz der internen Probleme erscheinen sie mir sehr glücklich. Sie seien glücklicher, als Leute aus anderen Ländern und vielleicht sogar auch als Ecuadorianer. Auf die Frage, ob es einen typischen Glücksbringer von den Kolumbianer gebe, antwortet er mir, dass diese meistens abhängig von der Religion seien, der die Person angehöre. Er selbst hat aber keinen persönlichen Glücksbringer. Seine Glückseligkeit hänge davon ab, dass er eine Familie hat, eine gute Arbeit und mit den Personen zusammen ist, die er liebt. Er nennt mir nur zwei Begriffe, die für ihn felicidad bedeuten und zwar familia y estar con personas queridas (=Familie und zusammen mit geliebten Personen sein). Auf die Frage, ob er in Kolumbien oder in Ecuador glücklicher sei, antwortet Juan Carlos, dass er Ecuador sehr mag, sich dort wohl fühlt und Freunde hat und daher glücklicher in Ecuador sei. Seiner Meinung nach hängt die Zufriedenheit eines Menschen schon von Sicherheit ab, nicht aber von Geld, denn die materiellen Dinge seien für ihn nicht das Wichtigste. Dann frage ich ihn, was er macht, um sich glücklich zu fühlen. Seine Antwort ist, dass er außer arbeiten nicht viel mache, da ihn seine Arbeit sehr einnehme. Aber im Endeffekt arbeite er, um sich glücklich zu fühlen. Zudem spiele er sehr gerne Fußball, kann dieses aus gesundheitlichen Gründen aber nicht mehr so intensiv ausüben. Am Ende fügt er noch hinzu, dass Musik ihn auch glücklich mache. Das kann ich gut verstehen!

12. Tag: Bogotá - Stadtbummel durch die Altstadt

Bogotá

Mein erstes Ziel in der Hauptstadt Kolumbiens ist die schöne Altstadt La Candelaria. Ich kenne mich dort bereits ein bisschen aus, da ich bei meinem letzten Aufenthalt einige Tage hier verbracht habe. Die Altstadt ist am Hang gebaut und somit läuft man quasi immer entweder bergab oder bergauf. Ich komme an dem Museo Botero vorbei und gehe rein, um mir die farbenfrohen Werke dieses Künstlers anzuschauen. Botero ist der bekannte Maler aus Medellín, der alles in sehr fülliger Form malt. Er spendete einige seiner Bilder und Skulturen an das Museum. Zudem sieht man hier auch Werke aus der persönlichen Sammlung von Fernando Botero wie beispielsweise Gemälde von Picasso, Matisse und Giacometti. Direkt nebenan befindet sich die Casa de Moneda. Hier kann man die Entwicklung der kolumbianischen Währung und der früheren Münzherstellung nachvollziehen. Der Besuch dieser Museen lohnt sich allein schon wegen der Gebäude, denn diese sind alte Kolonialbauten mit schönen, kleinen Innenhöfen. Außerdem ist der Eintritt frei!

Bei meinem weiteren Spaziergang durch die Altstadt Bogotás laufe ich an dem Hauptplatz Plaza Bolívar vorbei, auf dem eine Statue des lateinamerikanischen Heldens Simón Bolívar steht. Umringt wird der Platz von dem Justizpalast und der Kathedrale. Nebenan befindet sich der Palast des Präsidenten. Die für mich schönste Kirche Bogotás ist auch ganz in der Nähe: La iglesia de Maria del Carmen.

Besonders im unteren Teil des Viertels sieht man sehr viele Schmuckgeschäfte, die besonders auf Smaragde spezialisiert sind. Überall glitzert es grün... Des Weiteren sind hier viele Geschäfte angesiedelt, die Figuren von Heiligen in allen Größen verkaufen. Das zeigt mir wieder, dass der Katholizismus in Kolumbien ein wichtiger Teil des Lebens ist.

Nachmittags gönne ich mir einen Café con leche (=Milchkaffee) mit einem churro. Hier ist churro ein süßes Teilchen, was mit Arequipe gefüllt ist. Arequipe wiederum ist eine Karamell-Milchcreme (so würde ich es beschreiben). Sehr lecker!

Mein Glücksmoment des Tages: Bei Sonnenschein durch die Altstadt Bogotás zu laufen.

Museo Botero

La Candelaria

La Candelaria

La iglesia de Maria del Carmen

La Candelaria

La Candelaria

Figuren von HeiligenFiguren von Heiligen

 

13. Tag: Zipaquirá - Nicht das einzige Wunder Kolumbiens

Salzkathedrale

Am heutigen Tag fahre ich nach dem Frühstück los in den kleinen Ort Zipaquirá, der hauptsächlich wegen der Salzkathedrale bekannt ist. Auch für mich ist diese das Hauptziel des Ausflugs. Vom Portal del Norte fährt ein kleiner Bus, der eine knappe Stunde bis in den Ort braucht. Auf dem Weg zur Salzkathedrale überquere ich den Hauptplatz, der mich mit seiner Schönheit echt überrascht. Bis jetzt finde ich die Plätze in kleineren Städten oft ziemlich ähnlich und nichts besonderes. Aber der Hauptplatz von Zipaquirá besticht durch ein paar Palmen, sehr schönen kolonialen Bauten, die Sandsteinkathedrale Catedral San Antonio und den Palast der Gemeindeverwaltung. Nach einem kleinen Erfrischungsgetränk mache ich mich auf den Weg zur Hauptattraktion. Bevor ich aber am Eingang ankomme, muss ich einen Park durchqueren und viele Stufen steigen. Aber die Mühe lohnt sich: die unterirdische Salzkathedrale ist echt beeindruckend. Sie ist in eine Salzmine gebaut und wurde zum ersten Wunder von Kolumbien gewählt (Hier kann man die insgesamt sieben Wunder von Kolumbien nachlesen). Alles in der Kathedrale ist aus Salz. Ein Gang mit 14 Kreuzen, die den Leidensweg von Jesus zeigen, führt weiter in die Salzmine hinein. Am Ende dieses Kreuzweges erreicht man zuerst die Kuppel der Kirche. Nach ein paar weiteren Stufen ist man am Eingang der Kathedrale angekommen. Sie besteht aus drei Schiffen, doch das Hauptaugenmerk liegt auf dem 16 m hohem Kreuz in dem einen Schiff der Kirche. In dem ersten Schiff ist eine kleine Kapelle,  wo die Messen sonntags stattfinden und in dem anderen sieht man eine Art Salzwasserfall. Am Ende des Rundgangswird man in einen großen Raum geführt, indem eine Klang- und Lichtershow stattfindet. Auch das ist ziemlich beeindruckend und ich stelle mir vor, wie unglaublich super sich dieser Raum für eine Disko eignen würde :)

Zipaquirá

Zipaquirá

Zipaquirá

Zipaquirá

Zipaquirá

Kreuzweg

Kreuzweg

Catedral de Sal

Catedral de Sal

Catedral de Sal

Salzwasserfall

Salzwasserfall

Hauptkreuz

Salzkristall

1. Wunder Kolumbiens

Ich hoffe, dass ich auf meinen Fotos diese Eindrücke festhalten konnte und die Dimensionen und das Ambiente gut rüberkommen.

Mein Glücksmoment des Tages: abends ein Stück Hershey´s-Schokolade zu essen während ich meinen Tag Revue passieren lasse.

Mein (Gutelaune-)Lied des Tages: Comando Tiburón - Pasado Pisado

Hershey´s Schoki

 

14. Tag: Bogotá - Das Kaffeeland

Juan Valdez Kaffee

Seit ich in Kolumbien bin, habe ich kaum noch Kaffee getrunken... Ist das nicht komisch? Dabei wird doch hier der beste Kaffee angebaut. Heute jedenfalls gönne ich mir einen mittleren Cappuchino bei Juan Valdez (eine kolumbianische Café-Kette, ähnlich wie Starbucks). Der ist so stark, dass es mir etwas schwer fällt, ihn ganz auszutrinken. Dafür bin ich aber den Rest des Tages richtig fit und produktiv.

Dieses nehme ich zum Anlass, ein bisschen mehr über den kolumbianischen Kaffee zu forschen. Bereits in Cartagena ist mir aufgefallen, dass der tinto ein wichtiger Bestandteil des kolumbianischen Alltags ist. Nun möchte ich ein bisschen mehr über die Bedeutung des Kaffees in Kolumbien heraus finden.

Kaffee ist eines der wichtigsten Exportprodukte Kolumbiens. Unter den Hauptabnehmern gehört neben den USA und Japan auch Deutschland. Kolumbien ist der größte Erzeuger der Arabica-Bohne weltwelt. Diese zeichnet sich durch ihren milden Geschmack und den geringen Koffeingehalt aus. Neben Brasilien und Vietnam ist Kolumbien der drittgrößte Erzeuger von Kaffeebohnen weltweit. Die Hauptanbauregion ist das Eje cafetero, das Kaffeedreieck, bestehend aus den departamentos Caldas, Risaralda und Quindío mit den Hauptstädten Manizales, Pereira und Armenia. Doch auch in den departamentos Antioquia und Valle del Cauca gibt es einige Kaffeeplantagen. Es leben rund 563.000 Kaffeefamilien in Kolumbien, die ihr kleinen oder auch großen Fincas betreiben. Die idealen Konditionen für den Kaffeeanbau befinden sich zwischen 1200 und 1800 Höhenmetern mit Temperaturen zwischen 17°C und 23°C und mit einem durchschnittlichen Niederschlag von 2000 mm/Jahr.

In der Nähe der Stadt Armenia gibt es sogar eine Art Vergnügungspark, der dem Thema Kaffee gewidmet ist. Der Parque National del Café wurde 1995 eröffnet und erfreut sich großer Beliebtheit. Er verbindet ein Freilichtmuseum, einen Vergnügungspark und eine Folkloreshow. In dem Museum wird dem Besucher die Geschichte des Kaffeeanbaus, die Vielfalt der Kaffeesorten und der Produktionsprozess erklärt. Ich habe gehört, dass dieser Park sehr touristisch sein soll und sich besser für einen Ausflug mit Kindern eignet. Wer authetischer den Kaffeeanbau nachvollziehen möchte, besucht lieber eine der vielen Kaffeefincas, die hier im Kaffeedreieck liegen.

In einem anderen Artikel lese ich, dass die Kolumbianer aber auch Kaffee importieren. Klingt erst einmal komisch, macht aber auf der anderen Seite auch Sinn. Den guten Kaffee, den sie im eigenen Land anbauen, können sie für mehr Geld exportieren, als Kaffee schlechterer Qualität im Import kostet. Da die Kolumbianer im Durchschnitt nicht bereit sind, sehr viel Geld für Kaffee auszugeben, war dieses scheinbar die Lösung: der eigene Kaffee guter Qualität geht ins Ausland und der günstige Kaffee, schlechterer Qualität kommt aus dem Ausland nach Kolumbien. Seit der Eröffnung der Cafékette Juan Valdez hat sich die Nachfrage ein bisschen verändert. Der kolumbianische Juan Valdez Kaffee ist von hoher Qualität und scheinbar sind auch genug Kolumbianer bereit, den entsprechenden Preis zu zahlen. In vielen Städten sieht man die Juan Valdez Cafés und diese sind eigentlich immer gut besucht.

Juan Valdez

Kaffeestand in der Straße

Kaffeestand in der Straße Kaffeestand in der Straße

So erkennst du einen echten cafetero (mit englischem Untertitel)

Ein kleines Video über den kolumbianischen Kaffee (auf Spanisch)

Und noch ein Infovideo auf Deutsch (in dem Café, welches man dort sieht, saß ich übrigens auch schon. Café Jesús Martín in Salento – Quindío)

Aber inwiefern trägt der Kaffee dazu bei, dass die Kolumbianer so glückliche Menschen sind?? Ich glaube schon, dass der Kaffee ein wichtiger Bestandteil im kolumbianischen Alltag spielt und auch in der Geschichte Kolumbiens beziehungsweise in der ökonomischen Entwicklung des Landes ist dieser nicht wegzudenken. Jedoch glaube ich nicht, dass er wirklich einen ausschlaggebenden Beitrag zu dem kolumbianischen Glück gibt. So einfach ist das Glücks-Geheimrezept der Kolumbianer nicht. Man bedenke, dass auch die Deutschen viel Kaffee trinken, die es aber auf dem Rang des Happy Planet Indexes nur auf Platz 46 geschafft haben. Das kolumbianische Glück setzt sich also meiner Meinung nach aus anderen Komponenten zusammen, die eine wichtigere Rolle in dem Leben jedes Einzelnen spielen. Auf diese anderen Komponenten komme ich später noch zu sprechen!

Mein Glücksmoment des Tages: die Wirkung des Koffeins zu spüren!

15. Tag: Villa de Leyva - Oh, du bist so schön

Villa de Leyva

Heute unternehme ich einen Ausflug nach Villa de Leyva. Das ist ein sehr bekannter Ort, der circa 4 Busstunden von Bogotá entfernt liegt. Es ist ein sehr beliebter Ausflugsort. Kein Wunder, denn es scheint, als wäre dieser Ort gerade aus einem Märchenbuch entsprungen: Alle Gassen sind in Kopfsteinpflaster gepflastert, die kleinen Häuschen strahlen im frischen Weiß und die Holzbalkone schmücken sich mit bunten Blumen. Der Mittelpunkt von Villa de Leyva ist der Palza Mayor – er zählt zu den größten öffentlichen Plätzen ganz Kolumbiens. Die Kirche Iglesia Parroquial steht an der einen Seite des Platzes und an den anderen Seiten reiht sich ein schönes, koloniales Haus nach dem anderen. Abgesehen von dem Brunnen, der auf dem riesen Platz fast verloren geht, ist dieser ansonsten leer. Am Rande grenzen Steinklötze den Platz von der Straße ab. Besonders schön ist das Panorama durch die Berge, die hinter der Kirche hervorragen. Heute habe ich auch Glück mit dem Wetter: blauer Himmer mit strahlender Sonne. Vom Plaza Mayor aus kann man alle Sehenswürdigkeit in ein paar Gehminuten erreichen.  Zuerst laufe ich zur Kirche Iglesia del Carmen, die nur einen Block entfernt liegt. Ein bisschen weiter die Straße runter komme ich zu dem Parque Ricaurte. Dieser ist dem Revolutionshelden Antonio Ricaurte gewidmet. Neben dem Park befindet sich auch eine Statue dieses kolumbianischen Heldens und das Geburtshaus, welches heute ein kleines Museum beherbergt. In einer Schlacht zwischen dem Heer von Simón Bolívar und den Spaniern, zündete er ein Schießpulverfass mit einer Fackel an und sprengte somit sich selbst und viele Spanier in die Luft. Infolgedessen verloren die Spanier diese Schlacht und somit wurde Ricaurte als Märtyrer sehr bekannt. Danach laufe ich ziellos durch die Gässchen und genieße den Charme dieser kleinen Stadt. Villa de Leyva lebt heutzutage zum größten Teil vom Tourismus. Daher findet man hier viele Souvenirshops, Kunsthandwerk und Schmuckläden. Es ist aber alles nett gemacht und überhaupt nicht ramschig. In einem kleinen Laden kaufe ich mir einen frischen jugo de lulo (Fruchtsaft aus der Lulo-Frucht) und schlürfe diesen genüsslich draußen auf einer Bank. So geht es noch den restlichen Tag weiter, bis ich abends ein bisschen erschöpft in mein Bett in einem Hostel hier im Zentrum falle.

Villa de Leyva

Villa de Leyva

P1100509

Hauptplatz

Villa de Leyva

Chiva (Bus)

Villa de Leyva

Villa de Leyva

Villa de Leyva

Ricaurte

Garten Haus Ricaurte

Villa de Leyva

Villa de Leyva

Villa de Leyva

Lucacito in Villa de LeyvaVilla de Leyva

Villa de Leyva

 

Ich habe ja schon gehört, dass Villa de Leyva schön sein soll, aber sooo schön, hatte ich es mir doch nicht vorgestellt. Was sagt ihr dazu??

Mein Glücksmoment des Tages: Festzustellen, dass Kolumbien mich immer wieder auf´s Neue mit seiner Schönheit überraschen kann!!

Und hier in bisschen Vallenato (beliebte Musikrichtung in Kolumbien): Los Inquietos – Nunca niegues que te amo

16. Tag: Tunja - Ruhe und dann... Party oder so

Tunja

Auf dem Weg zurück nach Bogotá fahre ich durch die Stadt Tunja, wo ich noch einen Zwischenstop einlege. Tunja ist die Hauptstadt vom departamento Boyacá und mit 2800 m auch die höchstgelegene Hauptstadt von allen kolumbianischen departamentos. Durchschnittlich sind es hier nur 13°C, doch heute scheint die Sonne und es sind kaum Wolken am Himmel. Daher ist es recht warm und ich verbrenne mir sogar leicht das Gesicht, denn an Sonnencreme habe ich auf meinem Trip nicht gedacht. Ich laufe mal wieder zuerst zum Hauptplatz, denn das ist schließlich das Herz der Stadt. Dieser heißt Plaza Bolívar – welch Überraschung! Ich glaube in jeder noch so kleinen Stadt gibt es mindestens einen Platz namens Plaza Bolívar!! Simón Bolívar wird hier auf dem Platz durch eine große Statue geehrt. Gegenüber steht die Catedral de Santiago de Tunja. Die semana santa (Osterwoche) hat schon angefangen und in der Kirche stehen die Skulpturen bereit, die während der Prosession durch die Straßen getragen werden. Es gibt bis zu 25 Skulpturen, die die verschiedenen Etappen in dem Leben von Jesus darstellen. Die semana santa geht in Kolumbien von Sonntag bis zu unserem Ostersonntag in Deutschland. Außer dem Dienstag und dem Mittwoch sind alle Tage in dieser Woche Feiertage. Auch heute ist ein Feiertag und somit sind die meisten Geschäfte hier geschlossen und die Straßen von Tunja ziemlich leer. Auf der Suche nach einem netten Café laufe ich durch eine Nebenstraße und meine schon, eine Disko gefunden zu haben, denn durch die Straße dröhnt laute Reggaeton-Musik. Aber dann entdecke ich, dass es nur ein kleiner Schuhladen ist, der Boxen aufgestellt hat. Naja, wenigstens ein bisschen Leben in den sonst leeren Straßen von Tunja. Für Reggaetonfans oder die, die einfach mal reinhören wollen, habe ich hier mal ein Lied rausgesucht, bei dem man ausnahmsweise auch mal auf den Text hören kann (das sollte man nämlich bei den meisten Reggaetonliedern besser sein lassen): Alexis y Fido feat. Wisin y Yandel - Energia

Danach besuche ich noch das Casa del Fundador, also das Haus des Gründers der Stadt. Es hat einen schönen Innenhof und Garten und auf der oberen Etage ist eine kleine Ausstellung zu religiöser Kunst. Ansonsten weiß ich auch nicht, was ich noch in Tunja unternehmen soll und mache mich deshalb auf den Rückweg nach Bogotá. Von Tunja bin ich ein bisschen enttäuscht, aber vielleicht habe ich auch einen falschen Tag erwischt. An diesem Feiertag ist in der Stadt einfach nicht viel los (abgesehen von der Party im Schuhladen).

Tunja Plaza de Bolívar

Tunja

Tunja Plaza de Bolívar

Osterwoche

Osterwoche

Haus des Stadtgründers

Tunja

Tunja

Mein Glücksmoment des Tages:  Abends beim Einkauf im Tante-Emma-Laden in Bogotá von einer Kneipe nebenan eines meiner vielen Lieblingslieder zu hören, mit dem ich eine sehr schöne Zeit in Quito verbinde. Binomio de Oro – Me sobran las palabras  (noch einmal ein Lied aus dem Genre Vallenato – oder wie ich es auch nenne „die lateinamerikanische WDR4-Musik“)

Bei meiner kleinen Umfrage, die ich im Laufe der Tage weiter führe, bekomme ich noch ein paar neue Begriffe genannt, die die felicidad der befragten Personen ausmachen:

Emapanadas – frittierte Teigtaschen

Calor – Wärme

Comida fresca – frisches Essen

Mute santanderiano – typische Suppe aus Santander

Selección Colombia – die Fußballnationalmannschaft von Kolumbien

Comida sabrosa – leckeres Essen

Calor humano – menschliche Wärme

Buena pareja de bailar – guter Tanzpartner/in

Café – Kaffee

Naturaleza – Natur

Libros – Bücher

Viajar – Reisen

Deporte – Sport

Tiempo libre – Freizeit

17. Tag: Bogotá - ein schönes Wiedersehen

Bogotá

Meinen vorletzten Tag in der Hauptstadt verbringe ich noch einmal im historischen Zentrum. Als ich mich mittags auf den Weg mache, wundere ich mich schon über die leeren Straßen und den wenigen Verkehr. Auch heute ist hier in Kolumbien ein Feiertag aufgrund der semana santa (Osterwoche) und viele verbringen wahrscheinlich den Tag mit der Familie zu Hause. Doch sobald ich mich der Hauptstraße im Zentrum nähere, weiß ich, wo die ganzen rolos (Bogotaner) sind: Sie spazieren mit Familie, Kindern und Freunden durch die septima (Straße Nummer 7), die mittlerweile ganz für Autos gesperrt ist. Die Straße ist proppevoll, denn neben den Spaziergänger, stehen hier noch viele Essensstände oder versammeln sich Straßenkünstler, die etwas vorführen. Es werden Luftballons, Schmuck, Bilder, Spielzeug und noch viele weitere Sachen verkauft. Auch an Essen gibt es eine große Auswahl: Hotdogs, Hamburger, Maiskolben, Fleischspieße, Arepas natürlich und für den Nachtisch dann Zuckerwatte, Obleas (eine Art Esspapier mit  verschiedenen süßen Aufstrichen), Eis und frische Früchte. Jetzt fehlen nur noch die Karussells und es wäre fast wie eine Kirmes. Ich trinke einen frischgepressten Orangensaft und wünsche mir dabei, dass man diesen auch so günstig auf den deutschen Straßen kaufen könnte. Danach treffe ich mich mit meinen Freunden Cristhian und Daniela. Beide kommen eigentlich aus Medellín, aber Cristhian arbeitet seit 2 Monaten hier in Bogotá und Daniela ist momentan zu Besuch. Wir laufen durch das historische Zentrum und besuchen den Plaza del Chorro del Quevedo. Der Geschichte nach wurde hier die Stadt gegründet. Hier steht eine sehr kleine und ziemlich alte Kirche und auch alles andere rings um den Platz wirkt eine Nummer kleiner als sonst. Später entscheiden wir uns zu einer chocolatería zu fahren, die im Stadtteil Macarena liegt. Hier kann man laut Cristhian und Daniela die weltbeste Trinkschokolade genießen. Wenn es um Schokolade geht, bin ich natürlich sofort dabei. Denn nicht umsonst wird gesagt, dass Schokolade glücklich mache. Also fahren wir mit dem Bus in den nahegelegenen Stadtteil. Dann müssen wir aber leider feststellen, dass dieses kleine Schokoladen-Café heute geschlossen hat. Ein bisschen enttäuscht fahren wir wieder zurück in die Candelaria und entscheiden uns, nun in das berühmte Café Puerta falsa zu gehen. Schon auf dem Weg dorthin erzählt uns Cristhian die interessanten Geschichten, die dieses Café so berühmt machten. Seit 1816 wir es von der gleichen Familie traditionell geführt. Wir gönnen uns eine Tasse von der leckeren chocolate santafereño con queso. Das ist eine heiße Trinkschokolade mit Käse, einem Brot mit Butter und einem Almojábana (Maizmehlbrötchen). Diese Zwischenmahlzeit ist ganz typisch für Bogotá. Auf unserem Heimweg sehen wir noch die Osterprozession. Schaut selber, wie das in Bogotá so aussieht.

La Septima

Plaza Bolívar

Plaza Bolívar

Arepas con queso

Obleas

Messe

Plaza del Chorro del Quevedo

 

Süßigkeiten der Puerta Falsa

heiße Schokolade

Osterprozession

Osterprozession

Osterprozession

 

Natürlich befrage ich auch meine Freunde Cristhian and Daniela über ihr Glück. Auf die Frage, ob die Kolumbianer ihnen glücklich erscheinen, sagen sie beide  Ja, die Mehrheit erscheint uns sehr glücklich. Aber woran liegt das? Daniela ist der Meinung, dass auch wenn einige Leute nicht viel haben, sie das Wenige, was sie haben, in vollen Zügen genießen und vor allem auch die Momente mit ihren Familien. Cristhian merkt noch an, dass er auch glaubt, dass das Klima eine große Rolle spiele, welches das Temperament der Kolumbianer beeinflusse. Seiner Meinung nach sind Leute aus Medellín und von der karibischen Küste offener und freundlicher, als beispielsweis die Leute aus dem viel kälteren Bogotá. Insgesamt hätten die Kolumbianer eine sehr positive Lebenseinstellung, obwohl sie umgeben von einigen Problemen leben, wie beispielsweise der interne Krieg (durch die Guerrilla) und die Armut. Diese Faktoren würden aber dazu beitragen, dass die Kolumbianer die kleinen Dinge im Leben zu schätzen wissen. Beide sind schon in andere Länder verreist. Daniela findet schon, dass die Kolumbianer glücklicher als andere Nationen sind. Cristhian sagt jedoch, dass sie vielleicht nicht unbedingt glücklicher seien, aber definitiv offener und interessierter seien, neue Leute kennenzulernen und auch sehr darum besorgt, dass es ihren Mitmenschen gut gehe. Denn vom reinen Aspekt des Glücklichseins findet er die Menschen aus Puerto Rico glücklicher als die Kolumbianer. Bei der Frage, ob es typische Symbole in Kolumbien gibt, die das Glück repräsentieren, scherzt Daniela, dass es für einige Leute der aguardiente sei (kolumbianischer Schnaps). Aber eigentlich ist sie der Meinung, dass das Lächeln und die Freundlichkeit der Menschen hier immer das Symbol für Glück sein werden. Cristhian fügt noch hinzu, dass die Mutter, die Familie, die Kinder, der Ehepartner und auch Gott einen großen Stellenwert hätten und für das Glück stehen würden. Als typischen Glücksbringer nennt Daniela die Schutzpatronin von Kolumbien, die heilige Virgen de Chiquinquirá. Daniela hatte früher eine Kette mt einem Kreuz als Glücksbringer, aber schon seit längerer Zeit hat sie keinen speziellen Glücksbringer mehr. Cristhian sagt mir, dass er keinen Gegenstand als Glücksbringer habe, sondern dass sein Glücksbringer seine Familie sei. Als seine drei Glücksbegriffe nennt er mir Música, Arte y Familia (Musik, Kunst und die Familie). Danielas drei Begriffe sind dagegen tranquilidad, amor y disfrutar (Ruhe, Liebe und das Genießen). Bei der Frage, wovon ihre Glückseligkeit abhängt antwortet mir Daniela, dass diese nur von ihr selbst abhänge. Cristhian sagt mir, dass es davon abhänge, dass er die Dinge, die er macht, mit Liebe mache und es ihm Freude bereite. Außerdem sei er glücklich, wenn er wisse, dass er einen positiven Einfluss in dem Leben anderer habe. Danielas Meinung nach hängt das Glück nicht von Geld ab. Cristhian sagt dagegen, dass Geld eine Konsequenz von Glücklichsein sei. Wenn man glücklich mit dem sei, was man macht, komme das Geld von alleine zu einem. Beide sind sich einig, dass Sicherheit das Glück jedes Menschen beeinflusse, da man Ruhe im Leben brauche, um sich glücklich zu fühlen. Daher sagt Daniela bei der Frage, ob sie in einem anderen Land glücklicher wäre Ja, ich glaube schon, denn in anderen Ländern gibt es weniger Gewalt als hier und diese Ruhe verbessert auch die Lebensqualität. Cristhian erzählt, dass er sehr gerne mal für eine Zeit in Deutschland leben würde, da er gerne  die deutsche Kultur besser kennenlernen würde. Aber im Grunde sei man dort glücklich, wo man ausüben könne, was man gerne mache, was seiner Berufung entspreche und wo der eigene Beitrag an die Gesellschaft geschätzt werde. Abschließend stelle ich wieder die Frage, was sie machen, um sich glücklich zu fühlen. Daniela isst gerne in verschiedenen Lokalitäten, unternimmt viel mit den Leuten, die sie liebt, fährt auf´s Land, um dem Alltag zu entkommen und hört gerne gute Musik. Cristhian versucht alles mit einer positiven Einstellung zu betrachten. Jedes Problem und jede Schwierigkeit birgt für ihn eine Möglichkeit, im Leben zu lernen und sich zu verbessern. Seine Mutter sage oft: Gott erschafft kein Glas, aber wunderschöne Steine.

Cristhian und Daniela

Gracias a los dos por sus puntos de vista que me parecen muy interesante!!

Danke an euch zwei für eure Meinungen, die mir sehr interessant erscheinen!!

Mein Glücksmoment des Tages: Zwei Freunde aus Medellín wiederzutreffen und mit ihnen einen schönen Tag zu verbringen.

18. Tag: Flug nach Leticia - auf geht´s in den Amazonas

Amazonas

Heute morgen wache ich schon aufgeregt auf, denn gleich geht es in den Amazonas, genau genommen nach Leticia, die südlichste Stadt Kolumbiens. Sie liegt im Länderdreieck (Kolumbien – Brasilien – Peru)  und direkt am wasserreichsten Fluss der Welt: dem Amazonas. Gleichzeitig ist sie auch die Hauptstadt des departamento Amazonas.

Die Region unterhalb der Bergkette, auf der auch Bogotá liegt, ist kaum besiedelt, obwohl diese Fläche mehr als die Hälfte der Fläche von ganz Kolumbien ausmacht. Hier dominiert dichter Regenwald, der die Besiedlung deutlich erschwert. Hauptsächlich in dieser Region bewegen sich die Guerillagruppen von Kolumbien und hier befinden sich die Anbauflächen der Cocapflanze. Auch Leticia war einst Schauplatz des Drogengeschäfts. Aber durch die starke Militärpräsenz der letzten Jahre soll es hier sehr ruhig und friedlich geworden sein.

Ich komme nachmittags in Leticia an und die schwüle Hitze haut mich sofort um. Der Flughafen ist nicht weit vom Zentrum und somit bin ich nach einer kurzen Taxifahrt schon an meinem Hostel angekommen. Es ist ein kleines nettes Häuschen in zentraler Lage. Sehr freundlich werde ich begrüßt und in mein Mehrbettzimmer geführt. Später erfahre ich, dass der Besitzer aus der französischen Schweiz kommt und das Hostel zusammen mit seiner kolumbianischen Freundin leitet – sehr offene und nette Leute. Der Besitzer hat auch selbst schon ein paar interessante Erfahrungen im Dschungel hinter sich. Vor ein paar Jahren baute er sich ein fahrradbetriebenes Boot und schipperte damit den Amazonas entlang. Im Eingangsbereich liegen ein paar Zeitschriften, in denen ein Artikel über ihn steht. Ein wirklich beeindruckendes Abenteuer!

Hostel

Mein Glücksmoment des Tages: den nächsten aufregenden Trip in Kolumbien zu beginnen.

Mein Lied des Tages: El Chacal – No te vayas

19. Tag: Leticia - mein erstes Amazonaserlebnis

Amazonas

Mein erstes Ziel in Leticia ist es, den Amazonas zu sehen. Daher habe ich gestern Abend schon mit anderen Hostelbewohnern einen geplanten Bootsausflug gebucht. Mit einem weiteren Deutschen, einem Amerikaner und einer Australierin geht es früh morgens los zum Bootsanleger. Dabei überqueren wir den lebendigen Markt von Leticia, wo in der Früh schon einiges los ist. Schnell kaufen wir uns noch Proviant für den Tag: Wasser, Brot, Früchte und Kekse. Aber das wichtigste für den Trip ist Sonnencreme und vor allem Mückenspray. Die Fiecher sind hier besonders aktiv und zahlreich vertreten. Und den Bikini darf man natürlich auch nicht vergessen. An dem Bootsanleger angekommen treffen wir uns mit unserem Bootsfahrer und Guide für diesen Tag. Schon als wir aus der Mündung von Leticia rausfahren, sind wir ganz beeindruckt. Wir fahren an etlichen schwimmenden Häusern vorbei und sehen einige Fischerboote. Dann sind wir schließlich schon auf dem Amazonas und ich bin echt überwältigt von dem Ausmaß dieses Flusses. Unseren ersten Stop machen wir an einem kleinen Häuschen, wo uns ein Äffchen begrüßt. Es ist unglaublich, wie zutraulich er ist. Schnell findet er in der mit mir reisenden Australierin seine beste Freundin und lässt bis zum Schluss ihren Arm nicht mehr los. Außerdem fliegen hier Aras in den buntesten Farben über uns in der Luft. Wir machen eine kleine Wanderung zu besonderen Pflanzen und Bäumen und vor allem zu einem See mit riesigen Lotusblättern. Als wir wieder zu unserem Boot wollen, will das Äffchen seine neugewonnene Freundin fast nicht loslassen und macht sogar ungelogen weinerliche Geräusche, als wir uns verabschieden. Danach schippern wir tatsächlich nach Peru rüber und besuchen dort ein kleine Ansiedlung von Häusern. Dort zeigen sie uns einen Aligator, der in einem Teich gehalten wird. Die Haltung des Tieres lässt aber zu Wünschen übrig. Die Leute hier scheinen aus Vielem eine Touristenattraktion machen zu wollen, egal unter welchen Umständen, um dadurch eine zusätzliche Einnahmequelle zu haben. Wenn dieses dann aber nicht unter guten Bedingungen stattfindet, finde ich es sehr schade und möchte zu dieser Entwicklung vor allem selbst nicht gerne beitragen. Danach gehen wir in einem verwinkelten Seitenarm des Amazonas angeln und zwar nicht die bei uns typischen Forellen, nein, hier angelt man Piranhas.... Es ist meine erste Angelerfahrung. Am Anfang klappt es nicht so gut und ich werde schon fast etwas ungeduldig, doch dann plötzlich zieht es an meiner improvisierten Angel und siehe da: Ich habe tatsächlich einen mittelgroßen Piranha an meinem Haken hängen. Er glitzert hübsch und sieht eigentlich gar nicht so böse aus, wie man sich das immer so vorstellt ;) Später kühlen wir uns an einer ruhigen Stelle im Fluss etwas ab, bevor es am späten Nachmittag wieder zurück nach Leticia geht. Was für ein wunderschöner Ausflug – Was für eine beeindruckende Landschaft und Tierwelt!!!

Markt Leticia

Amazonas

Amazonas

Äffchen

Äffchen

Ara

 

Pagageien

Lotusblätter

Äffchen

Paradiesisch

Äffchen

Äffchen

Amazonas

Amazonas

Schlange

Schlange

Peru

Peru

Bootstour

Amazonas

Amazonas

Pirahna fischen

Mein Glücksmoment des Tages: Diese beeindruckende Landschaft zu genießen und natürlich mein Glücksmoment während des Angelns ;)

20. Tag: Leticia - 3 Länder an einem Tag

Ananastransport im Amazonas

Mein zweiter Tag im Amazonas beginnt mit dem besten Frühstück, was ich bis jetzt in Kolumbien hatte. Am Rande des Zentrums von Leticia entdecke ich eine Bäckerei. Dort bestelle ich mir ein Brötchen  mit Rührei und dem Fruchtsaft jugo de lulo. Das Brötchen und der Saft hauen mich echt vom Hocker. Das Brötchen ist noch warm und aus einem köstlichen Teig, das Saftglas ist richtig groß und der Inhalt schmeckt wirklich super. Ich nehme mir von hier direkt noch Proviant für den Tag mit. Danach mache ich mit den Leuten aus dem Hostel einen Abstecher nach Peru. Es ist schon lustig, dass es die Kolumbianer in Leticia schwer haben, eine andere Stadt ihres Landes zu besuchen, denn dieses ist nur per Flugzeug möglich. Nach Peru und Brasilien sind es dagegen nur einige Bus- bzw. Bootsminuten. Zudem sind hier im Dreieck der Städte Leticia (Kolumbien) – Tabatinga (Brasilien) – Santa Rosa (Peru) die Grenzen offen, sodass man die anderen Städte auch ohne Reisepass besuchen kann. Wir machen uns also wieder auf dem Weg zum Anleger und nehmen dort ein Boot nach Santa Rosa. Der Bootsfahrer wartet auf uns solange wir uns den Ort anschauen. Viel ist dort aber auch nicht zu sehen. Somit laufen wir ein paar Mal den Hauptweg entlang und kehren dann wieder zum Boot zurück. Diesmal setzt uns der Bootsfahrer in Brasilien ab. Das Örtchen heißt Tabatinga. Doch auch hier geibt es nicht so viel zu sehen. Leticia ist deutlich schöner und sauberer, als die anderen beiden Städte. Ich kann mir aber auch vorstellen, dass es daran liegt, dass Leticia der einzige Ort im kolumbianischen Amazonas ist, den Touristen besuchen. Brasilien und auch Peru haben aber noch viele weitere Städten im Amazonas, die als Touristendestinationen gelten. Leticia ist also touristisch gesehen sehr wichtig für Kolumbien, Tabatinga bzw. Santa Rosa sind es für Brasilien bzw. Peru dagegen  nicht. Am Nachmittag kehren wir nach Leticia zurück und lassen den Abend in der Hängematte auf dem Balkon des Hostels ausklingen.

Amazonas

Peru

Amazonas

Peru

Tabatinga - Brasilien

Leticia

Leticia

Leticia

Mein Glücksmoment des Tages: Mir meine Amazonasfotos abends in der Hängematte anzuschauen und  dabei Paolo Plaza - Se alejó de mi zu hören.

21. Tag: Puerto Nariño - ein einzigartiger Ort

Sonnenuntergang

Heute mache ich mich früh morgens auf den Weg nach Puerto Nariño. Dieser kleine Ort liegt gute 2 Bootsstunden von Leticia entfernt und befindet sich auch noch im kolumbianischen Amazonastrapez.  Mit einem Schnellboot geht es vorbei am Nationalpark Amacayacu, der sehr bekannt für seine traumhafte Urwaldlandschaft und die dort heimischen Tiere ist. Leider habe ich zu wenig Zeit hier, um den Nationalpark zu besuchen. Aber auch der Ort Puerto Nariño ist definitiv ein Besuch Wert. Der Ort hat circa 7000 Einwohner, die zum größten Teil von dem indigen Stamm der Ticuna abstammen. In Puerto Nariño sind Fahrzeuge verboten. Da der Ort aber auch nicht groß ist, kann man alles gut zu Fuß erledigen. Die einzigen zwei Fahrzeuge sind hier der Krankenwagen und die Müllabfuhr. Die Einwohner von Puerto Nariño leben sehr eng mit der Natur verbunden und halten ihr Dorf sehr sauber. Ich weiß nicht, ob ich überhaupt schon einmal so ein akkurat sauberen Ort wie Puerto Nariño gesehen habe.

Nach meiner Ankunft setze ich mich erst einmal vor einen kleinen Tante-Emma-Laden und gönne mir ein Erfrischungsgetränk. Die Temperatur und die hohe Luftfeuchtigkeit schlauchen einen doch ganz schön. Dort spricht mich ein Mann an, ob ich denn schon eine Unterkunft habe. Ich hatte zwar vorher mal in meinen Reiseführer geschaut und mir eine Unterkunft ausgesucht, aber eine Reservierung hatte ich natürlich noch nicht gemacht. Er schlägt mir also vor, mir das schönste Hostel von Puerto Nariño mit dem aller besten Ausblick zu zeigen. Ob das wohl so stimmt, weiß ich nicht, aber ein Versuch ist es Wert und somit machen wir uns auf den Weg zu dem etwa 15 Minuten entfernt liegendem Hostel. Vorbei geht es an den einheimischen Häusern aus Holz und auf hohen Stelzen, damit sie bei Hochwasser nicht beschädigt werden. Kinder laufen in den Straßen rum und auf dem Fußballfeld spielen Jugendliche Fußball. Unser Weg führt uns auch an einer Schule vorbei. Die meisten Klassenräume befinden sich unter offenen Pavillons. Nun sind wir angekommen und ich entscheide sofort, für die eine Nacht hier zu bleiben, denn der gute Mann hat mir nicht zu viel versprochen. Das Hostel besteht aus frei stehenden Holzbungalows und einem Haupthaus mit Küche. Die Toiletten und Duschen sind auch einzeln in kleinen Holzkabinen. Es ist einfach, aber für mich ausreichend und außerdem passend in der Wildnis der Amazonasregion.

Zum Glück bin ich noch pünktlich zum Sonnenuntergang angekommen. Diesen genieße ich von einem Baumhaus aus. Staunend liege ich in einer Hängematte, als ich plötzlich Besuch bekomme: ein kleines Äffchen setzt sich auf meine Schulter und macht es sich gemütlich. Gemeinsam mit ihm schaue ich dem unglaublich schönen Sonnenuntergang zu. Der Ausblick geht auf einen Nebenarm des Amazonas, auf dem noch die letzten Boote nach Hause schippern. Der Himmel glänzt in den buntesten Rot-Orange-Rosa-Tönen. Es raschelt neben mir und da sehe ich, dass neben dem Baumhaus ein Ara auf der Palme sitzt. Auch er will noch die letzten Strahlen erhaschen. Hier in der Hängematte liege ich bis es komplett dunkel ist. Sogar als ich die Treppe runtersteige, bleibt das Äffchen auf meiner Schulter sitzen. Für das Abendessen gehe ich noch einmal zum Dorf zurück und esse mein Lieblingsessen (patacones, frischen Fisch und Salat) in einem kleinen Restaurant. Dazu gibt es selbstgemachte Limonade. Glücklich lege ich mich danach in mein kleines Bungalow und höre beim Einschlafen die verschiedensten Tiergeräusche.

Hier kann man noch einen weiteren Artikel über Puerto Nariño lesen.

Mein Glücksmoment des Tages: Dieses paradiesische Örtchen kennen zu lernen!

Puerto Nariño

Puerto Nariño

Puerto Nariño

Puerto Nariño

Ausblick

Sonnenuntergang

Besuch

Papagei

atardecer

Sonnenuntergang

atardecer

22. Tag: Rückflug nach Bogotá - bye bye Leticia

 

A ser feliz Ich bin zum Glücklichsein gegangen. Ich weiß nicht, wann ich zurück komme

 

Heute geht es wieder zurück in die Hauptstadt Kolumbiens. Raus aus der grünen Traumlandschaft – Rein in die graue Metropole! Und morgen geht es auch schon zurück nach Deutschland. Unglaublich wie schnell diese 3 Wochen vergingen... Ich habe viel unternommen, mit vielen Leuten gesprochen, neue Blickwinkel auf das persönliche Glück bekommen, wunderschöne Landschaften gesehen und die Kolumbianer ein weiteres Mal als ein sehr fröhliches, hilfsbereites und glückliches Volk kennengelernt. Alles in allem war es also eine super schöne Reise mit vielen neuen Eindrücken!

Auch bei facebook hielt ich immer nach dem kolumbianischen Glück Ausschau. Hier sind ein paar Bilder, die von Kolumbianern gepostet wurden:

 

Willst du glücklich sein ??? Tanz Salsa Genau mein Spruch! Willst du glücklich sein ??? Tanz Salsa
Genau mein Spruch!

 

 

7 Schritte zum Glück:  Denk weniger, fühle mehr. runzel die Stirn weniger, lächel mehr. Spriech weniger, höre mehr zu. Urteile weniger, akzeptiere mehr. Schau weniger, mach mehr. Beschwere dich weniger, schätze mehr. Fürchte weniger, liebe mehr. 7 Schritte zum Glück:
Denk weniger, fühle mehr.
Runzel die Stirn weniger, lächle mehr.
Sprich weniger, höre mehr zu.
Urteile weniger, akzeptiere mehr.
Schau weniger, mach mehr.
Beschwere dich weniger, schätze mehr.
Fürchte weniger, liebe mehr.

 

 

 

Denk daran. Das Glücklichsein ist kein Punkt der Ankunft, sondern die Art zu Reisen. Denk daran. Das Glücklichsein ist kein Punkt der Ankunft, sondern die Art zu Reisen.

 

 

Eine weitere Meinung über das kolumbianische Glück bekomme ich von einem Freund, der aus Bucaramanga kommt, aber sehr lange in Bogotá gelebt hat. Camilo ist 27 Jahre alt und hat Tourismus studiert.

Camilo

Ich persönlich glaube, dass das Ambiente des Landes sehr das Bewusstsein der Kolumbianer beeinflusst. Dieses Ambiente ist geprägt durch unendlich viele Emotionen, die durch Farben, Geschmack, Reize, Aromen und Gefühle erweckt werden. Diese Emotionen werden noch verstärkt durch das Klima und die Wärme der Menschen.

Glücklich sein, obwohl die Politiker das Ergebnis deiner harten Arbeit ausgeben. Glücklich sein, obwohl die Guerillachefs sich an der Ignoranz bereichern. Glücklich sein, obwohl sich deine Kultur zunehmend in ein  Produkt des extremen Konsums verwandelt, in dem der Gemeinsinn zu kurz kommt. Glücklich sein, obwohl die natürlichen Ressourcen deines Landes verschwendet werden. Das ist wahres Glücklichsein!

Zudem glaube ich, dass die Glückseligkeit der Kolumbianer auch damit zusammenhängt, dass sie sich nicht um so viele Dinge sorgen. Sie lassen sich von dem Vergnügen im Leben treiben: trinken, sich fortpflanzen und das ständig gute Wetter genießen. Zusätzlich kommt noch der Überfluss an Nahrungsmitteln aller Art. Generell denke ich, wenn dir die Erde alles zur Verfügung stellt und die Gesellschaft dir Vergnügen gibt und du aus einer tropischen Kultur stammst, ist das Lachen ein wichtiger Teil von dir.

Das ist wohl die letzte persönliche Meinung eines Kolumbianers über das Glück. Vielen Dank für die Unterstützung und die interessanten Beiträge. Ich als Deutsche kann ja Mutmaßungen ohne Ende anstellen, doch im Endeffekt ist natürlich die Aussage von Kolumbianern ausschlaggebend. Daher bin ich sehr dankbar, dass ich so viele Kolumbianer gefunden habe, die mir ihre persönliche Meinung mitgeteilt haben.

23. Tag: Chao mi querida Colombia - Hasta la próxima

Tschüss mein liebes Kolumbien - Bis zum nächsten Mal

Colombia - Deutschland

Heute ist meine Reise und somit auch meine Suche nach dem kolumbianischen Glücks zu Ende. Nicht nur bin ich dem Glück der Kolumbianer näher auf die Spur gekommen, sondern auch meinem eigenen. Somit war meine Reise ein voller Erfolg, denn was will man mehr, als 3 Wochen in diesem wunderschönen Land zu verbringen, in dem man viele glückliche Momente von anderen und von einem selbst erleben kann. Zudem nehme ich das gefundene Glück natürlich mit nach Hause. Das steht außer Frage! Somit packe ich die Begriffe, die am meisten von Kolumbianern genannt wurden, in meinen Koffer und nehme sie mit nach Deutschland....

Amor - Liebe

Sol - Sonne

Música - Musik

Familia - Familie

Amigos – Freunde

Mein Fazit ist also, dass das kolumbianische Glück eine Mischung aus den folgenden Aspekten ist: die Leuten, die sie umgeben, also Familie und Freunde,  das Klima, das ihnen viel Sonne schenkt und die fröhlichen Rhythmen der kolumbianischen Musik. Ein weiterer wichtiger Bestandteil ist die Liebe. Dieser Begriff wurde mir wirklich oft genannt.

Von außen betrachtet möchte ich noch hinzufügen, dass auch die Gelassenheit der Kolumbianer einen nicht zu vernachlässigenden Beitrag zu deren Glück hat. Sie sorgen sich nicht so sehr um die Zukunft, sondern leben im Jetzt und genießen alle Aspekte, die der Moment ihnen schenkt.

An dieser Stelle möchte ich noch meine persönlichen Glücksbegriffe nennen. Doch ich finde, dass man zwischen dem Glück des Momentes und dem Glück des Lebens unterscheiden muss. Meine Glück des Momentes machen ganz klar Freunde, Musik und Tanzen aus. Mein Glück des Lebens machen Liebe, meine Familie und Freunde aus. Allerdings ist es natürlich immer schwierig, sich auf 3 Begriffe zu begrenzen. Denn mir fallen noch ein paar Dinge mehr ein, die mich wirklich glücklich machen.

Da die Musik sowohl für mich als auch für die Kolumbianer sehr wichtig ist, möchte ich nun noch ein Abschiedslied veröffentlichen: Aventura - Por un segundo (das Lied selbst beginnt erst ab der 48. Sekunde, also ruhig vorspulen).

Wahrscheinlich ist das nur Lesern aufgefallen, die Spanisch können und sich jedes Lied angehört haben: Wirklich alle Lieder, die ich gepostet habe, handeln von Liebe. Und ich glaube, dass ich ohne Zweifel sagen kann, dass fast alle lateinamerikanischen Lieder von diesem Thema handeln.

Ich hoffe, dass euch das Lesen so viel Spaß gemacht hat, wie mir das Schreiben. Denn nicht nur die Reise war toll, sondern auch das Berichterstatten, besonders bei den vielen netten Kommentaren, die ich bekommen habe. Danke!

Und wer noch weitere Fragen zum Glück oder zu Kolumbien hat, kann diese gerne noch in einem Kommentar stellen und ich beantworte sie.

Ein GLÜCKLICHES Hallo an alle meine Leser und an alle Kolumbien-Interessierten!
Gerade eben habe ich die freudige Nachricht bekommen, dass ich beim zweiten Teil des viventura-Gewinnspiels auf der Suche nach Kolumbiens Glücksbringer gewonnen habe. Mit meinen Blogeinträgen und eurer Unterstützung (Lesen und Kommentare schreiben) habe ich es auf den zweiten Platz geschafft. Somit habe ich mir eine weitere Reise in dieses traumhaft schöne Land gesichert! Das ist definitv mein Glücksmoment der WOCHE!

Vielen, vielen Dank also an euch alle!!

Tags: Kolumbien, Kultur, Lateinamerika, Südamerika, Touren

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