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Brasilien: Leandro, der Macushi Indio

26. Sep 2008Allgemein 0 Kommentare

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Artikel von Peter Schues, Reiseleiter in Brasilien

Die Kanuku Berge liegen in Guyana, in der Gegend des oberen TakutuEssequibo Gebirges. Der Name Kanuku bedeutet reicher Wald in der Macushi-Sprache, eine Referenz zu der Vielfallt der dort anzutreffenden Fauna.

Die Macushi Indios gehören einer ethnischen Gruppe aus Guyana und Nord-Brasilien an. Seit dem ersten Kontakt mit den weißen Eroberern aus Europa im 19. Jahrhundert schrumpfte das Volk immer mehr und verlor langsam seine eigene Kultur und Identität. Es leben ungefähr 15,000 Macushi in Brasilien und 9,000 in Guyana. Die Macushi sehen ihre Herkunft als Kinder der Sonne und als Entdecker des Lebens. Sie leben in Dörfern, die durch kleine Pfade miteinander verbunden sind und ihre Häuser errichten sie um einen Gemeindeplatz.

Hier am Fuße der Kanuku Berges wurde Leandro 1973 in einem Macushi Dorf geboren und verbrachte seine Kindheit wie jeder kleine Indio: spielend in seiner fast unberührten Natur. Er ging mit seinen Freunden im Regenwald spielen und mochte besonders gern im Tacutu Fluss tauchen, um Flusskrebse unter den Steinen zu fangen. Eines Tages zogen Missionare in sein Dorf ein, die seinem Volk eine neue Religion aufzwangen. Die Kinder bekamen Englischunterricht in ihrer Schule, wodurch sie langsam ihre eigene Sprache verlernten.


Leandro war gerade 16 Jahre alt, als er seine Mutter Margarida verlor. Kurz darauf verließ er sein Heimatdorf und suchte sein Glück in der Großstadt. Er lebte 2 Jahre als Straßenkind in Boa Vista, einer 300.000 Einwohner Stadt in Roraima, Brasilien. Anfangs war er begeistert von all den schönen Häusern, ganz anders als in seinem kleinen Dorf im Wald, aber schnell bekam er zu spüren, wie der weiße Mensch einen Macushi Indio verachtet. Ständig sagten sie, er solle doch in sein Walddorf zurückkehren. Aber Leandro wollte die weite Welt kennenlernen und so erreichte er Manaus, die Hauptstadt des Amazonas. Durch seine Englisch Kenntnisse erwarb er sich einen Job als Waldführer für einige JungleLodges um Manaus herum und baute sich ein kleines Holzhaus in einer armen Gemeinde am Rande der Großstadt.


Auch dort wurde er anfangs verachtet, aber er schlug sich durch und startete im Jahre 2002 ein Projekt, um Straßenkinder und Halbweisen seiner Gemeinde eine bessere Zukunft zu gewähren. Kinder, die gute Noten in der Schule aufweisen dürfen in Leandros Fußballmannschaft eintreten. Auch Mädchen haben ihr eigenes Fußballteam und an Wochenenden, an denen Leandro keine Regenwald Führungen macht, wird mit Begeisterung gekickt.

Nebst sammeln alle Kinder auch Altpapier, Plastikflaschen und andere Materialien zum Recycling. Für 100 leere Plastiktüten bekommt der Sammler ein Kilo Zucker oder Mandiokmehl. Mittlerweile trägt die gesamte Gemeinde zum Recycling bei und das Projekt erweiterte sich nun auch auf die Flusseinwohner am Rio Preto da Éva.
In seinem bescheidenen Holzhaus lehrt Leandro in seiner Freizeit den Kindern Englisch und bis vor Kurzem auch noch Informatik an seinem alten PC. leider musste er diesen verkaufen, um eine Reise in sein Heimatdorf in Guyana zu finanzieren. Aber Leandro gibt nicht auf und möchte sich bald mit seinem kleinen Lohn als Regenwaldführer einen neuen Computer anschaffen. Natürlich trägt jeder der mit Leandro durch den Regenwald geführt wird und seine Lebensgeschichte kennen gelernt hat etwas für sein Projekt bei.

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